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9. Internationaler Kongress - 500 Experten aus 57 Ländern
9. Internationaler Kongress - 500 Experten aus 57 Ländern

Lippen-Kiefer und Gaumenspalten häufigste Fehlbildung weltweit

Vom 14. bis 17. September 2011, findet im Salzburger Kongresshaus bereits zum 9. Mal der „European Craniofacial Congress“ statt. Erwartet werden mehr als 500 Teilnehmer aus 57 Ländern. Es handelt sich um ein einen interdisziplinären Kongress, deren Teilnehmer aus unterschiedlichen Fachdisziplinen kommen in deren Mittelpunkt die Diagnostik und Behandlung von angeborenen Fehlbildungen im Gesichts- und Kopfbereich. auf Lippen-Kiefer und Gaumenspalten stehen: Genetik, Hals- Nasen-Ohrenheilkunde, Kieferorthopädie, Logopädie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Pflege, Plastische Chirurgie, Psychologie, Selbsthilfegruppen, Stillberatung. Kongresspräsident und Organisator ist der Salzburger Kieferchirurg Dr.  Peter Schachner. Schachner ist Oberarzt und Leiter des Behandlungszentrums für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Kraniofaziale Anomalien an der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Salzburger Universitätsklinikum. Er ist auch Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Kraniofaziale Anomalien (ÖGLKG).  Veranstalter des Kongresses sind die ÖGLKG („Österreichische Gesellschaft für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Kraniofaziale Anomalien“) in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Salzburger Universitätsklinikum. Zum Abschluss des Kongresses am Samstag Nachmittag, wird noch der jährlich von der ÖGLKG ausgeschriebene und der ehemaligen Leiterin der MKG-Klinik Salzburg, Frau Univ.-Prof. Dr. Matras, gestiftete Helene-Matras-Preis verliehen.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sehr häufige angeborene Fehlbildung
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (LKG-Spalten) zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen weltweit. In Österreich kommen pro Jahr ca. 120-130 Neugeborene mit einer dieser Fehlbildungen zur Welt, das heißt, dass derzeit in Österreich eine Spalt-Fehlbildung pro ca. 600 Geburten auftritt. In Salzburg werden an der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie jährlich 300 Patienten regelmäßig behandelt und 80 bis 100 Operationen bei Patienten mit LKG-Spalten durchgeführt. Die Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten an der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Salzburg hat bereits jahrzehntelange Tradition, Univ.-Prof. Dr. Helene Matras hat in den 80er und 90er Jahren als damalige Leiterin der Abteilung in Salzburg als erste Klinik Österreichs ein interdisziplinäres Behandlungsteam aufgebaut. Unter dem jetzigen Vorstand der Klinik, Univ.-Prof. DDr. Alexander Gaggl und seinem Oberarzt Dr. Peter Schachner wird dieses Behandlungszentrum weiter ausgebaut.

Unterschiedliche Ausprägung der Fehlbildungen
Bei den LKG-Spalten sind unterschiedlichste Ausprägungsgrade möglich – von der Minimalvariante einer Spaltbildung, nämlich einer Spaltung des Gaumenzäpfchens oder einer verdeckten Spalte des weichen Gaumens, über durchgehende Gaumenspalten mit zusätzlicher Beteiligung von Lippe und Kiefer bis zu doppelseitigen vollständigen Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Diese Spaltbildungen entstehen durch eine unvollständige oder ganz ausbleibende Verwachsung bestimmter Gewebsstrukturen während der Kindesentwicklung im Mutterleib im zweiten Schwangerschaftsmonat.

Ursachen für Lippen-Kiefer-Gaumenspalte noch unklar
Die Ursachen dafür sind noch nicht definitiv geklärt. Neben Vererbung, sind auch äußere Einflüsse in der Schwangerschaft, wie z.B. Virusinfektionen und Erkrankungen in den ersten beiden Schwangerschaftsmonaten, medikamentöse oder auch schädliche Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Drogen usw. mögliche Ursachen.
„Bei den kompletten Spaltformen können neben dem Aussehen auch wichtige Funktionen wie Atmung, Ernährung, Sprache und Gehör gestört sein. Weiters kommt es neben der psychischen Belastung für Eltern und Kind auch oft zu Problemen im sozialen Umfeld (Familie, Kindergarten, Schule, Beruf, Freunde), so dass immer eine Behandlung durch mehrere Spezialisten in einem interdisziplinären Behandlungsteam nötig ist,“ weiß Dr. Peter Schachner, Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten an der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Salzburger Landes-krankenhaus. „Dazu gehören neben der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie auch die HNO, die Kieferorthopädie, die Kinderheilkunde, ebenso die Logopädie und die Zahnheilkunde. Besonders wichtig ist dabei auch die psychologische Arbeit mit den betroffenen Patienten und ebenso mit deren Familien, da die Diagnose der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte für Betroffene und Angehörige oft mit vielerlei Ängsten und Sorgen verbunden ist,“ so OA Dr. Schachner, der seit 2005 auch Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Kraniofaziale Anomalien ist, weiter.
Gute operative Ergebnisse
Durch eine umfassende Betreuung im Interdisziplinären Behandlungszentrum für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten an der UK für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Salzburg, sowie eine Behandlungsoptimierung auf dem medizinischen Sektor im Laufe der letzten Jahre lassen sich im Normalfall beachtliche Ergebnisse erzielen.
„Ein Neugeborenes mit einer Spaltbildung sollte bereits in den ersten Lebenstagen dem Behandlungsteam (v.a. Mund- Kiefer-Gesichtschirurgie, Kieferorthopädie und Still- und Ernährungsberatung) vorgestellt werden, die Eltern sollten in einem ausführlichen Gespräch über diese Fehlbildung und ihre Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden, auch psychologische Betreuung und Unterstützung sollte ihnen angeboten bzw. ermöglicht werden (oft schon bei Diagnosestellung in der Schwangerschaft).“ betont OA Dr. Schachner.
Ist der Gaumen von der Spaltbildung mitbetroffen, so fehlt die Trennung von Mund- und Nasenraum. Damit können Trinken, Schlucken, Atmen, die Zungenmotorik, Lautbildung und Mimik beeinträchtigt sein. Um dies positiv zu beeinflussen, ist in vielen Fällen eine frühzeitige Behandlung mit einer Gaumenplatte sinnvoll.

Operative Eingriffe bereits im Säuglingsalter
Die operativen Korrekturen beginnen im 4.- 6. Lebensmonat mit dem Verschluss der Lippenspalte, Gaumen- und Kieferspalte werden meist etwas bzw. deutlich später operativ verschlossen. Für die Wahl des richtigen Operationszeitpunktes sind das individuelle Wachstum und ein entsprechend abgestimmtes Behandlungskonzept des gesamten Behandlungsteams entscheidend. Ziel muss eine normale Eingliederung der Betroffenen im sozialen Umfeld sein. In vielen Behandlungszentren haben sich auch Eltern zu Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen, in denen durch den Erfahrungsaustausch Betroffener oft wertvolle Hilfe im Umgang mit dieser Erkrankung geleistet werden kann.
„Eine gut aufeinander abgestimmte Betreuung durch mehrere Disziplinen macht es heute möglich, in den meisten Fällen schon sehr früh eine weitgehende Korrektur der Fehlbildung und Normalisierung der Funktionen und damit eine möglichst frühzeitige Rehabilitation von Patienten mit LKG-Spalten zu erreichen.“ beschreibt OA Dr. Peter Schachner.

Ablauf des Kongresses
Die offizielle Kongresseröffnung findet am Donnerstag, dem 15.September 2011 um 8.30 Uhr im Kongresshaus mit Ansprachen von Vertretern des Landes Salzburg (Landtagsabgeordneter Dr. Schlömicher-Thier), der PMU Salzburg (Dekan Univ.-Prof. Dr. Michael Studnicka), der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am LKH (Vorstand Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaggl) und der ÖGLKG (Präsident Dr. Peter Schachner)  statt.
Erwartet werden mehr als 500 Teilnehmer aus 57 Ländern. Es handelt sich um ein einen interdisziplinären Kongress, die Teilnehmer kommen aus allen in die Behandlung der kraniofazialen Anomalien (mit Hauptaugenmerk auf LKG-Spalten) integrierten Fachdisziplinen: Genetik, HNO, Kieferorthopädie, Logopädie, MKG-Chirurgie, Neurochirurgie,  Pflege, Plastische Chirurgie, Psychologie, Selbsthilfegruppen, Stillberatung. Dementsprechend werden auch alle Fachbereiche in den Vorträgen präsentiert. Es konnten 30 hochkarätige Gastreferenten für die Keynote-Lectures gewonnen werden. Weiters gibt es von Donnerstag früh bis Samstag Nachmittag mehr als 130 Vorträge und mehr als 140 Poster, insgesamt also mehr als 300 wissenschaftliche Beiträge.
Zum Abschluss des Kongresses am Samstag Nachmittag wird noch der jährlich von der ÖGLKG ausgeschriebene und der ehemaligen Leiterin der MKG-Klinik Salzburg, Frau Univ.-Prof. Dr. Matras, gestiftete Helene-Matras - Preis verliehen.


Rückfragen an:

Mag. Mick Weinberger
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