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Therapeutikum „Sport“ wird zu wenig eingesetzt: 1. Dreiländertreffen für Sportmedizin macht auf die Bedeutung von gezielter Bewegung bei der Vorbeugung und Behandlung von Herzkrankheiten, Diabetes und Adipositas aufmerksam
Therapeutikum „Sport“ wird zu wenig eingesetzt: 1. Dreiländertreffen für Sportmedizin macht auf die Bedeutung von gezielter Bewegung bei der Vorbeugung und Behandlung von Herzkrankheiten, Diabetes und Adipositas aufmerksam

Therapeutikum „Sport“ wird zu wenig eingesetzt: 1. Dreiländertreffen für Sportmedizin macht auf die Bedeutung von gezielter Bewegung bei der Vorbeugung und Behandlung von Herzkrankheiten, Diabetes und Adipositas aufmerksam

Kongress zeigt neue Perspektiven in der Sportmedizin auf

SALZBURG / Sportmedizin abseits des Leistungssports. Salzburg ist auf diesem Gebiet Vorreiter und deshalb auch Veranstaltungsort des ersten Dreiländertreffens für Sportmedizin, das von 25. bis 27. September stattfindet. Ziel der Veranstaltung ist es, ExpertInnen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zum Erfahrungs-austausch an einen Tisch zu bringen. Dabei geht es um die Gebiete Sportmedizin, Prävention, aber auch Rehabilitation.

„Die Krankheiten, die durch Bewegungsmangel entstehen, nehmen zu“, weiß Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. David Brenner. "Eine vor kurzem veröffentlichte Studie der fhs-Forschung Salzburg zeigt auf, dass mehr als ein Drittel aller Salzburgerinnen und Salzburger sportlich überhaupt nicht aktiv ist; in der Gruppe der jungen Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren ist dieser Wert noch einmal signifikant höher. Umso wichtiger ist es, dieser Entwicklung gezielte Schritte entgegenzusetzen. Es freut mich, dass einige dieser bedeutenden Schritte hier in Salzburg gemacht werden. Der Sportlandesrat unterstreicht die Bedeutung von Salzburg als Austragungsort für Sportveranstaltungen und Kongresse. „Salzburg versteht sich als Sportland und ist daher auch prädestiniert für den inhaltlichen Austausch im Rahmen solcher internationaler Kongresse. Es ist daher sehr passend, dass auch das Dreiländertreffen für Sportmedizin in Salzburg stattfindet“, sagt Brenner.

Kongress als Plattform, Sportmedizin als Partner in
Zivilisationskrankheiten bedingt durch Bewegungsmangel haben in der westlichen Gesellschaft epidemische Ausmaße angenommen. „Eine möglichst kausale und effektive Vorbeugung aber auch Therapie kann nur mit Unterstützung von gezieltem körperlichen Training erreicht werden“, sagt Prim. Univ.-Prof. DDr. Josef Niebauer, Vorstand des Universitätsinstituts für präventive und rehabilitative Sportmedizin der PMU, Institut für Sportmedizin des Landes Salzburg. Seiner Initiative und der Unterstützung des ehemaligen Präsidenten der Österreich-ischen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention, Prim. Univ.-Prof. DDr. Anton Wicker, ist es zu verdanken, dass der erste Dreiländer-kongress für Sportmedizin in Österreich und speziell in Salzburg stattfindet. „Ziel des Kongresses ist es, eine Plattform zu schaffen, länderübergreifend einen fachlichen Austausch zwischen den Mitgliedern der drei deutschsprachigen sportmedizinischen Gesell-schaften zu möglichen“, sagt Niebauer. „Gleichzeitig gilt es die Sportmedizin als attraktiven Partner für Sportwirtschaft, Sportverbände und andere Institutionen, die sich mit der Gesundheitsvorsorge beschäftigen zu präsentieren.“Bedeutung der Sportmedizin wird steigenFür die Veranstalter steht fest, dass dem Sport eine ganz zentrale Rolle in der Prävention, Rehabilitation und bei der Behandlung zahlreicher Erkrankungen zukommt. „Die Sportmedizin ist in diesem Bereich gefordert, auf dieses Faktum nicht nur hinzuweisen, sondern auf Kongressen – wie dem unseren auch – und darüber hinaus mit geeigneten Therapiekonzepten und Lösungsmöglichkeiten aufzuwarten“, sagt der Mediziner. „Der Sportmedizin jenseits des Leistungssports wird in naher Zukunft eine noch größere Bedeutung zukommen.“

Bedeutung der Sportmedizin wird steigen
Für die Veranstalter steht fest, dass dem Sport eine ganz zentrale Rolle in der Prävention, Rehabilitation und bei der Behandlung zahlreicher Erkrankungen zukommt. „Die Sportmedizin ist in diesem Bereich gefordert, auf dieses Faktum nicht nur hinzuweisen, sondern auf Kongressen – wie dem unseren auch – und darüber hinaus mit geeigneten Therapiekonzepten und Lösungsmöglichkeiten aufzuwarten“, sagt der Mediziner. „Der Sportmedizin jenseits des Leistungssports wird in naher Zukunft eine noch größere Bedeutung zukommen.“ ExpertInnen der unterschiedlichsten Fachgebiete – z.B. der Inneren Medizin, Physikalischen Medizin, Orthopädie, Unfallchirurgie und Pädiatrie – werden sich beim Kongress diesen und anderen Themen annehmen. Die Spanne der Beiträge reicht vom Spitzensport bis zu Prävention und zur Behandlung herzkranker PatientInnen. „Dabei sollen die Erkenntnisse aus dem Sport für unsere Patientinnen und Patienten adaptiert werden und in die Prävention, Rehabilitation und in die Behandlung einfließen“, sagt Niebauer.

„Erleben eine Epidemie der körperlichen Inaktivität“
Den Bereichen Prävention und Rehabilitation wird bei dem Kongress viel Platz eingeräumt. Niebauer: „Sport als Therapeutikum hat dabei einen ganz zentralen Stellenwert. Wir erleben gerade eine Epidemie der körperlichen Inaktivität und es ist eine Aufgabe, aber auch eine Chance für die Sportmedizin, einen bedeutenden Beitrag zu leisten.“

Ein solcher Beitrag könnte es sein, Sport als Therapie zu verordnen. Selbst bei Menschen mit Herzproblemen ist Sport ein wichtiges Therapeutikum. „Sporttreiben trotz Herzinfarkt ist kein Widerspruch“, ist Niebauer überzeugt. „Im Gegenteil: Ausdauersport ist die beste Medizin.“ Mittlerweile steht laut Niebauer fest: „Herzkranke Sportler haben eine bessere Prognose als herzkranke Nichtsportler.“ Nachdem über mehrere Jahrzehnte nach einem Herzinfarkt körperliche Schonung empfohlen wurde, wird dieser Rat nun revidiert.

Sport stellt Belastbarkeit früher wieder her
Für Univ.-Prof. DDr. Anton Wicker, Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation steht fest, dass das Therapeutikum „Sport“ nicht nur bei Erkrankungen zum Einsatz kommen sollte: „Die Therapiemittel Bewegung und Training bekommen im muskoloskeletalen Bereich eine immer größere Bedeutung. Durch gezielte, individuell angepasste und richtig dosierte Bewegungs- und Trainingsreize kann frühzeitig mit dem Wiedererlernen der durch Operation, Verletzung oder Erkrankung gestörten Bewegungsabläufe begonnen werden.“ Durch die effektive Beeinflussung sensomotorischer Regelkreise kann die Belastbarkeit wesentlich früher wieder hergestellt werden.

Mit der Verbesserung der operativen Techniken konnten in den vergangenen Jahren Meilensteine in der Qualität der Therapiemaßnahmen gesetzt werden. „Unsere Erfahrungen in der Rehabilitation von Spitzensportlern hier in Salzburg und in der Kooperation mit internationalen Kliniken zeigen, dass dadurch wider Weltklasseleistungen im Sport erreicht werden können, die früher undenkbar schienen“, sagt Wicker. „Viele der hier getätigten Innovationen können in der Therapie der Allgemeinheit sehr nutzbringend umgesetzt werden.“ Auch diese Themen werden bei der Dreiländertagung zur Sprache kommen.

„‚Sport wird unterdosiert eingesetzt“
Der steigende Bewegungsmangel der Kinder und Jugendlichen wird in den westlichen Industrieländern in absehbarer Zeit zu einem dramatischen Anstieg bei Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Vom präventiven Nutzen der Ausdauersportart wie dem Laufen sind mittlerweile viele Menschen überzeugt – auch wenn sie sich selbst nicht dazu motivieren können. Ausdauersport als Therapeutikum hat sich hingegen noch wenig durchgesetzt„‚und wird nach wie vor unterdosiert empfohlen“, sagt der Sportmediziner Niebauer

Internationale Auszeichnung für Salzburger Mediziner
Prim. Univ.-Prof. DDr. Josef Niebauer ist der erste Nicht-Amerikaner, der von der American Association of Cardiovascular and Pulmonary Rehabilitation ausgezeichnet wurde. Der Salzburger Mediziner bekam die einzige und somit höchste wissenschaftliche Auszeichnung dieser Fachgesellschaft – den Michael L. Pollock Established Investigator Award. Ausschlaggebend war seine Forschung, die nach Meinung der Gesellschaft von übergeordneter Bedeutung für den klinischen Alltag im Bereich der Rehabilitation von PatientInnen mit kardiovaskulären Erkrankungen ist.

Niebauer untersucht wie körperliches Training bei PatientInnen mit koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und/oder Diabetes mellitus Typ 2 die sonst fortschreitende Verkalkung der Gefäße aufhalten kann und welche Mechanismen dem zugrunde liegen. „Bei meiner Forschung in Deutschland, den USA, in England und nun auch in Österreich konnte ich gemeinsam mit Kollegen die positive Wirkung des regelmäßigen körperlichen Trainings nachweisen“, sagt Niebauer. Dank dieser Erkenntnisse, sowie den Arbeiten anderer Arbeitsgruppen, konnten Therapieempfehlungen erstellt werden, die sowohl in den klinischen Alltag, als auch in aktuelle nationale und internationale Therapielinien Einzug fanden.

Experten zum Thema:
Mag. David Brenner:
Landeshauptmann-Stellvertreter, Sportlandesrat von Salzburg
Prim. Univ.-Prof. Dr.Dr. Josef Niebauer: Vorstand des Universitätsinstituts für präventive und rehabilitative Sportmedizin der PMU, Institut für Sportmedizin des Landes Salzburg
Prim. Univ.-Prof. Dr.Dr. Anton Wicker: Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation
Sportmedizin: Mit Bewegung behandeln – Kongress bietet Möglichkeiten zum fachlichen Austausch

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Prim. Univ.-Prof. DDr. Anton Wicker Prim. Univ.-Prof. DDr. Josef Niebauer Wicker, Brenner Niebauer Wicker, Brenner, Niebauer Wicker, Niebauer

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