zurück
Eröffnung der neu errichteten Palliativstation
Eröffnung der neu errichteten Palliativstation

Den Tagen mehr Leben geben: Eröffnung der neu errichteten Palliativstation an der Universitätsklinik für Medizin III / Onkologie

Palliativstation ermöglicht würdevolle Gestaltung des letzten Lebensabschnittes

Auf der neuen Palliativstation werden Patientinnen und Patienten mit schwersten Erkrankungen – meist Krebserkrankungen – betreut. Bewusst wird eine angemessene Atmosphäre für diese Krankheits- und Lebensphase geschaffen.

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:

Mag. Gabi Burgstaller, Landeshauptfrau von Salzburg

Dr. Max Laimböck, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken

Univ.-Prof. Dr. Richard Greil, Vorstand der Medizin III

Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg, Ärztlicher Direktor des Landeskrankenhauses Salzburg

Palliativstation schafft Platz und Zeit für respektvollen Abschied mit viel persönlicher Zuwendung

SALZBURG. Mit der neuen Palliativstation am Landeskrankenhaus Salzburg wird Raum für jene Maßnahmen geschaffen, die in der Geschwindigkeit des medizinischen Lebens oft keinen Platz finden. Die Patientinnen und Patienten haben schwerste Erkrankungen – meist Krebs – aber auch Erkrankungen des Nervensystems, des Herzens oder der Lunge. Die ärztliche und pflegerische Zuwendung auf der Station dient der Verbesserung des körperlichen und seelischen Allgemeinbefindens, aber auch der Kontrolle der krankheitsspezifischen Symptome (insbesondere der Schmerzsymptomatik) sowie der psychosozialen Integration.

Die Palliativstation umfasst in der ersten Bauphase, die im März abgeschlossen wurde, sechs Betten. In sechsmonatiger Bauzeit wurde das 1,26 Millionen Euro teure Projekt verwirklicht. 2010 wird über die Notwendigkeit weiterer Palliativbetten entschieden. Werden diese von der Landesregierung genehmigt, sollen in einer zweiten Bauphase vier Betten und umfangreiche Nebenräume dazukommen (10 Betten insgesamt).

Die Achtung vor der Würde des Menschen
„Mit der neuen Palliativstation erweitert das Land Salzburg sein medizinisches und pflegerisches Angebot, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht“, sagt Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller. „Schwer kranke Menschen – häufig ohne Aussicht auf Heilung – benötigen in ihrer letzten Lebensphase eine besonders zeitintensive medizinische, pflegerische und seelische Betreuung. Die neue Palliativstation am Landeskrankenhaus Salzburg ermöglicht diese Zuwendung.“ „Die Achtung vor der Würde des Menschen steht in den Salzburger Spitälern an oberster Stelle“, sagt Burgstaller.

Bedarf wird weiter steigen
"Die sechs Palliativbetten im Landeskrankenhaus sind ein Teil der Gesamtplanung des Gesundheitsressorts zur qualitätsvollen Versorgung schwerstkranker Patienten im Bundesland Salzburg. Das betrifft sowohl den Ausbau des stationären wie auch des ambulanten Angebots", betont Landeshauptfrau Burgstaller. Laut regionalem Strukturplan Gesundheit sind für die Stadt Salzburg zwölf Betten vorgesehen, sechs davon sind im Helga-Treichl-Hospiz in Morzg angesiedelt. Der Beschluss für die Finanzierung im Helga-Treichl-Hospiz wird Ende April in der Landesgesund-heitsplattform gefällt. Ebenfalls wird die mobile Palliativbetreuung für Patienten, die die letzte Zeit zu Hause verbringen wollen, flächendeckend ausgebaut, der nötige Beschluss für das Gesamtkonzept zur Palliativ- und Hospizbetreuung fällt Ende April. Mobile Palliativbetreuung gibt es mit sehr gutem Erfolg seit den Jahren 2001 bis 2003 an den Standorten Zell am See, Bischofshofen und Tamsweg.

Palliativversorgung in Spitälern
„Der Bedarf nach einer qualitativ hochwertigen palliativmedizinischen Versorgung wird in den nächsten Jahren noch weiter steigen“, sagt die Landeshauptfrau. Ziel der Salzburger Landesregierung ist es, die Lebensqualität von unheilbar kranken Menschen zu steigern und ihnen eine würdevolle Zeit ohne Schmerzen zu ermöglichen.

Am Krankenhaus Hallein sind seit 2006 sechs Palliativbetten schon länger in Betrieb, eine Aufstockung auf acht Betten ist 2007 vorgenommen worden. Am Krankenhaus Tamsweg sind als erstem Spital schon seit 2004 vier Palliativbetten belegt. Überall steht das speziell qualifizierte ärztliche und pflegerische Personal zur Verfügung, organisiert in palliative care teams. Für den Salzburger Süden sind 2009 acht Palliativbetten vorgesehen, wobei vier davon im Krankenhaus Mittersill und vier im Krankenhaus Schwarzach angesiedelt werden sollen. Diese Standortwahl ist zwischen den Spitälern Zell und Mittersill abgesprochen. Mit diesen Betten werden dann ab 2009 insgesamt 32 Palliativbetten zur Verfügung stehen, die durch die regionale Verteilung ermöglichen, dass die Angehörigen möglichst viel Zeit bei den Patienten verbringen können. Mit der zusätzlichen mobilen Palliativbetreuung steht eine flächendeckende Versorgung für die Salzburgerinnen und Salzburger bereit.

Sechs Monate Bauzeit
Im Juni 2006 wurde mit der Planung der neuen Palliativstation begonnen. Seit dem Baubeginn im Oktober 2007 sind bis zur Fertigstellung gerade einmal sechs Monate vergangen. „Durch die ständig steigende Zahl der zu betreuenden Patientinnen und Patienten wurde eine eigenen Palliativstation unumgänglich“, sagt Dr. Max Laimböck, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken. Die neue Station ist technisch auf dem aktuellsten Stand. „Sie wird über eine eigene Technikzentrale im Dachgeschoß versorgt“, sagt Laimböck. Die Luft wird vorgekühlt.

Letzten Lebensabschnitt erkennen
„Nach den heutigen Kriterien beginnt die Palliativmedizin sehr früh in der Betreuung von Tumorpatientinnen und -patienten“, sagt Univ.-Prof. Dr. Richard Greil, Vorstand der III. Medizinischen Universitätsklinik mit Hämatologie, internistischer Onkologie, Hämatostasiologie, Infektiologie und Rheumatologie, onkologisches Zentrum und Labor für immunologische und molekulare Krebsforschung. „Die moderne Medizin kann die Behandlungsaussichten der Patientinnen und Patienten in hohem Umfang verbessern“, sagt Greil. „Es ist jedoch von größter Bedeutung, jenen Zeitpunkt des Lebens anzuerkennen, ab dem die krankheitskausalen Behandlungen weitgehend in den Hintergrund treten und stattdessen die Konzentration auf eine würdevolle Gestaltung des letzten Lebensabschnittes ins Zentrum der Bemühungen treten muss.“

Alternativen nur suboptimal
Der Aufwand an Pflege sowie an menschlicher und ärztlicher Zuwendung ist in dieser Phase enorm hoch – eine Betreuung zu Hause daher häufig nicht möglich. „Die Betroffenen sind von einer qualifizierten Pflege und einer hohen Dichte an ärztlichen Maßnahmen abhängig“, sagt der Mediziner. Dazu gehören die ausreichende Kontrolle von Schmerzen, Atemnot, Wund- und Schleimhautpflege sowie Ernährungsschwierigkeiten. Ohne Palliativstation sind die PatientInnen zu einem äußerst anstrengenden und belastenden Wechsel zwischen suboptimaler Versorgung Zuhause oder in Heimen und Betreuung in Akutbetten der Klinik gezwungen. Greil: „Eine Palliativstation hat die Aufgabe, für solche Patientinnen und Patienten eine medizinische, pflegerische und menschlich adäquate Heimstätte zu schaffen, in der die kontinuierliche Betreuung in diesem letzten Lebensabschnitt respektvoll möglich ist.“

Wahrnehmung durch Medizin und Gesellschaft
Gerade, wenn die persönlichen Beziehungen zwischen Menschen in den Vordergrund treten sollen, muss eine perfekte pflegerische und medizinische Betreuung gewährleistet sein. „Das Ärzte- und Pflegeteam braucht daher eine spezielle Ausbildung“, sagt Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg, der Ärztliche Direktor des Landeskrankenhauses Salzburg. „Für das Landeskrankenhaus Salzburg ist die neue Palliativstation enorm wichtig“, sagt Magometschnigg. „Sie ist ein Zeichen der Wahrnehmung dieses speziellen Betreuungsangebotes durch die Medizin und durch die Gesellschaft. Auf der Palliativstation können wir jene Pflege, Betreuung und Intimität gewährleisten, die in den schnelllebigen und räumlich beengteren Verhältnissen der anderen Stationen meist nicht geboten werden können.“

Betreuung auf allen Ebenen
PalliativpatientInnen kämpfen häufig mit zusätzlichen Problemen: Appetitlosigkeit, Schluckauf, Wechsel von Durchfällen und Verstopfung, Inkontinenz, Krampfanfälle, fortschreitende Lähmungen, Versteifung der Muskulatur, große offene und nicht heilende, stark in die Tiefe gehende infizierte Wunden und vor allem körperlicher und seelischer Schmerz. „Die Enttäuschung über die Verluste an Leistungsfähigkeit, Ansehen, Selbstbild und den Schmerz des Abschiednehmens bedürfen fachkundiger Zuwendung“, ist Dr. Richard Greil überzeugt. Auf der Palliativstation sind deshalb nicht nur die onkologischen und spezifisch palliativmedizinischen Kenntnisse gewährleistet, sondern auch psychologische Betreuung, Physiotherapie, Sozialhilfe und religiöser Beistand integriert.

Entlastung für Angehörige und Freunde
„Die Geschwindigkeit des medizinischen Lebens ist hier deutlich herabgesetzt“, sagt Greil. Angehörige und Freunde haben Zeit und Möglichkeit zu Gesprächen und zum Abschiednehmen von den Kranken – ohne dass sie selbst von der aufwändigen Pflege erschöpft und überfordert sind. Viele werden durch diese, ihnen aufgebürdeten Aufgaben einer wichtigen Phase zwischenmenschlicher Beziehung beraubt. „Die Palliativstation der III. Medizin erfüllt die Aufgabe einer Vorzeigeeinheit, die die Ausbildung einer speziellen Disziplin der Medizin auf höchstem Niveau der Ärzteschaft und Pflege sicherstellen soll“, sagt Vorstand Greil.

Kooperation aller Stellen
In absehbarer Zeit soll die neue Station seitens des Landes eine zusätzliche Arztstelle erhalten. Dadurch kann die Konsiliarversorgung innerhalb der Stationen des Landeskrankenhauses, aber auch die Koordination der palliativmedizinischen Akutsituationen zwischen den Krankenhäusern der Umgebung, Alters- und Pflegeheimen bzw. dem niedergelassenen Bereich gewährleistet werden. Um die oft unangemessene Betreuung von PalliativpatientInnen in Akutversorgungs- und notfallmedizinischen Einrichtungen zu vermeiden, werden die palliativmedizinischen Leistungsangebote und Kenntnisse verbreitert.

Spezielle Ausbildung für ÄrztInnen und Pflege
Greil baut auf Kooperation: „Die Palliativstation wird so eng wie möglich mit allen anderen Kliniken, aber auch den ambulanten palliativmedizinischen Einrichtungen, dem Hospiz sowie den anderen Palliativeinrichtungen des Bundeslandes Salzburg zusammenarbeiten und Kontakt pflegen.“ Ein besonderes Anliegen ist ihm die Ausbildung der Ärzteschaft und der Pflege sowie die Kooperation mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten.

Harmonische künstlerische Gestaltung
130 Quadratmeter umfasst die neue Palliativstation. Dazu kommen 257 Quadratmeter Freifläche. Ebenso ausgeklügelt wie die Technik ist auch die Ausstattung, die mit vielen Details auf sich aufmerksam macht. Das Farbkonzept wurde mit dem bildnerischen Künstler Bernd Horak und mit Architekt Alexander Meissl abgestimmt. Bei Möbel und Boden dominieren beruhigende Erdtöne. Die Beleuchtungselemente in den Zimmern sind speziell gestaltet und die Bilder von Künstler Horak werden sowohl in den Zimmern als auch auf dem Gang von Spots in Szene gesetzt. Am Eingang wurde mit pigmentierter Fassadenverkleidung ein Akzent gesetzt. „Bei hohem Versorgungsniveau tritt damit der Krankenhauscharakter der Umgebung in den Hintergrund“, ist Greil überzeugt.

Auf der kleinen Grüninsel vor dem Gebäude C2 wird noch eine eigene Terrasse errichtet, auf der PatientInnen und BesucherInnen Sitzmöglichkeiten vorfinden. Auch für Betten wird es einen eigenen Abstellplatz geben. Die geplante Bepflanzung mit Bambus und Gräsern macht den Aufenthalt im Freien noch gemütlicher.

Was ist palliativ?
Palliativ leitet sich vom lateinischen Wort „palliare“ – mit dem Mantel bedecken – ab. Palliative Pflege und Behandlung will um den Schmerz des Körpers und auch der Seele einen schützenden Mantel legen und den PatientInnen und deren Angehörigen Unterstützung anbieten, damit die verbleibende Zeit mit möglichst hoher Lebensqualität gelebt werden kann.

 

Mag. Mick Weinberger
Leiterin PR und Klinikmarketing, Pressesprecherin
Tel: +43 (0) 662 4482 -1007
Mobil: +43 (0) 699 1707 1007
E-Mail: presse@salk.at oder m.weinberger@salk.at

Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH | Müllner Hauptstraße 48 | A-5020 Salzburg
Telefon: +43 (0)5 7255-0 | Fax: +43 (0)5 7255-20199 | E-Mail: office@salk.at | © 2013-2016
Letzte Änderung: 21.09.2016 Impressum Datenschutz AGB
x schließen