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Historischer Rückblick

1898, also im dritten Jahr nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen in Würzburg, erschien die erste wissenschaftliche Mitteilung über Röntgenaufnahmen bei Kindern. Sie stammte aus Graz vom dortigen Ordinarius für Kinderheilkunde, Theodor Escherich, und ist somit die erste kinderradiologische Publikation überhaupt!

In den darauf folgenden Jahren wurden an seiner Klinik, wie auch an anderen Kinderspitälern so genannte Röntgenzimmer oder -laboratorien eingerichtet. In den Vereinigten Staaten wurden Kinder in manchen Spitälern sogar durch einen hauptamtlich tätigen Radiologen betreut (z.B. Boston).

Man kann also mit Recht festhalten, dass – historisch gesehen – die Kinderradiologie die erste Subdisziplin im Bereich der diagnostischen Radiologie war.

Dies hatte aber nicht nur den einen Grund, dass man innovativ bei Kindern sein wollte. Es kam auch ein technischer Faktor zum Tragen. Wenn man bedenkt, dass die Belichtungszeit der ersten Röntgenaufnahme knapp eineinhalb Stunden Zeit in Anspruch genommen hat, hat es sich aufgedrängt, dieses neue "Medium" bei Kindern anzuwenden, deren kleinvolumiger Körper günstigere Voraussetzungen für die damals erforderlichen technischen Bedingungen mitbrachte.
Diese Beschäftigung mit Kindern hatte auch zur Folge, dass bereits im Jahre 1910, also ca. 15 Jahre nach Innovation der so genannten X-Strahlen, das erste kinderradiologische Lehrbuch erschien.

Seit damals ist einige Zeit vergangen.

Hier in Salzburg wurden bis zu Beginn der 90er Jahre im Kinderspital bzw. in der Kinderchirurgie nur  konventionelle Röntgenaufnahmen angefertigt. Alle übrigen bildgebenden Untersuchungen, zu denen Kinder, Eltern, begleitendes Pflegepersonal und Ärzte quer durch das Krankenhausareal wandern mussten, wurden im Röntgendiagnostischen Zentralinstitut durchgeführt, durch welches die bildgebende Betreuung und Befundung erfolgte.

Über Initiative des ehemaligen Primars Univ.-Prof. Dr. Hansjörg Schmoller (Röntgendiagnostisches Zentralinstitut) und mit Unterstützung von Primaria Univ.-Doz. Dr. I. Oesch (ehemals Leiterin der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie) sowie Univ.-Prof. DDr. E.G. Huber (ehemaliger Primar der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde) wurde im Jahre 1991 unter Leitung von Primar Dr. P.H. Weiss-Wichert der Sonderauftrag für Kinderradiologie eingerichtet.

Damit wurde an den Landeskrankenanstalten ein eigener Funktionsbereich geschaffen, welcher auf die spezielle Situation der bildgebenden Diagnostik bei Kindern – vom Frühgeborenen bis hin zum Jugendlichen – eingerichtet ist.
Somit  waren nicht nur die räumlichen und  technischen, sondern auch die strukturellen Voraussetzungen dafür gegeben, dass ein Radiologe ganztägig am Kinderspital anwesend sein und die bildgebenden Untersuchungen kontinuierlich betreuen konnte.

Nachdem bereits 1991 ein modernes Ultraschallgerät und eine digitale  Durchleuchtungsanlage sowie ein digitales Röntgen mit Speicherfolientechnik angeschafft werden konnten, wurde innovativ auch der Schritt zu einer der ersten digitalen Radiologien in Österreich – von der Bildaquisition bis hin zur Archivierung – gegangen.

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