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Hinweise zur Probenentnahme

Blutproben

  • Proben nach der Abnahme gut schwenken (nicht schütteln), um eine homogene Durchmischung mit dem Gerinnungshemmer zu erreichen und Gerinnselbildung zu vermeiden.
  • Vor allem bei Citrat (Gerinnungs-)-Röhrchen auf den Füllungsstand achten. Diese Röhrchen müssen bis zur Markierung befüllt werden, damit das Verhätnis Blut : Gerinnungshemmer stimmt.
  • Abnahmen aus liegenden Kathetern oder proximal davon bei laufender Infusion vermeiden, um einen Verdünnungseffekt auszuschließen.
  • Die Reihenfolge der Röhrchen bei der Blutabnahme beachten. Im Idealfall sieht  diese wie folgt aus: Serum - Citrat - Heparin - EDTA – weitere.
  • Die Stauungszeit bei der Blutabnahme soll 30 Sekunden nicht überschreiten, da es sonst zu einer Erhöhung des Filtrationsdruckes in den Kapillaren kommt. Proteine, sowie proteingebundene und korpuskuläre Bestandteile (Albumin, Erythrozyten, etc.) bleiben im Intravasalraum, während andere Bestandteile wie Kalium, Chlorid, Kreatinin, Harnstoff, etc. zum Teil in den Extravasalraum verschoben werden. 
  • Einige Analyte wie z.B. viele Hormone oder das Eisen unterliegen einem circadianen Rhythmus (von der Tageszeit abhängige Schwankungen).
  • Alle Blutabnahmen sollen nach Möglichkeit vor der Medikation erfolgen.
  • Bei einigen Analyten wie z.B. Triglyzeriden oder Glucose ist es wichtig, dass der Patient nüchtern zur Blutabnahme kommt. Erfolgt die Abnahme dennoch postprandial, sollte dies angegeben werden.
  • Nähere Hinweise, welches Röhrchen für welche Analyse geeignet ist, finden Sie hier: Weitere Hinweise zu den präanalytischen Voraussetzungen einzelner Parameter finden sie in unserm Analysen-Verzeichnis

Harnproben
Welche Harnprobe für welche Untersuchung ?

Man unterscheidet je nach Zeitpunkt und Art der Uringewinnung zwischen

  • Erster Morgenurin (nach der Nachtruhe - Harn muss mindestens 8h in der Blase gelegen haben.)
  • Zweiter Morgenurin (im Laufe des Vormittags)
  • Spontanurin
  • Mittelstrahlurin
  • Sammelurin (meist 24-Stunden-Sammelharn)

 

 Harnprobe

 Entnahmezeitpunkt

 Geeignet für

 Ungeeignet für

 

 Erster Morgenharn

Teststreifen
Harnsediment
Proteindiagnostik
Klinisch-Chemische Untersuchungen
Bakterielle Untersuchungen
Nitrit-Test
 

 Mittelstrahlharn

 Zweiter Morgenharn

Teststreifen
Glucose
Proteine
Klinisch-Chemische Untersuchungen
Nitrit-Test
 

 Spontanharn

Teststreifen
Glucose (nüchtern /postprandial)
Proteine
Klinisch-Chemische Untersuchungen
Harnsediment
Bakterielle Untersuchungen

 Sammelharn

Definierte Sammelzeit
(meist 24h)

Klinisch-Chemische
Untersuchungen
Harnsediment
Bakterielle Untersuchungen

 

Wenn nur ein Teil des (Sammel)urins eingesandt wird, so ist dieser erst nach gründlicher Mischung der gesamten Sammelurinprobe entnehmen.

Welche Angaben sind für eine korrekte Analyse unentbehrlich ?

  • Patientendaten (u. a. Name, Vorname, Geburtsdatum, Einsender, Abnahmedatum und -zeit)
  • Diese sind vor der Entnahme auch wasserfest am Gefäß zu vermerken.
  • Abnahmezeitpunkt.
  • Eventuelle antibiotische Therapie

Der Transport

Als Grundregel gilt, die Zeit zwischen der Gewinnung des Urins und der Untersuchung der Probe soll so kurz wie möglich sein.
Diese Zeit soll für mikroskopische Untersuchungen (Urinsediment) weniger als 2 Stunden betragen. Ist eine entsprechend schnelle Versendung nicht möglich, sollte der Urin auf 4°C abgekühlt werden.


Vorgehensweise bei der Probengewinnung Mittelstrahlharn

  • Händewaschen.
  • Vorhaut zurückziehen, bzw. Schamlippen spreizen
  • Reinigung der Umgebung der Harnröhrenöffnung mit Wasser und Seife.
  • Sammelgefäß erst unmittelbar vor Gebrauch öffnen, ohne hineinzufassen.
  • Erste kleine Harnportion in die Toilette fließen lassen
  • Mittlere Harnportion mit dem Sammelgefäß aufgefangen (bis zur Hälfte füllen). Das Sammelgefäß soll nicht den Körper berühren.
  • Restlichen Harn in die Toilette fließen lassen
  • Gefäß verschliessen.


Aus diesem Gefäß wird der Urin vom Arzt / vom Labor in eine Urin-Monovette gesaugt.

Bei Kleinkindern ist eine Probengewinnung mit Hilfe steriler Plastikbeutel möglich, aus denen eine Urin-Monovette gefüllt werden kann.

Eine Anleitung zum Ausdrucken und Aufhängen für Ihre Praxis können sie sich hier runterladen

Vorgehensweise bei der Probengewinnung 24-Stunden-Sammelharn

Voraussetzungen:

  • Zur Sammlung dürfen nur lichtundurchlässige Gefäße verwendet werden.
    Einige Analyte (z. B. Bilirubin, Porphyrine) sind lichtempfindlich und auch das Bakterienwachstum wird unter Lichteinfluss gefördert, was wiederum den Glucosespiegel sinken lässt.
  • Falls Zusätze zur Stabilisierung der zu untersuchenden Substanzen erforderlich sind, müssen diese vor Beginn des Sammelns vorgelegt werden (Welche Analysen eine Stabilisierung benötigen erfahren sie im Labor, oder in unserer Analysen-Datenbank)


Gewinnung von 24-h-Sammelurin

  • Trinkmenge während der Sammelperiode ca. 1,5-2,0 Liter über den Tag verteilt.
  • 2-Liter-Sammelgefäß mit dem eventuell benötigten Konservierungszusatz und dicht schließendem Deckel bereitstellen.
  • Sammelgefäß während der Sammelperiode kühl und dunkel aufbewahren.
  • Hände vor und nach jeder Probengewinnung gründlich waschen.
  • Den ersten Morgenharn nicht sammeln, aber die Uhrzeit des Wasserlassens notieren.
  • Jede weitere Urinausscheidung des Tages in einem sauberen Gefäß auffangen und in das Sammelgefäß überführen.
  • Nach jeder Zugabe einer neuen Sammelprobe den Urin gut mischen, damit das zugegebene Konservierungsmittel optimal wirken kann.
  • Erste Urinausscheidung am folgenden Tag noch in das Sammelgefäß überführen. Die letzte Harnprobe sollte zur gleichen Zeit wie am Beginn des Vortages notiert gesammelt werden.
  • Uhrzeit der Beendigung der Sammelperiode notieren.

 

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