„Die koronare Bypasschirurgie stellt heute noch immer ca. 60-70% des gesamten operativen Spektrums der Herzchirurgie dar. In vereinzelten Fällen ist hier besonders schnelles Handeln angesagt. Wenn mit dem Herzkatheter Probleme akut werden, muss sofort operiert werden. In der Salzburger Herzchirurgie ist deshalb eine Versorgung rund um die Uhr an jedem Tag der Woche gewährleistet."
Univ.-Prof. Dr. Dr. hc Felix Unger
Ziel der Operation ist es, das verengte Herzkranzgefäß zu umgehen und über eine Umleitung des Blutstroms (Bypass) die Blutversorgung dieses vormals schlecht mit Blut versorgten Gebiets am Herzen wieder zu gewährleisten.
Gold Standard: 2007 wurden 242 isolierte Eingriffe an den Koronarien durchgeführt. Zusätzliche 60 Bypassoperationen erfolgten in Kombination mit einem Klappeneingriff. Bei fast allen Patienten (97,6%) wurde der „Gold Standard“, verwendet, d.h.die Arteria mammaria (thoracica) interna wurde in Kombination mit der Vena saphena als Bypassmaterial verwendet. Die Salzburger Herzchirurgie verwendet die Arteria mammaria interna auch im hohen Alter. Meistens werden Drei- und Vierfach-Bypassoperationen, gelegentlich Fünf- und Sechsfach-Bypassanlagen durchgeführt. Es werden aber auch andere operative Methoden, wie z.B. die Ostium-Plastik angeboten.
Die Bypassoperation selbst erfolgt in Allgemeinnarkose.
Die Operation erfordert eine Längseröffnung des Brustbeins und es erfolgt nach Eröffnung des Herzbeutels der Anschluß des Herzens an die Herz-Lungenmaschine. Bei diesem Operationsverfahren mittels Herz-Lungenmaschine - kurz HLM genannt - wird das Herz mittels einer speziellen Lösung vorrübergehend stillgelegt und die Bypassanlage (s.u.) wird daraufhin durchgeführt.
Eine Bypassanlage kann auch ohne die Herzlungenmaschine am schlagenden Herzen (engl.„off-pump“ / OPCAB Technik) erfolgen. Der Sie behandelnde Herzchirurg wird Sie über das jeweilige zur Anwendung kommende Verfahren vor der Operation informieren und Ihnen noch offenen Fragen hierzu beantworten.
Die Bypassanlage läuft standardisiert nach Schema ab. Es werden mehrere Konzepte zur Revaskularisation (Wiederherstellung der Blutversorgung am Herzen) angewendet:
Altersabhängig wird zunehmend das Konzept der kompletten arteriellen Revaskularisation an unserer Klinik angewandt, d.h. es werden als Bypassmaterialien zum Grossteil körpereigene Arterien verwendet. Ein wesentlicher Vorteil dieses Operationskonzeptes ist die längere Offenheitsrate der Arterien im Vergleich zu Bypassmaterial aus Beinvenen (s.u.) während der Standardoperation.
Während der Standardbypassoperation wird Venenmaterial in Form der Vena saphena magna aus dem Bein entnommen. Neuerdings verwenden wir hierfür ein endoskopisches Verfahren, welches durchaus bessere kosmetisch Resultate liefert.
Als Standardbypassmaterial wird an unserer Universitätsklinik für Herzchirurgie stets die linke Brustwandarterie als Bypassmaterial gewonnen und eingesetzt. Diese wird als der Goldstandard in der Herzchirurgie angesehen und kommt selbstverständlich bei uns zum Einsatz.
Die Herzkranzgefäße werden daraufhin vom Herzchirugen mit dem gewonnenen Bypassmaterial versorgt. Hierbei werden die entsprechenden Venen oder Arterien mittels feinen Nähten direkt auf das eröffnete Herzkranzgefäß bzw. die Hauptschlagader genäht.
Nach der Bypassanlage erfolgt das Entfernen der Herzlungenmaschine, die Einlage von Drainagen (Schläuchen) in das Wundgebiet zur Ableitung von Wundsekreten, sowie der Verschluss des Brustbeins mittels Drahtschlingen mit anschließender kosmetischer Hautnaht.
Nach erfolgter Operation erfolgt der Transfer auf die Intensivstation.
Patienten nach einer Bypassoperation können in der Regel wenige Stunden nach der Operation vom Beatmungsgerät getrennt werden.
Im Allgemeinen werden die Patienten am 1. Tag nach der Operation von der Intensivstation auf eine Überwachungsstation und anschließend auf die Pflegestation verlegt. Die Patienten können in der Regel vom 8. bis 10. Tag bereits gut mobilisiert in die häusliche Pflege entlassen werden. Wenn möglich, werden unsere Patienten auch direkt vom Krankenhaus in die Anschlussheilbehandlung (Rehabilitation) verlegt.
Diese dauert in etwa drei Wochen.








