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Übergangspflege: Selbständigkeit erhalten und fördern
Übergangspflege: Selbständigkeit erhalten und fördern

Übergangspflege: Selbständigkeit erhalten und fördern

Salzburg. Nach einem Krankenhausaufenthalt können auch die anfallenden organisatorischen und alltäglichen Tätigkeiten zum Problem werden. Die Überganspflege gibt adäquate Unterstützung die Fähigkeiten des Alltages wieder zu erlernen oder zu erhalten um wieder selbständig zu Hause leben zu können. Das Evidence - basierte Wissen aus Bereichen der Erziehungswissenschaft und auch die pflegerische Erfahrung zeigen, dass die gewohnte Umgebung, mit der richtigen Unterstützung wesentlich zu einer Verbesserung der kognitiven Leistung und der Aktivitäten beiträgt und damit Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung zurückkehren. Außerdem beinhaltet dieses Konzept auch einen systemischen Ansatz, da viele Angehörige und Bezugspersonen oftmals mit der Situation und dem Gebot von Familienhilfe überfordert sind und so fachliche Unterstützung benötigen. Seit 1993 gibt es an der SALK die kostenlose Übergangspflege – 2010 wurden bisher 361 Patienten intensiv betreut, rund 71 Prozent konnten danach wieder völlig selbständig zu Hause leben. Gesundheits- und Soziallandesrätin Erika Scharer betont: „Die problemorientierte medizinische und soziale Versorgung alter Menschen ist eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre.“ In Salzburg wird sich die Zahl der über 60-Jährigen in den nächsten 35 Jahren zumindest verdoppeln, die der 85-Jährigen sogar verdreifachen. In diesem Lebensalter sind etwa 30% der Personen pflegebedürftig. Laut Prognose wird im gleichen Zeitraum die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit etwa 6000 auf ca. 13.000 -15.000 zunehmen. Verschärft wird die Betreuungssituation durch die vor allem im urbanen Raum zunehmende Singularisierung der Haushalte.

Salzburg. Nach einem Krankenhausaufenthalt können auch die anfallenden organisatorischen und alltäglichen Tätigkeiten zum Problem werden. Die Überganspflege gibt adäquate Unterstützung die Fähigkeiten des Alltages wieder zu erlernen oder zu erhalten um wieder selbständig zu Hause leben zu können. Das Evidence - basierte Wissen aus Bereichen der Erziehungswissenschaft und auch die pflegerische Erfahrung zeigen, dass die gewohnte Umgebung, mit der richtigen Unterstützung wesentlich zu einer Verbesserung der kognitiven Leistung und der Aktivitäten beiträgt und damit Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung zurückkehren. Außerdem beinhaltet dieses Konzept auch einen systemischen Ansatz, da viele Angehörige und Bezugspersonen oftmals mit der Situation und dem Gebot von Familienhilfe überfordert sind und so fachliche Unterstützung benötigen. Seit 1993 gibt es an der SALK die kostenlose Übergangspflege – 2010 wurden bisher 361 Patienten intensiv betreut, rund 71 Prozent konnten danach wieder völlig selbständig zu Hause leben. Gesundheits- und Soziallandesrätin Erika Scharer betont: „Die problemorientierte medizinische und soziale Versorgung alter Menschen ist eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre.“ In Salzburg wird sich die Zahl der über 60-Jährigen in den nächsten 35 Jahren zumindest verdoppeln, die der 85-Jährigen sogar verdreifachen. In diesem Lebensalter sind etwa 30% der Personen pflegebedürftig. Laut Prognose wird im gleichen Zeitraum die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit etwa 6000 auf ca. 13.000 -15.000 zunehmen. Verschärft wird die Betreuungssituation durch die vor allem im urbanen Raum zunehmende Singularisierung der Haushalte.


Der sichere Weg zurück

Die Patienten werden vom 11-köpfigen Team der Übergangspflege (7 VZÄ) bis zu drei Monaten zu Hause betreut. Im fortgeschrittenen Alter kann es nach einem Krankenhausaufenthalt schwierig sein, in den gewohnten Alltag zurückzukehren. Durch die Hilfestellungen, die das Übergangspflegekonzept der SALK bietet, ist meist ein selbstbestimmtes Leben wieder möglich. Seit Januar 2010 wurden insgesamt 361 Patienten innerhalb der SALK an das Team der Übergangspflege zugewiesen – davon konnten danach rund 71 Prozent (261 Personen) in den eigenen Haushalt wieder selbständig leben. Der Leiter der Übergangspflege, Oberpfleger Klaus Kessler betont: „Die jüngsten Ergebnisse bringen es auf den Punkt: Von den 361 Personen brauchten 212 Personen nach unserer Betreuung weder eine Hauskrankenpflege noch eine Haushaltshilfe. Diese Menschen kehren in eine völlige Selbständigkeit und Eigenverantwortung zurück. Noch nicht einmal für alltägliches wie Körperpflege, einkaufen gehen oder kochen war eine Hilfe notwendig.“ Der Neurologe und Ärztliche Direktor der Christian-Doppler-Klinik Salzburg, Univ.-Prof. Dr. Gunther Ladurner lobt das Konzept der Übergangspflege und erklärt: „Dieses Konzept ist durchwegs patientenorientiert und damit zukunftsorientiert. Vor allem ist es aber eine wichtige Schnittstelle in einer sehr sensiblen Phase in der es um Selbständigkeit und Eigenverantwortung geht: Patienten wie Angehörige profitieren gleichermaßen davon und bekommen maßgeschneidert Unterstützung, um zurück in einen Alltag zu finden.“

Situation für Salzburg

Im Raum Salzburg wird sich die Zahl der über 60-Jährigen in den nächsten 35 Jahren verdoppeln, die der 85-Jährigen sogar verdreifachen. In diesem Lebensalter sind etwa 30% der Personen pflegebedürftig. Laut Prognose wird im gleichen Zeitraum die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit etwa 6.000 auf ca. 13.000 -15.000 zunehmen. Verschärft wird die Betreuungssituation durch die vor allem im urbanen Raum zunehmende Singularisierung der Haushalte.

Ganzheitlicher Ansatz bei der Versorgung

Die fortschreitende Spezialisierung und Subspezialisierung in wesentlichen Belangen der Medizin ist nicht geeignet, die komplexen medizinischen und sozialen Probleme multimorbider alter Menschen im ganzheitlichen Ansatz zu erfassen. Die spezifischen Probleme in der Versorgung sind nur in einem eng vernetzten, interdisziplinär orientierten geriatrischen Interventions- und Versorgungssystem mit vielseitigen stationären, teilstationären und ambulanten Einrichtungen lösbar. „Ziel ist es, Krisensituationen multimorbider älterer Menschen frühzeitig zu erkennen, um durch eine rasche und adäquate Intervention bleibende Pflegebedürftigkeit zu vermindern.“ so Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder, der seit 2006 Vorstand der Universitätsklinik für Geriatrie ist.

Das organisatorische Konzept

Übergangspflege gliedert sich in vier organisatorische Schwerpunkte. Dieses beginnt mit dem Erstkontakt auf der Station. Nach erfolgter Zuweisung, wird ein Kontakt auf der Station mit dem Patienten hergestellt. Es erfolgt eine erste Prüfung der Mobilität und Orientierungslage, immer unter dem Gesichtspunkt, dass sich der alte Mensch in einer fremden Umgebung befindet. Organisatorische Fakten werden soweit möglich eruiert und Termine vereinbart. Anschließend erfolgt der so genannte differentialdiagnostische Ausgang. Dieser dient der Prüfung der lebenspraktischen Fähigkeiten in der gewohnten Umgebung, sprich dem „zu Hause“ des Patienten, unter dem Aspekt der Ressourcenorientierung. Welche Fähigkeiten besitzt der Patient bzw. welche können wieder trainiert werden. Ebenso wird die Orientierungslage im Vergleich zwischen Krankenhaus und der gewohnten Umgebung überprüft. Aufgrund des soziokulturellen Aspektes, wird auch der Kontakt zum sozialen Umfeld hergestellt. Mit jedem Patient wird mindestens ein solcher Ausgang unternommen und bei Bedarf wird dieser auch mehrmals wiederholt. Der Bedarf resultiert aus der Feststellung, ob durch den differentialdiagnostischen Ausgang sich ein Trainingsbedarf herauskristallisiert, welcher durch weitere Ausgänge forciert werden muss. Nach positiver Einschätzung, bzw. Wiedererlangung der Lebensfähigkeit des Patienten, wird eine durch Übergangspflege begleitete Entlassung durchgeführt, wiederum unter dem Aspekt der Ressourcenorientierung. In der Phase der darauf folgenden Nachsorgen werden begonnene Trainings weiterverfolgt und positive Bewältigungsstrategien forciert. Das Zeitausmaß der Betreuung beträgt nach individueller Einschätzung cirka drei Monate oder 60 Stunden.

Wer will schon abhängig sein? Hilfe zur Selbsthilfe!

Kessler erklärt: Die Übergangspflege hilft dem Menschen sein Leben wieder Selbstbestimmt leben zu können – gerade, weil man Hilfe bekommt.“ Nach einem Krankenhausaufenthalt sind jedoch nicht immer sofort alle körperlichen und/oder geistigen Funktionen im  gewohnten Ausmaß vorhanden, die einem wieder erlauben, sein Leben im Rahmen des Normalen zu führen. Mit Unterstützung und Trainings durch die Experten der Übergangspflege werden lebenspraktische Fähigkeiten gemeinsam geübt. Geübt werden z.B.

  • die richtige Medikamenteneinnahme
  • der Umgang mit Hilfsmitteln (Rollmobil, Inkontinenzprodukten usw.),
  • Übungen mit der Verkehrssicherheit,
  • Einkauftrainings,
  • Trainings des Arztbesuches oder des Apothekenweges,
  • Übungen, den eigenen Haushalt wieder zu bewältigen. „Aus pflegerischer Sicht sind neben den somatischen Erkrankungen vor allem gelernte Hilflosigkeit und Entfremdungstendenzen die häufigsten Ursachen für Unselbständigkeit“, erklärt DGKP Klaus Kessler.

Übergangspflege und Soziale Dienste in Salzburg

Sollten aber doch soziale Dienste, Haukrankenpflege oder die Weiterführung des Haushaltes notwendig sein, sind die Pflegeberatung des Magistrats Salzburg und des Landes Salzburg die wichtigsten Partner, diese vermitteln auch Ansprechpartner der einzelnen Vereine und Anbieter wie z.B. Ambulante Dienste Salzburg, Caritas, Diakonie, Erwachsenenhilfe, Hauskrankenpflege Salzburg-Stadt, Hilfswerk Salzburg, Kranken & Heimhilfedienst Strasswalchen, MoHi, Rotes Kreuz, Salzburger Krankenhilfe oder Volkshilfe. Die Übergangspflege wird kostenfrei durch die Salzburger Landeskliniken (SALK: LKH, CDK und Landesklinik St. Veit) sowie durch die Krankenhäuser Hallein, Zell am See und Mittersill mit Unterstützung durch das Land Salzburg angeboten. Ebenso bieten die SALK im Rahmen der Übergangspflege Case- und Caremanagement an. Beim Versorgungsangebot des Casemanagements werden auf Grundlage eines Probeausgangs in der gewohnten Umgebung geplant, umgesetzt und koordiniert.Beim Caremanagement werden Grundvereinbarungen für den zu Pflegenden mit Kooperationspartnern wie Hausärzte, sozialen Diensten oder Drittanbieter geschlossen. Das bedeutet für den Betroffenen die Erledigung von organisatorischen Dingen durch eine Pflegeperson sowie durch die Vernetzung der sozialen Anbieter.

Lebenserwartung verdreifacht sich

Das Durchschnittsalter der Patienten in der Übergangspflege war 81 Jahre, die meisten waren 86 Jahre und die/der älteste Patient war 98 Jahre alt. Dreiviertel der PatientInnen sind weiblich. Geriatrie Primar Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder beschreibt die Situation folgendermaßen: „Das Erhalten der Funktionsfähigkeit ist die Kernaufgabe der Universitätsklinik für Geriatrie. In direktem Zusammenhang mit dem demographischen Wandel steht die Zunahme von chronischen Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit, die bis zum Jahr 2040 wahrscheinlich um etwa 50% zunehmen wird.“ Die Lebenserwartung in den industrialisierten Ländern ist in den letzten Jahrzehnten rapide angestiegen. Fortschritte der Medizin und unserer Lebensbedingungen haben zu einer Verlängerung der durchschnittlichen Lebenserwartung geführt. Lebten 1900 in Österreich ca. 500.000 über 65-Jährige (9 % der Gesamtbevölkerung), so stieg die Zahl 1990 auf 1,6 Mio. (20,3 % der Gesamtbevölkerung).  Der Anteil der über 80-Jährigen ist im Jahr 2010 etwa 5% und soll bis zum Jahr 2050 auf 11,3% steigen. Im deutschen Sprachraum beträgt die Lebenserwartung eines Mannes im Alter von 80 Jahren derzeit 6,91 Jahre, für Frauen sogar 8,37 Jahre – dies entspricht einer Steigerung von etwa 32% für Männer und 50% für Frauen in den letzten fünf Jahrzehnten.

Hoffnungslosigkeit durch Ortswechseln

Immer wieder kommt es vor, dass alte Menschen gehend im Krankenhaus aufgenommen werden und innerhalb kürzester Zeit immobil und bettlägerig werden. Dies beschreibt auch Saup (1993) in seinem Buch „Alter und Umwelt“ das „First Month Syndrom“ Nach Tobin (ebd.) sind die ersten Tage und Wochen in einer Einrichtung wie Altenheim oder Krankenhaus für alte Menschen besonders kritisch. Hochbetagte reagieren durch den Ortswechsel mit ausgeprägter Hoffnungslosigkeit, starker Fixierung auf den eigenen Körper und einer Verminderung der Lebenszufriedenheit. Im Krankenhaus erleben wir dies als deutliche somatische Verschlechterung des Menschen, meist ohne körperliche Genese. Übergangspflege ist seit 1993 an den SALK institutionalisiert und wurde im Laufe der Jahre kontinuierlich ausgebaut. Das Konzept dieser Einrichtung resultiert nicht aus der klassischen somatischen Krankenpflege, sondern ist ein Modell, das an die Bedürfnisse und Ressourcen alter Menschen anknüpft, um diesen wieder ein Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Abdruck honorarfrei!Bildrechte SALK/Unterhauser (Imagebilder Übergangspflege):Bild „Übergangspflege 3.jpg“ „Übergangspflege 5.jpg“ „Übergangspflege 6.jpg“ und „Übergangspflege 7.jpg“Bildrechte SALK/Wild&Team (PK Bilder)„Bild ALLE.jpg“ v.l.n.r.: Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder, Vorstand der UK f. Geriatrie; LR Erika Scharer, Landesrätin für Gesundheit und Soziales; Univ.-Prof. Dr. Gunther Ladurner, Ärztlicher Direktor CDK; DPGKP Klaus Kessler, Oberpfleger UK f. Geriatrie und Stationspfleger der Übergangspflege;

 

„Bild ALLE.jpg“ v.l.n.r.:Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder, Vorstand der UK f. Geriatrie; LR Erika Scharer, Landesrätin für Gesundheit und Soziales; Univ.-Prof. Dr. Gunther Ladurner, Ärztlicher Direktor CDK; DPGKP Klaus Kessler, Oberpfleger UK f. Geriatrie und Stationspfleger der Übergangspflege;

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:

LR Erika Scharer                                                                        Landesrätin für Gesundheit

                                                                                                      und Soziales

Univ.-Prof. Dr. Gunther Ladurner                                               Ärztlicher Direktor CDK

Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder                                    Vorstand der UK f. Geriatrie

DPGKP Klaus Kessler                                                               Oberpfleger UK f. Geriatrie und Stationspfleger der Übergangspflege

 

 

 

Bilder

v.l.n.r.: Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder, Vorstand der UK f. Geriatrie; LR Erika Scharer, Landesrätin für Gesundheit und Soziales; Univ.-Prof. Dr. Gunther Ladurner, Ärztlicher Direktor CDK; DPGKP Klaus Kessler, Oberpfleger UK f. Geriatrie und Sta DGKP Klaus Kessler DGKP Klaus Kessler_1 LR Erika Scharer Übergangspflege Übergangspflege Übergangspflege Übergangspflege Univ.Prof.Dr.Bernhard Iglseder Univ.Prof.Dr.GuntherLadurner
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