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Prognose 2030: 2,6 Mio. über 65-Jährige - Große Zukunft für die Geriatrie
Prognose 2030: 2,6 Mio. über 65-Jährige - Große Zukunft für die Geriatrie

Prognose 2030: 2,6 Mio. über 65-Jährige - Große Zukunft für die Geriatrie

Universitätsklinik für Geriatrie
Prognose 2030: 2,6 Mio. über 65-Jährige - Große Zukunft für die Geriatrie

Fact Sheet 2006
Universitätsklinik für Geriatrie:

  • Durchschnittlich beschäftigte Ärzte: 14
  • Durchschnittlich beschäftigte Mitarbeiter im Pflegedienst: 124
  • Anzahl der Patienten stationär /Jahr: 2.417
  • Anzahl der Patienten in der Tagesklinik/Jahr: 584
  • Bettenauslastung in %: 81,9%
  • Verweildauer (Tage): 15,8
  • Zugewiesen Patienten zur Übergangspflege:221
  • Erfolgreich integriert: 157 Patienten (71%)

SALZBURG. Die Universitätsklinik für Geriatrie an der Christian-Doppler-Klinik (CDK) hat seit letztem Jahr einen neuen Primar: Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder. Die Salzburger Geriatrie ist auf den hochsensiblen Bereich der Betreuung multimorbider älterer Menschen spezialisiert. Das Erhalten der Funktionsfähigkeit ist die Kernaufgabe der Universitätsklinik für Geriatrie, die nun auch einen Lehrstuhl an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität inne hat.
Betrachtet man die demografische Entwicklung, so hat die Geriatrie zweifelsohne eine große Zukunft. Die Lebenserwartung in den industrialisierten Ländern ist in den letzten Jahrzehnten rapide angestiegen. Fortschritte der Medizin und unserer Lebensbedingungen haben zu einer Verlängerung der durchschnittlichen Lebenserwartung geführt. Lebten 1900 in Österreich ca. 500.000 über 65-Jährige (9 % der Gesamtbevölkerung), so stieg die Zahl 1990 auf 1,6 Mio. (20,3 % der Gesamtbevölkerung),Hochrechnungen beschreiben für das Jahr 2010 einen Anteil der über 80-Jährigen von etwa 5%, der bis zum Jahr 2050 auf 11,3% steigen soll. Im deutschen Sprachraum beträgt die Lebenserwartung eines Mannes im Alter von 80 Jahren derzeit 6,91 Jahre, für Frauen sogar 8,37 Jahre – dies entspricht einer Steigerung von etwa 32% für Männer und 50% für Frauen in den letzten fünf Jahrzehnten.In direktem Zusammenhang mit dem demographischen Wandel steht die Zunahme von chronischen Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit, die bis zum Jahr 2040 wahrscheinlich um etwa 50% zunehmen wird.Für den Raum Salzburg bedeutet dies, dass sich die Zahl der über 60-Jährigen in den nächsten 35 Jahren zumindest verdoppeln, die der 85-Jährigen sogar verdreifachen wird. In diesem Lebensalter sind etwa 30% der Personen pflegebedürftig. Im gleichen Zeitraum wird die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit etwa 6000 auf ca. 13.000 -15.000 zunehmen. Verschärft wird die Betreuungssituation durch die vor allem im urbanen Raum zunehmende Singularisierung der Haushalte.

Geriatrie – Wozu?
Die problemorientierte medizinische und soziale Versorgung alter Menschen ist eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Die fortschreitende Spezialisierung und Subspezialisierung in wesentlichen Belangen der Medizin ist nicht geeignet, die komplexen medizinischen und sozialen Probleme multimorbider alter Menschen im ganzheitlichen Ansatz zu erfassen. Die spezifischen Probleme in der Versorgung sind nur in einem eng vernetzten, interdisziplinär orientierten geriatrischen Interventions- und Versorgungssystem mit vielseitigen stationären, teilstationären und ambulanten Einrichtungen lösbar. „Ziel ist es, Krisensituationen multimorbider älterer Menschen frühzeitig zu erkennen, um durch eine rasche und adäquate Intervention bleibende Pflegebedürftigkeit zu vermindern.“ so Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder, seit 2006 Leiter der Universitätsklinik für Geriatrie.

„Die Geriatrie ist in Salzburg immer ein besonderer Schwerpunkt gewesen, was sich auch im Neubau der derzeitigen Geriatrie 1992 manifestiert. Damit ist in Salzburg nicht nur die entsprechende Sachkompetenz vorhanden, sondern es ist auch die räumliche Unterbringung vorbildlich.“ betont Hofrat Prim. Univ.-Prof. Dr. Gunther Ladurner, ärztlicher Direktor der Christian-Doppler-Klinik und Leiter der Universitätsklinik für Neurologie.
Durch die Einbettung in ein modernes Klinikum verfügt die Salzburger Universitätsklinik für Geriatrie über alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, sodass der geriatrische Patient auf den verschiedenen Ebenen seiner Erkrankung, letztlich aber in einer Gesamtsicht entsprechend betreut werden kann.
„Ebenso ist zu erwähnen, dass mit Einbeziehung der Geriatrie in die Paracelsus Medizinische Privatuniversität sie auch zu einem Lehrstuhl geworden ist, womit die Geriatrie in Salzburg einer weiteren Vorbildfunktion in Österreich nachkommt.“ so Prof. Ladurner weiter. Dazu Primar Prof. Igsleder „Im deutschen Sprachraum ist die Abteilung der Geriatrie bzw. Universitätsklinik für Geriatrie eine der wenigen mit universitärem Charakter, so ist die Etablierung einer eigenständigen geriatrischen Forschung für uns von wesentlicher Bedeutung.“ Hier sind als Schwerpunkte Atherosklerose, Demenz, Muskelschwäche und Sturz, Medikamenteninteraktion und Grundlagen- Alternsforschung geplant, wobei Kooperationen mit der Paris-Lodron-Universität und Kliniken der SALK/PMU bereits in Planung bzw. etabliert sind.

„Zielgruppen“ und Schwerpunkte der Geriatrie
Die Geriatrischen Abteilung richtet sich an die rasch wachsende Zahl alter Menschen, bei denen komplexe Mehrfacherkrankungen mit vielseitigen, körperlichen psychischen und sozialen Störungen vorliegen und bei denen im akuten oder subakuten Erkrankungsfall ein hohes Risiko zu Komplikationen mit irreversiblem Verlust der Selbstständigkeit besteht. „Im Rahmen der Neubesetzung wird nun auch, obwohl die Geriatrie die Gesamtsicht der Erkrankungen alter Menschen beinhaltet, eine Umstrukturierung erfolgen, die im Bereich der Geriatrie drei Schwerpunkte definiert.“ erläutert Prof. Ladurner. Diese Schwerpunktbildung umfasst folgende Bereiche:
1. Schwerpunkt Innere Medizin,
2. Spezielle Geriatrie mit Schwerpunkt Neurologie, Stütz- und Bewegungsapparat, und
3. Psychogeriatrie mit dem Hauptaufgabengebiet Verhaltensstörungen bei Demenzerkrankungen.
Der Schwerpunkt der Aufnahmen liegt demnach bei PatientInnen mit Erkrankungen des Nervensystems (Schlaganfall, Demenz, Parkinson) und internistischen Erkrankungen (Pneumonie, Harnwegsinfekte, Herzinsuffizienz) vor dem Hintergrund verschiedener Komorbiditäten. Eine weitere wesentliche Zielgruppe sind PatientInnen mit Stürzen, die oft weit reichende gesundheitliche und soziale Probleme nach sich ziehen. Das therapeutische Angebot richtet sich weiters an PatientInnen mit drohender oder bereits eingetretener Immobilisierung im Rahmen akuter internistischer, unfallchirurgischer und orthopädischer Erkrankungen, wenn die Betroffenen nach fachspezifischer Intervention eine intensive Frührehabilitation durch ein multidisziplinäres Team benötigen. Eine wesentliche Aufgabe der Geriatrie ist daher die Erhaltung oder Wiederherstellung der Selbstständigkeit der von akuter Krankheit, Leistungsverlust oder Behinderung bedrohten alten Menschen unter dem Blickpunkt der Optimierung der Lebensqualität. Hier spielt auch die Tagesklinik, die ein fortführen optimierter Therapieangebote nach dem stationären Aufenthalt ermöglicht, eine wesentliche Rolle. „Durch die Neustrukturierung können wir den steigenden Anforderungen, die durch die demographische Entwicklung definiert sind, in vollem Ausmaß gerecht werden.“ betont der Leiter der Universitätsklinik für Geriatrie, Prof. Iglseder.

Multidisziplinäre Betreuung
Vor diesem Hintergrund integriert die Geriatrie Salzburg in einzigartigem Maße ärztliches Personal verschiedener Fachausrichtungen. „So finden sich an unserer Abteilung FachärztInnen für Neurologie, Psychiatrie, Innere Medizin und ÄrztInnen für Allgemeinmedizin. Die unterschiedliche fachliche Zugangsweise erlaubt eine ganzheitliche Betreuung unserer PatientInnen am Krankenbett.“ so Primar Iglseder. Unnötige Transporte und Konsiliaruntersuchungen, die bei Hochbetagten zusätzliche Belastungen darstellen können, werden auf diese Weise vermieden. Daneben verfügt die Abteilung in Zukunft über eine internistische Basisversorgung, die sie auch für die gesamte Christian-Doppler-Klinik zur Verfügung stellt. In der Versorgung vor allem fortgeschrittener Demenz-patientInnen werden ebenfalls neue Wege beschritten: So soll eine Betreuungs- und Pflegesituation verwirklicht werden, die den Betroffenen eine größtmögliche Freiheit bietet. Eine Adaptation der Stationen, die bereits jetzt über ein sehr großzügiges räumliches Angebot verfügen, ist ebenso kurzfristig geplant wie eine Einbeziehung des Außengeländes der Klinik, um hier für die verschiedenen Verhaltensweisen Demenzkranker adäquate Bewegungs- und Betreuungsformen anbieten zu können. Gerade in diesem Bereich kommt auch der Prävention von Stürzen eine enorme Bedeutung zu, wobei hier ebenfalls durch Anschaffung modernster Betten– und Sensorsysteme eine Betreuung auf höchstem Standard gewährleistet wird. Die Einbettung in die CDK und die Kooperation mit dem Landeskrankenhaus erlaubt darüber hinaus Diagnostik und Therapie sämtlicher erforderlicher Fachrichtungen auf höchstem Standard rund um die Uhr.

Diagnostische und therapeutische Teamarbeit
Der multiprofessionelle Ansatz der Geriatrie spiegelt sich auch in der quantitativ und qualitativ hervorragenden Ausstattung mit Physio- und ErgotherapeutInnen sowie LogopädInnen wieder. Auch die apparative und räumliche Ausstattung ist den speziellen Bedürfnissen älterer PatientInnen angepasst. „Der Pflege kommt in der Geriatrie ebenfalls eine entscheidende Rolle zu “, bemerkt DGKP Klaus Kessler, Oberpfleger an der Universitätsklinik für Geriatrie, „da viele Pflegemaßnahmen unter dem Begriff der aktivierenden Pflege zu sehen sind und somit einen wesentlichen Beitrag zur Therapie und Remobilisation unserer PatientInnen leistet. Eine Innovation im Bereich des Case- und Caremanagements ist zu erwähnen, die nicht nur Salzburgweit sondern einzigartig in ganz Österreich ist, die Übergangspflege der Geriatrischen Abteilung. Neben optimaler Betreuung im stationären Bereich durch unser multiprofessionelles Team (Ärzte, Pflege und Therapeuten) und nach der beendeten medizinischen Versorgung, übernimmt die Übergangspflege der Geriatrie die Reintegration des alten Menschen in seine angestammte Wohnumgebung.
“So gelang es 2006 71% der potentiellen Altenheim- undDrehtürpatienten erfolgreich in deren Heimatumgebung wiedereinzugliedern. Pflege im geriatrischen Bereich heißt also, sich auseinandersetzen nicht nur mit körperlichen oder psychischen Problemen, es muss ebenso eine Verhaltensanalyse mit Intervention unternommen werden. So ist es möglich den geriatrischen Patienten wieder in sein Milieu zu reintegrieren. „Geriatrische Pflege endet nicht am Krankenhauseingang, wir gehen in die Wohnungen der Menschen und führen dort eben Beratung und Intervention mit dem Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe durch.“ ergänzt DGKP Kessler. Die Begleitung durch uns kann der Patient drei Monate oder 65 Std. in Anspruch nehmen. Diese Serviceleistung der SALK wird durch das Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung 3 mittels Dienstposten gefördert und unterstützt.

Gerade die Polypharmazie, also die Versorgung mit zahlreichen pharmakologischen Substanzen, im höheren Lebensalter eine zentrale Rolle spielt, ist es dem Team rund um Primar Prof. Iglseder ein besonderes Anliegen, hier ein optimales Management anzubieten. Zur strikten und professionellen Kontrolle von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, die gerade im höheren Lebensalter häufige Probleme darstellen, wurde eine pharmazeutische Betreuung über die Landesapotheke etabliert. Ergänzt wird das therapeutische Team um PsychologInnen und Sozialarbeiterinnen, die unverzichtbare Beiträge zu Diagnostik und Versorgung der PatientInnen leisten.Regelmäßige Teambesprechungen definieren Therapieziele und garantieren so auch ein optimales Entlassungs-management. Die Teamarbeit dient an der Geriatrie aber nicht nur der Therapie, sondern auch der Diagnostik. „Die ganzheitliche Sichtweise zielt vor allem auf die Lebensqualität und funktionelle Autonomie unserer PatientInnen und benutzt als Instrument das Geriatrische Assessment als diagnostischen Prozess, der die verschiedenen Ebenen von Krankheit erfasst.“ erklärt Prof. Iglseder.

Weitere Fakten der Universitätsklinik für Geriatrie
Die Universitätsklinik für Geriatrie der Christian-Doppler-Klinik verfügt über 119 Betten an sechs Aufnahmestationen, davon eine Klassestation mit 19 Betten. Zwei Stationen sind auf die Behandlung von Demenzerkrankungen spezialisiert: Sie werden als Modell-station mit großzügigem Raumangebot und differenzierter Tagesstrukturierung geführt. Zusätzlich gibt es eine Tagesklinik mit zwölf Plätzen sowie Therapieeinrichtungen für Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie. Zum therapeutischen Angebot gehören neben sozialen und psychologisch/psychotherapeutischen Maßnahmen auch Animation und Übergangspflege. Mit Sommer 2007 geht eine Station mit internistischem Schwerpunkt in Betrieb.

 

Rückfragen an:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin Public Relations und Klinikmarketing, Pressesprecherin
Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH
Tel: +43 (0) 662 4482-1007
Mobil: +43 (0) 699 1707 1007
presse@salk.at, m.weinberger@salk.at

Bilder

Geriatrie Geriatrie - Physiotherapie Univ.-Prof. Dr. Ladurner Psychologischer Test in der UK f. Geriatrie Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder

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