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Sommersportstatistik
Sommersportstatistik

Sommersportstatistik

der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie,
der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie
und der Universitätsklinik für Physikalische Medizin

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:

Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch,  Vorstand Universitätsklinik für Unfallchirurgie und  Sporttraumatologie der PMU

Dr. Clemens Hübner, Oberarzt, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und  Sporttraumatologie der PMU

Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie der PMU

Prim. Univ.-Doz. DDr. Anton Wicker, Vorstand der Universitätsklinik für  Physikalische Medizin und Rehabilitation

Thomas Gassner, Intersport Eybl, Salzburg

Fußballer dominieren Unfall-statistik des Sommers 2007, Kampfsportler holen auf

SALZBURG. Sommer, Sonne – raus zum Sporteln. Für 1.480 Sportlerinnen und Sportler endete dieser Vorsatz im vergangenen Sommer an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der Salzburger Landeskliniken. Dort mussten sie nach einem Sportunfall behandelt werden. Mehr als die Hälfte (60,9 Prozent) hatte sich beim Fußballspielen verletzt. Auf Platz zwei der unfallträchtigen Sportarten schaffte es 2007 Radfahren, dahinter Volleyball. Beim Radsport trägt noch immer nur rund ein Drittel einen Helm. Wird der Drahtesel als Transportmittel benutzt, ist es sogar nur ein Fünftel. Auf Platz vier – gleich hinter Volleyball – liegen bereits die Kampfsportarten. Ein Trend der 2008 anhält. Bei den Sportverletzungen des heurigen Jahres liegen die Kampfsportarten bis dato auf Platz zwei.

Die 10 unfallträchtigsten Sportarten des Jahres 2007:

Fußball führt die Unfallstatistik des Sommers 2007 klar an.

„1215 der gesamt verletzten Personen waren Männer, das spiegelt sich in den unfallträchtigsten Sportarten wider“, sagt Dr. Clemens Hübner, Facharzt an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie. Die Fußballunfälle haben im Vergleich zum Sommer 2006 zugenommen.

Kinder verletzten sich noch immer am häufigsten in der Freizeit beim Fahrrad fahren, Trampolin springen und Reiten. Die traurige Statistik der tödlichen Sportunfälle im Kindesalter führt Ertrinken an. Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Vorstand der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, ist stolz, dass sein Team auch in diesem Jahr viele Daten und Fakten in mühseliger Kleinarbeit zusammengetragen hat. Die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie beteiligte sich ebenfalls an der aussagekräftigen Statistik.

Männer sind dietypischen Patienten

Die Männer dominieren die Statistik der Sportunfälle in Salzburg. Fußball, Rad fahren, Kampfsport, Inline-Skaten und Volleyball sind ihre beliebtesten Sportarten. 1215 Männer musste nach Sportunfällen ärztlich versorgt werden. Bei den Frauen waren es nur 265. Ihr Anteil an den SommersportpatientInnen ist 2007 (im Vergleich zum Jahr davor) um 15 Prozent zurückgegangen. Die meisten der Frauen verletzten sich beim Volleyball spielen. Dahinter kommen Radfahren, Fußball, Reiten und ebenfalls die Kampfsportarten. „Unsere typischen Sommersportpatienten sind Männer“, bestätigt auch Dr. Clemens Hübner, Facharzt der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, der die Studie durchgeführt hat. Die verletzten Männer sind im Schnitt 26,5 Jahre alt. Die Frauen 28,6 Jahre. Die Altersverteilung bei allen Sportverletzungen schaut ähnlich aus. Der Großteil (69,6 Prozent) ist bis 30 Jahre alt. Knapp 30 Prozent sind zwischen 31 und 60 Jahre. Älter als 60 Jahre sind lediglich 3,5 Prozent.

 

Bei der Hälfte der Unfälle sind Knie- und Sprunggelenke betroffen

Mehr als 60 Prozent aller Sportverletzungen sind vom Grad her als leicht einzustufen. Das bedeutet, dass der Patient arbeitsfähig ist, nur ambulant behandelt wird, nicht mehr als zwei Kontrollen braucht und sich nichts gebrochen hat. Mit einem Anteil von rund einem Fünftel haben die schweren Sportverletzungen jedoch jene mittleren Grades überholt. PatientInnen mit schweren Verletzungen können nicht arbeiten gehen, werden stationär im Krankenhaus aufgenommen, haben einen Bruch oder eine Gelenksluxation, müssen operiert werden und danach öfter als vier Mal zur Kontrolle.

Für die Statistik werden auch die verletzten Körperregionen erfasst. Mehr als die Hälfte aller Sportverletzungen betrifft die Gelenke der unteren Extremitäten. „Das heißt, dass Kniegelenke und Sprunggelenke am häufigsten betroffen sind“, analysiert Hübner. Ellbogen, Handgelenk und Hand müssen ebenfalls oft behandelt werden. Genauso wie Schultern und Oberarme. Bei immerhin 3,7 Prozent aller Sportunfälle tragen die SportlerInnen Verletzungen am Kopf oder im Gesicht davon. Bei den meisten Verletzungen (87 Prozent) genügt eine ambulante Versorgung. Der Rest muss zur weiteren Therapie stationär aufgenommen werden. In der Sommersportstatistik wird auch der BMI (Body-Maß-Index) der verletzten SportlerInnen berücksichtigt. Bei der Sommersportstatistik 2007 zeigten sich die meisten schweren Verletzungen erstmals in der Gruppe jener, deren BMI unter der Norm liegt. Im Durchschnitt hatten die verletzten SportlerInnen einen BMI von 23,7.

Kaum Helme auf denKöpfen der RadlerInnen

Radfahren liegt auf Platz zwei der unfallträchtigen Sportarten. Und noch immer sind die meisten der RadfahrerInnen ohne Helm unterwegs. Beim Sport schützt gerade mal ein Drittel seinen Kopf mit einem Radhelm. Nur jeder Fünfte trägt einen Helm, wenn er „schnell mal einkaufen“ fährt oder mit dem Fahrrad ins Büro. Die Mediziner sind sich einig: Die meisten der Kopfverletzungen wären mit einem richtig sitzenden Fahrradhelm vermeidbar gewesen. Jedoch hat der Anteil der Helmträger in beiden Gruppen deutlich zugenommen.

Schlachtfeld Fußballplatz

901 verletzte FußballerInnen mussten die MitarbeiterInnen der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie im vergangenen Sommer versorgen. Das waren knapp 61 Prozent aller Sportverletzten. Die meisten von ihnen (97 Prozent) waren Männer, aber auch Frauen (drei Prozent) verletzten sich beim Fußball. Fast 90 Prozent von ihnen schätzen ihren Trainingszustand selbst als „sehr gut“ bzw. „gut“ ein. „Lediglich zehn Prozent der Verletzten gaben zu, gering trainiert zu sein“, sagt Hübner.

Die meisten Fußballverletzungen betrafen das Sprunggelenk, den Unterschenkel und den Fuß. Gleich dahinter kommen das Knie und die Hand bzw. das Handgelenk. Nicht einmal ein Drittel der PatientInnen trugen Schienbeinschützer, obwohl sich 45 Prozent beim Spiel verletzten und knapp 17 Prozent beim Training. Auch das Schuhwerk scheint eine Rolle zu spielen: Gut 60 Prozent der Verletzten trugen Stollen- oder Noppenschuhe.

2008 zeichnet sich ein Trendzu Kampfsportarten ab

Für den heurigen Sommer glauben die Mediziner bereits einen Trend zu erkennen. Fußball und Rad fahren werden die Hitliste der beliebtesten Sportarten auch in diesem Jahr anführen. Volleyball auf Platz drei wird jedoch vermutlich von  diversen Kampfsportarten (Ringen, Judo, Boxen, Selbstverteidigung, Karate) überholt werden. Nach derzeitigem Stand verteilen sich die Sportverletzungen des Sommers 2008 so: Das Ranking nach dem Frühjahr ist Fußball, Kampfsport, Radfahren, Basketball, Skaten und Volleyball.

Das Durchschnittsalter der bisher Behandelten liegt bei 22,5 Jahren. Drei von vier Verletzten waren männlich und mehr als die Hälfte übte eine Kampfsportart als Amateur bzw. Profi aus. Diese Zahlen beziehen sich nur auf Kampfsport.

Gefährliches Hüpfen im Garten:Trampolin und Rad als Gefahr für Kinder

Kinder und Jugendliche werden nach Sportunfällen an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie behandelt. 4211 Kinder waren es im vergangenen Jahr während der Sommermonate (von April bis September). 523 von ihnen mussten stationär aufgenommen werden.

Verletzungen beim Rad fahren, Trampolin springen und Ball spielen machten am häufigsten Fahrten ins Krankenhaus notwendig. Fast drei Viertel aller Sportunfälle von Kindern passierten zu Hause oder in der Freizeit. Einige beim Sport und nur sehr wenige im Verkehr. „Auffallend ist, dass die Zahl der Trampolinunfälle stark ansteigt“, sagt Primar Univ.-Prof. Dr. Günter Schimpl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie. 2006 mussten 49 Kinder nach einem Trampolinunfall behandelt werden. 2007 waren es 106 und heuer gab es bereits 68 Trampolinunfälle. „Und das noch vor den Ferien“, gibt Schimpl zu bedenken.

Die häufigsten Unfallursachen: mehrere Personen auf dem Trampolin, Stürze auf den Rahmen, Herunterfallen, Fehleinschätzung von Form und Können sowie ein falsch aufgestelltes Gerät. Schimpl rät dazu, auf jeden Fall ein Fangnetz in ausreichender Höhe rund um das Trampolin anzubringen. Außerdem sollte das Sportgerät nicht in der Nähe von Bäumen und Zäunen aufgestellt werden. Beim Benutzen sollte gelten: Immer nur ein Kind am Trampolin, niemand unter der Sprungfläche, ein Erwachsener sollte in der Nähe sein und bei den ersten Anzeichen von Ermüdung oder Konzentrationsverlust gilt: Schluss mit Springen.

Rad: Es mangelt an der FahrtechnikHirnverletzungen bei Reitunfällen

Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Kinder tragen beim Rad fahren einen Helm. Dennoch passieren Unfälle. Grund dafür ist meist mangelnde Fahrtechnik. „Die schwersten Kopfverletzungen müssen wir jedoch nach Reitunfällen beobachten“, sagt Schmipl. Bei den Abstürzen aus großer Höhe erlitten die Kinder massivste Hirnverletzungen, oftmals mit bleibender Hirnschädigung. Die Statistik zeigt folgendes Bild:

Beim Reiten plädiert Schimpl für besseres und intensiveres Training, entsprechendes Aufwärmen und Falltraining. Selbstverständlich sein sollten ein Reithelm oder eine Reitkappe – die bereits vor dem Betreten des Stalls aufgesetzt  werden – und Reitstiefel. Sie verhindern, dass die Kinder in den Steigbügeln hängen bleiben.

Ertrinken ist die häufigste Todesursache bei Sportunfällen im Kindesalter. Acht Kinder sind im Land Salzburg 2007 ertrunken. Bis auf eines waren alle jünger als vier Jahre. Primar Schimpl gibt zu bedenken: „Alle Ertrinkungsunfälle ereigneten sich im eigenen Garten und die Kinder waren zum Zeitpunkt des Unfalls alleine.“

Bildrechte: SALK / Wild&TeamAbdruck honorarfrei

Bild 1:
Dr. Clemens Hübner
Oberarzt und Autor der Sommersportstudie, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU

Bild_1:
Dr. Clemens Hübner
Oberarzt und Autor der Sommersportstudie, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU
Und im Hintergrund
Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch
Vorstand Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU

Bild 2:
Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl
Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie der PMU

Bild_2:
Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl
Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie der PMU
Und im Hintergrund
Dr. Clemens Hübner
Oberarzt und Autor der Sommersportstudie, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU

Bild 3:
Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch
Vorstand Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU

Bild_3:
Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch
Vorstand Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU
Im Hintergrund
Prim. Univ.-Doz. DDr. Anton Wicker
Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und RehabilitationundThomas Gassner, Intersport Eybl, Salzburg

Bild 4:
Prim. Univ.-Doz. DDr. Anton Wicker
Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation

Bilder

Dr. Clemens Hübner Oberarzt und Autor der Sommersportstudie, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU Dr. Clemens Hübner, Oberarzt und Autor der Sommersportstudie, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU, im Hintergrund Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch Vorstand Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie der PMU Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie der PMU, im Hintergrund, Dr. Clemens Hübner, Oberarzt und Autor der Sommersportstudie, Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Vorstand Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Vorstand Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie der PMU, Im Hintergrund, Prim. Univ.-Doz. DDr. Anton Wicker, Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation und Thoma Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation

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