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TDM / Drugmonitoring

Spiegelbestimmung des Antibiotikums Linezolid (Zyvoxid®)
(01.07.2014)

In Zusammenarbeit mit dem Infektiologischen Arbeitskreis (IAK) der SALK erweitern wir ab 01.07.2014 unser Angebot des Therapeutic Drug Monitorings (TDM) um das Antibiotikum Linezolid (Zyvoxid®). Der Grund für die Einführung liegt in der hohen Variabilität der Linezolid-Serumkonzentrationen (bis zu 10-fache Schwankungen!). Linezolid-TDM ermöglicht einerseits eine therapeutisch wirksame Dosierung speziell beim kritisch kranken Patienten und andererseits das Einschätzen einer potentiellen Linezolid-Toxizität (v.a. Thrombozytopenie bei Therapiedauer >14 Tage). Es wird zusätzlich zur Spiegelbestimmung empfohlen, wöchentlich die Throbozytenzahl und die Hämoglobin-Konzentration zu kontrollieren.

Indikationen für Linezolid (nichtgelistetes Antibiotikum, Anforderung nur patientenbezogen möglich!):

  • MRSA Pneumonie
  • komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen durch MRSA oder MRSE nach Rücksprache mit dem IAK
  • Infektionen mit MRSA, MRSE oder resistenten Enterokokken, wenn der Einsatz von alternativen Therapiemöglichkeiten wie Vancomycin, Teicoplanin oder Daptomycin nicht möglich oder unwirksam ist.

Abnahmezeitpunkt und Zielspiegel:

  • Vor der nächstfälligen Dosis aus dem Serum. Zielspiegel (Talspiegel): 3-9 mg/L Linezolid

Anforderung der Analyse:

  • Wöchentliche möglich (Dienstag), auf Rückfrage häufiger. ORBIS Sein ZL-E

Bei Fragen zur Spiegelbestimmung: PD Dr. Thomas Felder (DECT 58126)
Bei Fragen zur Spiegelinterpretation und zu Arzneimittelwechselwirkungen: IAK Konsil / DDI Konsil

Für den Inhalt verantwortlich: Priv. Doz. Dr. Thomas Felder

Wirkstoffe zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
(01.10.2012)

Unser TDM Analysenspektrum wird um Wirkstoffe, die bei der Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) verwendet werden, erweitert.

Methylphenidat (zB Ritalin®) und Atomoxetin (zB Strattera®) gehören zu Arzneimitteln mit zentral sympathomimetischer, stimulierender Wirkung und werden zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern ab 6 Jahren im Rahmen eines Therapieprogrammes verwendet.

Das den Amphetaminen verwandte Methylphenidat hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin, sodass deren Konzentration im synapthischen Spalt erhöt und die Aktivität des sympathischen Nervensystems gesteigert wird. Die chemische Struktur von Atomoxetin ähnelt der von Fluoxetin und nicht den Amphetaminen. Im Gegensatz zu Fluoxetin hemmt Atomoxetin selektiv die Wiederaufnahme von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt.

Achtung:

Zum TDM von Methylphenidat soll die Blutentnahme 2 Stunden nach oraler Gabe erfolgen! Wegen der kurzen HWZ von Methylphenidat (etwa 2 Stunden) kann auch er pharmakologisch inaktive Metabolit Ritalinsäure zur Plausibilitäts-/Compliancekontrolle mitbestimmt werden.
Wegen der Stabilität bitte Serum möglichst lichtgeschützt und tiefgefroren einsenden.

Zum TDM von Atomoxetin sollte die Blutabnahme vor der nächsten Medikation (Talspiegel) erfolgen, die Proben können bei RT verschickt werden (Transportzeit <1 Tag, sonst gekühlt bei 4°C).

Referenzbereiche und weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Analysendatenbank.

Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Dr. Thomas Felder

 

Ethylglukuronid (EtG) im Urin
(14.09.2012)

Die Quantifizierung des direkten Alkoholmarkers Ethylglukuroid (EtG) im Urin mittels LC-MS/MS (Goldstandard) wurde in das Drugmonitoring aufgenommen.

Für den Nachweis von Alkoholmissbrauch in einem Zeitfenster, welches zwischen den Kurzzeitmarkern (z.B. Ethanol in Blut/Atemluft) und den Langzeitmarkern (z.B. CDT) liegt, dient die Bestimmung des Parameters EtG. EtG dient als Indikator für die Alkohol Einnahme und zur Beurteilung von Abstinenzbehauptungen, bzw. der Widerlegung von behaupteten Konsummustern.

Die Bestimmung aus Urin erlaubt den Nachweis des Alkoholkonsums bis zu 80 Stunden nach schwerem, exzessiven Trinken und eignet sich daher insbesondere zur Rückfalldiagnostik im Rahmen einer Alkoholentwöhnungstherapie. Bei niedrigen (≤ 0,25 g/kg) bis mittleren (≤ 0,50 g/kg) Ethanolmengen ist EtG typischerweise bis zu 24 bzw. 48 Stunden im Urin nachweisbar. Auch der Genuss von sehr kleinen Mengen (d.h. ≤ 10 g) kann noch viele Stunden erfasst werden.

Aus EtG-Konzentrationen kann nicht auf Trinkmenge, Trinkzeitpunkt und Art des/der konsumierten Getränk(e) geschlossen werden. Hohe EtG-Werte können nicht durch sehr kleine Alkoholmengen verursacht werden.

Die Untersuchung kann auf dem D-Schein angefordert werden, wofür 2 ml Urin notwendig sind. Als Referenzbereich gilt für Ethylglukuronid: < 0,1 mg/l.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Analysendatenbank.

Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Dr. Thomas Felder

 

Weitere Verbesserung der Everolimus-Analytik: Umstellung auf "Gold-Standard"
(14.11.2011)

Es erfolgt die methodische Umstellung des Therapeutischen Drugmonitoring (TDM) für das Immunsuppressivum Everolimus  (Certican®) auf Tandem-Massenspektrometrie (LS-MS/MS). Die massenspektrometrische Bestimmung ist anerkannter "Goldstandard", mit ihr können Interferenzen von Metaboliten ausgeschlossen und die Konzentration des applizierten Medikamentes ohne die technischen Limitierungen des bisher eingesetzten immunologischen Testverfahrens bestimmt werden.

Zur Sicherstellung der Kontinuität der Beurteilung der Werteverläufe erfolgt für jeden Patienten über 3 Werte eine parallele Messung mittels LC-MS/MS sowie der bisherigen Methodik. Während dieser Zeitspanne finden Sie auf den Befunden sowohl das Ergebnis der bisherigen als auch der neu verwendeten Methode angegeben. Das Resultat der neuen LC-MS/MS Methode wird zu diesem Zweck im Befundfeld eingetragen, der Wert der bisherigen immunologischen Methode und LC-MS/MS zeigten im Mittel eine sehr gute Vergleichbarkeit (s. Bild), im Patienteneinzellfall kann es, bedingt durch die mögliche Miterfassung der Metaboliten in der bisherigen immunologischen Methode vereinzelt zu Abweichungen kommen.

Material: wie bisher, EDTA-Blut, Röhrchen ausschließlich für die Immunsuppressiva-Diagnostik

Zuständiger Akademiker: Dr. Thomas Felder

 

Testumstellung Everolimus

(30.7.2010)

Ab sofort erfolgt die Umstellung der Everolimusbestimmung von Abbott TDX auf Thermo-Scientific - Microgenics. Bei beiden Verfahren handelt es sich um immunologische Teste, wobei der bisherige Abbott TDx – Test höhere Werte misst als der neue Thermo-Scientificr-Microgenics – Test. Die Ergebnisse des neuen Tests sind meist 20-30 % niedriger. Je niedriger die Werte sind, umso größer sind die Abweichungen (bis zu 30 – 40 %) zum bisherigen Test.  Zu berücksichtigen ist, dass bei immunologischen Testen im Gegensatz zu massenspektrometrischen Verfahren auch Metaboliten miterfasst werden können.
Im Befund wird sowohl das Ergebnis der bisherigen als auch der neu verwendeten Methode angegeben. Das Ergebnis der neuen Methode  ist  im Befundfeld eingetragen, das Ergebnis der bisherigen Methode wird im Kommentar angeführt.

Für den Inhalt verantwortlich: DI Ilse Schmid


Die Gabapentin-Spiegel Bestimmung im Serum mittels LC-MS/MS wurde in das Drugmonitoring aufgenommen
 (17.12.2009)

Das Antikonvulsivum Gapapentin ist strukturell mit dem Neurotransmitter GABA (Gamma-Aminobuttersäure) verwandt und wird neben der Behandlung von Epilepsien auch zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen verwendet.
Die Bioverfügbarkeit von Gabapentin ist nicht dosisproportional und nimmt bei steigender Dosis ab. Etwa 2-3 Stunden nach oraler Gabe werden maximale Plasmaspiegel erreicht, wobei Mahlzeiten keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Gabapentin haben. Die Metabolisierung von Gabapentin ist noch nicht vollständig geklärt; Leberenzyme scheinen allerdings nicht induziert zu werden. Die Elimination von Gabapentin aus dem Plasma ist durch eine linearer Pharmakokinetik charakterisiert, wobei die Eliminationshalbwertszeit dosisunabhängig ist und durchschnittlich 5 bis 7 Stunden beträgt. Die Elimination erfolgt ausschließlich über die Niere und ist bei älteren Patienten bzw. Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion verzögert.
Die Untersuchung kann auf dem B-Schein angefordert werden. Üblicherweise wird der Talspiegel nach Einstellung auf eine stabile Dosis im steady-state am Morgen vor der ersten Tagesdosis bestimmt, wozu 1 ml Serum notwendig ist.
Als Richtwerte für therapeutische Serumspiegel gelten 5,9-21 μg/ml. Weitere Informationen entnehmen sie bitte unserer Analysendatenbank.

Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Dr. Thomas Felder


Testmodifikation von Cyclosporin

(1.12.2008)

Ab sofort erfolgt die Umstellung der Cyclosporinbestimmung von Abbott TDX auf Abbott Architect. Bei beiden Verfahren handelt es sich um immunologische Teste, wobei der bisherige Abbott TDx – Test mehr Cyclosporimetaboliten erfasst und dadurch höhere Werte misst als der neue Abbott-Architect – Test. Die Ergebnisse des neuen Tests sind mindestens um 10 % niedriger und damit auch den Ergebnissen von chromatographischen Verfahren ähnlicher. Je niedriger die Werte sind, umso größer sind die Abweichungen (bis zu 30 –40 %) zum bisherigen Test.

Im Befund werden ca. bis Jahresende die Ergebnisse, die mit der bisherigen Methode und der von nun an verwendeten Methode erhoben wurden, angegeben. Das Ergebnis der neuen Methode  ist  im Befundfeld eingetragen, das Ergebnis der bisherigen Methode wird im Kommentar angeführt.

 Für den Inhalt verantwortlich: DI I. Schmid 


Neu in das Drugmonitoring aufgenommen wurden Coffein, Everolimus, Sirolimus, Topiramat und Sultiam.
(20.6.2005)

Die derzeit verfügbaren Bestimmungen von Medikamenten mit Richtwerten für Plasmaspiegel, die allerdings von Indikation, Begleitmedikation und einer Reihe anderer Faktoren abhängig sein können, sind in den Tabellen 2 und 3 zusammengefasst.

Tab. 2.  Chromatographische Bestimmungen von Medikamenten

Gruppe 

Handelsname  Wirkstoff  Ther.Ber. Einheit
AC Lamictal  Lamotrigin  2,0-12,0 mg/l
AC Keppra  Levetiracetam  10,0-40  mg/l
AC Ospolot  Sultiam  1,0-12  mg/l
AC Trileptal  Oxcarbazepin/Metabolit 2,1-36,7 mg/l
AD Saroten,Tryptizol Amitriptylin  100-250 ng/ml
AD Cipralex,Seropram Citalopram 30-160  ng/ml
AD Anafranil  Clomipramin  100-250  ng/ml
AD Pertofran  Desimipramin  75-250  ng/ml
AD Sinequan  Doxepin  100-250  ng/ml
AD Tofranil  Imipramin  150-250  ng/ml
AD Remeron  Mirtazapin  20-100  ng/ml
AD MetabolitvonClomipramin Norclomipramin  150-550  ng/ml
AD MetabolitvonDoxepin Nordoxepin  200-350  ng/ml
AD Nortrilen  Nortriptylin  50-150  ng/ml
AD Seroxat  Paroxetin  10-100  ng/ml
AD Tresleen,Gladem  Sertralin  30-150  ng/ml
AD Trittico  Trazodon  500-1500  ng/ml
AR Sedacoron,Amiodaron  Amiodaron  0,7-2,5  mg/ml
BD Alprazolam,Xanor  Alprazolam  10,0-50  ng/ml
BD Lexotanil  Bromazepam  50-200  ng/ml
BD Librium  Chlordiazepoxid  700-2000  ng/ml
BD Rivotril  Clonazepam  15-60  ng/ml
BD Valium,Gewacalm  Diazepam  100-1500  ng/ml
BD Rohypnol  Flunitrazepam  5,0-40 ng/ml
BD Temesta  Lorazepam  50-250  ng/ml
BD Mogadon  Nitrazepam  30-120  ng/ml
BD Adumbran,Anxiolit,Praxiten  Oxazepam  200-2000 ng/ml
NL Solian  Amisulprid  50-400  ng/ml
NL Leponex  Clozapin  100-600  ng/ml
NL Haldol  Haloperidol  5,0-20  ng/ml
NL MetabolitvonClozapin Norclozapin(ges) 100-600  ng/ml
NL MetabolitvonRisperidon OH-Risperidon(ges) 10-100  ng/ml
NL Zyprexa  Olanzapin  10,0-45  ng/ml
NL Seroquel  Quetiapin  20-400  ng/ml
NL Risperdal  Risperidon  1,0-32  ng/ml

AC: Antikonvulsiva, AD: Antidepressiva, AP: Antiphlogistika, AR:Antiarrhythmika, BD: Benzodiazepine, NL: Neuroleptika       
               
Bitte immer Dosierung und Begleitmedikation angeben!    

               
Tab. 3. Immunologische und andere Bestimmungen von Medikamenten  

 

Gruppe   Handelsname z.B. Wirkstoff   Ther.Ber. Einheit
AB Biklin  Amikacin  max.20.0-30.0 mg/l
AB     min.5.0-10.0 mg/l
AB Refobacin  Gentamycin  max.5.0-10.0 mg/l
AB     min.<2.0 mg/l mg/l
AB Certomycin  Netilmicin  max.5.0-12.0 mg/l
AB     min.<2.0 mg/l
AB Targocid  Teicoplanin  max.<60  mg/l
AB     min.5.0-10.0 mg/l
AB Tobrasix  Tobramycin  max.5.0-10.0 mg/l
AB     min.<2.0 mg/l
AB Vancomycin  Vancomycin  max.20.0-40.0 mg/l
AB     min.5.0-10.0 mg/l
HG Lanitop,Lanicor  Digoxin  1.0-2.0 µg/l
HG Digimerck  Digitoxin  10.0-30.0 µg/l
AC Neurotop,Tegretol  Carbamazepin  4.0-12.0 mg/l
AC Suxinutin,Petinimid,Simatin Ethosuximid  40.0-100.0 mg/l
AC Lamictal  Lamotrigin  2.0-12.0 mg/l
AC Luminal  Phenobarbital  10.0-40.0 mg/l
AC Epanutin,Epilan-D Phenytoin  10.0-20.0 mg/l
AC Mysoline,Cyral  Primidon  5.0-12.0 mg/l
AC Convulex,Depakine  Valproinsäure  40.0-100.0 mg/l
AC Topamax  Topiramat  5,0-25,0 mg/l
IS Sandimmun  Cyclosporin  80-300* µg/l
IS Prograf,FK506  Tacrolimus  5-20* µg/l
IS Cellcept  Mycophenolat  2-6* mg/l
IS Rapamune  Sirolimus  5,0-25* µg/l
IS Certican  Everolimus  3,0-8,0* µg/l
CS Abitrexate,Methotrexat  Methotrexat  n.24Std.<10  µMol/l
CS Abitrexate,Methotrexat  Methotrexat  n.48Std<1.0 µMol/l
CS Abitrexate,Methotrexat  Methotrexat  n.72Std.<0.1 µMol/l
AP Aspirin,Spalt,Colfarit,Togal Salicylate  10,0-20,0 mg/dl
AP Mexalen Paracetamol (Acetaminophen) 10.0-30.0 mg/l
BS Euphyllin,Theospirex  Theophyllin  10.0-20,0 mg/l
BS Coffein  Coffein  5,0-20,0 mg/l
AD Quilonorm,Neurolepsin  Lithium  0,5-1,0 mMol/l

AB: Antibiotika, BS: Bronchospasmolytika, CS: Zytostatika, IS: Immunsuppressiva, AC: Antikonvulsiva, AD: Antidepressiva, AP: Antiphlogistika, HG: Herzglykoside
*Richtwert, indikationsabhängig       

Untersuchungsmaterial für chromatographische Untersuchungen ist Vollblut (5 ml, 2 ml Serum/Plasma); für immunologische Untersuchungen ist Vollblut (2-3 ml, 1 ml Serum/Plasma) geeignet. Für die Immunsuppressiva Tacrolimus, Everolimus, Sirolimus und Cyclosporin ist unbedingt EDTA-Blut notwendig.


Amiodaron/Metabolit-Spiegel im Serum:

Amiodaron ist ein typischer Vertreter der Klasse III-Antiarrhythmika. Amiodaron wird nach oraler Verabreichung nur langsam absorbiert, wird im Gewebe stark angereichert und hat eine hohe Eliminationshalbwertszeit. Messen des Serumsspiegels ist zur Gewährleistung des therapeutischen Bereiches und zur Minimierung potentieller Nebenwirkungen erfor-derlich. Die Messung von Amiodaron und dessen Hauptmetaboliten Desethyl-Amiodaron erfolgt mittels HPLC. Als therapeutischer Bereich wird 0,7 - 2,5 mg/l angegeben. Der Se-rumspiegel von Desethyl-Amiodaron beträgt im Steady-state das 0,6-fache des Amioda-ronwertes. Die Anforderung erfolgt am B-Schein. Zur Bestimmung ist 1 ml Blut, bzw. 200-300 µl Serum notwendig. Auch EDTA-Blut ist zur Bestimmung geeignet.

Ibuprofen-Spiegel im Plasma

Klinische Studien haben gezeigt, daß hochdosierte Behandlung mit Ibuprofen über meh-rere Jahre einen protektiven Effekt auf die Lungenfunktion von Patienten mit zystischer Fibrose hat. Zur Erreichung des protektiven Effektes waren Peak-Plasmakonzentrationen von 50 - 100 mg/l notwendig, während der für andere Krankheitsbilder übliche Therapie-bereich unter 50 mg/l liegt. Die Bestimmung von Ibuprofen erfolgt mittels HPLC. Die An-forderung erfolgt am B-Schein. Zur Bestimmung ist 1 ml EDTA-Blut notwendig.

Lamotrigin-Spiegel im Serum

Diese Untersuchung dient der Monitorisierung antikonvulsiver Therapie mit Lamotrigin. Generell akzeptierte Werte für den therapeutischen Bereich sind unseres Wissens nach noch nicht etabliert worden. Als Richtlinien dürften jedoch Werte um 6 mg/l geeignet sein.   Die Untersuchung wird auf dem B-Schein angefordert. Zur Untersuchung ist 1 ml Blut, bzw. 200 - 300 µl Serum notwendig. Die Bestimmung erfolgt mittels HPLC.

Oxcarbazepin/Metabolit-Spiegel im Serum

Diese Untersuchung dient der Überwachung antikonvulsiver Therapie mit Oxcarbazepin. Bestimmt wird neben Oxcarbazepin auch dessen aktiver Metabolit, das 10-Monohydroxyderivat von Oxcarbazepin. Dieser Metabolit ist beim Menschen die pharma-kologisch wirksame Komponente. Demzufolge ist die Plasmakonzentration von Oxcarba-zepin vernachlässigbar gering. Der therapeutische Bereich des aktiven Metaboliten liegt zwischen 6,4 und 27,3 mg/l. Zur Untersuchung ist 1 ml Vollblut, bzw. 200-300 µl Serum notwendig. Die Anforderung der Untersuchung erfolgt am B-Schein.

Mycophenolatmofetil-Spiegel im Blut

Mycophenolatmofetil ist der Morpholinethylester der Mycophenolsäure. Mycophenolatmo-fetil wird in vivo zur Mycophenolsäure hydrolisiert, die das aktive immunosuppressive A-gens ist. Mycophenolsäure hemmt kompetitiv die Inosin- Monophosphatdehydrogenase, sodaß die de novo Purinsynthese beeinfluß wird. Da sowohl B- als auch T-Lymphozyten in stärkerem Ausmaß von der de novo Purinsynthese abhängen als andere Körperzellen, kann durch Mycophenolat die Proliferation von B- und T-Lymphozyten blockiert werden. Mycophenolat wird in vivo zum pharmakologisch inaktiven Glukuronat metabolisiert. Das Glukuronsäurederivat kann jedoch im Rahmen der enterohepatischen Zirkulation zu My-cophenolsäure rekonvertiert werden.

Die Bestimmung von Mycophenolsäure beruht auf der EMIT-Technologie (homogener Enzym Immunoassay). Zur Bestimmung ist 1 ml EDTA-Blut (auch Heparinblut ist geeig-net) notwendig, bzw. 200-300 µl Plasma. Die Bestimmung wird am C-Schein angefordert. Der therapeuthische Bereich ist von der Indikation und eventueller zusätzlicher immun-suppressiver Therapie abhängig. Als Richtwert gilt jedoch 2 - 6 mg/l.

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