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Forschungsschwerpunkte an der UK für Kinder-und Jugendheilkunde

 

Mitochondriale Erkrankungen - genetische und biochemische Mechanismen
(Prim.Prof. Dr. Wolfgang Sperl; PD Dr. Johannes Mayr; Dr. Johannes Koch; PD Dr. Esther Maier; Dr. Franz Zimmermann; Dr. René Feichtinger; Lavinija Matakovic, MSc)
Der mitochondriale Energiestoffwechsel stellt mehr als 90% der zellulären Energie zur Verfügung und ist für die meisten Organe von essentieller Bedeutung. Für die Funktion der Mitochondrien sind mehr als 1000 verschiedenartige Proteine notwendig, bei etwa einem Fünftel davon wurden bisher genetische Krankheiten gefunden, einige Erstbeschreibungen gelangen auch in unserer Arbeitsgruppe.
• Ermittlung der molekularen Krankheitsursachen bei Patienten mit gestörter Energieproduktion in den Zellen
• Defekte im mitochondrialen Transportsystemen und Cofaktoren des Energiestoffwechsels
• Mitochondrialer RNA Metabolismus
• Molekulare Defekte der ATP Synthese
• Molekulare Ursachen defekter Pyruvatoxidation
www.mito-center.org

Therapeutische Applikation von Neuropeptiden -  Laura Bassi Centre of Expertise (THERAPEP)
(Prof. Dr. Barbara Kofler; Mag. Kerstin Graf; Susanne Brunner, MSc; Andreas Koller, MSc; Felix Locker, MSc.)
Das Ziel des Projekts THERAPEP ist, die Wirkungsweise von kleinen regulatorischen Eiweißmolekülen, der Galaninpeptidfamilie in akuten und chronisch entzündlichen Krankheiten zu bestimmen. Im Anschluss soll das therapeutische Potential von Galaninpeptid-basierenden Substanzen in verschiedensten Entzündungen und mikrobieller Abwehr evaluiert werden.
• Rolle von Galanin Peptiden in der Haut (Wundheilung, Psoriasis)
• Funktion von Galanin Peptiden in akuten und chronischen Entzündungen
• Neuropeptide als endogene antimikrobielle Substanzen
• Pharmakologie und Signaltransduktion von Rezeptoren der Galanin Peptidfamilie
• Identifizierung der physiologischen Funktion des regulatorischen Peptides Alarin
http://www.w-fforte.at/at/laura-bassi-centres/therapep.html

Veränderungen des Energiestoffwechsels in Tumoren
(Prim. Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Prof. Dr. Barbara Kofler; PD Dr. Johannes Mayr; Dr. Neil Jones; Dr. René Feichtinger; Dr. Franz Zimmermann; Dr. Raphael Morscher; Sepideh Aminzadeh, MSc; Dr. Silvia Vidali)
Ziel des Forschungsschwerpunktes ist die Aufklärung der Mechanismen, welchen einen veränderten Energiestoffwechsel (Warburg Effekt) in soliden Tumoren verursachen, sowie den therapeutischen Nutzen von Defekten in der oxidativen Phosphorylierung und der hohen Glucoseabhängigkeit von Krebszellen mittels  metabolischer und diätetischer Therapieansätzen.
• Veränderungen des mitochondrialen Energiestoffwechsels in soliden Tumoren (kolorektale Karzinome, Schilddrüsentumore, Hirntumore)
• Aufklärung nuklearer Komplex I Defekte im Onkozytom
• Ketogene Diät in der Neuroblastomtherapie
• Einfluss pathogener Mutationen des mitochondrialen Genoms auf die Tumorzellproliferation

Beta cell function in Juvenile Diabetes and Obesity - Beta-JUDO
(PD. Dr. Daniel Weghuber; Dr. Katharina Paulmichl; Dr. Annette Ivad; Verena Heu, IBCLC; Mag. Johannes Hofmann; Prim. PD. Mag. Dr. Christian H. Anderwald; em. Univ. Prof. Dr. Kurt Widhalm)
Die im Zuge des „7. Rahmenprogrammes“ der EU finanzierte Studie  erforscht die Bauchspeicheldrüsen- (Beta-Zell-)Funktion von stark übergewichtigen Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren. Insgesamt sollen an der Studie 3.000 junge Patienten/innen teilnehmen. Bei einem Teil davon - rund 200 in Salzburg - werden neue Therapieansätze, von der Lebensstiländerung bis hin zu neuen Medikamenten, erprobt.
• metabolische Phänotypisierung (inkl. oralem Glukosetoleranztest, euglykämisch-hyperinsulinämischem Clamptest)
• Magnet-Resonanztomographie (weißes und braunes Fettgewebe)
• Beta-Zell-Biologie
• Transkriptions- und Protein-Profiling
• Genetik
• Epidemiologie und Bioinformatik
• Doppel-blind randomisierte Medikamentenstudie
http://betajudo.org, www.gewichtig.at


Syndromologie, Phänotyp-Genotyp-Korrelationen
(Univ.- Doz. Dr. Olaf Rittinger)
Die Klinische Genetik setzt den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf die Syndromologie. Darunter versteht man die Analyse und Diagnostik eines auffälligen Phänotyps (äußeres Erscheinungsbild), insbesondere wenn dieser von einer
Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung begleitet ist. Eine genaue Charakterisierung des entsprechenden Genotyps, z.B. hinsichtlich der Lokalisierung von Chromosomen-Bruchpunkten, ermöglicht präzise Phänotyp-Genotyp-Korrelationsanalysen, die ihrerseits Voraussetzung für die Aufklärung der Ätiologie genetischer Erkrankungen sind.
Unser besonderes Interesse gilt dem Prader-Willi-Syndrom (PWS, österreichweite Schwerpunktsbetreuung seit 1999), bei dem die erstaunliche Variabilität des Phänotyps auf submikroskopische modifizierende Einflüsse überprüft wird.

Früherfassung genetischer Ursachen von Lernbehinderung
(Univ.- Doz. Dr. Olaf Rittinger)
2-3% der Bevölkerung sind von einer intellektuellen Beeinträchtigung betroffen. Genetische Ursachen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Einige dieser Anomalien wurden in der Häufigkeit bislang deutlich unterschätzt. Eine prospektive Studie, die über 3 Jahre geplant ist, hat das Ziel, genetische Ursachen von Lernbehinderung bei Schulanfänger/innen zu erfassen und ggf. Prävalenzdaten zu aktualisieren. Dafür ist eine klinisch-genetische Untersuchung in Kombination mit der kürzlich bei uns etablierten Microarray-Analyse vorgesehen.

Lysosomale Speicherkrankheiten - Systematische Ansätze zur frühzeitigen Diagnosestellung
(Dr. Angelika Moder; Dr. Patricia Stroicz; PD Dr. Florian Lagler)
Lyososomale Speicherkrankheiten (LSK) sind genetisch bedingte Stoffwechselerkrankungen, die zum Ausfall wichtiger Organfunktionen (z.B. in Leber, Niere, Nervengewebe etc.) und zum Tod führen können. Die einzelnen Erkrankungen sind selten (z.B. 1:100.000), insgesamt ist jedoch etwa jedes 7000-ste Neugeborene von einer der fast 50 LSK betroffen. Für einige der LSK wie z.B.  den Morbus (M.) Fabry, den M. Gaucher, den M. Pompe, einige Mukopolysaccharidosen und den M. Niemann-Pick stehen wirksame Therapien zur Verfügung. Häufig werden diese Erkrankungen jedoch nicht bzw. sehr spät erkannt. Da ein frühzeitiger Therapiebeginn entscheidend für den Erfolg ist und ein Neugeborenenscreening für die meisten LSKs derzeit nicht möglich ist, ist neben der multi-disziplinären klinischen Zusammenarbeit im Zentrum für seltene Erkrankungen auch die Entwicklung von Instrumenten für die frühzeitige Identifizierung von Patienten mit LSK von hoher Bedeutung. Die Analyse von klinischen Datenbanken (z.b. NP-C-Projekt) und von Patientenregistern (z.B. Hunter Outcome Survey) mittels innovativer Methoden der Datenverarbeitung (Data-Mining) kommen hierfür ebenso zum Einsatz wie prospektive klinische Studien (z.B. Pompe-Studie).
Zentrum für seltene Erkrankungen Salzburg
Hunter Outcome Survey: http://www.nature.com/gim/journal/v10/n7/full/gim200879a.html

Entwicklung innovativer Therapien für angeborene Stoffwechselerkrankungen
(Prim. Prof. Dr. Wolfgang Sperl; Dr. Angelika Moder; Dr. Elisa Floride; Dr. Johannes Koch; PD Dr. Esther Maier; Cand. med. Reka Veress; PD Dr. Johannes Mayr; PD Dr. Florian Lagler)
Angeborene Stoffwechselekrankungen gehören zu den mehr als 6000 seltenen genetischen Erkrankungen. Für die meisten stehen keine wirksamen Behandlungen zu Verfügung. Aus ökonomischen Gründen wurden diese Erkrankungen bislang wenig von der pharmazeutischen Industrie beachtet (daher „Orphan Diseases“ = Waisenerkrankungen). Die akademische Forschung spielt daher für die Entwicklung neuer Therapien für diese Patienten eine wichtige Rolle. Unsere Gruppe möchte mit verschiedenen Strategien einen Beitrag hierzu leisten: 
• Identifizierung neuer Wirkstoffe für die Behandlung der PKU (in silico-, in vitro-, in vivo-Drug Screening)
• Verbesserung der Wirksamkeit etablierter Therapien durch individualisierte Therapie
• Verbesserung der Wirksamkeit etablierter Therapien durch neue Wirkstoffe (PBA-Projekt)
• Einsatz bekannter Wirkstoffe in neuer Anwendung (MitoFibrat-Studie)
http://mitonet.org/netzwerk/projekte/mitofibrate/

Pädiatrische Pharmakologie - Kindgerechte Arzneimittel
(Prim. Prof. W. Sperl; Dr. Angelika Moder; Dr. Manuela Bamberger; PD Dr. Florian Lagler)
Da die meisten Arzneimittel nicht primär für die Anwendung bei Kindern zugelassen werden, fehlen oft wichtige Informationen zur Dosierung, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen etc.. Häufig gibt es dringend für die Behandlung benötigte Arzneimittel nur in Formulierungen (z.B. Kapseln, Tabletten etc.), die gerade für Neugeborenen und Kleinkinder ungeeignet sind. Um diesen Missstand zu beheben werden klinische Studien in großen nationalen und internationalen Kollaborationen dringend benötigt. Unsere Arbeitsgruppe nimmt in internationalen multizentrischen Arzneimittelstudien vor allem mit pädiatrisch-pharmakologischem und biometrischem Know-How teil. Dafür kollaborieren wir im Rahmen von
• LENA (7. EU Rahmenprogramm)
• OKIDS - (Organisation Kinderarzneimittelforschung - Österreichische Plattform)Links: LENA: http://cordis.europa.eu/projects/rcn/110066_en.html
http://www.okids-net.at/Seiten/Home.aspx

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