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PU Psychosomatische Tagesklinik
PU Psychosomatische Tagesklinik

Eröffnung der Psychosomatischen Tagesklinik am Landeskrankenhaus Salzburg: Nach einem Therapietag wieder nach Hause gehen

Salzburg. Zehn Behandlungsplätze stehen in der neuen Tagesklinik des Sonderauftrages für Psychosomatische Medizin im LKH zur Verfügung. Aufgenommen werden PatientInnen, die unter körperlichen Beschwerden ohne klaren organischen Befund leiden. Und die aufgrund traumatischer Erfahrungen, psychischer Folgen von chronischen körperlichen Erkrankungen oder wegen besonderer Belastungen mehr als eine ambulante psychotherapeutische Behandlung brauchen. Der Sonderauftrag für psychosomatische Medizin ist eine Organisationseinheit der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie I und ist  im Landeskrankenhaus stationiert und beschäftigt sich mit Krankheiten und Funktionsstörungen, die mit psychischen Faktoren in engem Zusammenhang stehen. Die wissenschaftliche Grundlage der psychosomatischen Medizin bildet das so genannte bio-psycho-soziale Krankheitsmodell. Der Leiter des Sonderauftrages für Psychosomatische Medizin, Primar Dr. Manfred Stelzig beschreibt: „Nach dem biopsychosozialen Modell hat jede Erkrankung somatische, psychische und soziale Anteile die in Wechselwirkung stehen.“ Die Psychosomatik ist die Wissenschaft und Heilkunde von den wechselseitigen Beziehungen psychosozialer und körperlicher Vorgänge.

Struktur in der Tagesklinik

Im Gegensatz zur vollständigen Therapie gehen Patientinnen und Patienten in einer Teilstationären Therapie nach dem Therapietag von 8 Stunden wieder nach Hause. Stelzig weiter: „So können die Patientinnen und Patienten den Abend und die Nacht in der gewohnten Umgebung verbringen und wie nach einem Arbeitstag ihre Zeit gestalten.“ Im tagesklinischen Setting bleibt so das soziale Bezugsfeld erhalten und die aus der Therapie entstandenen Lern- und Veränderungsschritte können unmittelbar in den täglichen Lebenswelten umgesetzt werden. Das Ziel der tagesklinischen psychosomatischen Behandlung ist ein Minderung der Beschwerden, damit eine ambulante Weiterbehandlung möglich wird oder idealerweise das Abklingen der Hauptbeschwerden. Oberärztin Dr. Alexandra Kostrba-Steinbrecher betont: „Auf diesem Weg zu diesem Ziel ist es notwendig, dass eine übereinstimmende Vorstellung über die Natur der Erkrankung mit ihren psychischen, sozialen und körperlichen Komponenten entwickelt wird.“

Zu Hause schlafen

Für Patientinnen und Patienten, die zu Hause schlafen wollen oder ein Rückzugsmöglichkeit brauchen, die Kinder haben oder bei denen es allgemein wichtig ist, dass sie den Bezug nach Hause nicht verlieren, kann die Tagesklinik die Möglichkeit einer effektiven, intensiven Bearbeitung der eigenen Problematik und Symptomatik bieten. Der Primar der Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie 1, Univ.-Prof. Dr. Christoph Stuppäck erklärt: „Auch Patientinnen und Patienten, die Schwierigkeiten haben, einen Tagesstruktur zu halten, weil sie z.b. morgens nicht pünktlich aufstehen oder alltäglichen Aufgaben erledigen können, gewinnen in der Tagesklinik wieder Kompetenzen für die Gestaltung des Tages, für Selbstvertrauen in ihrer Belastbarkeit und Orientierung.“

Krankheitsbilder der Psychosomatik

Der Ärztliche Direktor des Landeskrankenhauses, Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg erklärt: „Bei chronischen Erkrankungen wie z.B. chronische Schmerzen, Hypertonie und Angststörungen, Burn out, Adipositas aufgrund von Stoffwechselstörungen, Diabetiker mit Depressionen können die Patienten, indem sie auf der psychischen Schiene behandelt werden auch besser damit umgehen und die Bedürftigkeit nach kostspieligen Untersuchen nimmt ab.“ Im Landeskrankenhaus selbst kümmern sich vier Psychiater, fünf Psychologen und zwei Psychotherapeuten im Rahmen des Sonderauftrages für psychosomatische Medizin um die Patienten, die zum größten Teil aus den medizinischen Abteilungen, den gynäkologischen Stationen sowie der HNO und Dermatologie zugewiesen werden. Bei den Erkrankungen stehen Herz-Kreislauf-Beschwerden, Magen-Darm- und Lungenerkrankungen im Vordergrund. Einen bedeutenden Anteil spielt jedoch auch die Behandlung von PatientInnen, die an Krebs erkrankt sind.

Wer kann aufgenommen werden?

Patienten mit:

  • Somatoformen – funktionelle Störungen, Somatisierungsstörungen (Reizdarm, Bauchschmerzen, Übelkeit, Herz-Kreislauf-Störungen, Atemnotanfälle, Hyperventilationssyndrom, rezidivierende Magengeschwüre etc.)
  • Erschöpfungssyndrom/ Burn out
  • Somatoformen Schmerzstörungen, chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
  • Posttraumatischer Belastungsstörungen mit ausgeprägten körperlichen Beschwerden
  • Chronische Erkrankungen wie COPD, Diabetes Mellitus, Bluthochdruck etc.
  • Essstörungen

Primar Stelzig erklärt abschließend: „In Zukunft soll das Verhältnis zwischen tatsächlich vorliegenden und erkannten bzw. diagnostizierten Erkrankungen weiter verbessert werden. Denn bis heute befinden sich von geschätzten 500.000 ÖsterreicherInnen mit Depressionen erst magere drei Prozent in Behandlung.“

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