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Neue Methode in der Operation von Hirntumoren: Vielversprechendes Verfahren an der Salzburger Universitätsklinik für Neurochirurgie
Neue Methode in der Operation von Hirntumoren: Vielversprechendes Verfahren an der Salzburger Universitätsklinik für Neurochirurgie

Neue Methode in der Operation von Hirntumoren: Vielversprechendes Verfahren an der Salzburger Universitätsklinik für Neurochirurgie

Neue Methode in der Operation von Hirntumoren:
Vielversprechendes Verfahren an der Salzburger Universitätsklinik für Neurochirurgie

Meilenstein in der Behandlung von Hirntumoren
Salzburg. Jährlich erkranken ca. 450 bis 500 Menschen in Österreich an einem Glioblastom, jenem bösartigen Hirntumor, der am häufigsten auftritt. Glioblastome sind oftmals schwer zu entfernen und das Ausmaß der Tumorentfernung kann nur teilweise ausgeschöpft werden. Eine neue Methode wird nun seit Mai 2006 an der Universitätsklinik für Neurochirurgie in Salzburg angewendet: Die 5-ALA-unterstützte Mikrochirurgie erlaubt eine sicherere operative Entfernung der Tumoranteile. Eine chemische Substanz färbt den Hirntumor ein und macht ihn damit für den Chirurgen besser erkennbar.

Fact Sheets 2006
Universitätsklinik für Neurochirurgie:

  • Durchschnittlich beschäftigte Ärzte: 16
  • Durchschn. Pflege und Stationshilfen: 79
  • Anzahl der Operationen 2005: ca. 1.900
  • Ambulante Behandlungen/Jahr: ca. 6.500  (Ambulante Patienten)
  • Verweildauer (Tage):8 Tage
  • Betten: 55
  • Auslastung: 93,5%

„Glioblastome sind für den Neurochirurgen während der Operation vom gesunden Hirngewebe häufig schlecht zu unterscheiden. Sie sind infiltrativ wachsend, das heißt die Tumore wachsen in das umliegende Gewebe ein. Eine genaue Abgrenzung des Tumors von funktionell wichtigem Hirngewebe ist deshalb oft schwierig“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernd Richling, der Vorstand der Universitätsklinik für Neurochirurgie in Salzburg. Der erste Schritt in der Behandlung eines Tumors dieser Art besteht in der (mikro-)chirurgischen Entfernung eines möglichst großen Teils des Gliobastoms. Die Behandlung der verbliebenen Tumoranteile erfolgt dann durch Röntgen-strahlung und Chemotherapie. „Für die Effektivität der Nachbehandlung ist aber das Ausmaß der vorangegangenen operativen Tumorverkleinerung entscheidend“, betont Univ.-Prof. Richling. 

In Deutschland wurde nun ein neues Verfahren entwickelt, das eine exaktere und sicherere Tumorverkleinerung ermöglicht: Eine chemische Substanz, Aminolaevolinsäure oder 5-ALA genannt, markiert den Hirntumor farbig und macht ihn somit für den Chirurgen leichter vom gesunden Gewebe unterscheidbar. Den Patienten wird die Substanz fünf Stunden vor der Operation oral verabreicht. Durch die Benützung bestimmter Lichtquellen und Filter wird der Tumor dann während der Operation unter dem Mikroskop sichtbar. „Die Fluoreszin-ähnliche Substanz lagert sich im Gehirn ausschließlich in den Tumorzellen ab. Für den Chirurgen wird damit eine sehr genaue Entfernung der Tumoranteile möglich, weil die Abgrenzung zum gesunden Gewebe exakter ersichtlich ist“, weiß Univ.-Prof. Richling um die Vorteile von 5-ALA.

Das Verfahren wurde an der Neurochirurgischen Klinik München/Großhadern entwickelt, die klinischen Forschungsserien sind abgeschlossen. Die erfolgreich ausgetestete Substanz steht nun als pharmazeutisches Produkt zur Verfügung und wird bereits in mehreren Ländern Europas angewandt. Die Neurochirurgische Universitätsklinik in Salzburg erhielt durch eine Importgenehmigung des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (bzw. Pharmed) die Möglichkeit, den Farbstoff Gliolan® zu beziehen und verfügt daher über die Möglichkeit, diese verbesserte Operationsmethode anzubieten. Es ist davon auszugehen, dass in nächster Zukunft auch die anderen Neurochirurgischen Kliniken Österreichs 5-ALA-unterstützte Gehirntumorchirurgie ihren Patienten anbieten werden können.

Bereits sieben Patienten konnten erfolgreich behandelt werden. Insgesamt rechnet man an der Universitätsklinik Salzburg mit ca. 50 Patienten pro Jahr, bei denen die 5-ALA-unterstützte Mikrochirurgie zum Einsatz kommen wird. Univ.-Prof. Dr. Bernd Richling betont: „Die optimale Entfernung bzw. Verkleinerung des Tumors ist die beste Voraussetzung für eine effiziente Nachbehandlung. Das neue Verfahren stellt somit einen wichtigen Meilenstein in der Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten der Glioblastompatienten dar. Wir freuen uns, dass wir bereits heute mit dieser Technik an der Universitätsklinik für Neurochirurgie arbeiten können.“

 

Rückfragen an:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin Public Relations und Klinikmarketing, Pressesprecherin
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5 ALA Univ.-Prof. Dr. Bernd Richling Univ.-Prof. Dr. Bernd Richling

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