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Gemeinsam Rauchfrei
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Gemeinsam Rauchfrei

Gemeinsam Rauchfrei
Salzburger Landeskliniken starten „Rauchfreie“ Zukunft am Weltnichtrauchertag 2007

SALZBURG. Gerade für einen gesundheitsfördernden Betrieb soll es ein MUSS sein, eine möglichst rauchfreie innerbetriebliche Umgebung zu gewährleisten. „Rauchfreiheit“ passt besonders gut zur SALK deren Auftrag es ist „Gesundheit & Genesung“ zu fördern. Außerdem besteht aufgrund verschärfter gesetzlicher Bedingungen des Nichtraucher-Schutzes seit 2005 Handlungsbedarf. Am 31. Mai 1987 wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als  Weltnicht-rauchertag ausgerufen und steht seitdem jedes Jahr unter einem anderen Motto. 2007 heißt das Motto „Rauchfrei genießen“ und steht für rauchfreie öffentliche Gebäude ein - insbesondere für die rauchfreie Gastronomie.

Auftraggeberin Landeshauptfrau Gabi Burgstaller
"Mein Auftrag an das Management der SALK, die Landeskranken-häuser rauchfrei zu machen, ist eigentlich nur die logische Fortsetzung der Landesgesundheitspolitik, denn eines der 10 Landesgesundheitsziele lautet "Reduzierung von Lungenerkrankungen, Durchführung von Nichtraucher-Programmen. Wenn es um den Nichtraucherschutz geht, dann ist klar, dass wir nicht etwas von Gastronomiebetrieben verlangen können, was wir selber nicht machen“, betont Gesundheitsreferentin und Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und ergänzt: „Deshalb habe ich eine klare Botschaft: In den Landeskliniken soll Nichtrauchen zum Normalzustand werden, das Rauchen die Ausnahme werden. Wir müssen ein gutes Vorbild sein, und deshalb freut es mich besonders, dass auch so viele andere Krankenhäuser1 den Weg mit uns gehen wollen.

“Start eines gemeinsamen (Raucher+Nichtraucher) Projektes
In den Salzburger Landeskliniken arbeiten ca. 4.900 MitarbeiterInnen und werden jährlich ca. 94.000 stationäre Patienten und ca. 650.000 ambulante Patienten behandelt (Stand: 2006). „Als größte Gesundheitseinrichtung im Land Salzburg haben wir als SALK eine besondere gesellschaftliche Verantwortung“, betont die Medizinische Prokuristin der SALK und Projektleiterin des „Gemeinsam-rauchfrei“ Projektes, Dr. Christine Rühle. Die Entwicklung des „Rauchfreien Krankenhauses“ orientiert sich am Europäischen Netzwerk „Rauchfreies Krankenhaus“ und erfolgt in drei Etappen:

Seitens der SALK Geschäftsführung gibt es ein klares JA zum „SALK-Gemeinsam-Rauchfrei“ Projekt. Es werden dazu alle organisatorischen und haushaltsspezifischen Entscheidungen getroffen, um die Umsetzung zum rauchfreien Krankenhaus zu unterstützen und voranzutreiben. Die Konzeption und Umsetzung des „SALK-Gemeinsam-Rauchfrei“ Projektes wird ein demokratischer Prozess bei dem die MitarbeiterInnen (ob Raucher oder Nichtraucher) aktiv miteinbezogen werden.

GESETZLICHE RAHMENBEDINGUNGEN:
ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) § 30

  • Nichtraucher müssen vor der Einwirkung von Tabakrauch geschützt werden
  • Einhaltung und Durchführung der ArbeitenehmerInnenschutz-vorschriften sind zu überwachen (§89 Z 3 ArbVG)

Novelliertes Tabakgesetz (BGBl I Nr. 167/2004)

  • Rauchverbot in Räumen öffentlicher Orte seit 01.01.2005
  • Kenntlichmachung des Rauchverbotes durch Rauchverbotshinweise
  • Ausnahme in sich abgeschlossene Raucherräume

KAKuG (§ 6 Abs. 1 lit. e)

  • ... besagt, dass die Anstaltsordnung einer Krankenanstalt insbesondere die Festlegung von Räumen zu enthalten hat, in denen das Rauchen gestattet ist.

S-KAG-2000 (§ 20 Abs. 1 lit. h)

  • ... besagt, dass die Anstaltsordnung einer Krankenanstalt insbesondere die Festlegung von Rauchverboten zu enthalten hat.

Mutterschutzgesetz §4 Abs 6 (spezieller Schutz vor Tabakrauch)

In Österreich stellt der Zigarettenkonsum das bedeutendste, vermeidbare Gesundheitsrisiko dar. „Rund 2,3 Mio. ÖsterreicherInnen rauchen regelmäßig. In Salzburg greift ca. 1/3 der Bevölkerung täglich zur Zigarette, aber auch das Passivrauchen ist nachweislich gesundheitsschädlich“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Michael Studnicka, Primar der Universitätsklinik für Pneumolgie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität an den Salzburger Landeskliniken.

  • 14.000 Menschen sterben schätzungsweise jährlich in Österreich an den direkten und indirekten Folgen des Tabakkonsums. Damit ist Rauchen die größte Ursache für frühzeitige Sterblichkeit.
  • Die Zahl der jugendlichen RaucherInnen wird immer größer. So greifen z.b. 20 % der Buben und 26 % der Mädchen unter 15 Jahren bereits zur Zigarette. Es ist bekannt, dass jeder Zweite, der in jungen Jahren mit dem Rauchen beginnt, nicht mehr von der Zigarette loskommt und an einer Krankheit sterben wird, die durch den Tabakkonsum hervorgerufen wird.
  • Passivrauchen. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe eine Analyse von 26 Studien ergeben, dass Passivrauchen das Brustkrebsrisiko bei Frauen unter 50 verdoppelt.
  • Schätzungsweise hören nicht einmal die Hälfte der Frauen, wenn sie von ihrer Schwangerschaft erfahren, zum Rauchen auf. Frauen, die die ganze Schwangerschaft hindurch rauchen, bringen Kinder zur Welt, die um 200 g weniger wiegen als Frauen, die in ihrer Schwangerschaft nicht rauchen.
  • Rauchende Eltern verursachen Smogalarm im eigenen Wohnzimmer bzw. im Kinderzimmer. Kinder rauchender Eltern leiden deutlich häufiger an Atemwegserkrankungen, wie Asthma bronchiale.

Der Nichtraucherschutz ist ein vordringliches Anliegen, nicht nur in Österreich. Mit dem neuen Tabakgesetz wurde in Österreich ein Schritt in die richtige Richtung gesetzt. Eine Evaluierung des Nichtraucherschutzes wurde im ersten Quartal 2007 in Österreich durchgeführt. Hierbei wurden noch deutliche Mängel festgestellt. Ziel der Bundesregierung ist es, klare Regelungen des Nichtraucher-schutzes einschließlich Sanktionen bis 1. Jänner 2008 zu erstellen.

SALK Betriebsrat schützt Nichtraucher
Auch der Betriebsrat ist Projektmitglied und gesetzlich verpflichtet: Er hat die Pflicht zu prüfen, ob die ArbeitnehmerInnen-Schutzbestimm-ungen eingehalten werden. „Wir werden seit vielen Jahren immer wieder von nicht-rauchenden MitarbeiterInnen kontaktiert, die mehr Schutz fordern“, erklärt Bernhard Treschnitzer, Zentralbetriebsrat der SALK. „Ein gemeinsamer Weg ist hier für ein gutes Betriebsklima entscheidend. Als Projektmitglied werden wir sehr darauf achten. Ziel ist, mehr Schutz für Nichtraucher un Gesundheitsförderungs-programme für Raucher“, ergänzt Treschnitzer. Gesetzlich festgelegt ist auch, dass Rauchpausen nicht als Arbeitszeit gelten – d.h. Arbeitnehmer haben kein Recht auf die 5 Minuten Rauchpause während der Arbeitszeit.

SALK Mitarbeiter aktiv bei der Gestaltung:

  • Angelika Strauss, Diplom Gesundheits- und Krankenschwester (DGKS) und selbst Raucherin ist Projektmitglied in der SALK. „Ich wünsche mir bei diesem Projekt ein „gutes Klima“ für Nichtraucher und Raucher. Damit meine ich vor allem ein großes Maß an Akzeptanz und einen respektvollen Umgang mit den MitarbeiterInnen.“
  • Erika Spadinger, DGKS, Gyn Sonderklasse C (Raucherin): „Der goldene Mittelweg ist meist die richtige Lösung – einerseits Platz schaffen für Raucher, damit diese auch nicht diskriminiert werden und andererseits ausreichender Schutz für Nichtraucher.“
  • Rosina Kribus, DGKS, Gyn Sonderklasse C (Nichtraucherin): „Wichtig ist, dass Nichtraucher am Arbeitsplatz nicht vom Tabakrauch belästigt werden, aber auch dass Raucher Unterstützung bekommen, weniger oder gar nicht zu rauchen.“
  • Tobias Kiesslich, Biologe, Labor 1. Medizin (Raucher): „Wenn dann sollten die Regeln im ganzen Haus gleich sein. Ich bin für eine konsequente Umsetzung der Nichtraucherbereiche und Raucherbereiche im ganzen Haus. Ausnahmen zwischen den Abteilungen schaffen meistens Unfrieden.“
  • Hannes Sodamin, Pflege-Träger (Ex-Raucher): „Seit ich Nichtraucher bin erspare ich mir jedes Jahr einen zusätzlichen Urlaub. Ich habe es mit einem Rauch-Entwöhnungsprogramm bei Dr. Lobendanz zum Nichtraucher geschafft. So etwas sollte unbedingt im SALK Projekt für Mitarbeiter angeboten werden.“
  • Rolf Rüppel, Stellv.Direktor der Gesundheits- und Krankenpflegeschulen, BIZ, (Raucher): „Die Schulen sind schon lange Rauchfrei. Für Schüler sollten aber Anreize geschaffen werden, um sie zum nicht-rauchen hinzuführen. Ich habe letztes Jahr den Vorsatz gefasst, in diesem Jahr mit dem Rauchen Schluss zu machen.“

Lungenfunktionstest deckt auf
Zu den Krankheiten, die maßgeblich durch den Tabakkonsum hervorgerufen oder durch ihn ungünstig beeinflusst werden gehören vor allem Herz-Kreislauf-, Atemwegs- wie z. B. die COPD (chronisch obstruktive Lungenkrankheiten) und Krebserkrankungen. Das Rauchen hat aber auch Auswirkungen auf den Stütz- und Bewegungsapparat, auf Hauterkrankungen sowie auf das Operationsgeschehen und auf postoperative Heilungsverläufe. Dr. Markus Lobendanz von der Universitätsklinik für Pneumologie und Albert Gruber von der Präventionsstelle an den Salzburger Landeskliniken, engagieren sich seit Jahren in der Raucherberatung und wissen um die Schwierigkeiten, Raucher zur Aufgabe ihres Tabakkonsums zu bewegen oder sie in ihrer Motivation zu unterstützen. Die Einschränkung der Lungenfunktion bzw. die Schädigung der Lunge kann mittels eines einfachen Lungentest, der so genannten Spirometrie beim Hausarzt, Lungefacharzt oder in der Universitätsklinik für Pneumolgoie an den Salzburger Landeskliniken festgestellt werden.

COPD betrifft beinahe jeden 10. Österreicher
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen – früher oftmals schlicht und einfach „Raucherlunge“ genannt – sind die Folge jahrelanger chronischer Entzündungen der Atemwege, hervorgerufen durch Umweltschadstoffe, Tabakrauch (auch Passivrauchen), Klimafaktoren sowie Staubbelastungen am Arbeitsplatz, wie sie beispielsweise in der Landwirtschaft gegeben sind. Auf die ständige Überflutung mit schädlichen Stoffen reagieren die Bronchien neben einer Verengung (Obstruktion) vorerst mit Husten, um die eingedrungenen Schadstoffe zu entfernen.

Um von den schädlichen Glimmstängeln loszukommen, brauchen die meisten Menschen professionelle Hilfe. Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen, Apotheker, Zahnärzte, Psychologen und Physiotherapeuten können kompetente Partner auf dem Weg zu einem rauchfreien Leben sein. Sie kennen den gesundheitlichen, aber auch den therapeutischen Nutzen der “Rauchfreiheit”. Als Gesundheitsexperten übernehmen sie aktiv gesellschaftliche Verantwortung, in dem sie sich für eine rauchfreie Umwelt engagieren.

WHO KOLLABORATIONSZENTRUM FÜR TABAKKONTROLLE:
Praktischer Codex der Tabakkontrolle für Organisationen der Gesundheitsberufe

Präambel: Um aktiv zur Verminderung des Tabakkonsums beizutragen und um die Tabakkontrolle regional, national und global auf die Tagesordnung der öffentlichen Gesundheit zu setzen stimmen die Organisationen der Gesundheitsberufe überein, dass sie: 

  1. Ihre Mitglieder ermutigen und unterstützen in ihrer Vorbildfunktion, indem sie Tabakwaren nicht verwenden und sich für eine rauchfreie Lebensweise einsetzen.
  2. Den Tabakkonsum ihrer Mitglieder und die Haltung ihrer Mitglieder zur Tabakkontrolle durch Befragungen erheben und angemessene Maßnahmen einführen werden.
  3. Dafür Sorge tragen, dass ihre eigenen Büros und Veranstaltungen rauchfrei sind und ihre Mitglieder dazu veranlassen, das gleiche zu tun.
  4. Das Thema Tabakkontrolle in die Programme aller wichtigen gesundheitsbezogenen Kongresse und Konferenzen aufzunehmen.
  5. Ihren Mitgliedern empfehlen, dass sie ihre Patienten und Klienten regelmäßig nach ihrem Tabakkonsum und ihrer Passivrauchexposition fragen – unter Verwendung evidenzbasierter Maßnahmen und bester Erfahrungswerte – ihnen Beratung zum Rauchstopp anbieten und eine angemessene Weiterbetreuung ihres Entwöhnungsziels sicherstellen.
  6. Gesundheitseinrichtungen und Ausbildungszentren dahingehend beeinflussen, dass sie diese Themen der Tabakkontrolle in die Fortbildung und in Ausbildungsprogramme für Gesundheitsberufe miteinbeziehen.
  7. Sich aktiv am Weltnichtrauchertag (immer am 31 Mai eines Jahres) beteiligen.
  8. Jegliche Art von Unterstützung durch die Tabakindustrie ablehnen – finanzielle oder auch sonstige Investitionen der Tabakindustrie ablehnen und ihre Mitglieder dazu ermutigen, gleiches zu tun.
  9. Sicherstellen, dass ihre Organisation den ausdrücklichen Grundsatz einhält, keine geschäftlichen oder andere Beziehungen zu Partnern zu unterhalten, die mit der Tabakindustrie zusammenarbeiten oder Interessen gegenüber der Tabakindustrie haben, und zwar durch eine Absichtserklärung.
  10. Den Verkauf und die Werbung für Tabakprodukte auf ihrem Gelände verbieten und ihre Mitglieder ermutigen, gleiches zu tun.
  11. Die Regierungen aktiv bei der Unterzeichnung, Ratifizierung und Implementierung des WHO Rahmenabkommens zur Tabakkontrolle unterstützen.
  12. Finanzielle und andere Mittel für die Tabakkontrolle zur Verfügung zu stellen – mit eingeschlossen verfügbare Mittel für die Implementierung dieses „Praktischen Codex“.
  13. An Aktivitäten für die Tabakkontrolle von Netzwerken der Gesundheitsberufe teilnehmen.
  14. Kampagnen unterstützen für rauchfreie öffentliche Einrichtungen.

Angenommen und unterzeichnet durch die Teilnehmer des informellen WHO-Meetings über Gesundheitsberufe und Tabakkontrolle.
Genf, 28-30 Januar 2004

1KH Tamsweg: will am Projekt "Rauchfreies Krankenhaus" teilnehmen, der ärztliche Direktor hat bereits mit Prim. Studnicka Kontakt aufgenommen; KH Hallein:  ist bereits ein rauchfreies Krankenhaus, da Teilnehmer am Netzwerk "gesundheitsfördernde Krankenhäuser", aber noch nicht 100%ig umgesetzt; KH Schwarzach: will sich beteiligen, sieht das sehr positiv; KH Zell: ist rauchfrei innerhalb der Gebäude, Raucher rauchen im Freien, möchten am Projekt "Rauchfreies Krankenhaus" teilnehmen, um den Nichtraucherschutz zu verstärken; Es fehlen derzeit noch Rückmeldungen des KH Mittersill, KH Oberndorf und der Barmherzigen Brüder.

 

Rückfragen an:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin Public Relations und Klinikmarketing, Pressesprecherin
Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH
Tel: +43 (0) 662 4482-1007
Mobil: +43 (0) 699 1707 1007

Fax: +43 (0) 662 4482-1009
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