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Zeitbombe Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen
Zeitbombe Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen

Studie zur Fettleibigkeit und Diabetes mellitus Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen: Teilnahme ab sofort möglich!

BETA-JUDO Grundlagenforschung: Ein interdisziplinäres Team aus sechs europäischen Ländern (Schweden, Luxemburg, England, Deutschland, Schweiz, Österreich) erforscht  mit Fokus auf Bauchspeicheldrüsen- (Beta- Zell)-Biologie, Transkriptions- und Protein- Profiling, Genetik, Epidemiologie und Bioinformatik die Problematiken und Besonderheiten von Fettleibigkeit und Diabetes mellitus Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren. Dabei kommen gezielte therapeutische Ansätze wie beispielsweise intensive Lebensstilschulungen und Medikamente zum Einsatz. Darüber hinaus wird es spannend sein zu beobachten, ob ein frühzeitiger Therapiebeginn – bevor sich gravierende Probleme im Erwachsenenalter einstellen – Vorteile für betroffene Kinder und Jugendliche bringt. Die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde des Universitätsklinikums Salzburg ist eines von drei europäischen Studienzentren und dabei mit der Koordination und Durchführung wesentlicher Studienteile betraut.

Teilnehmer:

Gesundheitslandesrätin Mag. Cornelia Schmidjell

Univ.-Prof. Dr. Felix Sedlmayer, PMU Vizerektor

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Primar UK f. Kinder- und Jugendheilkunde

Em. Univ.-Prof. Dr. Kurt Widhalm, PMU, UK f. Kinder- und Jugendheilkunde, Studienkoordinator

Privatdozent Dr. Daniel Weghuber, Studienleiter, UK f. Kinder- und Jugendheilkunde

Dr. Katharina Paulmichl, Studienmitarbeiterin


"Unser hochwertiges Gesundheits- und Sozialsystem kann mittel- und langfristig nur dann gesichert werden, wenn die Gesundheitsförderung ausgebaut wird. Ziel muss es sein, eine gesunde Lebensumwelt und gesundheitsförderliches Verhalten bereits im Kindesalter zu unterstützen und sicherzustellen – und zwar für alle Kinder. Damit können wir der Entstehung vieler sogenannter Zivilisationskrankheiten – wie Übergewicht, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, aber auch Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates – wirksam begegnen und viel persönliches Leid und volkswirtschaftliche Kosten vermeiden." so Gesundheits- und Soziallandesrätin Mag. Cornelia Schmidjell.

Fettleibigkeit ist kein rein kosmetisches Problem
Jedes 4. Kind in Österreich ist übergewichtig – Tendenz steigend! Die Zahlen von Patienten mit Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM) steigen stetig an. Allerdings ist die Behandlung bei jungen PatientInnen teilweise noch schwieriger als bei Erwachsenen und verlangt nach neuen Therapieansätzen. „Übergewicht und Fettleibigkeit im Kindes- und Jugendalter ist ein gesellschaftliches Problem ersten Ranges.“ betont Gesundheitslandesrätin Cornelia Schmidjell besorgt. Die Zunahme der Häufigkeit ist in den letzten Jahren immer wieder dokumentiert worden. Je nach Region und Alter sind ein Viertel bis zu einem Drittel der Kinder und Jugendlichen betroffen. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Salzburger Universitätsklinikum betont: „Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen ist kein rein kosmetisches Problem, sondern eine ernstzunehmende chronische Erkrankung, die nur durch die langfristige Zusammenarbeit von erfahrenen Spezialisten und niedergelassenen Ärzten mit den Betroffenen und deren Familien erfolgreich behandelt werden kann.“

Adipositas – eine gesundheitspolitische Herausforderung
Gesundheitslandesrätin Cornelia Schmidjell erklärt: „Eine grundlegende Lösung des Problemes bedarf einer koordinierten Strategie auf gesellschaftspolitischer Ebene und muss neben der Forschung auch präventive Maßnahmen und umfassende Therapieprogramme beinhalten. Die Politik als Gestalter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, Schulen, Vereine, Vertreter des Gesundheitswesens, vor allem aber die Familien als Keimzelle von Gesundheit müssen gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Hyperinsulinismus (hohe Insulinausschüttung): Störung der hormonellen Steuerung des Zuckerstoffwechsels
Em. Univ. Prof. Dr. Kurt Widhalm, der von der Europäischen Kommission mit der Studienkoordination der BETA-JUDO-Studie in Österreich beauftragt wurde betont: „Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen und zeichnen sich durch charakteristische physiologische Besonderheiten aus. In adipösen, jungen PatientInnen zeigt sich eine erheblich gesteigerte Insulinausschüttung (Hyperinsulinismus). Dieser Prozess hat Auswirkung auf Fettverteilung, Wirkung des Insulins an den Zielzellen, zelluläre Funktionen und Untergang von Insulin-produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeichdrüse sowie Insulin-abhängigen Fettzellen. Unklar ist, inwieweit der Hyperinsulinismus ursächlich den Teufelskreis der Gewichtszunahme begünstigt und ob eine gezielte Therapie auch die Gewichtszunahme bremsen könnte. Ebenfalls unklar ist,
warum manche Menschen bereits im Kindes- oder frühen Erwachsenenalter „Alterszucker“ (Typ 2 Diabetes mellitus) oder Vorstufen entwickeln. Für Betroffene und Ärzte ist es frustrierend, dass es kaum effektive therapeutische Ansätze generell und keine gezielten Medikamente für dieses wachsende PatientInnenkollektiv gibt.“

Studie: Beta cell function in Juvenile Diabetes and Obesity, BETA-JUDO
Die von der EU im Zuge des „7. Rahmenprogrammes“ mit knapp 9 Mio. Euro cofinanzierte Studie „Beta cell function in Juvenile Diabetes and Obesity, BETA-JUDO“) zielt darauf ab, dieses wachsende Problem auf mehreren Ebenen zu erforschen, neue Ansätze für Therapien zu entwickeln und den Kindern und Jugendlichen eine Chance auf eine gezielte Behandlung zu geben. Um dieses Ziel zu bewältigen, wurde ein interdisziplinäres Team aus sechs europäischen Ländern (Schweden, Luxemburg, England, Deutschland, Schweiz, Österreich) zusammengestellt, das aus pädiatrischen Adipositaszentren und zahlreichen wissenschaftlichen Instituten und Forschungsgruppen mit Fokus auf Bauchspeicheldrüsen- (Beta- Zell)-Biologie, Transkriptions- und Protein- Profiling, Genetik, Epidemiologie und Bioinformatik besteht. Weiters wirken auch zwei Unternehmen (KMUs), die sich auf die Erforschung von Biomarkern und klinische Forschung spezialisiert haben, und eine große Pharmafirma mit. Die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde des Universitätsklinikums Salzburg ist eines von drei klinischen Studienzentren und dabei mit der Koordination und Durchführung wesentlicher Studienteile betraut.

Kinder, Jugendliche und ihre Familien profitieren direkt
Dozent Dr. Daniel Weghuber, Oberarzt an der Salzburger Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde ist Studienleiter in Salzburg: „Unser Hauptziel ist es verschiedene Behandlungsmethoden zu überprüfen und neue Strategien zu entwickeln. Dabei verschmelzen einerseits klinische, patientennahe Forschung und andererseits Grundlagenforschung z.B. durch die in vitro-Untersuchung von menschlichen Bauchspeicheldrüsenzellen miteinander. Es ist uns wichtig der Öffentlichkeit zu vermitteln, dass in BETA-JUDO Grundlagenforschung und konkrete Anwendung des erworbenen Wissens bei betroffenen Kindern und Jugendlichen Hand in Hand gehen. Der primäre Fokus liegt hier bei den Kindern bzw. Jugendlichen und ihren Familien. Wir verfolgen ein ambitioniertes Ziel: Forschung auf höchstem Niveau, von der auch österreichische Kinder und Jugendlichen direkt profitieren.“

Univ. Prof. Dr. Felix Sedlmayer, Vizerektor der PMU freut sich über das Renommeé, das mit der Studie verbunden ist: „Die PMU ist stolz, ein solches Projekt mit anderen international renommierten Partnern mittragen zu können. Es reflektiert die europäische Dimension von Wissenschaft und Forschung und soll durch die Finanzierung der EU gemeinsamen Boden für Topwissenschaft in Zusammenarbeit mit anderen Zentren schaffen.“

StudienteilnehmerInnen sind herzlich willkommen
Übergewichtige Kinder, Jugendliche  von 10 bis 18 Jahren und deren Familien sind herzlich eingeladen, sich an dieser Studie zu beteiligen. Sie werden in einer Art Gesundenuntersuchung auf mögliche bestehende Folgeprobleme des Übergewichts im Zucker- und Fettstoffwechsel untersucht. Wenn bei einem/r Betroffenen diesbezüglich Stoffwechselprobleme bestehen, besteht die Möglichkeit zur Teilnahme am Therapieteil der Studie. Kontakt zur Teilnahme an der Studie: Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Uniklinikum Salzburg, Studiensekretariat Amra Moric, Telefon: +43(0)662 4482-2603,  a.moric@salk.at


Rückfragen an:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin SALK Unternehmenskommunikation & Marketing
SALK Pressesprecherin

SALK - Gemeinnützige Salzburger
Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH
Müllner Hauptstraße 48
5020 Salzburg

Tel: +43 (0)5 7255-20012
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Gesundheitslandesrätin Mag. Cornelia Schmidjell und Privatdozent Dr. Daniel Weghuber, Studienleiter, UK f. Kinder- und Jugendheilkunde Gesundheitslandesrätin Mag. Cornelia Schmidjell und Privatdozent Dr. Daniel Weghuber, Studienleiter, UK f. Kinder- und Jugendheilkunde Univ.-Prof. Dr. Felix Sedlmayer, PMU Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Primar UK f. Kinder- und Jugendheilkunde v.l.n.r. Univ.-Prof. Dr. Felix Sedlmayer, PMU Vizerektor, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Primar UK f. Kinder- und Jugendheilkunde, Gesundheitslandesrätin Mag. Cornelia Schmidjell Privatdozent Dr. Daniel Weghuber, Studienleiter, UK f. Kinder- und Jugendheilkunde Privatdozent Dr. Daniel Weghuber, Studienleiter, UK f. Kinder- und Jugendheilkunde Privatdozent Dr. Daniel Weghuber, Studienleiter, UK f. Kinder- und Jugendheilkunde Em. Univ.-Prof. Dr. Kurt Widhalm, PMU, UK f. Kinder- und Jugendheilkunde, Studienkoordinator Dr. Katharina Paulmichl, Studienmitarbeiterin v.l.n.r. Univ.-Prof. Dr. Felix Sedlmayer, PMU Vizerektor, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Primar UK f. Kinder- und Jugendheilkunde, Mag. Cornelia Schmidjell, Dr. Katharina Paulmichl, Privatdozent Dr. Daniel Weghuber, Em. Univ.-Prof. Dr. Kurt Widhalm
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