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CDK testet intelligente Wohnumgebung zur Sturzerkennung
CDK testet intelligente Wohnumgebung zur Sturzerkennung

Christian-Doppler-Klinik Salzburg testet intelligente Wohnumgebung zur Sturzerkennung und -benachrichtigung

SALZBURG. Jeder dritte Mensch, der älter als 65 Jahre ist, stürzt im Jahr einmal. Bei den über 80-Jährigen ist es jeder Zweite. In Langzeitinstitutionen wie Altenheimen werden pro PatientIn und Jahr sogar drei Stürze verzeichnet. Die große Gefahr, neben dem Risiko einer schweren Verletzung, ist, dass SeniorInnen oft nicht mehr selbstständig aufstehen können. Wenn dann niemand zugegen ist, der Hilfestellung geben könnte, befinden sie sich in einer auswegslosen Situation. Die Christian-Doppler-Klinik Salzburg testet nun einen Funktionsprototyp von iResidence. Das System ist mit einem Onlineserver verbunden und erkennt, wenn ein/e Patient/in stürzt. Dann aktiviert es automatisch eine Rettungskette und ermöglicht rasche Hilfestellung.

30 bis 50 Prozent der älteren Menschen stürzten wiederholt. Vordergründige Folgen sind Verletzungen. „Davon müssen rund zehn Prozent ärztlich versorgt werden“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Gunter Ladurner, Ärztlicher Direktor an der Christian-Doppler-Klinik und ergänzt: „In fünf Prozent der Fälle handelt es sich um Frakturen, wovon wiederum ein Viertel im hüftnahen Bereich angesiedelt ist. Häufig kann nach so einer Verletzung die frühere Mobilität und Selbstständigkeit nicht mehr erreicht werden. Es kommt zu einer wesentlichen Einschränkung der Lebensqualität.“ Unabhängig von den Verletzungen entwickeln knapp 20 Prozent der Betroffen Sturzangst, die zu Einschränkungen der Alltagsaktivitäten und in Folge zu funktionellem Abbau führt. „Das größere Sturzrisiko ist den älteren Menschen bewusst und die Angst vor einem neuerlichen Sturz lässt sie passiv werden. Das wirkt sich oft schlecht auf die seelische Gesundheit aus“, sagt Landurner.

Schnelle Hilfe durch iResidence

Dem soll iResidence nun entgegen wirken. Konzipiert wurde das System um es Personen mit Betreuungsbedarf zu ermöglichen, länger in der eigenen, vertrauten Umgebung zu bleiben. „Erreicht wird das durch eine Unterstützung im täglichen Leben ohne direkt in den Alltag der Menschen einzugreifen“, erklärt Armin Blaha, CEO von der Firma spantec, die iResidence entwickelte. Möglich macht das die Ausstattung der Wohnung/des Hauses mit einem kabellosen Netzwerk, das eine einfache Integration von medizinischen Messgeräten ermöglicht. So können Gefahrensituationen wie zum Beispiel Stürze erkannt und Angehörige und/oder Rettungsdienste automatisch alarmiert werden. „Vor allem älteren Menschen, können wir mit diesem System Sicherheit geben, dass ihnen in einer Notsituation rasch geholfen wird. Das wirkt sich positiv auf die Lebensqualität aus“, sagt Blaha.

Getestet wurde das System bis jetzt nur mit gesunden Menschen im mittleren Alter. „Die Testpersonen simulierten auf gepolstertem Untergrund einen Sturz. Das System zeichnete diese Bewegungsabläufe auf. So kann es nun ähnliche Bewegungen erkennen und daraus die Gefahrensituation ableiten“, so Blaha.

Anwendbarkeitsstudie für Geriatrische Kliniken

Die Universitätsklinik für Geriatrie der Christian-Doppler-Klinik testet nun dieses neue System. „Grundsätzlich geht es darum, herauszufinden, ob so ein System in der Zielgruppe anwendbar ist“, sagt Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder, Leiter der Universitätsklinik für Geriatrie. „Wichtige Faktoren dabei sind unter anderem die Akzeptanz unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Betroffenen aber auch die Funktionalität der Umsetzung des technischen Konzepts“, sagt Iglseder.

In einem Zeitraum von zwei Monaten werden die Bewegungsdaten von zehn PatientInnen mit erhöhtem Sturzrisiko über eine Dauer von jeweils fünf Tagen (Montag bis Freitag) aufgezeichnet. „Das erhöhte Sturzrisiko wird über ein routinemäßig erhobenes Sturzassesment definiert. Stationäre Patientinnen und Patienten, die die Einschlusskriterien wie etwa einen vormaligen Sturz erfüllen, werden über das Projekt aufgeklärt. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig“, sagt Iglseder. Primäres Ziel der Untersuchung ist es, zu prüfen, ob die Sensorsignale der untersuchten SeniorInnen ausreichende Ähnlichkeit mit den Signalen haben, die in den Vorversuchen erhoben wurden.

Die TeilnehmerInnen tragen zur Durchführung der Studie einen Gürtel um die Hüfte, an dem Sensoren angebracht sind. Diese Zeichnen die Bewegungen der ProbandInnen auf. Die Bewegungsdaten werden ausgelesen, an die Basis übertragen und mit den Sensorsignalen aus vorangegangenen Versuchen verglichen. So kann erhoben werden, ob die Anwendbarkeit auf die Zielgruppe der älteren Menschen gegeben ist.

Datensicherheit durch Verschlüsselung

Um die Daten der teilnehmenden Personen optimal zu schützen, findet die Datenübertragung über SSL und HTTPS statt. „Im Netzwerk werden keine personenbezogenen Daten übertragen, sondern es wird ausschließlich mit der ID-Nummer der einzelnen Stellen gearbeitet. Die Zuweisung zu der Person erfolgt dann am lokalen Rechner der Pflegemitarbeiterinnen und -mitarbeiter“, erklärt Blaha.

Ansprechpartner

Univ.-Prof. Dr. Gunther Ladurner, Ärztlicher Direktor der Christian-Doppler-Klinik Salzburg
Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder, Leiter der Universitätsklinik für Geriatrie an der Christian-Doppler-Klinik Salzburg
Armin Blaha, CEO Spantec

Ing. Roland Novak, IT-CDK und Projektleiter iResidence/SALK
DGKP Klaus Trenkler, Stationsleiter Geriatrie B Station

Bildrechte SALK/Abdruck honorarfrei

Fragen an:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin PR und Kommunikationsmanagement
Pressesprecherin
Gemeinnützige Salzburger Landesklinik Betriebsgesellschaft mbH
Tel: +43 (0)5 7255-20012
m.weinberger@salk.at
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