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Funktionelle Neurochirurgie

Hierunter versteht man hochpräzise Eingriffe am Gehirn im Bereich funktioneller Zentren, den „Hirnkernen“. Während alle Bereiche des Gehirns bestimmte Funktionen besitzen, kommt es in den nur wenige Millimeter großen Hirnkernen zu komplexen Schaltvorgängen, die es erlauben, durch Hemmung oder Stimulation dieser Areale bestimmte Erkrankungen, wie z. B.:Bewegungsstörungen, zu behandeln.

Prinzipiell unterscheidet man Läsionen und Stimulationen:
 
Läsion bedeutet Ausschaltung von Kernen durch elektrischen Strom. Diese ist unwiderruflich, hat aber den Vorteil, dass keine Fremdkörper implantiert werden. Da man unter allen Umständen unerwünschte Nebenwirkungen vermeiden muss – da auch diese unwiderruflich wären – wird dieser Eingriff als Wachoperation durchgeführt. Nur so kann ein unerwünschter Nebeneffekt sicher vermieden werden. Diese Methode eignet sich sehr gut bei einseitigem Zittern (Essentieller Tremor).

Stimulation bedeutet Reizung oder Dämpfung von Hirnkernen durch elektrischen Strom. Da diese Kerngebiete in der Tiefe des Gehirnes liegen, ist diese Methode auch als tiefe Hirnstimulation (englisch: deep brain stimulation, kurz DBS) bekannt. Dafür werden stereotaktisch Stimulationssonden in die Hirnkerne vorgeschoben.


Skizze zeigt die Stimulationssonde und die zuführenden subcutanen Kabel sowie den Reizgenerator.
(St. Jude Medical, Plano, TX, USA)


Sie geben Strom ins Gehirn ab und reizen bzw. hemmen diese Areale. Der Strom wird von einem Reizgenerator geliefert, der meist im Bereich des Brustmuskels unter die Haut gelegt wird. Er kann dort wie ein Herzschrittmacher durch die Haut programmiert werden. Sowohl der gewünschte Effekt als auch unerwünschte Nebeneffekte hören sofort nach Ausschalten des Stromes auf. Dieses Verfahren bietet ein so hohes Maß an Sicherheit, dass die Operation in Vollnarkose durchgeführt werden kann. Allerdings sind technisch bedingte Fehlfunktionen wie Kabelbruch möglich. Bei nicht aufladbaren Modellen ist ein Batterietausch nach einigen Jahren notwendig.
Diese Methode eignet sich zur beidseitigen Stimulation bei Morbus Parkinson, beidseitigem Tremor und anderen Bewegungsstörungen.

Die Einstellung des Reizstromgenerators nimmt mehrere Tage in Anspruch und kann ambulant erfolgen.

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