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Platzierung von Markern für thorakale Radiotherapie

Für Malignome der Lunge, die einer Strahlentherapie zugeführt werden sollen, besteht am Universitätsklinikum Salzburg seit wenigen Monaten die Möglichkeit, diese Tumore bronchoskopisch zu markieren. Im Bereich des Tumors bzw. in seiner unmittelbaren Umgebung werden dazu 2-4 Gold-Marker (je 1,2 mm x 3,0 mm) platziert. Dazu wird folgende Technik angewendet:
Ein Goldmarker wird in den vorderen Bereich einer Bürstenbiopsie-Kanüle (Ø 1,7 mm) oder einer Zytologie-Nadel (Ø 1,5 mm) eingebracht und anschließend über den Arbeitskanal des Bronchoskops bis zur korrekten Position vorgeschoben.


Links: Goldmarker in der Spitze der Bürstenbiopsie-Kanüle.
Rechts: Durch Vorschieben der Bürste wird der Goldmarker platziert.

Zum Auffinden der idealen Lokalisation kann die elektromagnetische Navigationsbronchoskopie benützt werden. Durch vorsichtiges Vorschieben der Bürste/Nadel wird der Goldmarker dann aus der Kanüle hinausgeschoben und kommt im Bereich des Tumors zu liegen.


Goldmarker in einem Tumor im linken Lungenunterlappen

Dieser Vorgang wird wiederholt um insgesamt 2-4 Marker zu platzieren. 
Dieses Vorgehen ermöglicht eine maximale Präzision der Strahlentherapie bei der die Therapiefelder exakt den Tumor treffen sollen und die notwendigen (um den Tumor gelegten und ebenfalls mit hoher Dosis bestrahlten) Sicherheitsränder möglichst gering gehalten werden können. Letzteres trägt zur Schonung des umgebenden gesunden Gewebes bei.
Verglichen mit den prinzipiell möglichen Alternativen zur Platzierung der Goldmarker (transthorakal, intravaskulär),  haben endoskopische Verfahren ein weitaus günstigeres Nebenwirkungsprofil. Obwohl die Marker so nahe wie möglich am Tumor bzw. im Tumorgewebe platziert werden, ist eine Dislokation (beispielsweise durch starken Husten) möglich. Für den Patienten ist eine mögliche Dislokation üblicherweise gefahrlos, der geplante Vorteil für die Radiotherapie würde (bei Verlust aller Marker) jedoch verloren gehen.
Bei den über 40 Patienten die seit Mitte 2010 an unserer Klinik Goldmarker für eine Strahlentherapie erhalten haben gab es keine klinisch relevanten Nebenwirkungen, aber ausnahmslos Vorteile in Hinblick auf die Präzision der Strahlentherapie. 

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