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Generationenmanagement
Generationenmanagement

Salzburger Landeskliniken pflegen das Arbeitsvermögen ihrer Mitarbeiter/-innen

Generationenmanagement: Die SALK pflegen das Arbeitsvermögen ihrer Mitarbeiter/-innen und bringen Altern und Arbeit in Balance

Die demografische Entwicklung macht alterns-gerechtes Arbeiten immer wichtiger. Um die Arbeitsfähigkeit der MitarbeiterInnen langfristig zu erhalten, zu sichern und zu fördern, haben die Salzburger Landeskliniken ein spezielles Programm ins Leben gerufen. Das Küchenteam durchläuft derzeit zum Beispiel ein Pilotprojekt in dem es um Vorsorgeberatung zur Erhaltung und Förderung des Arbeitsvermögens geht.

Als GesprächspartnerInnen stehen Ihnen zur Verfügung:

Landesrätin Erika Scharer  Landesrätin für Personal, Arbeit, Soziales, Landesheime und Landesanstalten  

Prof. Dr. Juhani Ilmarinen 

 

Finnish Institute of Occupational Health (Helsinki);
 Prof. Of Occup. Wellbeing and Work Ability, Swinburne University of Technology, Melbourne, Australien Finnischer Experte für Generationenmanagement 
Dr. Christine Rühle   Stv. Geschäftsführerin SALK 
Mag.a Waltraud Weissengruber 

Leiterin Servicebereich Personal 

Alternsgerechtes Arbeiten als Basis für eine zukunftssichere Personalpolitik

SALZBURG. Um die Voraussetzung für eine zukunftssichere Personalpolitik zu schaffen, haben die Salzburger Landeskliniken aktiv das Programm „Generationenbalance / Alter(n)sgerechtes Arbeiten“ gestartet. Derzeit liegt das Durchschnittsalter der MitarbeiterInnen der SALK bei rund 40 Jahren. Um deren Arbeitsfähigkeit und deren Arbeitsvermögen auch für die Zukunft langfristig zu erhalten, zu sichern und zu fördern, werden zahlreiche Maßnahmen gesetzt, Rahmenbeding-ungen geschaffen und Angebote gemacht.

„Was können wir tun, um unser aller Arbeitsfähigkeit langfristig zu erhalten – diese Frage ist schon heute enorm wichtig und wird durch die demografische Entwicklung weiter an Bedeutung gewinnen“, sagt Erika Scharer, Landesrätin für Personal, Arbeit, Soziales, Landesheime und Landesanstalten. „Für beständige Qualität und Leistung braucht es heute wie morgen eine vorausschauende Personalpolitik. Das Programm der Salzburger Landeskliniken zur Generationenbalance und zu alternsgerechtem Arbeiten ist dafür die ideale Voraussetzung.“ In einem Unternehmen tragen gerade Führungskräfte eine wesentliche Mitverantwortung für die Rahmenbedingungen zur Erhaltung und Förderung der Arbeitsfähigkeit ihrer MitarbeiterInnen. Um von den Besten zu lernen, haben sich die Salzburger Landeskliniken den führenden Experten auf dem Gebiet des Generationenmanagements eingeladen. Prof. Juhani Ilmarinen vom FIOH (Finnish Institute of Occupational Health) in Helsinki hat sich als Erster mit den Auswirkungen der sich verändernden Demografie auf die Arbeitswelt beschäftigt. Er setzt vor allem bei der „work ability“ – der Arbeitsfähigkeit an. „Wie können wir die Arbeitsbewältigungsfähigkeit langfristig erhalten und fördern?“, „Wie sieht das Fördermodell zur Erhaltung und Stärkung der Arbeitsbewältigungsfähigkeit aus“ oder „Wie sehen Visionen und konkrete Umsetzungs-möglichkeiten aus?“ – diesen Fragen geht der finnische Experte nach. „Das Konzept der Arbeitsfähigkeit basiert großteils auf den Ergebnissen einer Längsschnittstudie, die über einen Zeitraum von elf Jahren erstellt wurde und an der mehr als 6500 ArbeiternehmerInnen beteiligt waren. Es wird hervorgehoben, dass die Arbeitsfähigkeit des Individuums auf der Wechselwirkung zwischen menschlichen Ressourcen und Arbeitsanforderungen beruht. Es liegt weder nur an den Arbeitenden noch nur an ihrer Arbeit oder Arbeitsumgebung, ob die Arbeit gut ausgeführt werden kann oder nicht – es geht um die Passung zwischen Arbeitenden und Arbeit!  Arbeitsfähigkeit setzt sich aus vier Hauptfaktoren zusammen: Gesundheit (Leistungsfähigkeit), Kompetenz (Kenntnisse und Fähigkeiten), Werte (Einstellungen und Motivation) sowie Arbeit (Arbeitsumgebung, Inhalte, Anforderungen, Management und Führung).“ erklärt Prof. Ilmarinen.

Der studierte Sportwissenschaftler und Professor der Abteilung für Physiologie am Institut für Arbeitsmedizin in Helsinki ist seit 1989 Sekretär des wissenschaftlichen Ausschusses „Altern und Arbeit“ der internationalen Kommission für Arbeitsmedizin sowie Vorsitzender des Ausschusses für Altersfragen der International Ergonomics Association (IEA). Bislang hat er mehr als 500 Publikationen und sechs Bücher zu diesem Thema verfasst.

Lebensphasengerechtes Arbeiten

Das Programm an den Salzburger Landeskliniken beinhaltet neben gesundheitsfördernden Maßnahmen (physisch und psychisch) auch Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Wir wollen in den SALK Rahmenbedingungen schaffen, die es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, entsprechend ihrer jeweiligen Lebensphase fit und den täglich an sie gestellten Anforderungen gewachsen zu sein bzw. zu bleiben“, so Dr. Christine Rühle, stv. Geschäftsführerin der SALK. Die Rahmenbedingungen alleine sind für die erfolgreiche Umsetzung des Programms allerdings zu wenig. „Es bedarf auch der Bereitschaft und der Mitwirkung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, präventiv und eigenverantwortlich zu handeln“, sagt Mag. a Waltraud Weissengruber, Leiterin des SB Personals. „Da wir alle im Gesundheitsbereich tätig sind, sollten wir auch für uns selbst gesundheitsbewusst handeln.“

Individuelle Gesundheitsprävention

Mehr als 60 Führungskräfte der Salzburger Landeskliniken wurden in mehreren Workshops auf das Thema Generationenmanagement sensibilisiert. Gemeinsam wurden mögliche Handlungsfelder erarbeitet. Weissengruber: „Neben Flexibilisierung der Arbeitszeit wurden und werden insbesondere die individuelle Gesundheitsprävention wie Bewegung, Ernährung und psychosoziale Belastung / Stressmanagement und Führungs- / Teamkultur als wichtige Faktoren für die langfristige Erhaltung der Arbeitsfähigkeit erachtet.“ Die Gesundheitsprogramme umfassen u.a. durch den Betriebsrat vergünstigte Gesundheits- und Fitness-Checks, gesunde Ernährung (Betriebsküche), Supervision, Coaching sowie Veranstaltungen des SB Personal und der Fort- und Weiterbildungsakademie (z.B. Mobbing-Prävention, Work-Life-Balance, Energietankstelle, Präventiv-Strategien gegen Burnout,...).

Im Bereich Unternehmens- und Führungskultur wurden bereits einige Maßnahmen umgesetzt bzw. sind sie in Planung:

  • Führungskräfteschulungen (Sensibilisierungs-Workshops, Integration dieses Themas in die SALK-Managementausbildung,…)
  • Definition Rekrutierungsmerkmale: Soziale Kompetenz von Führungskräften
  • MitarbeiterInnengespräche
  • Schaffung familienfreundlicher Rahmenbedingungen (Auditierung / Zertifizierung „Familie&Beruf“, Kinderbetreuung, Teilzeitmodelle, Jobsharing, Telearbeitsplätze)
  • Information / Kommunikation (Betriebszeitung, Newsletter, Info-Veranstaltungen,…)
  • Betriebsvereinbarungen SuchtpräventionØ Projekt Rauchfreies Krankenhaus
  • Supervision / Coaching
  • Karrierecoaching für Frauen

Flexible Modelle für Arbeitsorganisation und Arbeitszeit

Das Programm bietet den MitarbeiterInnen in punkto Arbeitsorganisation bzw. Arbeitszeit viele Möglichkeiten: Flexible Arbeitszeitmodelle wie beispielsweise Telearbeit oder Jobsharing werden ausgebaut, interne Versetzungswünsche werden berücksichtigt (Job-Rotation), es gibt die Möglichkeit eines gleitenden Pensionsantritts (Altersteilzeit), die Möglichkeit eines Sabbaticals sowie Unterstützung bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen (Arbeitsplatzbewertungen).

Unterstützung durch den Betriebsrat

Der Betriebsrat unterstützt das Generationenmanagement ebenfalls. So gibt es beispielsweise im März 2009 eine Gesundheitsstrasse, wo sich die MitarbeiterInnen unterschiedlichen Analysen und Beratungen unterziehen können (z.B. sportmedizinisch, arbeitsmedizinisch, Ernährungsberatung, Blutspendedienst, Versicherungen, Stresstests udgl.). Weiters unterstützt der Betriebsrat z.B. sportmedizinische Fitness-Checks  mit 30 Euro Zuschuss, Betriebssportaktivitäten wie den Businesslauf und stellt kostengünstig bzw. kostenlos Tennisplätze, zwei Schwimmbäder, Sauna, Solarium, Badehaus am Wallersee, Asphaltstockbahn, Fußballplatz, Tischtennisraum, …. zur Verfügung.

Arbeit an Maßnahmen für die Zukunft

Aktuell werden „Arbeitsbewältigungsanalysen durchgeführt“, sagt die Leiterin des Servicebereichs Personal. „Ein Pilotprojekt dazu läuft gerade  in der Küche an. Ziel ist die Ableitung individueller bedarfsgerechter Maßnahmen je Abteilung.“ Führungskräfteschulungen werden laufend durchgeführt. Eine davon ist die Informationsveranstaltung mit Prof. Dr. Juhani Ilmarinen, der über Generationenmanagement – Altern und Arbeit sprechen wird. Gemeinsam mit dem Betriebsrat ist für März 2009  der o.a. Gesundheitstag. Mehreren Themen werden Informationsveranstaltungen und Schulungen zu unterschiedlichen Themen: z.B.  Reduktion psychosozialer Belastungen, gesunde Ernährung oder Bewegung. Zur Förderung des Betriebssports wird beispielsweise die Teilnahme am Salzburger Businesslauf organisiert. Damit alle MitarbeiterInnen über die Aktionen und Angebote informiert sind, werden Broschüren zu speziellen Themen aufgelegt. „Informationen gibt es außerdem in der MitarbeiterInnen-Zeitung, im Newsletter des Servicebereichs Personal sowie im Intranet“, sagt Weissengruber.

Pilotprojekt mit den MitarbeiterInnen des Küchenteams

Eine Vorsorgeberatung durch Arbeitsbewältigungs-Coaching wird den MitarbeiterInnen des Küchenteams angeboten. Sie soll zur Erhaltung und Förderung des Arbeitsvermögens beitragen. Das Service ist für das Küchenteam kostenlos, persönlich und vertraulich. Die Beratung wird im Rahmen der Arbeitszeit abgewickelt und dauert zwischen 45 und 60 Minuten. Die externen BeraterInnen sind zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet. Alle an der Beratung Teilnehmenden erhalten ihr persönliches Ergebnis zur jetzigen Arbeitsbewältigung und Hinweise auf die Zukunft. Außerdem wird ein persönlicher Förderplan für sie erstellt. „Die Teilnahme ist freiwillig“, stellt Weissengruber klar, appelliert jedoch: „Je mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitmachen, desto besser können die Bedürfnisse berücksichtigt werden.“ Alle Ergebnisse werden von den BeraterInnen absolut anonym zusammengefasst. „Die SALK wird daraus in Abstimmung mit dem Betriebsrat entsprechende Fördermaßnahmen für das gesamte Küchenteam ableiten und umsetzen“, sagt die Leiterin des Servicebereichs Personal.

Persönliches Arbeitsvermögen pflegen

Jede und jeder sollte ihr bzw. sein persönliches Arbeitsvermögen pflegen, denn es ist täglich im Einsatz und soll schließlich auch noch bei der Pensionierung ausreichend vorhanden sein. „Nimmt das Arbeitsvermögen Schaden, führt das zu persönlichem Leid, aber auch zu betrieblichen Schwierigkeiten“, weiß Weissengruber. Das Motto dieser Vorsorgeberatung ist: „Gemeinsam dafür sorgen, dass wir persönlich und betrieblich in eine gute, gesunde und sichere Zukunft gehen können.“

Arbeitsvermögen mit vielen Facetten

Das Arbeitsvermögen hängt von vielen Faktoren ab: Von Gesundheit, Bildung / Können, Motivation und auch von den Arbeitsbedingungen. All diese Faktoren müssen gut aufeinander abgestimmt sein und sich in einem guten Umfeld aus Privat- und Gesellschaftsleben befinden. Passen Faktoren nicht mehr zusammen, gerät das Leben aus der Balance. „Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern muss daher klar werden, dass sie ihr Arbeitsvermögen pflegen müssen – ein Zeichen, dass sie es sich selbst wert sind“, erklärt Weissengruber und betont abschließend: „Wir unterstützen sie dabei.“

Bilder

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