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Der Aufbruch in der Onkologie – Die Forschungsbilanz der Universitätsklinik für Innere Medizin III
Der Aufbruch in der Onkologie – Die Forschungsbilanz der Universitätsklinik für Innere Medizin III

Der Aufbruch in der Onkologie – Die Forschungsbilanz der Universitätsklinik für Innere Medizin III

SALZBURG. Seit Jänner 2004 ist Prim. Univ.-Prof. Dr. Richard Greil Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin III. Im Bestellungsverfahren gab es seitens der Gesundheits- und Forschungspolitik eine Reihe von Aufgaben und Zielsetzungen. Dazu gehörten insbesondere die spitzen-medizinische Entwicklung der Onkologie, die Etablierung interdisziplinärer Strukturen eines onkologischen Zentrums sowie die Etablierung von erstklassischer klinischer und basiswissenschaftlicher Forschung. Das Ergebnis nach rund sieben Jahren (Anfang 2004 – einschl. 2010) intensiver Arbeit ist beeindruckend.




   2004  2010
Mitarbeiter  70   > 170
Mitarbeiter Drittmittel finanziert  2  41
Betten  63  91
Onkologische Betten  36  87
Stationäre Patienten  7.397  14.294
Ambulante Patienten 30.054  38.632


 
 
Der Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin III, Prim. Univ.-Prof. Dr. Richard Greil, wurde im Jahr 2003 nach Salzburg berufen. „Zum Antritt der Primarstelle wurde zwischen der SALK, der Landesregierung und Prof. Greil vertraglich festgehalten, dass er sich fortan für die Etablierung von Forschung im Bereich der Onkologie auf höchstem internationalen Niveau verantwortlich zeigt“, sagt Burkhard van der Vorst. Zu diesem Zweck wurden einerseits die notwendigen klinischen Strukturen etabliert. Andererseits wurden seitens der Salzburger Landesregierung Mittel für die Errichtung und den Betrieb eines Krebsforschungslabors an der Universitätsklinik zur Verfügung gestellt. „Wir fördern das Labor durch Mittel aus dem Wissenschaftsressort seit fünf Jahren mit jährlich 360.000,-- Euro“, sagte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller.

Bilanz eines ambitionierten Projekts



Seit der Neuorientierung Anfang 2004 ist aus der Universitätsklinik für Innere Medizin III eine der wissenschaftlich erfolgreichsten Kliniken der SALK/PMU geworden. „In den rund 200 Studien mit sind insgesamt an die 4.000 PatientInnen ist sie für rund 19 Prozent des Gesamtwissenschaftsoutputs verantwortlich. Die Publikationen der Ärztinnen und Ärzte erschienen in zum Teil weltweit besten Forschungsjournalen. Die Arbeiten wurden zudem bereits mehrere tausend Mal von anderen Forscherinnen und Forschern zitiert“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg. Zudem wurden 24 Buchbeiträge veröffentlicht. So hat die Universitätsklinik für Innere Medizin III mit ihrer Forschungsaktivität weltweites Ansehen erreicht.

Basiswissenschaftliche Forschung ermöglicht laufenden Fortschritt



Im Labor für immunologische und molekulare Krebsforschung (LIMCR) werden Entstehung, Verlauf und Prognosevorhersagen genau untersucht. „Ebenfalls Forschungsgegenstand sind Definitionen für molekulare und zelluläre Ziele zu finden, die eine neue personalisierte und zielgerichtete Behandlung möglich machen“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Richard Greil. So konnte das Labor bereits zeigen, dass manche Krebserkrankungen mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Anregung der Immunabwehr durch körpereigenen Immunogene entstehen. „Um das Überleben der Krebszellen zu verhindern ist dann eine Art Reset des Immunsystems nötig. Untersuchungen an Zellen von Krebspatientinnen und -patienten zeigen, dass die immununterdrückende Wirkung von Chemotherapien zum Teil einen solchen Reset begünstigen. Dies legt nahe, dass Impfungen während und nicht nach der Chemotherapie erfolgen sollten“, so Prof. Greil.Die Untersuchungen im LIMCR beleuchten jedoch auch zahlreiche krankhafte Zellsignalwege und molekulargenetische Veränderungen, die zum Teil angeboren, zum Teil im Laufe eines Lebens erworben wurden. „Diese Untersuchungen erlauben nicht nur eine individuelle Prognose. Sie ermöglichen weltweit erstmalig die Ursache für Resitenzenentwicklungen gegenüber bestimmter Chemotherapien zu finden“, erklärt Prof. Greil. Durch komplexe, hoch entwickelte Testsysteme, die zum Teil nur im LIMCR zur Verfügung stehen, ist es möglich diese krebserregenden Moleküle zum Ziel neuer Therapieverfahren zu machen. Die dafür nötigen Methoden wurden im LIMCR entwickelt, getestet und zum Teil in klinischen Studien angewandt. Zwei der Verfahren wurden bereits patentiert.

Evaluierung bescheinigt höchstes Niveau



Vor zwei Jahren wurden die Forschungsaktivität der Universitätsklinik für Innere Medizin III von internationalen ExpertInnen des Österreichischen Forschungsförderungsfonds (FWF) analysiert. In Auftrag gegeben wurde die Evaluierung von der Salzburger Landesregierung. „Das erfreuliche Ergebnis war, dass der Klinik internationale Erstklassigkeit, hervorragende Führung und die Kompetenz des Leiters Prof. Greil bescheinigt wurde“, stellte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller fest. „Prof. Greil und sein Forschungsteam zählen zu den Besten, die wir haben. Was exzellente Forschung braucht, sind gute, vor allem stabile Rahmenbedingungen. Und diese sollen durch den neuen Regierungsbeschluss weiterhin sichergestellt werden“,  so Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Das Wissenschaftsressort wird bis 2014 weiterhin pro Jahr 360.000,-- Euro an Forschungsmitteln zur Verfügung stellen. „Die Einbettung des Labors in die III. Medizin ermöglicht einen direkten Transfer von Forschung in die klinische Praxis. Daten der ÖBIG belegen, dass die Überlebensrate von Krebs-PatientInnen in Salzburg österreichweit inzwischen Spitze ist. Die Mittel sind hervorragend angelegt“, meinte die Landeshauptfrau, die darauf verwies, dass allein aus dem Wissenschaftsressort in den Jahren 2008-2010 eine Gesamtsumme von 4,7 Mio. Euro für Forschungen zur Verfügung gestellt wurde.Mit dem Center for Clinical Cancer an Immunology Trials besteht an der Universitätsklinik das größte onkologische Forschungszentrum Österreichs. Dort werden für beinahe alle Tumorarten Therapieoptimierungen zu bereits bestehenden Behandlungsformen oder neue medikamentöse Verfahren angeboten. „Die klinische Studienaktivität ist ein Meilenstein in der Spitzenmedizin der Onkologie“, sagt Prof. Magometschnigg.

Die Schwerpunkte der Forschung liegen auf der Behandlung von Brustkrebs, Lymphknotenkrebs/Leukämie sowie Tumoren des HNO-Trakts und des Magen-Darm-Systems. „Zu den neuesten Ergebnissen gehören Untersuchungen zu neuen antihormonellen, chemo-immuntherapeutischen oder molekularen Verfahren bei lokalisiertem und metastasiertem Brustkrebs. Auch Chemoimmuntherapien bei Dickdarmkrebs sowie Therapieverfahren bei Lymphomen und Leukämie konnten optimiert werden“, sagt Prof. Greil. Zudem wurde eine international tätige interdisziplinäre Studiengruppe etabliert.„Der Forschungsqualität und Patientensicherheit wurde durch eine kürzlich erfolgte Überprüfung durch amerikanische Staatsbeamte der FDA (Food and Drug Administration) ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt. Die Evaluatorinnen und Evaluatoren des FWF befanden das Gesamtforschungskonzept als herausragend“, so Landeshauptfrau Burgstaller.

Stätte der Forschungsausbildung, internatonalen Vernetzung und Wirtschaftskooperationen



Die Universitätsklinik für Innere Medizin II ist die größte Ausbildungsstätte für angehende BiologInnen außerhalb der Natur-wissenschaftlichen Universität Salzburg. Am LIMCR wurden bisher 24 Dissertationen und Diplomarbeiten betreut.

Auch auf nationaler und internationaler Ebene bestehen zahlreiche Wissenskooperationen für basiswissenschaftliche und klinische Forschung. „Wir nehmen zum Beispiel am bisher einzigen österreichischen FWF Sonderforschungsbereich zur Krebsforschung teil. Dieser wird von sechs internationalen Expertinnen und Experten beurteilt“, sagt Prof. Greil, der auch als Gutachter für die größten EU-Forschungsförderungen zum Thema Krebs fungiert. Enge Kooperationen bestehen zudem nach der forschende Pharmaindustrie. Eine besonders enge, langfristige  und produktive Kooperation besteht dabei mit Dr. Friedrich Hillebrand. Die Forschungskooperation hat dabei bisher zu Patenten zur Behandlung von Risikogruppen von Leukämiepatienten geführt und soll zukünftig ausgebaut werden. „Dies zeigt, dass an der Universitätsklinik erstklassige Forschung zum Wohle heutiger und zukünftiger Krebspatientinnen und -patienten betrieben wird“, zeigt sich Gabi Burgstaller zufrieden.

Bildrechte: SALK/Wild&Team
Abdruck honorarfrei

Bild Station mit LHF Burgstaller v.l.n.r.:Burkhard van der Vorst (SALK Geschäftsführer), Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, die Onkologinnen Dr. Sigrun Ressler und Oberärztin Dr. Brigitte Mlineritsch, Pfleger Michael Hartmann und Univ.-Prof. Dr. Richard Greil.Bild LaborBilder Pressekonferenz – siehe Teilnehmer der Pressekonferenz 


Fragen an:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin PR und Kommunikationsmanagement
Pressesprecherin
Gemeinnützige Salzburger
Landesklinik Betriebsgesellschaft mbH
Tel: +43 (0)5 7255-20012
m.weinberger@salk.at; presse@salk.at

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Bilder

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, Univ.-Prof. Dr. Richard Greil und Prof. Magometschnigg Burkhard van der Vorst (SALK Geschäftsführer) Dr. Friedrich Hillebrand Labor Burkhard van der Vorst (SALK Geschäftsführer), Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, die Onkologinnen Dr. Sigrun Ressler und Oberärztin Dr. Brigitte Mlineritsch, Pfleger Michael Hartmann und Univ.-Prof. Dr. Richard Greil Landeshauptfrau Gabi Burgstaller Dr. Friedrich Hillebrand, Prim. Univ.-Prof. Dr. Richard Greil, Gabi Burgstaller, Prim. Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg, Burkhard van der Vorst Prim. Univ.-Prof. Dr. Richard Greil Prim. Univ.-Prof. Dr. Richard Greil Prim. Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg
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