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Leistungsspektrum

Das Labor

Im IVF-Labor findet die Samenzellanalyse (Diagnostik, oftmals in Kooperation mit der Andrologischen Abteilung für weitere Untersuchungen), Spermienaufbereitung, Eizellsuche und die Befruchtung der entnommenen Eizellen entweder durch IVF oder ICSI statt. Die Embryonen werden mit größter Sorgfalt von unserem Laborteam, das bemüht ist, sich auf höchstem Niveau weiterzubilden und das Labor auf dem aktuellsten Stand zu halten, betreut. Die befruchteten Embryonen werden anschließend bis zum Transfer in ihren Teilungsstadien beobachtet und zwischen dem 2. bis zum 6. Tag nach der Eizellentnahme in Abhängigkeit von der Anzahl und ihrer Qualität transferiert.
Überzählige befruchtete Eizellen von guter Qualität können kryokonserviert und zu einem späteren Zeitpunkt in einem unstimulierten bzw. stimulierten (hauptsächlich zum Aufbau der Schleimhaut) Zyklus transferiert werden.


Spermiogramm (Samenzellanalyse):
Zur Festlegung einer entsprechenden Therapie  sollte ein eigenes aussagefähiges Spermiogramm  in unserem Labor veranlasst werden, auch wenn bereits von einem auswärtigen Urologen Befunde vorliegen.
Bei eingeschränkter Samenqualität ist eine weiterführende Untersuchung des Mannes an der Andrologischen Abteilung und gegebenenfalls an der Humangenetik/Endokrinologie empfehlenswert.


Verkehr zum optimalen Zeitpunkt (VZO)
Dabei handelt es sich um die ultraschallgezielte Messung der Eibläschenreifung während des Monatszyklus. Je nach Hormonstatus wird eine Empfehlung für Verkehr zum optimalen Zeitpunkt ausgesprochen. Dieser sollte an drei aufeinanderfolgenden Tagen erfolgen, um die höchste Chance einer Befruchtung zu gewährleisten.


Homologe Intrauterine Insemination (IUI mit Partnerspende):
Voraussetzung für diese Behandlungsmethode sind ein normales Spermiogramm sowie durchgängige, funktionsfähige Eileiter. Die dazu erforderlichen Untersuchungen können direkt auf der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe von den Ärzten unseres Teams durchgeführt werden.
Bei der Insemination werden die schnell beweglichen Samenzellen, die zuvor im Labor in einem speziellen Kulturmedium aufbereitet  wurden, mit Hilfe eines dünnen Plastikkatheters in die Gebärmutterhöhle eingebracht.
Die Behandlung wird nach Ultraschallkontrollen (Monitoring) und Blutuntersuchungen zum Zeitpunkt des Eisprung durchgeführt.


In-vitro-Fertilisation (IVF):
IVF bedeutet Befruchtung im Reagenzglas. Folgende Indikationen sprechen für eine IVF-Behandlung: Verschlossene Eileiter, Endometriose und PCOS (polycystisches Ovarsyndrom).
Nach hormoneller Stimulation Ihrer Eierstöcke werden mittels Punktion der reifen Follikel die Eizellen gewonnen und im Reagenzglas mit dem Samen Ihres Partners, welchen er durch Masturbation gewonnen hat, inseminiert.


Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI):
Sollte die Qualität des Samens Ihres Partners nicht für eine IVF-Behandlung ausreichen, ist eine ICSI Behandlung notwendig.
Das Vorgehen ist gleich wie bei IVF. Es wird allerdings nicht darauf gewartet, dass die Spermien selbst in die Eizelle eindringen, um sie zu befruchten. Eine Samenzelle wird mittels Mikropipette in jeweils eine Eizelle eingebracht.


Embryonenkultur:
Nach vorangegangener IVF- bzw. ICSI-Methode entwickeln sich die befruchteten Eizellen zu Embryonen, die 2 bis 6 Tage später in Ihre Gebärmutter mit einem dünnen Plastikkatheter ultraschallgesteuert transferiert werden (Embryotransfer).
Nach circa zwei Wochen wird ein Schwangerschaftstest gemacht.

  • Embryo (d2-d3): befruchtete Eizellen teilen sich in 2 bis 8 Blastomeren (Zellen)
  • Embryo (d4): „compacting“ und „compacted“ Stadium, die Blastomeren verschmelzen zusehends miteinander
  • Blastocyste (d5-d6): der Embryo wird nach Ausbildung einer „Höhle“ (Blastocoel) in zwei Bereiche unterteilt, das Trophoectoderm („ernährender“ Bereich) sowie der Embryoblast (eigentlicher Embryo)


Single-Embryo-Transfer (SET):
Nach den neuen Leitlinien der österreichischen Reproduktionsgesellschaften (OEGRM und IVF-Gesellschaft) wird bei guten Voraussetzungen (Embryoqualität, Alter der Patientin und vorangegangene negative Versuche) der Single-Embryo-Transfer angestrebt, um Mehrlingsschwangerschaften, die immer mit einem erhöhten Risiko einhergehen, zu vermeiden.


MESA (mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration):
In Kooperation mit der Andrologischen Abteilung wird der Samen direkt aus dem Nebenhoden operativ gewonnen und meist tiefgefroren.
Diese Methode kommt bei einem Verschluss oder Fehlen der Samenleiter in Kombination mit ICSI zur Anwendung.


TESE  (testikuläre Spermienextraktion):
Bei diesem Verfahren (Indikation ebenfalls Verschluss oder Fehlen der Samenleiter) wird auf der Andrologischen Abteilung operativ ein kleines Stück Hodengewebe entnommen.
Nach Aufbereitung werden die daraus gewonnen Samenzellen meist tiefgefroren und stehen sodann für die ICSI-Behandlung zur Verfügung.


Kryokonservierung (Tieffrieren bei –196ºC):
Überzählige, befruchtete Eizellen, welche am 5. oder 6. Entwicklungstag das Blastocystenstadium erreicht haben, werden eingefroren und können für einen späteren unstimulierten bzw. stimulierten Zyklus verwendet werden.
Auch Spermien und Hodengewebe können in Zusammenarbeit mit der Andrologischen Abteilung tiefgefroren werden.
Das FMedG erlaubte eine Aufbewahrung von Embryonen für maximal 10 Jahre.

 

Zukunftsaspekte:

Embryoglue („Embryokleber“):
Durch die Verwendung des Embryoglues soll die die Implantationsrate gesteigert werden (in Literatur kontrovers diskutiert). Vor allem bei Transfers mit eingefrorenen/aufgetauten Embryonen, bei Patientinnen über 35 Jahren, bei vorangegangenen erfolglosen Implantationen und bei idiopathischer (unerklärbarer) Sterilität wird dem Embryo das Anhaften an die Gebärmutterschleimhaut möglicherweise erleichtert, da der Embryoglue Stoffe enthält, die an der Neubildung von Gefäßen, die zur Versorgung des Embros notwendig sind, beteiligt sind.

Assisted Hatching:
Durch die „Schlüpfhilfe“ wird dem Embryo die Einnistung leichter gemacht. Hierbei wird in die Hülle des Embryos ein kleines Loch entweder mechanisch oder mit Hilfe eines Lasers gemacht. Es ist aber nicht eindeutig erwiesen, ob sich diese Methode  positiv auf die Einnistung auswirkt.

Primo Vision:
Dabei handelt es sich um ein Kamerasystem, bei dem man die Entwicklung von Embryonen während im Brutschrank beobachten kann, ohne die Embryonen aus dem Inkubator zu nehmen.

Ovarian Tissue Banking:
Bei geplanter Strahlen- und/oder Chemotherapie kann zur Fertilitätserhaltung ein Teil des Eierstockgewebes entnommen und bei -196°C eingefroren werden. Dieses Gewebe kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder eingesetzt werden.

Endometriumbiopsie (Einnistungscurettage):
Bei vorangegangenen erfolglosen Versuchen wird im vorhergehenden Zyklus mit einem Biopsiekatheter (Pipelle) das Endometrium anbiopsiert. Diese Methode soll die Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung vorbereiten.

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