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Keine Chance dem Grünen Star! - 10 Jahre Glaukomvorsorge in Salzburg
Keine Chance dem Grünen Star! - 10 Jahre Glaukomvorsorge in Salzburg

Keine Chance dem Grünen Star! - 10 Jahre Glaukomvorsorge in Salzburg

Die Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie und das Land Salzburg sagen dem heimtückischen Räuber der Sehkraft weiterhin den Kampf an.
Zehn Jahre Glaukomvorsorge in Salzburg: Keine Chance dem Grünen Star!

Interessenten für die Vorsorgeuntersuchung "Grüner Star" können sich NUR
jeweils Mittwoch und Donnerstag von 14.00 bis 15.30 unter der Nummer 4482-57379 anmelden !

SALZBURG. Die zweithäufigste Ursache für Blindheit in entwickelten Industriegesellschaften ist das Glaukom – im Volksmund „Grüner Star“ genannt. In Österreich gibt es laut Statistik Austria rund 3.500 Menschen, die durch ein Glaukom erblindet sind, weitere 35.000 sind dadurch sehbehindert. Und das obwohl ein Glaukom – wenn es rechtzeitig entdeckt wird – gut behandelt werden kann. Die Salzburger Glaukomstudie wurde im Dezember 1996 initiiert. Seither sind 10.254 Untersuchungen kostenlos durchgeführt worden. Das Land Salzburg sagt dem heimtückischen Räuber der Sehkraft weiterhin den Kampf an und hat die Vorsorgeaktion „Keine Chance dem Grünen Star“, für die es bis dato 231.000 Euro bereitgestellt hat, bis 2012 verlängert. „Der Grüne Star verläuft im Gegensatz zum Grauen Star, den PatientInnen durch eine zunehmende Linsentrübung selbst gut durch einen Sehverlust wahrnehmen können, meist unbemerkt“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Günther Grabner, Vorstand der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie.
„Jede Salzburgerin und jeder Salzburger kann sich die Augen auch in den kommenden fünf Jahren kostenlos untersuchen lassen“, sagt Landeshauptfrau und Gesundheitsreferentin Mag. Gabi Burgstaller. Das Land Salzburg wird dafür bis 2012 insgesamt 109.000 Euro zur Verfügung stellen. „Ziel ist es unter anderem, durch gezielte und rechtzeitige Intervention irreparable Glaukomschäden zu verhindern beziehungsweise zu verzögern und somit die Zahl der Glaukomblinden erheblich zu reduzieren“, so Burgstaller, die sich darüber freut, dass die Glaukomvorsorge und Vorsorgestudie der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie Salzburg zur Früherkennung dieser Augenkrankheit fortgesetzt werden kann. Sie ist die derzeitig einzige derart in Österreich durchgeführte Vorsorge eines Bundeslandes.

„Die Gesundheit und die bestmögliche medizinische der Salzburgerinnen und Salzburger ist uns sehr viel wert“, sagt Burgstaller.
In der Glaukomstudie trat zu Tage, dass bei knapp zehn Prozent der 40- bis 54-Jährigen der Verdacht auf eine Erkrankung bestand. Bei einem Prozent der Untersuchten wurde eindeutig ein Glaukom diagnostiziert. Bei den 55- bis 69-Jährigen wurde der Grüne Star bei 1,5 Prozent festgestellt und in der Altersgruppe „70 plus“ bei 3,4 Prozent.
Der volkswirtschaftliche Nutzen verstärkter Prävention – wie sie im Bundesland Salzburg geschieht – ist enorm:
Abgesehen vom menschlichen Leid und der bedeutenden Einschränkung der Lebensqualität, die sich jeder Kosten-Nutzen-Rechnung entzieht, schlagen beim Glaukom enorme Kosten zu Buche. So fallen für einen mit 50 Jahren an Glaukom erkrankten, nicht rechtzeitig behandelten, mit 60 Jahren erblindeten und mit 80 Jahren verstorbenen Patienten derzeit Gesamtkosten in der Höhe von rund 564.000 Euro an. Die Kosten für eine rechtzeitige und angemessene Behandlung in diesem 30-jährigen Zeitraum betragen mit 7.200 Euro nur einen Bruchteil davon.
Tritt eine Berufsunfähigkeit zehn Jahre früher auf (Beginn mit 40 Jahren, Blindheit mit 50 Jahren, Tod mit 80 Jahren), haben die SteuerzahlerInnen bereits 1,22 Millionen Euro aufzubringen – die Behandlungskosten liegen demgegenüber bei lediglich 9.600 Euro.
„Da trotz großen technischen Fortschritts die Zahl der Glaukom-Erkrankten seit Jahren nicht wesentlich zurückgeht, wären verstärkte Präventionsbemühungen auch im Rahmen einer flächendeckenden, nationalen Vorsorgekampagne sinnvoll“, sagt Dr. Christine Rühle, Medizinische Prokuristin der Salzburger Landeskliniken.
Mit einer solch gezielten Aktion könnten Gesunde abgeklärt, eindeutig Glaukomkranke rasch einer Behandlung zugeführt und Menschen mit potenziellem Erkrankungsrisiko herausgefiltert und in passenden Abständen kontrolliert werden, so Rühle. Sie wünscht sich, dass die Wichtigkeit dieser Vorsorgemöglichkeit noch viel mehr im Bewusstsein der HausärztInnen, InternistInnen, OptikerInnen und der gesamten Bevölkerung verankert wird.
„Der Grüne Star verläuft im Gegensatz zum Grauen Star, den PatientInnen durch eine zunehmende Linsentrübung und damit Sehverschlechterung wahrnehmen können, meist unbemerkt“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Günther Grabner, Vorstand der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie. Die Krankheit hat verschiedene Ursachen. Gemeinsam ist ihnen ein Missverhältnis zwischen „Augenwasser“-Produktion und Abfluss dieser Flüssigkeit aus dem Auge. Das Kammerwasser (das ist der Fachausdruck) dient unter anderem der Versorgung der Augenlinse mit den notwendigen Nährstoffen. Es wird in der „Hinterkammer“ des Augeninneren hinter der Iris produziert und fließt von dort über feinste Kanälchen am Rand der klaren Hornhaut wieder ab. Wird der Abfluss behindert, steigt der Augeninnendruck und es kommt zum einen zur irreversiblen Schädigung des Sehnerven und dadurch auch zu Gesichtsfeldschäden, was mitunter zur kompletten, irreversiblen Erblindung führen kann. „Die Gesichtsfeldschäden treten bei diesem chronischen Leiden nur sehr allmählich auf, meistens zuerst an einem Auge. Sie werden erst dann bemerkt, wenn das Sehzentrum verloren geht und es damit zu einer massiven Einbuße der Sehleistung kommt“, sagt Grabner. „Bei rechtzeitiger Kontrolle wäre sehr oft, wenn nicht sogar fast immer dieser Gesundheitsschaden vermeidbar.

“Der Augeninnendruck ist jedoch nur einer von zahlreichen Risikofaktoren des gefährlichen primär chronischen Offenwinkelglaukoms. Für den Augeninnendruck wird als obere Grenze 21 mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule) angegeben. Es gibt jedoch PatientInnen, bei denen der Augendruck zwar über der statistischen Norm liegt, es aber zu keinen Schäden am Sehnerv kommt. Andererseits treten bei manchen PatientInnen schon unter einem Augendruck von 21 mmHg glaukomatöse Veränderungen auf.
„Diese vielfältigen Spielformen des Glaukoms machen den Räuber der Sehkraft so heimtückisch und schlecht berechenbar und erfordern sehr sorgfältige Untersuchungen mehrerer Faktoren“, wie Dr. Karin Hornykewycz, Fachärztin an der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie, weiß.

Deshalb umfasst die moderne Diagnostik neben der Messung des Augeninnendrucks auch die Beurteilung von Papille und Nervenfasern, die Beurteilung des Augenbaus, die Messung der Dicke der Hornhaut, die Untersuchung des Gesichtsfeldes, die laserdiagnostische Beurteilung und Dokumentation des Sehnervenkopfes und die Nervenfaseranalyse.
„Liegen Risikofaktoren vor oder ist die Diagnose Glaukom gestellt, bedarf es regelmäßiger Kontrollen der Betroffenen“, so Hornykewycz, die betont, dass alle Untersuchungen völlig schmerzlos sind.

Die Hauptsäule der Glaukomtherapie ist die Senkung des Augeninnendrucks mittels Augentropfen. Der Erfolg der Behandlung ist allerdings nicht die Drucksenkung an sich, sondern die Erhaltung des Gesichtsfeldes beziehungsweise die Verhinderung einer schweren Sehbeeinträchtigung. „Dadurch kann man in den meisten Fällen eine weitere negative Entwicklung zum Stillstand bringen, aber keine bereits eingetretenen Schäden wie Ausfälle im Gesichtsfeld reparieren“, schränkt Hornykewycz ein. „Deshalb ist es so wichtig, dass die Diagnose frühzeitig gestellt wird.“ Die vier wesentlichen Faktoren zur Verhinderung von Erblindung sind: Erstens eine frühzeitige Diagnosestellung, zweitens die regelmäßige Anwendung von Augentropfen, drittens die regelmäßige Überprüfung von Augeninnendruck, Gesichtsfeld und Sehnervenkopf und viertens – bei Befundverschlechterung – die konsequente weitere Absenkung des Zieldrucks oder die Korrektur anderer Risikofaktoren.

 

Rückfragen an:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin Public Relations und Klinikmarketing, Pressesprecherin
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