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Ja, zur Rauchfreien Gastronomie - Weltnichtrauchertag
Ja, zur Rauchfreien Gastronomie - Weltnichtrauchertag

Ja, zur Rauchfreien Gastronomie - Weltnichtrauchertag

Universitätsklinik für Lungenheilkunde (Pneumologie):
Ja, zur Rauchfreien Gastronomie - Weltnichtrauchertag 31. Mai 2005

Der 31. Mai 1987 wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als  Weltnichtrauchertag ausgerufen und steht seitdem jedes Jahr unter einem anderen Motto. 2006 heißt das Motto „Tabak: Tödlich in jeder Form“. Rauchen ist eine Sucht. Univ.-Prof. Dr. Michael Studnicka, Vorstand der Universitätsklinik für Lungenheilkunde (Pneumologie) ruft zum „Rauchstopp“ auf: „Wir wollen die Salzburger Raucher und Raucherinnen am Weltnichtrauchertag dazu motivieren, ab dem 1. Juni 2006 vier Wochen lang nicht zu rauchen, um ihnen dadurch den Schritt zur langfristigen Aufgabe des Rauchens zu erleichtern.“ Die Ärzte der Universitätsklinik für Lungenheilkunde und Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller werden am 31. Mai mit einem Nicht-Raucher-Infostand im Europark zum Thema „Rauch-Ausstieg“ beraten und informieren. Zur aktuellen Diskussion zum Thema – Rauchfreie Gastronomie – vertritt Univ.-Prof. Studnicka einen eindeutigen Standpunkt: „Am Beispiel der „Rauchfreien Gastronomie“ Italiens, Irrlands und Schwedens ist ganz klar geworden, dass das Rauchverbot keine wirtschaftlichen Nachteile mit sich bringt. Der Tabakqualm in Gaststätten beeinträchtigt das Wohlbefinden der Gäste merklich - Feinstaubmessungen bestätigen diese Beobachtungen.“ Auch Kinder und Jugendliche würden dadurch profitieren. Das Einstiegsalter in die „Raucherkarriere“ wird jährlich nach unten korrigiert, ein generelles Rauchverbot in Gastronomiebetrieben wäre auch hier ein Schritt in die richtige Richtung. Naturgemäß verhindert die Tabbaklobby weiterhin Initiativen der rauchfreien Gastronomie. Die Salzburger Landeskliniken sind auf dem Weg, in Zukunft ein generelles Rauchverbot in den Kliniken umzusetzen. Thema Rauchfreie Klinikleitung: Die SALK Geschäftsführung geht hier mit einem guten Beispiel voran und ist bereits seit 2005 rauchfrei.

In Irland, Italien und Schweden beispielsweise wurden die Rauchverbote in der Gastronomie sehr gut angenommen, obwohl dort die Tabaklobby mit Nachdruck die Position vertreten hatte, jegliche Einschränkungen beim Rauchen würden die Gastronomie zu Grunde richten. Beobachtungen aus diesen Ländern verdeutlichen auch, dass nur eine rauchfreie Gastronomie einen angemessenen Schutz vor den Krebs erregenden Substanzen im Tabakrauch bieten kann.
In Österreich sterben pro Jahr 14.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Rauchens. 10% Prozent der Patienten mit Lungenkrebs haben niemals geraucht. Für 30 bis 40 Prozent der Herzinfarkte ist Rauchen ein wesentlicher Mitgrund. Von den rund 20.000 Schlaganfällen pro Jahr sind statistisch gesehen je nach Studie 18 bis 49 Prozent auf das Rauchen zurückzuführen. Tagtäglich sind die Ärzte in den Salzburger Landeskliniken mit den oftmals dramatischen gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums konfrontiert. Der kontinuierliche Kontakt eröffnet ihnen aber auch die Chance, Patienten zu motivieren, mit dem Rauchen aufzuhören. 1,2 Millionen Männer und 1,1 Millionen Frauen greifen in Österreich täglich zur Zigarette - in Salzburg sind es zirka ein Drittel der Bevölkerung. Davon möchten 46.700 Salzburgerinnen und Salzburger den Zigarettenkonsum reduzieren und 30.200 Personen beabsichtigen das Rauchen ganz aufzugeben.

Lungenfunktionstest deckt auf
Zu den Krankheiten, die maßgeblich durch den Tabakkonsum hervorgerufen oder durch ihn ungünstig beeinflusst werden gehören vor allem Herz-Kreislauf-, Atemwegs- wie z. B. die COPD (chronisch obstruktive Lungenkrankheiten) und Krebs-erkrankungen. Das Rauchen hat aber auch Auswirkungen auf den Stütz- und Bewegungsapparat, auf Hauterkrankungen sowie auf das Operationsgeschehen und auf postoperative Heilungsverläufe. Dr. Markus Lobendanz von der Universitätsklinik für Pneumologie und Albert Gruber von der Präventionsstelle an den Salzburger Landeskliniken, engagieren sich seit Jahren in der Raucherberatung und wissen um die Schwierigkeiten, Raucher zur Aufgabe ihres Tabakkonsums zu bewegen oder sie in ihrer Motivation zu unterstützen. Die Einschränkung der Lungenfunktion bzw. die Schädigung der Lunge kann mittels eines einfachen Lungentest, der so genannten Spirometrie beim Hausarzt, Lungefacharzt oder in der Universitätsklinik für Pneumolgoie an den Salzburger Landeskliniken festgestellt werden.

COPD betrifft beinahe jeden 10. Österreicher
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen – früher oftmals schlicht und einfach „Raucherlunge“ genannt – sind die Folge jahrelanger chronischer Entzündungen der Atemwege, hervorgerufen durch Umweltschadstoffe, Tabakrauch (auch Passivrauchen), Klimafaktoren sowie Staubbelastungen am Arbeitsplatz, wie sie beispielsweise in der Landwirtschaft gegeben sind. Auf die ständige Überflutung mit schädlichen Stoffen reagieren die Bronchien neben einer Verengung (Obstruktion) vorerst mit Husten, um die eingedrungenen Schadstoffe zu entfernen.
Um von den schädlichen Glimmstängeln loszukommen, brauchen die meisten Menschen professionelle Hilfe. Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen, Apotheker, Zahnärzte, Psychologen und Physiotherapeuten können kompetente Partner auf dem Weg zu einem rauchfreien Leben sein. Sie kennen den gesundheitlichen, aber auch den therapeutischen Nutzen der “Rauchfreiheit”. Als Gesundheitsexperten übernehmen sie aktiv gesellschaftliche Verantwortung, in dem sie sich für eine rauchfreie Umwelt engagieren.

WHO KOLLABORATIONSZENTRUM FÜR TABAKKONTROLLE:
Praktischer Codex der Tabakkontrolle für Organisationen der Gesundheitsberufe

Präambel: Um aktiv zur Verminderung des Tabakkonsums beizutragen und um die Tabakkontrolle regional, national und global auf die Tagesordnung der öffentlichen Gesundheit zu setzen stimmen die Organisationen der Gesundheitsberufe überein, dass sie:

  1. Ihre Mitglieder ermutigen und unterstützen in ihrer Vorbildfunktion, indem sie Tabakwaren nicht verwenden und sich für eine rauchfreie Lebensweise einsetzen.
  2. Den Tabakkonsum ihrer Mitglieder und die Haltung ihrer Mitglieder zur Tabakkontrolle durch Befragungen erheben und angemessene Maßnahmen einführen werden.
  3. Dafür Sorge tragen, dass ihre eigenen Büros und Veranstaltungen rauchfrei sind und ihre Mitglieder dazu veranlassen, das gleiche zu tun.
  4. Das Thema Tabakkontrolle in die Programme aller wichtigen gesundheitsbezogenen Kongresse und Konferenzen aufzunehmen.
  5. Ihren Mitgliedern empfehlen, dass sie ihre Patienten und Klienten regelmäßig nach ihrem Tabakkonsum und ihrer Passivrauchexposition fragen – unter Verwendung evidenzbasierter Maßnahmen und bester Erfahrungswerte – ihnen Beratung zum Rauchstopp anbieten und eine angemessene Weiterbetreuung ihres Entwöhnungsziels sicherstellen.
  6. Gesundheitseinrichtungen und Ausbildungszentren dahingehend beeinflussen, dass sie diese Themen der Tabakkontrolle in die Fortbildung und in Ausbildungsprogramme für Gesundheitsberufe miteinbeziehen.
  7. Sich aktiv am Weltnichtrauchertag (immer am 31 Mai eines Jahres) beteiligen.
  8. Jegliche Art von Unterstützung durch die Tabakindustrie ablehnen – finanzielle oder auch sonstige Investitionen der Tabakindustrie ablehnen und ihre Mitglieder dazu ermutigen, gleiches zu tun.
  9. Sicherstellen, dass ihre Organisation den ausdrücklichen Grundsatz einhält, keine geschäftlichen oder andere Beziehungen zu Partnern zu unterhalten, die mit der Tabakindustrie zusammenarbeiten oder Interessen gegenüber der Tabakindustrie haben, und zwar durch eine Absichtserklärung.
  10. Den Verkauf und die Werbung für Tabakprodukte auf ihrem Gelände verbieten und ihre Mitglieder ermutigen, gleiches zu tun.
  11. Die Regierungen aktiv bei der Unterzeichnung, Ratifizierung und Implementierung des WHO Rahmenabkommens zur Tabakkontrolle unterstützen.
  12. Finanzielle und andere Mittel für die Tabakkontrolle zur Verfügung zu stellen – mit eingeschlossen verfügbare Mittel für die Implementierung dieses „Praktischen Codex“.
  13. An Aktivitäten für die Tabakkontrolle von Netzwerken der Gesundheitsberufe teilnehmen.
  14. Kampagnen unterstützen für rauchfreie öffentliche Einrichtungen.

Angenommen und unterzeichnet durch die Teilnehmer des informellen WHO-Meetings über Gesundheitsberufe und Tabakkontrolle.
Genf, 28-30 Januar 2004.

Rückfragen an:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin Public Relations und Klinikmarketing, Pressesprecherin
Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH
Tel: +43 (0) 662 4482-1007
Mobil: +43 (0) 699 1707 1007

Fax: +43 (0) 662 4482-1009
presse@salk.at, m.weinberger@salk.at

Bilder

Lungenfunktionstest LHF Burgstaller Lungenfunktionstest LHF Burgstaller Univ.-Prof. Dr. Michael Studnicka

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