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Wintersportstatistik 2008/09
Wintersportstatistik 2008/09

Wintersportstatistik 2008/09

SALZBURG. Der letzte Schwung vor dem Einkehrschwung ist der gefährlichste beim Schifahren. Die Kondition lässt nach und schon ist der Sturz passiert. Das Knie verdreht sich, es schmerzt und der Schitag endet im Krankenhaus. 416 PatientInnen wurden in der Wintersaison 2008/2009 nach Verletzungen beim Wintersport an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie versorgt. Das sind 88 weniger als in der vergangenen Saison. Mehr als 41 Prozent der erwachsenen verletzten SchifahrerInnen waren mit einem durchschnittlichen BMI von 24,5 übergewichtig. Der durchschnittliche BMI betrug 24,5, die 41,3% übergewichtigen Patienten hatten einen BMI von deutlich über der Norm (25).Das Durchschnittsalter bei den verletzen Schifahrern betrug 42,7 Jahre, bei Schifahrerinnen 41 Jahre. Die meisten Verletzten sind unter 30 Jahre alt. Der prozentuell höchste Anteil Schwer- und Schwerstverletzter liegt in der Altersgruppe 60 plus. Seit 1993 erhebt die Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie zweimal jährlich die Daten von Winter- und Sommersportverletzten.


Im Vergleich zur Wintersportsaison des Vorjahres ist die Zahl der Verletzten leicht zurückgegangen. Dennoch endete für 416 Personen der Wintersporttag an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der Salzburger Landeskliniken. „Der Rückgang von 504 auf 416 verletzte Personen ist zwar nicht groß aber dennoch erfreulich“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Vorstand der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie. „291 der Patientinnen und Patienten verletzen sich beim Schifahren. Das sind rund 70 Prozent der Wintersportunfälle. Unmittelbar danach kommen Snowboardunfälle mit 74 Verletzten. 23 verunglückten beim Eislaufen, 17 beim Rodeln und elf beim Langlaufen.“ Die Zahlen zeigen, das die schwersten und meisten Unfälle auf Pisten beim Schifahren oder Snowboarden passieren.

Männer verunglücken häufiger als Frauen – Vor allem bei schwersten Verletzungen Spitzenreiter
Von den in der Vorsaison behandelnden PatientInnen waren 276 männlich. Im Vergleich zu den 139 verletzten Frauen, erlitten die Patienten vor allem mehr schwerste Verletzungen. „Dennoch ist es möglich die Mehrzahl der Patientinnen und Patienten – sprich rund 80 Prozent – ambulant zu behandeln. Von den stationär aufgenommenen Verletzten wurden in der vergangenen Saison 28 Prozent operative und 72 Prozent konservativ versorgt“, sagt Resch.

Unter-30-Jährige verunfallen öfter – Knieverletzungen sind Spitzenreiter
„31,7 Prozent der Verunfallten sind unter 30. Der prozentuell höchste Anteil an Schwer- und Schwerstverletzten findet sich allerdings bei der Altergruppe 60+“, sagt Resch. Am häufigsten sind Knie (27,8 Prozent), Schulter (19,1 Prozent) und Hand beziehungsweise Handgelenk (19,1 Prozent) verletzt. „Vor allem die Zahl der übergewichtigen Patientinnen und Patienten nimmt zu“, sagt Dr. Clemens Hübner, Oberarzt an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie. „Beim Alpinschifahren waren es in dieser Saison bereits 41,3 Prozent, die einen BMI über 25 hatten. Bei den Snowboradfahrerinnen und –fahrern 19,2 Prozent“, so Hübner. Sowohl beim Schifahren als auch beim Snowboarden führt der „Sturz im Schwung“ die Liste der häufigsten Unfallarten an. An zweiter Stelle kommt bei den Schifahrern der Sturz während des Geradeausfahrens mit 16 Prozent, bei den SnowboarderInnen der Sprung rund 33 Prozent.

Unfallrisiko steigt kurz vor Mittag und vor der letzen Abfahrt – Ermüdung häufige Unfallursache
Sinkt die Aufmerksamkeit und lässt die Kondition nach, passieren die meisten Unfälle. Das ist meist kurz vor Mittag und vor der letzen Abfahrt am Abend der Fall. „Die meisten verletzen sich zwischen elf und zwölf beziehungsweise von 15 bis 16 Uhr“, sagt Hübner. Auch die Pistenverhältnisse haben einen großen Einfluss auf die Unfallhäufigkeit. So wurde den SchifahrerInnen in der vergangenen Saison vor allem Pulver- und Kunstschnee zum Verhängnis. Für SonwboarderInnen sind nach dem Pulverschnee vereiste Schipisten das größte Risiko.

Jährlich verletzen sich bis zu 16.000 Kindern auf Österreichs Schipisten
Mit rund 70 Prozent liegt der Anteil des Schifahren und Snowboardens an erster Stelle bei den Wintersportunfällen im Kindesalter. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Eislaufen und Eishockey sowie Rodeln. „Etwa die Hälfte der verunglückten Kinder und Jugendlichen sind zwischen zehn und 14 Jahren alt“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie der PMU. Von den 12.000 bis 16.000 verletzten Kindern, die es pro Saison gibt, braucht jedes fünfte Kind mehr als sechs Wochen medizinische Betreuung.Kinder ab dem sechsten Lebensjahr sind verstärkt in das Unfallgeschehen involviert. Die häufigste Unfallursache ist mit 86 Prozent der Einzelsturz. „Kinder unterschätzen oftmals ihr Können. Darum ereignen sich auch mehr als 60 Prozent der Verletzungen am Nachmittag. Nach zwei bis drei Stunden auf der Piste beginnt die Kondition nachzulassen“, sagt Schimpl. Kinder sollten darum im Schiurlaub nicht überfordert werden. Längere Pausen und Alternativen zum Schifahren verringern das Unfallrisiko.

Im Vergleich zum Schi- und Snowboardfahren passieren beim Rodeln zwar weniger Unfälle, die Unfallfolgen sind jedoch gravierender. „Rodelunfälle sind bei unseren Patientinnen und Patienten zwar nur selten vertreten, das Verletzungsausmaß ist jedoch beträchtlich“, sagt Schimpl. Der Schweregrad der Verletzungen liegt an dritter Stelle im Kindesalter. Besonders gefährdet sind Kinder im Vor- und Volkschulalter. Die Zehn- bis 14-Jährigen erleiden jedoch aufgrund der rasanteren Fahrt wesentlich schwerere Verletzungen.

Körperliche Fitness sowie Helme und Protektoren schützen kluge Köpfe und Körper
Das Bewusstsein, den Kopf beim Wintersport mit einem Helm zu schützen, steigt. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Kopfverletzungen um drei Prozent abgenommen.
Gesamtgesehen haben die Kopfverletzungen abgenommen, beim Schifahrer haben sie aber um 1,9% zugenommen, (beim Snowboarden um 2,9% abgenommen)
„Dennoch stehen Verletzungen am Kopf mit 9,6 Prozent an Vierter Stelle bei Wintersportunfällen“, sagt Prim. Univ. Prof. DDr. Anton Wicker, Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation. „Es sind in erster Linie Kopfverletzungen, die sehr ernste Konsequenzen haben“, spricht Wicker aus der Praxis. Bei Kindern wird vermehrt auf den Kopfschutz geachtet, bei Erwachsenen fehle dieses Bewusstsein zum Großteil noch. Gerade bei SnowboarderInnen rät Wicker zusätzlich zu Rückenprotektoren und Gelenksschonern. „Verletzungen an den Handgelenken können so leicht verhindert werden“, sagt Wicker.

33 Prozent der verunfallten SnowboarderInnen und 52 Prozent der verletzen SchifahrerInnen tragen überhaupt keine Schutzausrüstung. Generell gilt: Je besser die körperliche Fitness und die Ausrüstung der WintersportlerInnen, desto weniger Risiko stellen äußere Gegebenheiten wie Pistenverhältnisse dar und desto geringer ist das Verletzungs- und Unfallrisiko. Ein schöner Wintersporttag endet so wesentlich seltener in der Klinik. 



Fragen an:

Mag. Mick Weinberger
Leiterin PR und Kommunikationsmanagement
Pressesprecherin
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