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Weltkongress für Neuromusikwissenschaft in Salzburg: Wendepunkt der Musik in Therapie und Medizin
Weltkongress für Neuromusikwissenschaft in Salzburg: Wendepunkt der Musik in Therapie und Medizin

Weltkongress für Neuromusikwissenschaft in Salzburg:

Neueste Forschungsergebnisse zeigen, wie man Musik und Rhythmus gezielt in der Rehabilitation und Therapie von neurologischen Erkrankungen einsetzen kann. Vor allem  motorische-, kognitive- und Sprachfunktionen verbessern sich bei Patienten mit Schlaganfall, Parkinson, Schädelhirntrauma, Demenz und Alzheimer oder Autismus.

Diese Entwicklung führt traditionelle Konzepte der konventionellen Musiktherapie, die hauptsächlich auf Wohlbefinden, emotionalen Ausdruck und soziale Interaktionskonzepte wirken sollte, entscheidend weiter: von der therapeutischen Peripherie ins Zentrum der Neurorehabilitation.

Neueste Forschungsergebnisse zeigen, wie man Musik und Rhythmus gezielt in der Rehabilitation und Therapie von neurologischen Erkrankungen einsetzen kann. Vor allem  motorische-, kognitive- und Sprachfunktionen verbessern sich bei Patienten mit Schlaganfall, Parkinson, Schädelhirntrauma, Demenz und Alzheimer oder Autismus. Diese Entwicklung führt traditionelle Konzepte der konventionellen Musiktherapie, die hauptsächlich auf Wohlbefinden, emotionalen Ausdruck und soziale Interaktionskonzepte wirken sollte, entscheidend weiter: von der therapeutischen Peripherie ins Zentrum der Neurorehabilitation.

Weltkongress am 28. August in Salzburg
Die Internationale Gesellschaft für angewandte Neuromusikwissenschaft (International Society for Clinical Neuromusicology CNM) veranstaltet ihren ersten Weltkongress am 28. August in Salzburg an der Christian Doppler Klinik, Universitätsklinik der Paracelsus-Universität Salzburg. Auf dem Programm stehen Vorträge über Forschung und therapeutische Anwendungen in der klinischen Musikwissenschaft von internationalen Experten aus Deutschland, Österreich, USA, Japan, China, Dänemark, etc.

Musik kann Neuroplastizität verändern
Dieser Kongress stellt einen Wendepunkt im Verständnis der Musik in Therapie und Medizin dar. Im Zuge der wissenschaftlichen Erforschung von neuronalen Verarbeitungsprozessen der Musik im menschlichen Gehirn hat sich in den letzten Jahren eine völlig neue Funktions- und Verstehensweise entwickelt. Musik ist eine biologisch verankerte sensorische und kognitive Sprache des menschlichen Gehirns, die in akustischen Klangmustern strukturiert ist. Musik spricht Gehirnregionen an, in welchen generelle motorische Kontrolle, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und Sprechen sowie Exekutivfunktionen verarbeitet und gesteuert werden. Dadurch kann Musik Neuroplastizität, d.h. den Bau neuronaler Netze im Gehirn, in diesen funktionalen Einheiten ansprechen und verändern, sodass auch im geschädigten Gehirn wichtige Funktionsveränderungen bewirkt werden können.

Musik: Beruhigende Wirkung - weniger Medikamente
Kongress-Präsident und Neurologe Univ.-Prof. Dr. Gunther Ladurner erklärt: „Musik verbessert mehr als Sprache die Fähigkeiten des Gehirns. In der Kernspin-Tomografie kann man nachweisen, dass hier unterschiedliche Gehirnregionen aktiviert werden.“ In der Christian-Doppler Klinik können Patienten auch im so genannten „Musikbett“ behandelt werden (Bild 1). Neurochirurge und Experte für Neurorehabilitation Univ.-Prof. Dr. Klaus von Wild von der Universität Münster betont: „Das Gehirn reagiert nicht nur auf Musik im allgemeinen, sondern auch auf den emotionalen Inhalt der Musik. Geübte Therapeuten können erkennen ob beispielsweise der Wachkomapatient eine bestimmte Musik als angenehm oder eher unangenehm empfindet. Auf Melodien in Dur reagieren Patienten friedvoll und beruhigt, hingegen man bei Moll Melodien eher Traurigkeit auslöst.“ Musik unterstützt nicht nur den therapeutischen Erfolg sondern hilft auch, um mit geringeren Medikamentendosen zu therapieren.

Musik löst biochemische Prozesse aus
Prof. Ladurner beschreibt: „Musik löst in den Kernregionen des Gehirns ein Belohnungsverhalten aus – es kommt zu einem biochemischen Prozess.“ Musik bewirkt im limbischen System die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe wie Hormone und Neurotransmitter – was dann wiederum die Wahrnehmungsbereitschaft steuert. Das Limbische System ist auch für die Ausschüttung von Endorphinen, körpereigenen Morphinen verantwortlich. Dieses Nervenzentrum steuert auch die vegetativen Prozesse, also Atmung, Pulsschlag, Blutdruck, Verdauung, Hormonhaushalt und andere. Des weiteren sind im Limbischen System neuronale Schaltkreise angelegt, die uns das Erleben von Gefühlen ermöglichen, und zu den Zonen des Langzeitgedächtnisses führt.

Der Weltkongress am 28. August trägt diesen neuen Entwicklungen Rechnung. Er ist der erste neurowissenschaftliche Kongress, der sich ausschließlich diesen Fragen der Musik in der Rehabilitation widmet indem neue Forschungsergebnisse und klinische Anwendungen vorgestellt und diskutiert werden. Die CNM wurde 2007 als Gesellschaft von international führenden Neurowissenschaftlern gegründet. Rehabilitationsspezialisten, Musiker und neurologischen Musiktherapeuten verfolgen als Mitglieder das Ziel, das klinische Verständnis der Musik voranzutreiben.

Unsere Experten
 
Univ.-Prof. Dr. Gunther Ladurner, Ärztlicher Direktor Christian-Doppler-Klinik – Universitätsklinikum Salzburg, Kongress-Präsident Internationale Gesellschaft für angewandte Neuromusikwissenschaft (International Society for Clinical Neuromusicology CNM)

Dr. Mag. Martin Kronbichler (Paris-Lodron-Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie);
Leiter f MRT Untersuchungen im Neuroscience Institut; u.a. Forschung an Wachkomapatienten
 
Prof. Dr. Heinrich Binder (Donau Universität Krems, Department für Klinische Medizin und Präventionsmedizin); Seit 1989 ist er Primarius und ärztlicher Direktor des Neurologischen Krankenhauses der Gemeinde Wien Maria-Theresien-Schlössel. Sein Hauptarbeitsgebiet ist die restaurative Neurologie, im Jahr 2000 gelang die Implantation einer das Gehzentrum stimulierenden Elektrode ins Rückenmark eines Patienten mit Querschnittlähmung.
 
Prof. Klaus von Wild (Universität Münster, Professor für Neurochirurgie und Neurorehabilitation), Gründungspräsident der Gesellschaft für klinische Neuromusikologie
Professor für Neurochirurgie Med. Fakultät UNI Münster
Professor für funktionelle Neurorehabilitation und Re-engineering in Gehirn- und Rückenmarksläsionen am internationalen Neuroscience Institute INI Hannover
 
Prof. Michael Thaut PhD, (Colorado State University, School of the Arts);
Präsident der Gesellschaft für klinische Neuromusikologie
Professor in den Fächern Musik und Neurowissenschaft an der Colorado State University
Co-Direktor der School of the Arts und Chairman des Fachbereiches für Musik, Theater und Tanz
 
Prof. Dr. Hans Erich Diemath, Salzburg
1984 - 1997  Direktor der Landesnervenklinik (jetzt Christian-Doppler-Klinik) Salzburg
Präsident zahlreicher Fachgesellschaften
Ehrenpräsident der Europäischen Akademie für multidisziplinäre Neurotraumatologie
Ehrenpräsident des Kuratoriums für Schädelhirnverletzte (Österreich)
   

Bildrechte SALK/Wild&Team
Abdruck honorarfrei

Bildrechte Bild 1 (Musikbett)
SALK/Unterhauser
Abdruck honorarfrei


Rückfragen an:

Mag. Mick Weinberger
Leiterin Public Relations und Klinikmarketing,
SALK Pressesprecherin
 
SALK - Gemeinnützige Salzburger
Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH
 
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5020 Salzburg
Tel: +43 (0)5 7255-20012
Mobil: +43/0664 604141 1007
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Bilder

Bild 1 Diemath Klaus von Wild Kronbichler Ladurner Ladurner_Klaus von Wild
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