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Sommersportstatistik 2009: Fußball bei Erwachsenen häufigste Verletzungsursache, bei Kindern Radfahrunfälle
Sommersportstatistik 2009: Fußball bei Erwachsenen häufigste Verletzungsursache, bei Kindern Radfahrunfälle

Sommersport Unfallstatistiken

Fußball bei Erwachsenen häufigste Verletzungsursache, bei Kindern Fahrradunfälle Spitzenreiter

 

PRESSEKONFERENZ 14. Juli 2010

 

Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie Universitätsklinik für Kinder und Jugendchirurgie Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation


Sommersportstatistik 2009: Fußball bei Erwachsenen häufigste Verletzungsursache, bei Kindern Fahrradunfälle Spitzenreiter

Die warme Jahreszeit animiert zu Bewegung im Freien. Für 1.211 Erwachsene und mehr als 2.500 Kinder endete die sportliche Freizeitaktivität im vergangenen Sommer jedoch im Krankenhaus. Mit 62,3 Prozent werden mehr als die Hälfte der Verletzungen bei Erwachsenen durch Fußballspiele verursacht. Kinder verletzen sich am Häufigsten beim Fahrradfahren.

Als Gesprächspartner standen zur Verfügung:

Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch                                        Vorstand Universitätsklinik für Unfallchirurgie und  Sporttraumatologie der PMU
OA Dr. Clemens Hübner   Oberarzt,                                        Universitätsklinik für Unfallchirurgie und  Sporttraumatologie der PMU
Prim. Univ.-Prof. Dr Günther Schimpl                                      Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie
Prim. Univ.-Prof. Mag. DDr. Anton Wicker                             Vorstand Uniklinik für Physikalische Medizin
Günther Joos                                                                              Eibl Verkaufsleiter

Sommersportstatistik 2009:Fußball bei Erwachsenen häufigste Verletzungsursache, bei Kindern Fahrradunfälle Spitzenreiter


SALZBURG. Die warme Jahreszeit animiert zu Bewegung im Freien. Für 1.211 Erwachsene und mehr als 2.500 Kinder endete die sportliche Freizeitaktivität im vergangenen Sommer jedoch im Krankenhaus. Mit 62,3 Prozent werden mehr als die Hälfte der Verletzungen bei Erwachsenen durch Fußballspiele verursacht. Kinder verletzen sich am Häufigsten beim Fahrradfahren.

Fußball führt auch im Sommer 2009 die Unfallstatistik wieder ganz klar an. Mit rund 13 Prozent folgen Radfahren und mit 5 Prozent Volleyball. „Die Mehrzahl der Verletzten waren Männer. Sie machen mehr als 90 Prozent unserer Patientinnen und Patienten aus und sind im Durchschnitt 27,9 Jahre alt“, sagt OA Dr. Clemens Hübner, Fachart an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie. 869 Verletzungen, die in der vergangenen Saison behandelt wurden, hatten einen leichten Schweregrad. Mit 71,8 Prozent sind sie auch die häufigsten. Schwere Verletzungen erlitten 17,4 Prozent. Schwerstverletzt wurden lediglich 15 Sportler. Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Vorstand der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, ist stolz, dass sein Team auch in diesem Jahr die viele Daten und Fakten zusammengetragen hat. 

 

Männer verletzten sich beim Sommersportweitaus häufiger als Frauen

1.098 Männer wurden im Sommer 2009 an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie wegen einer Sportverletzung behandelt. Vor allem beim Fußball verletzen sich Männer mit 96,7 Prozent wesentlich häufiger als Frauen. „Unsere typischen Sommersportpatienten sind Männer“, sagt Unfallchirurg Hübner, der die Sommersportstatistik aufbereitet hat. Insgesamt ist der Anteil der verletzten Frauen auch 2009 wieder deutlich gesunken. Waren im Jahr 2008 noch rund 12 Prozent der Verletzten Frauen so betrug der Anteil im vergangenen Jahr nur mehr 9,8 Prozent. Die verletzten Männer sind im Durchschnitt 27,9 Jahre alt und damit älter als die Frauen, die bei der Einlieferung durchschnittlich 24,9 Jahre alt sind. Fast drei Viertel der Verletzten sind unter 30, 26 Prozent sind zwischen 31 und 60 Jahre alt. „2,8 Prozent der Verunglückten sind bereits über 60 Jahre alt. In dieser Altergruppe gab es einen leichten Anstieg um 0,2 Prozent“, so Prim. Resch.

 

Knie- und Sprunggelenk sind bei mehr als der Hälfte der Sportverletzungen betroffen

Die meisten Sportunfälle ziehen leichte Verletzungen nach sich, bei denen in der Regel keine Knochenbrüche vorliegen und die ambulant behandelt werden können. Mehr als zwei Nachkontrollen sind in solchen Fällen nicht nötig. 9,6 Prozent der Verletzungen sind mittleren und 17,4 Prozent schweren Grades. Das bedeutet, die Betroffenen müssen für die Behandlung stationär aufgenommen werden. Es handelt sich dabei meist um Frakturen oder Gelenksluxationen, die operiert werden müssen. Nach der Entlassung müssen diese Patienten mehr als vier Mal zur Kontrolle ins Krankenhaus zurückkommen. Schwerste Verletzungen wurden insgesamt 15 Mal (1,2 Prozent) festgestellt.Für die Statistik werden auch die verletzten Körperregionen erfasst. Mehr als die Hälfte aller Sportverletzungen betrifft die Gelenke der unteren Extremitäten. „Das heißt, dass das Kniegelenke und die Sprunggelenke am häufigsten betroffen sind“, analysiert OA Hübner. Ellbogen, Handgelenk und Hand müssen ebenfalls oft behandelt werden. Genauso wie Schultern und Oberarme. Bei 4,8 Prozent aller Sportunfälle tragen die Sportler Verletzungen am Kopf oder im Gesicht davon. Bei den meisten Verletzungen (88,1 Prozent) genügt jedoch eine ambulante Versorgung.

In der Sommersportstatistik wird auch der Body-Maß-Index (BMI) der Verletzten erfasst. „Dabei zeigt sich auch in der der aktuellen Statistik wieder, dass Menschen mit zu hohem oder zu niedrigen BMI öfter schwere Verletzungen davontragen als normalgewichtige Personen“, sagt Prim. Resch.

Positive Entwicklung zu Schutzmaßnahmen setzt sich weiter fort

Fußball und Radfahren sind die zwei gefährlichsten Sommersportarten. Umso positiver ist der Trend zur professionellen Ausrüstung zu bewerten. 43,4 Prozent der Verletzten Fußballspieler trugen bereits Schienbeinschützer. 61,8 Prozent der sportlichen Radfahrer greifen zu einem Helm. „Hier verzeichnen wir einen leichten Rückgang zur letzten Statistik. Erfreulich ist jedoch, dass mittlerweile beinahe 19 Prozent derjenigen, die das Fahrrad für den Weg in die Arbeit oder zum Einkaufen verwenden, ihren Kopf schützen“, sagt Dr. Hübner. Ein Großteil der Kopfverletzungen wäre mit einem richtig sitzenden Helm vermeidbar gewesen. Darum appellieren die Mediziner auch heuer wieder für einen professionellen Kopfschutz.

Verletzungen beim Kampfsport deutlich gesunken – Fußball nach wie vor Spitzenreiter

Verletzten sich im vergangenen Jahr 105 PatientInnen bei der Ausübung von Kampfsportarten, waren es im Sommer 2009 hingegen nur mehr 33 Personen. Damit entfallen nur mehr 2,7 Prozent der Sportverletzungen auf diese Sportarten. Häufiger sind Verletzungen beim Inlineskaten (3,6 Prozent) oder Volleyballspielen (5 Prozent).754 der insgesamt 1.211 Patienten verletzen sich beim Fußball. Im Vergleich zur Saison 2008, in der 940 Sportverletzungen vom Fußball herrührten, ist der Wert leicht gesunken. Dennoch handelt es sich dabei um 62,3 Prozent aller Sportverletzungen, die an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie behandelt wurden. Der überwiegende Teil der verletzten Kicker waren Männer (96,7 Prozent).

Kinder verletzen sich am Häufigsten bei Fahrrad- und Trampolinunfälle

Jährlich werden an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Salzburg mehr als 2.500 Kinder nach Unfällen ambulant oder stationär behandelt. In der Altersverteilung zeigt sich eine Zunahme der Verletzungen bei Schulkindern und Jugendlichen. „Jungen sind mit 65 Prozent häufiger betroffen als Mädchen. Die häufigsten Unfallursachen sind Stürze beim Spielen oder leichte Ballsportverletzungen“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr Günther Schimpl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie. Schwere Verletzung tragen die Kinder meist von Fahrrad- und Trampolinunfällen davon. „Auch die Gefahr durch Ertrinkungs- und Schwimmbadeunfälle wird nach wie vor leider unterschätzt“, sagt Prim. Schimpl.

Richtige Technik und professionelle Ausrüstung für sicheres Radfahren unerlässlich

Radfahren zählt zu den beliebtesten Sportarten bei Kindern. Das Fahren ist jedoch eine sehr komplexe Aufgabe, die von den Kindern viel Geschick und eine gute Koordinationsfähigkeit verlangt. „Jedes zweite Kind, das älter als zehn Jahre ist und im Straßenverkehr verunglückt, ist mit dem Fahrrad unterwegs. 36 Prozent der dadurch entstehenden Verletzungen betreffen den Kopf. Unerlässlich ist deshalb eine professionelle Ausrüstung der Kinder mit Schutzhelm. Sie können den Schweregrad der Kopfverletzungen um bis zu 80 Prozent reduzieren“, betont der Mediziner. Im Alltag trägt jedoch nur jedes zweite Kind einen Kopfschutz. Das durchschnittliche Alter der verletzten Kinder beträgt zehn Jahre.

Trampolinspringen mit richtiger Technik gutes Training für Gleichgewicht und Geschicklichkeit

Die Zahl der Trampolinunfälle hat auch in der vergangenen Saison wieder zugenommen. „Das Trampolin ist ein anspruchsvolles Sportgerät, das eine ausgereifte motorische Koordination und ein gutes Gleichgewichtsgefühl verlangt“, sagt Prim. Schimpl. „So positiv diese Form der Bewegung für Kinder auch ist, hier kann das schwerelose Schweben in der Luft zum harten Aufschlag am Randgestänge des Trampolins oder am Boden führen und schwere Verletzungen verursachen.“ An der Kinder- und Jugendchirurgie wurde auch im Jahr 2009 wieder ein Anstieg von Verletzungen beim Trampolinspringen beobachtet. Verletzen sich im Jahr 2008 112 Kinder, so mussten in der vergangenen Saison bereits mehr als 200 PatientInnen behandelt werden. „Wir appellieren darum an die Eltern, darauf zu achten, dass die Spielgeräte ordnungsgemäß aufgestellt wurden, eine Rahmenpolsterung und eine ausreichend hohe Absturzsicherung vorhanden sind. Zudem sollte immer drauf geachtet werden, dass nur ein Kind im Trampolin springt und niemals mehrere Kinder unterschiedlichen Gewichts“, betont der Primar.

Ertrinken zweithäufigste Todesursache bei Kleinkindern von zwei bis vier Jahren

Im Alter von zwei bis vier Jahren ist Ertrinken die zweithäufigste Todesursache. Bei Kindern unter 19 ist es noch die vierthäufigste. Im Jahr ertrinken in Österreich acht Kinder, rund 30 Kinder überleben den Unfall zwar, tragen jedoch schwerwiegende Gehirnschäden und in Folge dessen eine geistige Behinderung davon. „In neun von zehn Fällen befindet sich eine Aufsichtperson in einem Umkreis von zehn Metern und bemerkt denn Unfall nicht. Dabei können bereits zwei bis vier Minuten unter Wasser zu irreversiblen Schäden und Tod führen“, sagt Prim. Schimpl. Bei Kindern, die jünger als vier Jahre sind, reicht zudem schon eine Wassertiefe von lediglich zehn Zentimetern, um zu ertrinken. „Kindern, die ins Wasser fallen, bewegen sich reflexartig nicht mehr. Dieser sogenannte Diving-Reflex ist die Ursache, warum sie so leicht untergehen und ersticken“, erklärt der Mediziner.

Gefährlich ist jedoch auch die Umgebung. „Vor allem ältere Kinder verletzen sich bei Aktivitäten rund ums Becken oder im Auslauf von Wasserrutschen. Auch das unüberlegte Hineinspringen führt zu schwerwiegenden Verletzungen an Wirbelsäule und Kopf“, sagt Prim. Schimpl. Kinder sollten darum bereits im Vorschulalter schwimmen lernen, denn Schwimmhilfen sind keine ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen. Bei Sprungtürmen oder Wasserrutschen müssen stets die Sicherheitshinweise und Regeln beachtet werden. „Um im Notfall jedoch richtig zu reagieren, sollten Eltern lebensrettende Sofortmaßnahmen trainieren. So können sie im Ernstfall schnell und kompetent handeln“, sagt Prim. Schimpl.

400 Kinder bei Unfällen auf Spielplätzen verletzt

Jährlich verunfallen rund 7.500 Kinder auf Spielplätzen, 400 davon in Salzburg. In mehr als 90 Prozent der Fälle sind die Kinder jünger als sieben. Die häufigsten Verletzungen sind offenen Wunden und Knochenbrüche. Aber auch Kopfverletzungen bei Abstürzen von Spielgeräten sind keine Seltenheit. Die Ursachen liegen meist in der unsachgemäßen Nutzung der Spielgeräte und der falsche Aufstellung zueinander. Eltern sollten darum genau drauf achten, dass ihre Kinder nur Geräte benutzen, die ihrem Alter angemessen sind und die Kinder immer im Auge behalten. 

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Mag. Mick Weinberger
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