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Eigene Betriebsvereinbarung für Turnusärzte - Kompromiss schafft Zeitfenster
Eigene Betriebsvereinbarung für Turnusärzte - Kompromiss schafft Zeitfenster

Eigene Betriebsvereinbarung für Turnusärzte - Kompromiss schafft Zeitfenster

SALK. 80% der SALK Turnusärzte hatten sich in einer Umfrage Ende 2010 für ein „Heimgehen nach dem Dienst“ ausgesprochen. Die Turnusärzte sprechen davon, einer immer höheren Leistungsverdichtung ausgesetzt zu sein. Nach langen Verhandlungen der Ärztlichen Direktion und kleinen Teilerfolgen konnte nun SALK Geschäftsführer Burkhard van der Vorst einen Kompromiss mit der SALK Betriebsrätin Christine Vierhauser, den TurnusärztInnenvertretern und den Mittelbauvertretern erzielen. Die Arbeitszeitregelung (AZ-Regelung) bleibt innerhalb des nächsten Jahres so, wie es bisher war und an einer Lösung zur Verbesserung der AZ-Regelung für Turnusärzte wird bis 31. 7. 2012 gearbeitet. Burkhard van der Vorst erklärt: „Geht ein Turnusarzt nach einem Nachtdienst nach Hause, dann muss ein anderer die Aufgaben des Turnusarztes übernehmen.“

102 Turnusärzte bekommen eigene AZ-Betriebsvereinbarung

Letztendlich konnte man sich auf ein konsensuales Vorgehen zur Vereinbarung neuer AZ-Regelungen für Turnusätze einigen. SALK Geschäftsführung und die SALK Betriebsräte haben nun die Betriebsvereinbarung (BV) zur Regelung der maximalen Ausnutzung des Arbeitszeitgesetzes für ALLE ÄrztInnen im LKH (mit Ausnahme der Anästhesie) mit 31. 7. 2011 einvernehmlich aufgelöst und gleichzeitig „Zug um Zug“ neue Betriebsvereinbarungen unterschrieben. Eine befristete BV für Turnusärzte im LKH (ab 1. 8. 2011 bis 31. 7. 2012) und eine unveränderte unbefristete BV für die Ärzte des Mittelbaus (ab 1. 8. 2011). Somit sind nun die 102 LKH Turnusärzte aus der übrigen BV zum AZG herausgelöst. Diese Betriebsvereinbarung zur Arbeitszeit-Regelung  lässt die maximale Ausnutzung des Arbeitszeitgesetzes für ALLE ÄrztInnen bis zur Höchstgrenze von 72 Stunden (60 im Durchrechnungszeitraum von 26 Wochen) zu und wurde 2005 zwischen der SALK Geschäftsführung und den SALK Betriebsräten unbefristet verlängert. Ziel war nun für SALK Turnusärzte eine Höchstarbeitszeit von maximal 25 Stunden bei verlängerten Diensten an Werktagen zu erwirken. Das bedeutet, dass Turnusärzte nach einem Nachtdienst nach Hause gehen dürfen – und dann fehlen. Die Umsetzung für ein generelles „Heimgehen nach dem Dienst“ NUR für Turnusärzte ist im Klinikalltag mit einer Reihe von Folgewirkungen verbunden.

Umschichtung der Tätigkeiten und zusätzliche Mitarbeiter notwendig

Wie sich diese Folgewirkungen nun je Klinik auswirken, muss nun innerhalb eines Jahres geklärt werden. Burkhard van der Vorst erklärt: „Geht ein Turnusarzt nach einem Nachtdienst nach Hause, dann muss ein anderer die Aufgaben des Turnusarztes übernehmen.“ Wer das in Zukunft übernehmen sollte, darin unterscheiden sich die Ansichten. Der Kompromiss besteht nun darin, Zeit für die Prüfung der Neuorganisation der Abläufe in den Kliniken zu gewinnen. van der Vorst betont: „Wir brauchen mehr Zeit, die Abläufe in den verschiedenen Kliniken zu prüfen. Unsere Patienten müssen weiter versorgt werden. Hier geht es um Personal, Know-how und finanzielle Mittel, die zu klären sind. Unabhängig davon können bereits jetzt Turnusärzte wie alle anderen ÄrztInnen in Abstimmung mit dem Primararzt bei Überbelastung in der Nacht am nächsten Morgen nach Hause gehen.“

„Heimgehen nach dem Dienst“ ist Teilprojekt der „Turnusärzteausbildung Neu“

Darüber hinaus arbeiten der LKH Vorstand – vor allem der Ärztliche Direktor Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg, derzeit an einem Projekt zur „Verbesserung der Ärztlichen Ausbildung“. Dies muss vor dem Hintergrund des §9 Abs. 6 Ärztegesetz gesehen werden, welches unter anderem festschreibt, dass die Ausbildung der Turnusärzte möglichst in den Hauptdienstzeiten, in denen der überwiegende Teil des fachärztlichen Stammpersonals anwesend ist, zu absolvieren ist. Dass die Ausbildung trotz reduzierter Dienstzeit auf einem hohen Niveau gehalten bzw. auf ein hohes Niveau gebracht wird, muss zudem beachtet werden. Dieses Konzept liegt bereits jetzt als Entwurf vor und muss im Weiteren nur noch ratifiziert werden.

Angespannte Budgetsituation

Das Thema ist auch vor dem Hintergrund der angespannten Budgetsituation der Landeskliniken mit einer Abgangsfinanzierung von rund 100 Mio. Euro jährlich heikel. Gestern haben sich alle Regierungsmitglieder geeinigt und einer Begrenzung der Abgangssteigerung aller öffentlich-rechtlichen Krankenanstalten zugestimmt. Die Abgänge dürfen pro Jahr höchstens um sieben Prozent steigen (in den vergangenen Jahren gab es regelmäßig Steigerungen von mehr als zehn Prozent).

Was wollen die Turnusärztevertreter?

Die Turnusärztevertreter wollen nicht unbedingt erreichen, dass mehr Turnusärzte eingestellt werden. Hier vertritt man eher die Ansicht, die Pflege sollte Aufgaben wie beispielsweise die Blutabnahme oder das Anhängen von Infusionen übernehmen und statt Turnusärzte sollten Assistenzarztstellen geschaffen werden. Für solche Modelle müsste die SALK auch mehr Pflegekräfte einstellen, was in Zeiten eines generellen Pflegekräftemangels nicht ganz einfach sein wird. Außerdem müssten die Pflegemitarbeiter spezielle Schulungen für die neuen Verantwortungsbereiche erhalten. Derzeit läuft ein sehr zufriedenstellendes Pilotprojekt auf der UK für Pneumologie, wo genau diese Änderung der Aufgabenverteilung umgesetzt wird.

Bereits jetzt flexible Regelung zum „Heimgehen nach dem Dienst“

Seitens der Ärztlichen Direktion sind in Abstimmung mit den Primarärzten bereits seit einiger Zeit Maßnahmen zum „Heimgehen nach dem Dienst für Turnusärzte“ getroffen worden. Diese Regelungen konnten ohne eigene Betriebsvereinbarung umgesetzt werden und betreffen Turnusärzte folgender Kliniken:

  • UK f. Kinder- und Jugendheilkunde,
  • UK f. Unfallchirurgie,
  • UK für Chirurgie,
  • Internistische Notaufnahme und die
  • UK f. Innere Medizin 1 (diese ab 1.10.). 
  • Mit anderen Kliniken laufen noch Verhandlungen wie beispielsweise mit  „Stehfächern“ wie der UK f. Augenheilkunde, UK f. Orthopädie, UK f. Herzchirurgie oder UK f. Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie. Hier gibt es zum Teil aufgrund der geringen Anzahl der dort tätigen Turnusärzte keine TÄ-Diensträder.


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v.l.n.r.: Kompromiss schafft Zeitfenster: Turnusärztevertreter Dr. Christian-Alexander Reiter, SALK Geschäftsführer Burkhard van der Vorst, SALK Betriebsrätin Christine Vierhauser und Turnusärztevertreter Dr. David Kummer;

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