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Sommersportstatistik - Fußballer und Radfahrer dominieren Unfallstatistik
Sommersportstatistik - Fußballer und Radfahrer dominieren Unfallstatistik

Sommersportstatistik - Fußballer und Radfahrer dominieren Unfallstatistik

Fußballer und Radfahrer dominieren Unfallstatistik des Sommers 2006

SALZBURG. 1.752 Patienten wurden im Sommer 2006 an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der Salzburger Landeskliniken nach einem Sportunfall behandelt. Fast die Hälfte hatte sich ihre Verletzungen beim Fußball spielen zugezogen. Radfahren war die zweithäufigste Unfallursache. Bei dieser Sportart ist besonders alarmierend, dass nur ein Viertel aller Sportradfahrer einen Helm trägt. Wird mit dem Fahrrad einkaufen gefahren, schützen gar nur fünf Prozent ihren Kopf.

Die 10 unfallträchtigsten Sportarten:

 

 

 

 

 

Als Unfallursache im Vormarsch ist Volleyball. „Bei dieser Sportart ist bei den Verletzungen ein Zuwachs von 58 Prozent zu beobachten“, sagt Dr. Clemens Hübner, Facharzt an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie. Die meisten Volleyballverletzungen passieren in der Halle. Ein Viertel aller Unfälle ist jedoch auf die Trendsportart Beachvolleyball zurückzuführen. Kinder verletzten sich vor allem beim Fahrrad fahren, Trampolin springen und Reiten. Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Vorstand der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, ist stolz auf sein Team. Es hat in mühseliger Kleinarbeit viele Daten und Fakten für diese aussagekräftige Statistik – an der sich auch die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie beteiligte – zusammengetragen.

Typische Patienten: Junge Erwachsene
Fußball, Rad fahren, Volleyball, Basketball und Inlineskaten – das sind die Top-Fünf-Sportarten, bei denen es im vergangenen Sommer in Salzburg die meisten Unfälle gab. Dabei taten sich mehr als vier Mal so viele Männer wie Frauen weh. „Der typische Sommersportpatient ist ein junger Erwachsener“, sagt Dr. Clemens Hübner, Facharzt der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, der die Studie durchgeführt hat. Auch bei den älteren Sportlern war eine leichte Zunahme der Unfälle zu verzeichnen.

Knie- und Sprunggelenke sind am meisten gefährdet
Die meisten Sportverletzungen sind vom Grad her als leicht zu bezeichnen: Der Patient kann arbeiten gehen, wird nur ambulant behandelt, braucht nicht mehr als zwei Kontrollen und hat sich nichts gebrochen. Bei einem Fünftel der Sportunfälle ist der Patient allerdings schwer verletzt: Er ist arbeitsunfähig, muss stationär aufgenommen werden und hat meist komplizierte Frakturen oder Gelenksverletzungen. Oft muss auch operiert werden. „Die schweren Verletzungen haben in den letzten Jahren zu Gunsten der leichten Verletzungen um etwa 15 Prozent abgenommen“, analysiert Hübner.

Kaum Helme auf Sportlerköpfen
Am häufigsten trifft es Knie- und Sprunggelenke: „Mehr als 40 Prozent aller Sportverletzungen entfallen auf die Gelenke der unteren Extremitäten“, bestätigt der Facharzt. Auffällig ist auch die Häufung von gravierenden Schädelverletzungen. Sie passieren, weil viel zu wenige der Hobbysportler einen Helm tragen. Beim sportlichen Rad fahren ist es gerade mal ein Viertel. Doch auch beim Bergsteigen oder Paragleiten schützen bei weitem nicht alle ihren Kopf. Kaum Helmträger gibt es unter den Radfahrern die „nur schnell mal einkaufen“ fahren oder „kurz den Freund besuchen“. Mit entsprechender Kopfbedeckung wären die meisten dieser Kopfverletzungen leicht zu vermeiden.

Unfallambulanz: Stoßzeit am Nachmittag
Hochbetrieb herrscht in den Unfallambulanzen in den Nachmittags- und den frühen Abendstunden. Ein Großteil der Verletzten (86 Prozent) kann direkt versorgt werden. Der Rest wird stationär aufgenommen. Auch das Körpergewicht spielt beim Grad der Verletzungen eine Rolle. „Wir haben den Body Mass Index (BMI) der behandelten Sportler mit der Schwere ihrer Verletzungen verglichen. Dabei zeigte sich, dass das Risiko einer schweren Verletzung mit steigendem BMI zunimmt“, so Hübner.

Verletzungsquelle Volleyball: Gefahr für Gelenke und Bänder
Um mehr als die Hälfte haben die Sportverletzungen bei Volleyball im Vergleich zum Jahr davor zugenommen. Der typische Volleyball-Patient war an der Universitätsklinik Salzburg 26 Jahre alt. Die Geschlechterverteilung unter den Patienten war in etwa ausgeglichen. Die meisten taten sich beim Spielen in der Halle weh. Schon ein Viertel machten jedoch Beachvolleyballspieler aus, die sich beim sportlichen Wettkampf im Sand hauptsächlich an Fuß oder Hand samt dazugehörigen Gelenken und Bändern verletzten. Dazu kamen lädierte Schultern und Kniegelenke. Mehr als die Hälfte trug Sport- oder Freizeitschuhe, alle anderen spielten barfuß.

Radeln, Springen, Reiten – Dabei verletzen sich Kinder
Kinder und Jugendliche werden nach Sportunfällen an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie behandelt. Auch sie hat wieder an der aktuellen Statistik teilgenommen. Fahrrad, Trampolin und Pferd – das sind die drei Hauptursachen für Unfälle bei Kindern. Fast die Hälfte verletzt sich bei Fahrradunfällen. Das Tragen eines Helms ist besonders wichtig. 37 Prozent aller an die Universitätsklinik gebrachten Kinder sind im Kopfbereich verletzt. „Auffallend ist auch ein relativ hoher Prozentsatz an Rumpfverletzungen. Durch den Sturz auf die Lenkstange kommt es oft zu einem stumpfen Bauchtrauma“, weiß Primar Univ.-Prof. Dr. Günter Schimpl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie. Um Unfälle zu vermeiden, rät er dazu, Kinder nur mit Helm Rad fahren zu lassen. Das Fahrrad sollte zudem den Vorschriften entsprechen und regelmäßig überprüft werden. „Ich kann mir auch ein Radfahrtraining bereits in der dritten Schulstufe vorstellen, damit die Verkehrserziehung mit der freiwilligen Radfahrprüfung in der vierten Schulstufe darauf aufbauen kann“, sagt Schimpl.

Unfälle am Trampolinsteigen sprunghaft an
In den heimischen Gärten trifft man immer öfter auf eine neue Gefahrenquelle für Kinder: das Trampolin. 2006 verzeichnete die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie ein sprunghaftes Ansteigen von Verletzungen rund um das trendige Sprunggerät. Die häufigsten Unfallursachen: mehrere Personen auf dem Trampolin, Stürze auf den Rahmen, Herunterfallen, Fehleinschätzung von Form und Können sowie ein falsch aufgestelltes Gerät. „Ernsthafte Verletzungen gibt es bei fast allen Körperteilen“, sagt Primar Schimpl. Verletzungen an Kopf oder Wirbelsäule sind aber die gefährlichsten. „So positiv jede Form von Bewegung für Kinder ist, hier kann das schwerelose Schweben in der Luft zum harten Aufschlag am Randgestänge des Trampolins oder am Boden, und damit zu schweren Verletzungen führen“, erklärt der Klinikvorstand. Er rät dazu, auf jeden Fall ein Fangnetz in ausreichender Höhe rund um das Trampolin anzubringen. Außerdem sollte das Sportgerät nicht in der Nähe von Bäumen und Zäunen aufgestellt werden. Beim Benutzen sollte gelten: Immer nur ein Kind am Trampolin, niemand unter der Sprungfläche, ein Erwachsener sollte in der Nähe sein und bei den ersten Anzeichen von Ermüdung oder Konzentrationsverlust gilt: Schluss mit Springen.

… macht der Reiter plumps – Reiten als gefährlicher Kindersport
Mädchen sind begeistert von Pferden. Deshalb sind vor allem sie die Opfer von Reitunfällen. Fast 80 Prozent aller Kinder, die im vergangenen Jahr an der Salzburger Universitätsklinik nach einem Reitunfall behandelt werden mussten, waren vom Pferd gefallen. „Der Sturz wird meist teilweise durch die Arme abgefangen oder erfolgt mehr oder weniger ungeschützt auf den Kopf“, sagt Primar Schimpl. So ist es nicht verwunderlich, dass 96 Prozent aller Verletzungen die oberen Extremitäten und den Kopf betreffen. Beim Reiten plädiert Schimpl für besseres und intensiveres Training, entsprechendes Aufwärmen und Falltraining. Selbstverständlich sein sollten ein Reithelm oder eine Reitkappe – der Helm sollte bereits vor Betreten des Stalls getragen werden – und Reitstiefel. Sie verhindern, dass die Kinder in den Steigbügel hängen bleiben.

 

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Mag. Mick Weinberger
Leiterin Public Relations und Klinikmarketing, Pressesprecherin
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