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Hören - Tumore - Mandeln (Tonsilien) - 600 österrichischer HNO-Experten am Kongress in Salzburg
Hören - Tumore - Mandeln (Tonsilien) - 600 österrichischer HNO-Experten am Kongress in Salzburg

Hören - Tumore - Mandeln (Tonsilien) - 600 österrichischer HNO-Experten am Kongress in Salzburg

Hören – Tumor – Mandeln (Tonsillen)

Der 54. Österreichische HNO-Kongress findet von 15. bis 19. September in Salzburg statt und lockt rund 600 HNO Ärzte und Experten nach Salzburg. Durch die PMU gewinnt Salzburg als medizinische Universitätsstadt nunmehr zunehmend Bedeutung als Standort für medizinische Kongresse. Mit dem Motto „Form und Rekonstruktion“ sind zwei ganz wesentliche Aspekte der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und der Kopf- und Halschirurgie Kongressthema. Kongresspräsident ist  Primararzt der Salzburger Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Univ.-Prof. Dr. Gerd Rasp.

 

600 HNO-Experten beim 54. Österreichischer HNO Kongress:


 

Hören – Tumor – Mandeln (Tonsillen)


Der 54. Österreichische HNO-Kongress findet von 15. bis 19. September in Salzburg statt und lockt rund 600 HNO Ärzte und Experten nach Salzburg. Durch die PMU gewinnt Salzburg als medizinische Universitätsstadt nunmehr zunehmend Bedeutung als Standort für medizinische Kongresse. Mit dem Motto „Form und Rekonstruktion“ sind zwei ganz wesentliche Aspekte der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und der Kopf- und Halschirurgie Kongressthema. Kongresspräsident ist  Primararzt der Salzburger Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Univ.-Prof. Dr. Gerd Rasp.

Der 5-tägigen HNO Kongress in der Universität Mozarteum mit mehr als 150 Referaten, Rundtischen und Workshops steht ganz im Zeichen der Fortbildung und erstmals ist Englisch zweite Kongresssprache. Zuletzt war der Kongress 2005 in Salzburg. Beim Publikumstag am Samstag, 18. 9. 2010 von 8-12 Uhr im Congress Salzburg, gibt es neben kostenlosen Hörprüfungen auch Vorträge zu Erkrankungen der Nebenhöhlen, der Mandeln und des Kehlkopfes sowie Filme und Informationen zu Lärmschutz. Außerdem werden wissenschaftliche Preise und der seit drei Jahren bestehende und mit 4.000 Euro dotierte „Medienpreis 2010“ für die beste journalistische Arbeit über ein HNO-Thema überreicht.

An der Ausstellung beteiligt sind die Firmen Cochlear, Hansaton, MedEl und Neuroth sowie der „Österreichische Schwerhörigenbund Dachverband“ (ÖSB) und der „Verein der Kehlkopflosen und Halsatmer Österreichs“.


Eine Übersicht der Kongressthemen: Hören – Tumor – Mandeln (Tonsillien)

 

Hören


Das Hören des Menschen ist ein komplexer Vorgang, der sich aus mehreren Schritten zusammensetzt. Menschen verfügen über ein paariges Sinnesorgan, das Ohr. Zusammen mit den Bahnen in das Gehirn und speziellen Arealen im Gehirn bilden diese das Hörorgan.
HNO-Experte und Kongresspräsident Univ.-Prof. Dr. Gerd Rasp erklärt: „Einfache mechanische Hörstörungen im äußeren Gehörgang lassen sich unter Umständen mit speziellen Instrumenten sofort beheben.“ Bei Innenohrschwerhörigkeiten gibt es einerseits, speziell bei den akuten Formen, medikamentöse Therapiemöglichkeiten, bei chronischen Formen ist die Art und der Zeitpunkt der Versorgung mit Hörgeräten eine gängige Methode. Spezielle Formen können auch mit implantierbaren Hörgeräten verschiedener Bauarten verbessert werden, bei höhergradigen Schwerhörigkeiten ist dann auch der Einsatz von Elektroden im Innenohr, sog. Cochlea Implantaten, sinnvoll.

Cochlea Implantate sind Hörprothesen, die Gehörlosen, deren Hörnerv noch funktioniert, eingesetzt wird. Der Salzburger HNO Primar Univ.-Prof. Gerd Rasp hat bereits mehr als 350 Cochlea Implantationen durchgeführt. „In Zukunft wird vor allem die konservative und operative Versorgung von mittelgradigen Hörstörungen wichtig sein – sowohl bei Erwachsenen und Kindern, als auch in der immer größeren Gruppe der SeniorInnen“, sagt Rasp.

Die Salzburger HNO-Uniklinik hat sich zu einem herausragenden überregionalen Zentrum für die Diagnose und die Therapie im stationären sowie ambulanten Bereich unter Einschluss der pädiatrischen Otorhinolaryngologie, der plastischen Operationen des Kopf-Halsbereiches, der Kopf-Halskarzinome und der Otoneurologie entwickelt. Die Salzburger Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde ist seit über 20 Jahren federführend bei der Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit angeborenen prälingualen Hörschädigungen. Als eines der größten Zentren für Cochlear-Implantate Mitteleuropas konnte das interdisziplinäre Team der HNO-Klinik schon vielen Betroffenen, vor allem taub geborenen Kindern und ertaubten Erwachsenen aus Österreich und Europa, helfen.

Tumorerkrankungen im Kopf-Halsbereich


Rund ein Drittel der HNO-PatientInnen haben einen Tumor. Die Häufigkeit an einen Tumor zu erkranken nimmt durch das älter werden zu. Die Tumorerkrankungen in der HNO kommen vor allem im Kehlkopf-, Mund- und Rachenbereich vor. Die Behandlung von Tumorerkrankungen im Kopf-Halsbereich ist ein wesentliches Standbein jeder HNO-Klinik der Maximalversorgung. Dank moderner Medizin kann etwa die Hälfte dieser PatientInnen geheilt werden.
Der Klagenfurter HNO-Primar Univ.-Prof. Dr. Hans-Edmund Eckel beschreibt: „Das ist ein Gebiet, auf dem die moderne Medizin bereits bei etwa 50 Prozent der Patientinnen und Patienten eine Heilung herbeiführen kann. Dazu tragen unter anderem moderne chirurgische Verfahren bei. Die Behandlung von Tumorerkrankungen ist jedoch auch ein klassisches Feld der interdisziplinären Zusammenarbeit. Mit der Etablierung eines regelmäßigen Tumor-Boards für Kopf-Halskarzinome werden den Patientinnen und Patienten interdisziplinäre Behandlungskonzepte angeboten.“

Dazu werden alle Patientinnen und Patienten im interdisziplinären Board vorgestellt. Individuelle Therapie- und Diagnostikvorschläge werden von den onkologisch tätigen internistischen ÄrztInnen, den MedizinerInnen aus der Strahlentherapie, den ÄrztInnen der Nuklearmedizin und der Radiologie in Zusammenarbeit mit der Nachbardisziplin Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie erörtert. Jede Patientin und jeder Patient bekommt eine individuell abgestimmte Therapie. Die Mehrzahl der Patientinnen und Patienten sind dann in ein multimodales Therapiekonzept eingebunden, das beispielsweise aus Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie besteht.

Zusammenarbeit bei der Rekonstruktion
Rekonstruktion ist ein wesentlicher Aspekt in der onkologischen Chirurgie. In Zusammenarbeit mit plastischen Chirurgen werden lokale und mikrovaskuläre Rekonstruktionstechniken eingesetzt. Damit kann schlussendlich jeder Einzelnen und jedem Einzelnen das gesamte moderne Spektrum der rekonstruktiven Chirurgie zugeführt werden.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist auch bei Tumorerkrankungen und entzündlichen Erkrankungen im Bereich der Schädelbasischirurgie die Basis für eine erfolgreiche Behandlung komplexer Krankheitsbilder. Erst die Operationen gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Neurochirurgie, der Kieferchirurgie und der Augenheilkunde machen die Behandlung schwieriger Erkrankungen möglich. Darunter fallen etwa Tumore der Hypophyse, des Gleichgewichtsnervs, Tumore der Augenhöhle sowie jene der mittleren Schädelbasis. Gerade in der Schädelbasischirurgie und in der Onkologie machen neuartige chirurgische Verfahren wie beispielsweise Laserchirurgie spezielle Eingriffe möglich, die vorher undenkbar gewesen wären. Der CO2-Laser ist in jeder HNO-Klinik bereits etabliert.

Mandeln (Tonsillien)


Die „Österreichische Tonsillenstudie 2009/2010“ hat einen traurigen, ja bestürzenden Hintergrund: In den Jahren 2006 und 2007 verstarben in Österreich 5 Kinder, alle jünger als 6 Jahre, an Nachblutungen nach Mandeloperationen. Diese erschütternden Ereignisse lösten eine ganze Kaskade von Konsequenzen aus: Neben intensiver Ursachenforschung in den Einzelfällen wurden auf Abteilungs- und nationaler Ebene die Indikationen sowie die Operationstechniken überprüft und hinterfragt; die ÖBIG ging von rund 10.000 operativen Eingriffen zu diesem Zeitpunkt an Mandeln und Adenoiden („Polypen“) pro Jahr in Österreich aus. Es fanden zahlreiche Besprechungen und Abstimmungen zwischen der Österreichischen HNO-Gesellschaft und der Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde bis auf die Eben der diversen befassten Ministerien statt.

Als Resultat verfügt Österreich heute – einzigartig in ganz Europa – über ein Konsensuspapier, welches von beiden Fachgesellschaften gemeinsam erarbeitet und im Herbst 2007 publiziert wurde. Es ist auf den Homepages bei den Fachgesellschaften jederzeit einsehbar und gibt Empfehlungen zu (sehr enger und strenger) Indikation zur Operation in den verschiedenen Altersgruppen, zur Aufenthaltsdauer im Krankenhaus, sowie zu den Vorsichtsmaßnahmen in den ersten 2 – 3 Wochen im Anschluss daran. Es wurden neue Merkblätter für Patienten und Eltern erstellt mit entsprechenden Verhaltensempfehlungen sowie Informationen für den Fall, dass es wirklich zu einer Nachblutung kommen sollte. Die entsprechende Aufklärung von Patienten und Angehörigen wurde intensiviert und die österreichische HNO-Ärzteschaft befasste sich seither auf allen Jahreskongressen intensiv mit diesem Thema. Eines der wichtigsten Ergebnisse all dieser Diskussionen war die Empfehlung, bei Kindern unter 6 Jahren eine Tonsillektomie – also eine vollständige Entfernung der gesamten Mandeln – nur mehr in sehr gut begründeten Ausnahmefällen durchzuführen. In allen anderen Fällen von Operationsnotwendigkeit sollte der sogenannten Tonsillotomie – der teilweisen Entfernung der Mandeln – der Vorzug gegeben werden. Dazu standen und stehen moderne und innovative operative Techniken zur Verfügung.

In der von Dr. Stefanie Sarny und Univ. Doz. Dr. Walter Habermann (HNO Uniklinik, Graz) koordinierten Studie beteiligten sich 32 österreichische Kliniken und HNO-Abteilungen, so dass von einer praktisch flächendeckenden Erhebung sämtlicher relevanter Daten über ein Jahr ausgegangen werden kann. Die Studie war prospektiv angelegt, mit standardisierter Methodik, einheitlichen Definitionen, und Datenerfassung und von der Ethikkommission genehmigt. Insgesamt wurden über 9.500 Patienten in diesem Zeitraum registriert und ihre Daten ausgewertet, was bei 100 Datenfeldern pro Patient zur schier unglaublichen Anzahl von knapp einer Million Einzeldaten führte. Deren endgültige Auswertung wird die Untersucher noch viele Monate beschäftigen; am Kongress in Salzburg werden die ersten Kerndaten vorgestellt, deren wichtigste wohl sind:
Studienleiter Univ.-Prof. Dr. Heinz Stammberger berichtet: „Es gab im gesamten Studienzeitraum keinen einzigen Todesfall, die Quote von Nachblutungen, die einer operativen Versorgung bedurften, lag bei 2,8 %. Dies ist im internationalen Vergleich ein erfreulich niedriger Prozentsatz, heißt aber auch, dass immerhin 264 von 9.528 Patienten wegen einer Blutung nachoperiert werden musste.“

Die Empfehlungen des Konsensuspapiers zeigen ihre Wirkung: Insbesondere in der Altersgruppe unter 6 Jahren ist es zu einem ganz deutlichen Wechsel von der Tonsillektomie hin zur Tonsillotomie gekommen (Tabelle 1).
 
Operationen der Mandeln und Adenoide („Polypen“) können notwendige und sinnvolle Operationen sein, die der Gesundheit bei kleinen und großen Patienten sehr nützen bzw. sie wieder herstellen können. Gerade bei Kindern muss jedoch die Notwendigkeit eines Eingriffes und die Technik der Operation im Einzelfall sorgfältig abgewogen werden; die Nachblutungsgefahr ist statistisch gesehen gering, darf aber nicht unterschätzt werden. Die österreichischen HNO-ÄrztInnen stellen sich diesen Herausforderungen und bewältigen sie, wie die Studie eindrucksvoll zeigt, wieder im europäischen Spitzenfeld.


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Einladung zum HNO Publikumstag
am Samstag, den 18. September 2010,
Salzburg Congress, 8-12 Uhr
 
Der Publikumstag findet im Rahmen des 54. Österreichischen
HNO-Kongresses 2010 vom 15. – 19. September 2010 in Salzburg statt.
 
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Am Samstag, den 18. September 2010 wird der 2. Publikumstag abgehalten. Besuchen Sie uns zwischen 8:00 – 12:00 Uhr im Salzburg Congress, Saal Mozart, um einen Einblick in die große Bandbreite der Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde und der Kopf- und Halschirurgie zu erhalten.
 
Thematische Schwerpunkte der kurzen Vorträge – ab 9:00 Uhr – sind unter anderem:

  • Nebenhöhlenerkrankungen
  • Kehlkopferkrankungen
  • Mandeln und deren Erkrankungen
  • Neben Vorträgen werden Filme, Hörprüfungen und Informationen zum Thema Lärmschutz geboten.
     

An der Ausstellung beteiligt sind die Firmen Cochlear, Hansaton, MedEl und Neuroth sowie der „Österreichische Schwerhörigenbund Dachverband“ (ÖSB) und der „Verein der Kehlkopflosen und Halsatmer Österreichs“. Die Vertreter der Österreichischen Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie sowie die teilnehmenden Vereine und Firmen freuen sich, Sie kennen zu lernen und Ihre Fragen zu beantworten.


Rückfragen an:

Mag. Mick Weinberger
Leiterin Public Relations und Klinikmarketing,
SALK Pressesprecherin
 
SALK - Gemeinnützige Salzburger
Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH
 
Müllner Hauptstraße 48
5020 Salzburg
Tel: +43 (0)5 7255-20012
Mobil: +43/0664 604141 1007
Fax: +43 (0)5 7255-20195
m.weinberger@salk.at
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