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Weltstillwoche 01. - 07. Oktober 2005
Weltstillwoche 01. - 07. Oktober 2005

Weltstillwoche 01. - 07. Oktober 2005

Weltstillwoche vom 1. – 7. Oktober 2005
Stillförderung am Kinderzentrum der Salzburger Universitätskliniken

Das Motto der Weltstillwoche 2005 lautet: Gesunde Ernährung beginnt mit dem Stillen.  – Stillen und Familientisch – liebevoll, gesund und frisch.
Jährlich legt die World Alliance for Breastfeeding Action (WABA) das Motto für die Weltstillwoche fest, die weltweit in 120 Ländern begangen wird.
6 Monate ausschließlich stillen und dann das  Einführen von Beikost im zweiten Lebenshalbjahr bis zum gemeinsamen Essen am  Familientisch bilden eine wichtige Grundlage für die Gesundheit und Entwicklung eines Kindes. „An den Salzburger Landeskliniken ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von mehreren Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC aber auch Ärzten in allen Bereichen des Kinderzentrums sowohl im Kinderzimmer, auf der Neonatologie aber auch im Bereich der Kinderklinik und der Kinderchirurgie von zentraler Bedeutung“, betont Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde an den Salzburger Landeskliniken. Ziel des Kinderzentrums ist eine fachlich kompetente, wissenschaftlich fundierte, einfühlsame und bedürfnisgerechte Stillberatung“, erklärt die Leiterin der Still- und Laktationsberaterinnen, Franziska Moser und weißt darauf hin, dass der enge Mutter-Kind-Kontakt bei stillenden Müttern absoluten Vorrang bei der interdisziplinären Zusammenarbeit am Kinderzentrum hat.

Optimale Entwicklung durch Stillen
Gesunde Ernährung beginnt mit dem Stillen. Stillen ist nicht nur die natürlichste, sondern gleichzeitig auch die gesündeste Ernährung für Säuglinge. Die Milch einer Mutter hat eine einzigartige Zusammensetzung, die genau auf das eigene Kind abgestimmt ist. Darüber hinaus enthält die Muttermilch eine Reihe von Abwehrstoffen gegen Krankheitserreger und Proteine, die zur Gesundheit eines Säuglings entscheidend beitragen. Muttermilch bietet somit dem Baby alle Nähr- und Aufbaustoffe, damit es sich gesund entwickelt. Daneben liefert Muttermilch auch Abwehrstoffe zum Schutz vor Krankheiten.

Immunstoffe werden ans Kind weitergegeben
Gestillte Kinder, die mindestens drei Monate gestillt wurden, erweisen sich im Vergleich zu Flaschenkindern im ersten Lebensjahr widerstandsfähiger gegen zahlreiche Infektionskrankheiten wie z. B. Durchfall, Atemwegserkrankungen, Mittelohrent-zündung, Lungenentzündung, Harnwegsentzündung, Entzündliche Erkrankung des Gastrointestinaltraktes von Früh- und hypotrophen Neugeborenen (Nekrotisierende Enterokolitis, NEC) und schwere bakterielle Infektionen. Außerdem zeigt sich ein geringeres Allergierisiko bei gestillten Kindern gegenüber nicht gestillten. Das kommt daher, dass die Mutter dem Kind, dessen Immunsystem sich noch im Aufbau befindet, beim Stillen ihre zahlreichen Immunstoffe weitergibt. Diese Substanzen stabilisieren im kindlichen Organismus die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes, den Allergie auslösende Eiweißkörper dann nicht mehr so leicht überwinden können.

Stillen – die beste Gesundheitsvorsorge für Mutter und Kind
Stillen bedeutet also unmittelbar Gesundheitsvorsorge, es fördert die Entwicklung und die Wiederherstellung der Gesundheit von zu früh geborenen Babys, von kranken Neugeborenen und Säuglingen. Auch für die Mutter bringt das Stillen eine Reihe von Vorteilen mit sich. Neben der Nähe, die man als frischgebackene Mutter zum Neugeborenen erfährt, wird durch das Stillen auch die Produktion bestimmter Hormone im Körper der Mutter angeregt. Diese Hormone helfen mit, dass sich die Gebärmutter rascher wieder auf die vorgeburtliche Größe zurückentwickelt. Studien belegen, dass Frauen, die gestillt haben, vor den Wechseljahren nur halb so häufig an Brustkrebs erkranken wie Frauen, die nicht gestillt haben. Auch sind sie besser gegen Krebs der Eierstöcke und gegen Osteoporose geschützt. Stillen kann auch dabei helfen, wieder einige Kilos los zu werden, die sich während der Schwangerschaft angesammelt haben. Denn beim Stillen wird eine bestimmte Art von Fett verbrannt, das Sie ansonsten später als Körperfett "ansetzen" würden.
Stillen bringt also eine Reihe ökonomischer und sozialer Vorteile für die Familien und das Gesundheitssystem. Eine Familie kann mit dem Verzicht auf Muttermilchersatz-produkte mehrere hundert Euro im ersten Lebensjahr ihres Kindes sparen und das Gesundheitssystem spart, weil gestillte Kinder weniger oft erkranken als nicht gestillte.

Richtiges Still-Management durch die Still- und Laktationsberaterin
Am Kinderzentrum des St. Johann Spital sind Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC* tätig, die eine umfassende Ausbildung mit internationalem Examen und langjährige Erfahrung in der Beratung von Müttern, Eltern, Familien mit Frühgeborenen aber auch mit kranken Säuglingen verfügen. „Die klinische Arbeit der IBCLC Laktationsberaterin konzentriert sich auf die praktische Umsetzung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Still- und Laktationsberatung und im Still-Management und dies wird am besten im Rahmen einer systematischen Problemlösung in der interdisziplinären Zusammenarbeit erreicht“, erklärt Franziska Moser, Leiterin der Still- und Laktationsberaterinnen am Kinderzentrum des St. Johanns-Spitals. Die Still- und Laktationsberaterin informiert Eltern und Familien, um die Ernährung des Säuglings und Kleinkindes mit Muttermilch zu fördern. Sie bietet Informationen und Trainings an, um ideale Stillpraktiken zu erreichen und somit die Wahrscheinlichkeit von Stillproblemen und Komplikationen zu minimieren. Sie gibt für ein Weiterstillen in schwierigen oder komplizierten Situationen Unterstützung und tauscht sich mit anderen medizinischen Fachkräften über aktuelle wissenschaftliche Informationen und klinische Fähigkeiten aus.

Stillen beim Frühgeborenen
Familien von Frühgeborgenen befinden sich  in einer Krisensituation. Frühgeborene und kranke Säuglinge sind im Rahmen der intensivmedizinischen Therapie häufig von ihren Müttern getrennt. Stillen bedeutet wieder Nähe, Intimität, Geborgenheit und Vertrautheit zwischen Mutter und Kind betont Dr. Hattinger-Jürgenssen, leitende Oberärztin der Neonatolgie und Still- und Laktationsberaterin. Stillen fördert so die in dieser Situation so wichtige Eltern-Kind Interaktion. Neben der notwendigen intensivmedizinischen Therapie des Kindes trägt die  Ernährung mit Muttermilch wesentlich zur Gesundung des Kindes bei. Die Antikörper der Muttermilch sind einen wichtiger Immunschutz für das Frühgeborene und den kranken Säugling. Muttermilch enthält mehrfach ungesättigte langkettige Fettsäuren welche optimal sind für die Entwicklung des Gehirns, des zentralen Nervensystems und der Sehkraft. Außerdem ist Muttermilch für Frühgeborene leichter verdaulich als industriell hergestellte Nahrung, da der Magen-Darm Trakt noch nicht ausgereift ist.

Prof. Sperl ist stolz auf die spezielle interdisziplinäre Vernetzung des Stillens an den Salzburger Landeskliniken unter der Leitung der Still- und Laktationsberaterin Franziska Moser. „Die Förderung dieser besonderen Nähe der Mutter zum Kind hat in allen Bereichen des Kinderzentrums absoluten Vorrang. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit am Kinderzentrum ermöglicht eine besondere Stillförderung über die normale Stillförderung hinaus“, schließt Sperl ab. Interdisziplinäre Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Stillen im ärztlichen und pflegerischen Bereich unterstützen diese Qualität, die hier in Salzburg aufgebaut wurde.

Für Eltern werden an den Salzburger Landeskliniken laufend Veranstaltungen wie Tragetuchkurse, Babymassagekurse und eine Stillgruppe angeboten.

Tragetuchkurse: jeden 2. und 4. Montag im Monat
Babymassagekurse: jede Woche
Stillgruppe: jeden 1. und 3. Montag im Monat

Fragen zu den Kursen:
Franziska Moser, IBCLC
Still und Laktationsberaterin der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
SALK-Salzburger Landeskliniken, St. Johanns-Spital
Müllner Hauptstraße 48, 5020 Salzburg
Tel.: +43 (0) 662 4482-57865

Koordination von Interviews und Rückfragen an:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin Public Relations und Klinikmarketing, Pressesprecherin
Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH
Tel: +43 (0) 662 4482-1007
Mobil: +43 (0) 699 1707 1007

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