zurück
Sommersportstatistik: Neuer Rekord an Verletzungen
Sommersportstatistik: Neuer Rekord an Verletzungen

Sommersportstatistik: Neuer Rekord an Verletzungen

Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU
Sommersportstatistik: Neuer Rekord an Verletzungen - deutliche Zunahme bei älteren Sportlern

Salzburg. Die Saison 2004 brachte an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie Salzburg eine neue Rekordzahl an verletzten Sommersportlern. Die häufigsten Unfälle waren bei den gängigen Trendsportarten zu verzeichnen. Insgesamt behandelten die Mediziner an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie 1.746 Sportverletzungen, wobei ca. 28 % der Unfallopfer schwere Verletzungen erlitten. Der Anteil schwerer Verletzungen bei älteren Sportlern verzeichnete zudem einen deutlichen Anstieg: Fünf Sportler im Alter zwischen 64 und 81 erlitten tödliche, 44% der über 61-jährigen schwere Verletzungen.

Nur durch ausreichende Kondition, Training, einen gewichtsbewussten Lebensstil und eine optimale Schutzausrüstung (Helm und Gelenkschützer) lassen sich Sportverletzungen weitgehend vermeiden. Seit vielen Jahren dokumentieren die Fachärzte für Unfallchirurgie- und Sporttraumatologie der Salzburger Landeskliniken Verletzungsmuster und -ursachen im Sommersport. Kombiniert mit den Daten der Sportartikelindustrie lassen sich interessante Trends über das Sportverhalten und die Gefährlichkeit der einzelnen Disziplinen erkennen.

32% aller Sportunfälle beim Radfahren
„Radfahren“ stellte mit 563 Verletzten einen neuen Rekord auf. Die Straße ist nach wie vor das „gefährlichste Pflaster“ für Rad- und Rollschuhfahrer dar. Tatsache ist aber, dass sich immer mehr Pedalritter abseits der Straßen verletzen. Besondere Gefahrenquellen stellen dabei Radwege und das Gelände dar. Mit insgesamt 47 Verletzten ist die Zahl der Skate-Unfälle im Vergleich zu den Vorjahren jedoch deutlich gesunken. „Wir gehen davon aus, dass die Inline-Skater und Skateboarder mittlerweile die entsprechenden Schutzmaßnahmen beachten und Ellbogen-, Knie- und Handgelenksschützer tatsächlich verwenden. Bei den Radfahrern ist das Sicherheitsbewusstsein leider noch wenig ausgeprägt, nur ein geringer Anzahl trägt tatsächlich einen Helm. Dabei ist es keine Schande, wenn man seinen Körper schützt. Ganz im Gegenteil: Schutzausrüstung sollte zur Selbstverständlichkeit werden, wenn man bedenkt, dass ein Sturz vom Fahrrad bereits ausreicht, um einen Schädelbruch mit fatalen Folgen zu erleiden“, warnt Dr. Clemens Hübner, Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie.

Neue Trendsportarten: Wandern, Bergsteigen, Klettern
Während das Sicherheitsbewusstsein bei den Inline-Skatern eine erfreuliche Trendwende nach oben anzeigt, nehmen Verletzungen in den „neuen“ Trendsportarten deutlich zu. Beispiel ´Wandern´: Noch vor ein paar Jahren als mehr oder weniger „uncool“ verschrien, ist diese Sportart jetzt zum  Trendsport avanciert! Neben Nordic Walking und Spazieren gehen in freier Natur dokumentiert das Wandern nicht nur eine deutliche Zunahme in der Beliebtheitsskala sondern auch in der Unfallstatistik: 60% der Salzburger Wander-Liebhaber zogen sich im vergangenen Jahr bei ihren Ausflügen Verletzungen zu. 54% entfielen dabei auf das männliche, 46% auf das weibliche Wander-Klientel. Das Alter der Verletzten lag bei durchschnittlich 49 Jahren. Auch das Bergsteigen verzeichnet einen deutlichen Zuwachs an Sportverletzungen: 21% der Salzburger Bevölkerung verunfallte im Jahr 2004 bei Bergtouren, wobei die Männer mit 88% Verletzten-Anteil deutlich vor 12% Anteil der Frauen rangieren. Mit 38 Jahren liegt der Altersdurchschnitt beim Bergsteigen im mittleren Segment. Eine weitere Sportart, die im Bereich „Outdoorsportarten“ für einen auffälligen Anstieg in der Unfallstatistik der
Trendsportarten 2004 sorgt ist das ´Klettern´. Klettern erfordert nicht nur akrobatisches Feingefühl in der Bewegung, es setzt vor allem die nötige Konzentration voraus. Sportklettern – auch Freiklettern oder Freeclimbing genannt – hat eine moderne Ausprägung erfahren und ist mit künstlichen Kletteranlagen im urbanen Umfeld ebenso bedeutsam geworden, wie in seinem klassischen Aktionsgebiet, den Kletterfelsen. So ist es nicht verwunderlich, dass es gerade auf diesem Gebiet häufig zu Unfällen kommt. Mit 13% Verletzten-Anteil rangiert diese Outdoorsportart auf dem dritten Platz direkt hinter ´Wandern´ und ´Klettern´. Die Verteilung der Unfallopfer, die in der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU in den Salzburger Landeskliniken 2004 behandelt wurden, liegt mit 60% der männlichen und 40% der weiblichen Kletterer im oberen Bereich. Der Altersdurchschnitt der Betroffenen lag 2004 bei 33 Jahren.

Die Beliebtesten Sportarten bei Frauen und Männern
Radfahren und Fußball sind nach wie vor die beiden Unfallträchtigsten Sportarten und belegen mit deutlichem Vorsprung in der Unfallstatistik der zehn beliebtesten Sportarten die ersten beiden Plätze. 563 verletzte Radfahrer versorgten die Salzburger Landeskliniken 2004. Mit 498 eingelieferten Sportunfällen ist der Anteil der Fußball-Verletzten
den Radfahrern dicht auf den Fersen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Tendenz der Verunfallten aber gleich bleibend. Bei den zehn bevorzugten Sportarten der Frauen zeichnet sich ein deutlicher Aufwärtstrend sowohl bei den Ballsportarten wie Volleyball und Fußball als auch bei den „klassischen“ Sportarten wie Schwimmen, Wandern und Tennis ab. Laufen, Turnen und Inline-Skaten hingegen bewegen sich „rückläufig“ nach unten. Eine gleich bleibende Tendenz besteht bei den Männern: der Anteil der zu behandelnden Verletzten bei den Sportarten Fußball und Radfahren hat sich weder erhöht, noch ist er gesunken. Die Verletzungsrate beim Inline-Skaten, Schwimmen und Turnen hat sich erfreulicherweise zurück entwickelt, während sie beim ´Laufen´, ´Basketball´, ´Tennis´, ´Volleyball´ und ´Wandern ´leicht angestiegen ist.

Schwere Verletzungen bei älteren Sportlern nimmt deutlich zu
Insgesamt versorgte die Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU in den Salzburger Landeskliniken im vergangenen Jahr 1746 PatientInnen, 1240 Patienten davon waren Männer, 506 Frauen. Auffällig ist die Zunahme der Verletzungen in den höheren Altersklassen. 2004 wurden 53% der unter 30-jährigen in den Salzburger Landeskliniken behandelt, weitere 38% waren zwischen 30 und 60 Jahre alt. Der Anteil der über 60-jährigen macht 10% aus. Leichte Verletzungen verzeichnen in jeder Altersgruppe etwa die Hälfte aller Verletzungen, während ein deutlicher Anstieg der schweren Verletzungen bei älteren Sportlern zu erkennen ist. Der Altersdurchschnitt der verunfallten Wanderer liegt beispielsweise bei 49 und in der Radler-Gruppe bei 43 Jahren. Im Vergleich hierzu ist der verletzte Fußballer bei den unter 30- jährigen im Durchschnitt 25,4 Jahre alt. Bei den Verletzungen ist nach Schweregraden zu unterscheiden: 923 PatientInnen erlitten leichte, 323 mittlere und 495 Personen schwere Verletzungen, 5 verunglückten tödlich. Bei den tödlichen Sportverletzungen sind insbesondere die Altersklassen der über 60-jährigen betroffen.

Rund 60% aller Sportunfälle ereignen sich zwischen 16.00 und 20.00 Uhr Es hat sich gezeigt, das sich rund 60% der Unfälle im vergangenen Jahr überwiegend am späten Nachmittag bzw. frühen Abend ereignet haben und zwar im Zeitraum zwischen 16:00 und 20:00 Uhr. Von den insgesamt 1746 Sportunfall-PatientInnen konnten 1523 ambulant behandelt werden. Lediglich 221 Personen mussten stationär aufgenommen werden. Innerhalb der Nachsorgeambulanz wurden im Jahre 2004 2097 Kontrollen durchgeführt. 1575 PatientInnen konnten konservativ, 171 mussten operativ behandelt werden, 34 von ihnen sogar mehrmals.

Prävention: Kondition, Training, BMI und Schutzausrüstung
Insgesamt ist ein deutlicher Anstieg beim Sicherheitsbewusstsein der Sportler zu verzeichnen. Schutzmaßnahmen wie Ellbogen-, Knie- und Handgelenkschützer beim Inline-Skaten sowie Helme beim Fahrrad fahren sind unabdingbar, reichen allein aber nicht aus. Entsprechende Trainingsmaßnahmen und Konditionsaufbau tragen zusätzlich erheblich zu einer Senkung des Unfallrisikos bei. 53% aller Befragten schätzen ihre Kondition mittelmäßig, 14% schlecht und 25% als sehr gut ein. Nur 8% machten keine
Angaben.
Handlungsbedarf besteht vor allem beim Aufbau der Kondition. Es hat sich gezeigt, dass der prozentuale Anteil an mittleren und schweren Verletzungen in Gruppen mit mittlerer bis schlechter Kondition leicht erhöht gegenüber den leichten Verletzungen war. Bei Personen mit sehr guter Kondition hingegen dominierten in der Regel nur leichte Verletzungen. Es besteht außerdem ein Zusammenhang zwischen Gewicht und Schwere der Verletzung. Die Überprüfung des Body Mass Index (kurz: BMI) bei 286 Sportlern hat ergeben, dass das Verletzungsrisiko mit steigendem BMI zunimmt.

Für weitere Fragen steht zur Verfügung:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin Public Relations und Klinikmarketing, Pressesprecherin
Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH
Tel: +43 (0) 662 4482-1007
Mobil: +43 (0) 699 1707 1007
Fax: +43 (0) 662 4482-1009
presse@salk.at, m.weinberger@salk.at

Download

Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH | Müllner Hauptstraße 48 | A-5020 Salzburg
Telefon: +43 (0)5 7255-0 | Fax: +43 (0)5 7255-20199 | E-Mail: office@salk.at | © 2013-2016
Letzte Änderung: 29.09.2016 Impressum Datenschutz AGB
x schließen