zurück

Herzmarker

High sensitivity Troponin T-Test (hsTnT)
(31.3.2010)

Im März 2009 wurde der bisherige Troponin T-Test (TnT) durch einen verbesserten „high sensitivity“ Troponin T-Test (hsTnT) ersetzt. In einer Multicenter-Studie wurde das hsTnT mit dem bisher verwendeten TnT verglichen. Die beiden Testmethoden zeigten bei deutlich erhöhten Werten eine gute Übereinstimmung. Im niedrigeren Bereich (<100 pg/ml) erwies sich jedoch der hsTnT-Test als wesentlich verlässlicher. Die Performance der beiden Testverfahren wurde bei Patienten mit Verdacht auf Myokardinfarkt verglichen. Plasmaproben wurden innerhalb von 30 min nach der Aufnahme von Patienten mit Brustschmerz (n=199) abgenommen. Die Sensitivität des neuen hsTnT-Tests für MI (diagnostiziert nach Standardkriterien) war mit 93% signifikant höher als jene des bisher verwendeten TnT-Tests (71%). Diese Ergebnisse wurden in einer hausinternen Studie an 100 Patienten in Zusammenarbeit mit der Medizin II bestätigt. Dabei konnte zusätzlich gezeigt werden, dass es hinsichtlich der Sensitivität zwischen dem neuen hsTnT und dem vielfach verwendeten Troponin I-Tests (TnI) keine Unterschiede gibt.

Das obere Referenzlimit des hsTnT-Test wurde bei 533 gesunden Personen ermittelt und liegt bei 14 ng/L (bisher verwendetes TnT: 0,03 µg/L).
  
Wir ersuchen daher aus organisatorischen Gründen und ökonomischen Überlegungen, in erster Linie den hsTnT-Test zu verwenden und von Doppeluntersuchungen (hsTnT und TnI) Abstand zu nehmen. Für das Untersuchungsmaterial ergibt sich keine Änderung.    

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Patsch



 

 

 



 

Fig. 1.Schematische Darstellung des dünnen Filamentes


Troponin T (cTnT)

(20.6.2005)

Aufgrund der Konsolidierung von Analysen ist eine Umstellung von Troponin I auf Troponin T notwendig geworden. Für Troponin T gilt ein anderer Referenzbereich und darüber hinaus sind einige Test-spezifische Besonderheiten zu beachten.

Troponin T gehört zu den myofibrillären Proteinen der quergestreiften Muskulatur. Man unterscheidet zwei Arten von Myofilamenten,  ein dickes Filament (Myosin)  und ein dünnes Filament, das aus Actin, Tropomyosin und den Troponinen T, I und C besteht. Troponin T hat mit ~37 kDa ein höheres Molekulargewicht als Troponin I (24 kDa). Troponin T weist Isoformen auf, die entweder im Herzmuskel (kardiales Troponin T, cTnT) oder Skelettmuskel (skelettales Troponin T, sTnT) exprimiert werden. Die Troponin T Isoformen unterscheiden sich hinsichtlich der Aminosäuresequenz, wodurch deren spezifische Quantifizierung mittels Antikörpern möglich ist.

 Kardiales Troponin T kommt als freies Protein im Zytosol (ca. 6–7% der zellulären Troponin T-Menge) sowie strukturgebunden vor. Der frühe Anstieg von cTnT bei Myokardschäden beruht auf der Freisetzung von freiem  cTnT. Die cTnT-Freisetzung aus strukturellen Elementen erfolgt später und entspricht dem Abbau der Myofibrillen, der bei irreversiblen Myokardschäden auftritt.

 Ein neuerlicher Anstieg (10 – 15%) nach ca. 3 Tagen muß nicht notwendigerweise auf einen Reinfarkt hinweisen, sondern ist meist durch  einen „wash-out“ Effekt zu erklären.

Eine Referenzbereichsstudie für  Troponin T (cTnT) ergab bei 1951 gesunden Freiwilligen eine obere Referenzbereichsgrenze von <0,01 ng/mL. Wurde die Fehlerbreite im niedrigen Meßbereich berücksichtigt, ergab sich eine obere Referenzbereichsgrenze von 0,03 ng/mL. Basierend auf den Kriterien der WHO zur Definition des akuten Myokardinfarktes wurde der Cut-off für die klinische Entscheidungsgrenze auf  0,1 ng/mL gesetzt. Der Bereich zwischen 0,03 und 0,1 ng/mL ist somit als “Graubereich“ anzusehen. Die Wertigkeit von Erstmessungen zwischen 0,03 und 0,1 ng/mL sollte daher immer durch eine Messung aus einer zweiten, später abgenommen Probe präzisiert werden.

Streng genommen gelten die Referenzbereiche nur für Serum, entnommen mit Standard-Probenentnahme-Röhrchen oder Röhrchen, die Trenngel enthalten. EDTA- und Na-Citrat-Plasma ist ebenfalls geeignet. Bei Oxalat-, Fluorid- oder Heparin-haltigen (Notfallröhrchen!!!) Plasmaproben kann der Unterschied gegenüber Serum bis zu 15 % betragen (inoffizielle Mitteilung der Fa. Roche/Wien). Mit dem von der Firma für Herbst angekündigten neuen Test sollte auch im Heparin-Plasma ein mit Serum völlig übereinstimmender Wert gefunden werden.

Bei der Bestimmung handelt es sich um einen Elektrochemie-Luminiszenz-Immunoassay. Die Anforderung von cTnT erfolgt über den Notfallschein oder den A (Routine)-Schein.

 

 

 

 


 

 

Fig. 2. Zeitlicher Verlauf der Troponinfreisetzung bei
akutem Myokardinfarkt



proBNP (pro-Brain-Natriuretisches Peptid)

(20.6.2005)

Diese Bestimmung ist ab sofort auch für den Notfall verfügbar und kann am A- und Notfallschein angefordert werden. Hinsichtlich der Bestimmungsmethode wurden keine Änderungen vorgenommen. Allerdings wurden die Referenzbereiche aufgrund zusätzlicher Studien neu definiert. Die neuen Cut-off  Werte für Männer sind <100 pg/ml und für Frauen <150 pg/ml.

CK-MB Masse
(20.6.2005)

Diese Bestimmung ist ab sofort auch für den Notfall verfügbar und kann am A- und Notfallschein angefordert werden.

Änderungen von Referenzwerten Troponin-I
(20.7.2002)

Ab sofort wurde der obere Grenzwert von Troponin-I mit 0,8 µg/L festgesetzt und der vormalige Graubereich (0,5 – 2,0 µg/L) eliminiert. Diese Änderung basieren einerseits auf zahlreichen Literaturangaben bezüglich Risikostratifizierung des akuten coronaren Syndroms und andrerseits auf der mit dem verfügbaren Assay erzielbaren Präzision.

proBNP (pro-Brain-Natriuretisches Peptid, B-type Natriuretisches Peptid) verfügbar.
(20.7.2002)

BNP (Brain-Natriuretisches Peptid) gehört zur Familie der natriuretischen Peptide, die zudem das Atriale-Natriuretische-Peptid (ANP), das C-type-Natriuretische-Peptid (CNP) und Urodilatin umfaßt. Diese Peptide weisen eine konservierte Ringstruktur auf, die essentiell für deren physiologische Funktion ist. Aus der Gruppe der natriuretischen Peptide haben ANP und BNP Eingang in die kardiale Diagnostik gefunden. Die Hauptfunktion von ANP und BNP liegt in der Regulation der Salz- und Wasserhaushaltes (natriuretische, vasodilatorische und Renin- und Aldosteron-inhibierende Wirkung).
BNP erhielt seinen Namen aufgrund seiner Isolierung aus Gehirngewebe. Die Konzentration von BNP ist jedoch in den Herzventrikeln wesentlich höher als im Gehirn. ANP ist vorwiegend in den Vorhöfen exprimiert. ANP und BNP werden bei einer Volumszunahme in der betreffenden Herzkammer, bzw. erhöhter myokardialer Tension, in das Blut sezerniert.
pBNP besteht aus 108 Aminosäuren und wird bereits in Herzmuskelzellen, vorwiegend jedoch im Blut in eine N-terminale Komponente (NT-proBNP) bestehend aus den Aminosäuren 1-76 und das physiologisch aktive BNP (Aminosäuren 77-108) gespalten.
Eine etablierte klinische Utilität von ANP, pBNP und/oder BNP Bestimmungen im Serum ist die Erfassung des Schweregrades einer Herzinsuffizienz, bzw. die Monitorisierung therapeutischer Maßnahmen. Eine von Braunwald und Mitarbeitern veröffentlichte Studie im New England Journal of Medicine (2001, Vol. 345, 1014-1021) zeigte, daß sich eine Einzelbestimmung von BNP (40 + 20 Stunden nach Beginn ischaemischer Symptomatik) als hervorragender prognostischer Marker im Rahmen das akuten Koronarsyndromes erwies. Dieselbe Aussage konnte auch in diversen Studien-Subgruppen (Infarkt mit ST-Hebung, Infarkt ohne ST-Hebung und instabile Angina) gemacht werden. Aufgrund dieser Studie und tierexperimenteller Beobachtungen kann angenommen werden, daß eine vermehrte BNP-Synthese und Sekretion auch durch reversible Ischaemie mit temporärem linksventrikulärem Stress und durch neurohumorale Aktivierung bedingt sein kann und nicht als Ausdruck einer Myokardnekrose anzusehen ist.
Die klinische Wertigkeit von pBNP Bestimmungen entspricht derjenigen von BNP, pBNP hat jedoch einige meßtechnische Vorteile. In der Interpretation von pBNP-Werten ist zu berücksichtigen, daß die Normalwerte mit dem Alter ansteigen und bei Frauen höher sind als bei Männern. Bevorzugtes Untersuchungsmaterial ist Vollblut (2 - 3 ml, 1 ml Serum) und für den Notfall Heparinblut (2 ml), aber auch EDTA-Blut ist geeignet. Alters- und geschlechtsspezifische Referenzbereiche sind den Untersuchungsergebnissen beigefügt. Analysen im Serum und Heparinplasma ergeben vergleichbare Werte. Bei der Bestimmung handelt es sich um ein Electro-Chemi-Luminiszenz Immunoassay.

Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH | Müllner Hauptstraße 48 | A-5020 Salzburg
Telefon: +43 (0)5 7255-0 | Fax: +43 (0)5 7255-20199 | E-Mail: office@salk.at | © 2013-2016
Letzte Änderung: 20.09.2016 Impressum Datenschutz AGB
x schließen