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Haut und Augen: Schutz vor der Sonne
Haut und Augen: Schutz vor der Sonne

Haut und Augen: Schutz vor der Sonne

Haut & Augen: Schutz vor der Sonne
Zu viel Sonne schadet Haut und Augen. Schlechte Sonnenbrillen, die falsche Sonnencreme und allzu UV-durchlässige Kleidung können am Ende Hautkrebs und „Grauen Star“ oder eine „Netzhautverkalkung“ bedeuten.

Salzburg. Sowohl UVA als auch UVB Strahlung können Schädigungen im Bereich der Augen und der Haut verursachen. Es gibt jedoch Hinweise, dass die etwas energiereichere UVB-Strahlung ein höheres Schädigungspotenzial haben könnte. Weltweit steigt die Zahl der Hautkrebserkrankungen stark an. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der malignen Erkrankungen in Europa verdoppelt. UV-Strahlung gilt heute als Hauptauslöser für Basalzellkarzinom, Stachelzellkrebs und malignes Melanom. Die Melanom-Vorsorgeuntersuchung ist seit 1993 in Salzburg kostenlos: 80% der SalzburgerInnen, bei denen ein bösartiges Melanom entdeckt wurde, konnten aufgrund der Früherkennung (unter 0,75mm Eindringtiefe) eine 100%ige Heilung erwarten. Rechtzeitig vor dem Urlaubsantritt ist deshalb die Auswahl eines adäquaten Sonnenschutzes für Erwachsene und Kinder besonders wichtig. „Eine Verringerung des Hautkrebsrisikos bieten Sonnenschutzpräparate mit Reparaturenzymen, die durch zu viel Sonneneinstrahlung entstandene Hautschäden in der DNA wieder rückgängig machen und damit das Hautkrebsrisiko verringern können.“ erklärt Univ.-Prof. Dr. Helmut Hintner, Vorstand der Universitätsklinik für Dermatologie an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (kurz: PMU) an den Salzburger Landeskliniken. „Nicht zu vergessen ist der Sonnenschutz für die lichtempfindliche Netzhaut der Augen“, warnt Univ.-Doz. Dr. Stefan Egger, Oberarzt an der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie der PMU. „Über 99% der UVStrahlung werden in den vorderen Augenabschnitten resorbiert – ein geringer Teil erreicht aber auch die Netzhaut. Bei starker UV-Belastung, ob direkt oder indirekt durch Reflexion wie z. B. am Meer oder durch hellen Sand, kann eine sehr schmerzhafter ´Sonnenbrand des Auges´ entstehen.“ ergänzt Doz. Egger. Beim ´Sonnenbrand des Auges´ werden die Zellen der Hornhaut geschädigt. Eine hochwertige Sonnenbrille, die UVAund UVB-Strahlung absorbiert, kann hier einen wirksamen Schutz bieten.

Schutz für die Haut – Sonnenbrand
Neue Sonnenschutzmittel können Hautschäden auch nach dem Sonnebrand noch reparieren. Je näher am Äquator und je höher sich der Urlaubsort befindet, desto intensiver ist auch die Sonneneinstrahlung. Dementsprechend soll auch das Produkt mit einem höheren Lichtschutzfaktor gewählt werden. Je höher der Lichtschutzfaktor, desto besser der Schutz vor sonnenbedingten Hautschäden, wie etwa Sonnenbrand. „Ganz gleich, wie hoch der Lichtschutzfaktor gewählt wird, man sollte sich niemals zu lange einem Sonnenbad aussetzten, denn es bisher noch unklar, inwieweit die Lichtschutzpräparate mit chemischen UV-Filtern vor Hautkrebs und Hautalterung schützen können.“ erklärt Prof. Hintner. Ein erhöhtes Hautkrebsrisiko und eine erhöhte Neigung zu Sonnenbrand haben Menschen…

  • …mit heller Haut, Haar- und Augenfarbe,
  • …die in Kindheit und Jugend schwere Sonnenbrände hatten,
  • …mit zahlreichen Sommersprossen,
  • …die bereits häufig im Solarium bräunen,
  • …mehr als 50 Muttermale haben,
  • …bei denen bereits Melanome bei sich selbst oder inder Familie auftraten,
  • …mit Muttermalen mit einem Durchmesser von über 5mm,
  • …mit Muttermalen unterschiedlicher Form, Größe und Farbe.

Sonnencremen bieten insgesamt nur einen Schutz, wenn sie konsequent und richtig angewendet werden. Studien haben ergeben, dass meist nur rund ein Viertel der notwendigen Menge und zu selten eingecremt wird. Optimal sind zwei Fingerlängen Sonnenschutzcreme auf jeden der elf Körperteile, wie sie von Verbrennungsexperten eingeteilt werden: Gesicht und Nacken, linker Arm, rechter Arm, Brust, Bauch, Rücken (zwei Zonen), linkes Bein und rechtes Bein (insgesamt vier Zonen). Auch wasserfester Sonnenschutz sollte nach jedem Schwimmen erneut aufgetragen werden – und das am besten eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad und alle zwei Stunden während des Sonnenbades. Eine endgültige Klärung des Risikofaktors Sonnenlicht für die Entstehung von Hautkrebs steht derzeit noch aus. Ein umfassender Schutz vor Sonneneinstrahlung bleibt bis auf weiters die einzige „Waffe“ gegen den Hautkrebs.

Schutz für die Augen
UV-Strahlung spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Cateract („Grauer Star“ = Trübung der Augenlinse), Pterygium („Flügelfell“ = ein in die Hornhaut einwachsendes Gewebe) und Altersbedingter Makuladegeneration („Netzhautverkalkung“ = Schädigung des Sehzentrums der Netzhaut durch Ablagerung). Neben den akuten Schäden am Auge (=Sonnebrand des Auges) werden die chronischen Schädigungen (Cataract, Pterygium, altersbedingte Makuladegeneration) wahrscheinlich durch eine kumulative Wirkung hervorgerufen werden. Daher ist insbesondere der Schutz der Kinder – die sehr viel Zeit im Freien verbringen - von großer Bedeutung. Eher unbekannt aber nicht zu selten tritt im Bereich der Augenlider und der die Augen umgebenden Haut ein erhöhtes Krebsrisiko bei vermehrter UV-Belastung auf. Ein breitkrempeliger Hut oder Kapperl und natürlich eine UV-absorbierende Sonnenbrille stellen hier einen wirksamen Schutz dar. „Patienten nach Augenoperationen oder bereits bestehenden Augenerkrankungen wie z. B. einer Netzhautverkalkung, sollten noch mehr auf einen sorgfältigen Schutz ihrer Augen achten.“ ergänzt Doz. Egger.

Gesunde Sonnenzeit – der richtige Umgang mit der Sonne
Neben dem Hauptfaktor Sonnenlicht, ist das Hautkrebsrisiko vor allem auch genetisch bedingt. So seien Menschen mit heller Haut eher gefährdet als solche mit dunkler Hautfarbe (siehe Kasten auf der nächsten Seite). Man unterscheidet hier verschiedene Pigmentierungstypen (1-4). Je heller, desto empfindlicher reagiert die Haut auf UV-Strahlung und desto kürzer ist die empfohlene maximale Sonnenzeit.

Vorsorgeuntersuchungen
„Muttermale gehören kontrolliert und bei Verdacht entfernt! Das ist heute die Divise für den richtigen Umgang mit Muttermalen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Helmut Hintner, Vorstand der Universitätsklinik für Dermatologie der PMU. „Viele Menschen kostet die Ansicht ´ein Muttermal darf man nicht anrühren, sonst wird es wild´ das Leben!“ warnt Prof. Hintner. Auch die Aussage „wenn ein Muttermal wächst, juckt oder blutet, muss es entfernt werden“ ist prinzipiell richtig, vom Gesamtkonzept zur Verhinderung des Entstehens eines Malignen Melanoms her aber sehr gefährlich. Prof. Hintner ergänzt: „Wenn es wächst und blutet ist es meist schon reichlich spät.“ Vorläufer der Melanome wie das dysplastische Muttermal (Clark Naevus) und das große angeborene Naevi muss man entfernen, bevor einen Entartung stattfindet. Sollte ein Muttermal aber bereits in ein Melanom übergegangen sein, so bedeutet bei geringerEindringungstiefe (bis 0,75mm Tumordicke nach Breslow) ein chirurgischer Entfernung immer noch eine fast 100%ige Heilung. Ab einer Tumortiefe von über 4mm sinkt die Fünfjahresüberlebensrate aber erschreckend ab. Die Melanom-Vorsorgeuntersuchung in Stadt und Land Salzburg kann seit 1993 ab dem 15 Lebensjahr 1x jährlich (RisikopatientInnen 2x im Jahr) bei fast allen niedergelassenen DermatologInnen kostenlos durchgeführt werden. Im Zeitraum zwischen 1. April 1993 und 31. Dezember 2004 wurden 87.150 Personen im Rahmen des Vorsorgeprogramms untersucht. 369 musste die Diagnose eines pigmentierten Hauttumores (feingeweblich verifizierten Malignen Melanoms) gestellt werden. Diese wiesen bei 294 Fällen eine Eindringtiefe von unter 0,75mm auf, also eine Tumordichte, bei der eine fast 100%ige Heilung zu erwarten ist. „Dieser hohe Anteil an „dünnen“ Melanomen bestätigt die Sinnhaftigkeit des Salzburger Vorsorgeprogramms“, betont Prof. Hintner abschließend. Auch hier gilt, dass der Einsatz von aufwendigen Therapiekosten bei positiven Melanombefund häufig ein vielfaches der Kosten einer Melanomvorsorgeuntersuchung beträgt. Leider verhelfen diese Therapieformen meist nur zu einer Lebensverlängerung und nicht zu einer Heilung.

Melanomvorsorge in Salzburg 2004
Untersuchte PatientInnen: 11.800
Klinische Verdachtsdiagnose Melanom: 121
Histologische Diagnose Malignes Melanom: 35
Melanoma in situ: 14
Melanome mit Eindringtiefe <= 0,75mm: 16
Melanome mit Eindringtiefe 0,76 bis 1,5mm: 4
Melanome mit Breslow über 1,5mm: 1

Tipps für den richtigen Umgang mit der Sonne

  1. Meiden Sie Aufenthalte in der Mittagssonne zwischen 11.00 und 15.00 Uhr
  2. Schützen Sie sich so oft wie möglich durch Kleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille
  3. Kinder unter drei Jahren sollten der direkten Sonne gar nicht ausgesetzt werden. Ältere Kinder müssen mit sehr hohem Lichtschutzfaktor geschützt werden. Kopfbedeckung, Sonnenbrille und TShirt, auch im Wasser, sind ein absolutes Muss. Speziell für Kinder gibt es jetzt auch Kleidung mit UV-Schutz.
  4. Tragen Sie ein Sonnenschutzpräparat (abgestimmt auf Ihre Haut- und Lichttyp) am besten gleich morgens, auf jeden Fall aber 30 Minuten vor dem Sonnenbad auf.
  5. Cremen Sie sich regelmäßig – vor allem nach dem baden und bei starkem Schwitzen – und wiederholt ein. Achtung! Auch Wolken lassen UV-Strahlen durch.
  6. Auch nach Verwendung eines Lichtschutzpräparates sollten Sie zu lange Aufenthalte in der Sonne vermeiden.
  7. Im Schatten und mit hohem Lichtschutzfaktor werden Sie auch braun. Der Vorteil: Diese langsam erworbene Bräune bleibt länger bestehen.
  8. Bei Verbrennungen, wiederholtem Sonnenbrand oder verdächtigen Muttermalen sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen – besonders bei Kindern.
  9. Sonne kann während der Schwangerschaft Pigmentflecken hervorrufen.
  10. Beachten Sie, dass unter der Einnahme bestimmter Medikamente die Lichtempfindlichkeit der Haut ansteigt. Informieren Sie sich rechtzeitig und umfassend.

Für weitere Fragen steht zur Verfügung:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin Public Relations und Klinikmarketing, Pressesprecherin
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Pressekonferenz Augenuntersuchung

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