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Endoskopische Techniken

Endoskopische Behandlungsverfahren kommen in der Neurochirurgie vor allem im Bereich der Hirnkammern (Ventrikel) zur Eröffnung von Zysten und zur Gewinnung von Gewebeproben (Biopsien) sowie bei Zugängen durch die Nase zur Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und ihre Umgebung zur Anwendung.

In Abhängigkeit von der Art der Erkrankung und dem Ort des endoskopischen Einsatzes kann der Eingriff entweder über Kanäle im Endoskop oder eine Instrumentenführung neben dem Endoskop durchgeführt werden. Auch die Kombination von Mikrochirurgie mit endoskopischer Unterstützung ist möglich.

Ein typischer Eingriff durch das Endoskop in einer Hirnkammer ist die Eröffnung des Bodens des 3. Ventrikels. Dies wird bei bestimmten Formen von Hydrozephalus angewandt. Dabei wird das Endoskop (eventuell unter Zuhilfenahme von Navigation) über ein Bohrloch in die rechte seitliche Hirnkammer eingeführt und durch eine schmale Verbindung (Foramen Monroi) in den 3. Ventrikel vorgeschoben. Durch die Optik des Endoskops wird der Boden des 3. Ventrikels inspiziert und die richtige Stelle für ein „Loch“ im Boden des Ventrikels ausfindig gemacht. Dabei muss darauf Bedacht genommen werden, wichtige Blutgefäße, die unter diesem dünnen Boden liegen, zu schonen. Die Eröffnung dieser Membrane erfolgt durch zarte endoskopische Instrumente, die durch Kanäle im Endoskop vorgeführt werden und mit Hilfe derer unter Sicht eine Öffnung in der Membrane erzeugt wird, welche durch Aufblasen von Ballonen auf das gewünschte Maß erweitert wird. Die Weite der erzeugten Öffnung beträgt etwa 5 mm. Durch diesen Eingriff wird eine Verbindung zwischen dem System der Hirnkammern und den außerhalb des Gehirns liegenden Räumen hergestellt und so der gestörte Fluss des Liquors wiederhergestellt. Durch diese Operation kann bei bestimmten Hydrozephalusformen dem Patienten eine Shuntoperation erspart werden.


Bei endoskopischen Eingriffen durch die Nase zur Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) dient das Endoskop lediglich als des Chirurgen „Auge“. Während das Endoskop über ein Nasenloch bis an das Zielgebiet vorgeführt wird, erreichen die Mikroinstrumente das Operationsgebiet über das andere Nasenloch. In unserem Hause werden diese Eingriffe in Kooperation mit der Hals-Nasen-Ohren-Klinik (Univ.-Doz. Dr. G. Oberascher) durchgeführt. Dabei kommt eine „Vierhandtechnik“ unter Begehung beider Nasenlöcher zum Einsatz.

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