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Typische Krankheiten

Hier wird nun versucht die häufigsten Krankheitsbilder zu beschreiben und deren bekannt oder vermutet Krankheitsursachen. Dies kann für den Patienten auch nach der Untersuchung hilfreich sein, wenn er seine Diagnose zu einem späteren Zeitpunkt zu Hause nochmals recherchieren möchte.

Gastritis

Eine Gastritis ist eine entzündliche Veränderung der Magenschleimhaut, die viele verschiedene Ursachen haben kann. Man unterteilt in akut oder chronisch.

Akute Gastritis

Die akute Gastritis entsteht meist durch übermäßigen Alkohol- und Nikotingenuss, virale oder bakterielle Infektionen, durch Stress sowie nach Einnahme von Schmerzmittel.
Die Patienten leiden unter Druckgefühl im Oberbauch, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen.
Die Diagnose, welche oft schon wegen der typischen Beschwerdesymptomatik vermutet wird, kann aber nur durch eine Gastroskopie mit Biopsie gesichert werden.

Chronische Gastritis

Die chronische Gastritis verläuft häufig über Jahre ohne Symptome. Die wenigsten Patienten leiden unter Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Man unterteilt in Typ A, Typ B und Typ C.

Typ B (Bakterielle Gastritis) ist für eine Vielzahl der Gastritisfälle verantwortlich und wird durch das Bakterium Helicopacter pylori verursacht.Weltweit rechnet man, dass fast 50 % der Bevölkerung den Helicopater pylori Keim in sich tragen.

Die Behandlung kann nur nach exakter Diagnose erfolgen, da bei jeder Form eine unterschiedliche Therapie erforderlich ist. Die Typ B Gastritis wird durch die Bekämpfung des Helicobacter pylori mittels „Eradikationstherapie“, einer Kombinationstherapie aus zwei Antibiotika und einem Protonenpumpenhemmer (Medikament, das die Magensäureproduktion hemmt), behandelt. Bei der akuten Gastritis wird versucht, die auslösende Ursache auszuschalten und zusätzlich wird ein Magenschutzmedikament verabreicht.

Reflux

Unter Reflux versteht man den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre. Der Schließmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen verhindert grundsätzlich das Aufsteigen der Magensäure in die Speiseröhre.

Wenn die Funktion allerdings gestört ist (z.B. durch einen Zwerchfellbruch), kann der Mageninhalt nicht mehr zurückgehalten werden und die aggressive Magensäure fließt in die Speiseröhre zurück. Typische Beschwerden sind Sodbrennen und saures Aufstoßen vor allem beim Bücken, im Liegen und nach der Nahrungsaufnahme. Brennender Schmerz im Bereich der Magengegend sowie hinter dem Brustbein sind oft Anzeichen für eine mögliche Refluxerkrankung. Zur Diagnosestellung wird neben der Gastroskopie eine 24 Stunden pH Metrie (Säuremessung) und eine Ösophagus-Manometrie (Druckmessung) durchgeführt.

Magengeschwür

Ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) ist ein Defekt in der Schleimhaut des Magens. In den meisten Fällen ist das Bakterium Helicobacter pylori verantwortlich, aber auch durch die Einnahme von Schmerzmitteln können Magengeschwüre entstehen. Stress und Rauchen gelten als weitere häufige Auslöser.

Die Beschwerden eines Magengeschwürs sind von Person zu Person unterschiedlich. Oft stehen unspezifische Beschwerden wie Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Nahrungsmittelunverträglichkeit und Gewichtsverlust im Vordergrund. Dadurch wird die Erkrankung häufig sehr spät entdeckt. Im Falle eines blutenden Geschwürs tritt oft dunkler, teerfarbener Stuhl zusammen mit Schmerzen im Oberbauch auf. Die Diagnose wird mittels Gastroskopie mit Biopsie gestellt.

Divertikel

Divertikel sind erworbene sackartige Ausstülpungen. Diese Ausackungen können vor allem im Dickdarm vorkommen und werden als Divertikulose bezeichnet. Wenn sich ein Divertikel entzündet spricht man von einer Divertikulitis. Ein nicht entzündetes Divertikel macht keinerlei Beschwerden.

Nur als Patient ist es wichtig, dass man weiß, dass man Divertikel hat. Eine Divertikulitis befällt meistens den S Darm, deshalb sollte man bei linksseitigen Unterbauchschmerzen und erhöhten Entzündungswerten auch an eine Divertikulitis denken.

Polyp

Dickdarmpolypen sind pilzförmige Geschwülste in der Darmschleimhaut. Die Größe kann sehr unterschiedlich sein, von wenigen Millimetern bis zu Zentimeter großen Geschwülsten. Die einzige Möglichkeit den Dickdarm auf Polypen zu untersuchen und gegebenenfalls zu entfernen ist die Darmspiegelung. Deshalb wird die Dickdarmspiegelung immer mehr als Vorsorgeuntersuchung angeworben. Denn je kleiner der Polyp ist, desto eher kann davon ausgegangen werden, dass er gutartig ist.

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden (Erweiterung von Blutgefäßen) sind ein Volksleiden, schmerzhaft und äußerst unangenehm. Sie sind vergleichbar mit Krampfadern an den Beinen, jedoch ist hier die Darmschleimhaut betroffen. Hämorrhoiden entstehen im Schwellkörpersystem aus Venen, das zur Feinabdichtung des Afters dient und deshalb sehr wichtig ist.

Der Arzt untersucht den Patienten nun durch Besichtigung und durch eine rektale Untersuchung (der Arzt tastet mit seinem Zeigefinger den Analkanal aus). Um den Schweregrad der Hämorrhoiden festzustellen, wird der Patient aufgefordert, wie zum Stuhlgang zu pressen.

Die Behandlung der Hämorrhoiden hängt sehr stark vom Schweregrad ab. Man unterscheidet in Stadien:

Hämorrhoiden 1. Grades:

  • Die Hämorrhoiden sind nicht von außen sichtbar
  • Die Knoten wölben sich nur leicht vor. Leichte hellrote Blutungen sind möglich.

Hämorrhoiden 2. Grades:

  • Die Hämorrhoiden fallen beim Pressen in den Analkanal vor, ziehen sich aber nach kurzer Zeit von selbst wieder zurück.

Hämorrhoiden 3. Grades:

  • Ein oder mehrere Knoten können bei Anstrengungen spontan vorfallen. Nach dem Stuhlgang ziehen sie sich nicht mehr von selbst zurück. Das Hineinschieben ist aber noch möglich.

Hämorrhoiden 4. Grades:

  • Das Hineindrücken der Hämorrhoiden ist nicht mehr möglich.
  • Dieses Stadium ist sehr schmerzhaft.

Bei der Gummiband-Ligatur wird über die Hämorrhoidenknoten ein kleines Gummiband gestülpt, der das abgebundene Gewebe absterben lässt. Das Gummibändchen fällt im Normalfall ca. zwei Wochen nach der Behandlung ab. Diese Methode wird meist bei Hämorrhoiden Grad 2 und Grad 3 angewendet. Nach der Behandlung kann für einige Stunden oder auch manchmal Tage ein Druckgefühl auftreten.

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