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Generationsübergreifendes Wissen wird kaum weitergegeben: Elternschule ist erste Anlaufstelle für Eltern und werdende Eltern
Generationsübergreifendes Wissen wird kaum weitergegeben: Elternschule ist erste Anlaufstelle für Eltern und werdende Eltern

Generationsübergreifendes Wissen wird kaum weitergegeben: Elternschule ist erste Anlaufstelle für Eltern und werdende Eltern

VP-Landesrätin Doraja Eberle überzeugt sich vom neuen Eltern-schulenprogramm, das wieder Workshops und Kurse zur Förderung der Gesundheit von Kindern vor und nach der Geburt anbietet

SALZBURG. Die Elternschule am Kinderzentrum Salzburg bietet Eltern eine prophylaktische Wissensvermittlung zur Förderung der Gesundheit ihres Kindes nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Bisher waren Eltern bei Entscheidungen rund um die Gesundheit ihres Kindes oft mit einer großen Menge an Informationen konfrontiert und auf sich allein gestellt. „Wir wollen vielfältiges und praktisch anwendbares Wissen in anschaulicher Form vermitteln“, sagt die Leiterin der Elternschule DKKS Franziska Moser. Sie weiß aus ihrer zehnjährigen Praxis am Neonatologiezentrum Salzburg, dass durch das Wegfallen der Großfamilie ein zunehmend großer Bedarf an Beratungsangeboten für junge Eltern besteht. „Es gibt kaum noch eine Weitergabe von Wissen im Bereich Schwangerschaft, Babyernährung, Kindererziehung und Kinderpflege von einer Generation zur nächsten.“ Eltern suchen aus diesem Grund verstärkt nach externen Angeboten, sie suchen gezielte professionelle Beratung und konstante Begleitung, wenn es ums Stillen oder wichtige medizinische Entscheidungen für ihr Kind geht. Eine kürzlich erschienene Stillstudie macht deutlich, dass die Begleitung und Beratung speziell im Punkt Babyernährung nach der Zeit des Klinikaufenthaltes äußerste Priorität hat. Die neue Elternschule bietet daher den kostenlosen Besuch einer Stillgruppe an, die von einer ausgebildeten Still- und Laktationsberaterin moderiert wird.

Elternschule-Schirmherrin LR Doraja Eberle zu Besuch bei der Stillgruppe
VP-Landesrätin Doraja Eberle besuchte kürzlich die Stillgruppe der Elternschule und war begeistert von der gar nicht so „stillen“ Gruppe, da sich die Babys kräftig Gehör verschafften. Gemeinsam mit SP-Landtagsabgeordneten Michael Kretz ist Doraja Eberle Schirmherrin der Elternschule am Salzburger Universitätsklinikum. Die Landesrätin kennt aus eigener Erfahrung als Mutter die Situation gut und betont: "Kinder in und durch das Leben zu führen ist eine sehr schöne, aber auch verantwortungsvolle Aufgabe, die bei aller Freude, auch immer mit Sorge um das Wohlergehen und die Entwicklung der Kinder verbunden ist. Ich freue mich sehr über das umfangreiche Angebot der Elternschule am Kinderzentrum Salzburg, das unseren Eltern Orientierung, Sicherheit, Mut und Kompetenz vermittelt, ohne zu bevormunden. Ich danke allen Verantwortlichen der Elternschule ganz herzlich für das ambitionierte Programm, das Eltern in Ihrer Erziehungskompetenz ermutigt und stärkt, indem es die Bedürfnisse unserer Kinder in den Mittelpunkt rückt. Ich freue mich sehr über die Einladung, die Stillgruppe besuchen zu dürfen.“ Seit nunmehr 5 Jahren unterstützt diese Gruppe wöchentlich stillende Mütter in der ersten Zeit nach der Geburt. Die Landesrätin ergänzt abschließend: „Besonders beeindruckt mich die gelungene Verbindung von Beratung, Information und dem vernetzenden Erfahrungsaustausch zwischen den Müttern." In der Elternschule haben sie die Gelegenheit, andere Familien kennen zu lernen und sich auch abseits der Veranstaltungen zu treffen.

Fachkräfte helfen Eltern
In der Elternschule arbeiten Fachkräfte aus dem Kinderzentrum, ÄrztInnen, Diplom- Kinderkrankenschwestern, Diätassistentinnen, etc. sowohl der Kinderklinik und Neonatologie als auch der Kinderchirurgie zum Wohl der Kinder zusammen. Das gemeinsame Ziel ist es, das Beste für die Gesundheit der Kinder zu erreichen.

Inhalte über optimale Ernährung, Babypflege, ausgewogene Information bezüglich Impfen aber auch Hausrezepte im Krankheitsfall des Kindes werden in der Elternschule des Kinderzentrums im Salzburger Universitätsklinikum den Eltern praktisch und anschaulich vermittelt. Ein besonderer Schwerpunkt ist auch die Unfallverhütung, da Unfälle bei Kindern bis fünf Jahren die Todesursache Nummer eins sind. Es werden an Hand von konkreten Beispielen Unfallursachen aufgezeigt. In Kursen und Workshops erfahren Eltern unter anderem, wie sie ihre Kinder am besten vor Unfällen schützen, ohne deren Aktivitäten einzuschränken.

Kompetente Begleitung vom ersten Lebenstag an
„Die Elternschule soll Eltern helfen, ihre Kinder vom ersten Lebenstag an kompetent und gut zu begleiten. Da durch die Vielzahl an Informationen im Gesundheitswesen bei jungen Eltern manchmal auch Verwirrung entsteht, was zum Beispiel Ernährung, Impfungen oder Säuglingspflege betrifft, sehen wir es als wichtig an, dass sich Eltern über gute und praktische Informationen Wissen aneignen können“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl. Gerade die erst kürzlich wieder geführten Diskussionen über Impfen führen zur Verunsicherung. Auch das Ernährungsangebot und verschiedene Therapieangebote im Kinderbereich sind für Eltern nur schwer einzuschätzen. Sperl betont, dass die Elternschule nicht die persönliche Betreuung durch den Kinderarzt ersetzt. „Im Gegenteil – sie soll eine Ergänzung und Verstärkung der Information sein.“ Das Besondere an der Schule sei die Multidisziplinarität, wobei die verschiedensten Mitarbeiter und Berufsgruppen des Kinderzentrums den Familien ihr Wissen anbieten. Die Vision der Schule und damit ein konkretes Fernziel ist es, dass Eltern in mehreren, den Lebensabschnitten entsprechenden Modulen ähnlich einem Führerschein mit einem Zertifikat abschließen können. Natürlich können auch die Angebote einzeln genutzt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt: Unfallverhütung
„Unfälle sind nach wie vor die Todesursache Nummer eins bei Kindern“, sagt Primar Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie. „Kinder bis fünf Jahre sind besonders gefährdet.“ In Österreich verunglücken jährlich zwischen 50 und 70 Kinder tödlich. Am gefährlichsten ist es Zuhause, bei Freizeitaktivitäten, im Verkehr und beim Sport. „170.000 Kinder brauchen jedes Jahr nach einem Unfall ärztliche Behandlung“, sagt Schimpl. Etwa 90.000 davon müssen stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. In Kursen und Workshops erfahren Eltern in der Elternschule unter anderem, wie sie ihre Kinder am besten vor Unfällen schützen, ohne deren Aktivitäten einzuschränken.

Die meisten Unfälle passieren in den eigenen vier Wänden
Bei Kindern bis fünf Jahren ist ein erhöhtes Unfallrisiko vollkommen normal: Durch die beginnende Mobilität sind sie ständig neuen Gefahren ausgesetzt. In dieser Zeit passieren die meisten Unfälle in den eigenen vier Wänden. Schimpl kennt die größten Gefahrenquellen: „Es beginnt mit dem Sturz vom Wickeltisch bei den Kleinsten, geht über Abstürze von Tischen, Sesseln und Treppen bis hin zu Verbrühungen, Trinken ätzender Substanzen oder Vergiftungen.“ Viel zu oft passiert es auch, dass Kinder im eigenen Swimmingpool oder im Biotop ertrinken – oder an Verkehrunfällen beteiligt sind. „Noch immer kommt es vor, dass sie als PKW-Insassen nicht oder nur unzureichend gesichert sind“, sagt der Mediziner.

Unfallursache: Zunehmende Risikobereitschaft
Bei Kindern über fünf Jahren ist die zunehmende Risikobereitschaft die dominierende Unfallursache. In dieser Altersgruppe passieren die meisten Unfälle in der Freizeit: beim Radfahren, Reiten, Inlineskaten, als Verkehrsteilnehmer am Schulweg oder als Fußgänger. „Analysiert man die Unfälle in allen Altersgruppen, so können durch einfache und präventive Maßnahmen bis zu 75 Prozent der Unfälle verhindert werden beziehungsweise der Schweregrad der Verletzung signifikant gemindert werden“, sagt der Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie. „Und zwar ohne die motorische Entwicklung und die körperlichen und sportlichen Aktivitäten der Kinder einzuschränken.“ In der Elterschule sollen Müttern und Vätern Unfallursachen mit konkreten Beispielen vor Augen geführt werden. Gleichzeitig werden sinnvolle Präventionsmaßnahmen erläutert. In Diskussionsform soll es Erfahrungsaustausch mit und zwischen den Eltern zu aktuellen Themen der Unfallverhütung geben.

Kommunikation als wichtiger Aspekt der Elternschule
Als wichtigen Punkt nennt DKKS Franziska Moser das Thema Kommunikation: „Frauen und Männer möchten ihren Lebensalltag nicht mit ihrem Kind allein zu Hause verbringen. Sie suchen verstärkt nach Erfahrungs- und Meinungsaustausch in einer professionell moderierten Umgebung.“ In der Elternschule haben sie die Gelegenheit, andere Familien kennenzulernen und sich auch abseits der Veranstaltungen zu Ausflügen zu treffen.

Lösung auch für Eltern nicht deutscher Muttersprache
Auch für Mütter und Väter mit nicht deutscher Muttersprache wurde eine Lösung gefunden: Je nach Verfügbarkeit stehen Dolmetscher für die Sprachen Türkisch, Serbokroatisch, Spanisch, Englisch und Französisch zur Verfügung. Um eine zeitgerechte Anmeldung wird ersucht. Das genaue Angebot der Elternschule kann telefonisch oder über Internet angefordert werden. Das Veranstaltungsprogramm kommt dann per Post.

  • Modul A: Die Zeit der Schwangerschaft
  • Modul B: Die erste Zeit mit dem Neugeborenen
  • Modul C: Kurse für Väter
  • Modul D: Gesundheitsvorsorge und Sicherheit
  • Modul E: Kurse für das Kleinkind und Schulkind
  • Modul F: Pädagogik

Der Großteil der Kurse ist kostenlos, bei allen anderen sind die Kosten im Programm angegeben.
Das genaue Angebot der Elternschule kann über Internet http://www.salk-elternschule.at oder über Fr. Franziska Moser, Leiterin der Elternschule, angefordert werden (f.moser@salk.at 0662-4482-57865).

Bildrechte: SALK / Abdruck honorarfrei

Bilder

Gar nicht so "stilles" Treiben in der Stillgruppe der Elternschule, zu Besuch Schirmherrin der Elternschule und Landesrätin Doraja Eberle beim Austausch mit den jungen Müttern Schirmherrin der Elternschule und Landesrätin Doraja Eberle beim Besuch der Stillguppe mit der 5 Monate alten Julia, der Tochter von Silvia Reith-Höfer Elternschulen-Leiterin Franziska Moser mit Magdalena (8 Monate) und ihre Mutter Anne Thiel-Wilhelmstätter Stillgruppenteilnehmerin und junge Mutter Carmen Havranek mit ihre Tocher Lina (4 Monate) Gar nicht so "stilles" Treiben in der Stillgruppe der Elternschule, zu Besuch Schirmherrin der Elternschule und Landesrätin Doraja Eberle beim Austausch mit den jungen Müttern

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