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Speiseröhrenkrebs

Der Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der meist von der Schleimhaut der Speiseröhre ausgeht. In der Regel unterscheidet man hier 3 verschiedene Krebsarten. Die beiden häufigsten sind das Plattenepithelkarzinom, welches eher im oberen Drittel der Speiseröhre lokalisiert ist und das Adenokarzinom (AEG) des ösophagogastralen Übergangs. Als Risikofaktoren für das Auftreten von Plattenepithelkarzinomen gelten vor allem Alkohol und Rauchen. Das Adenokarzinom ensteht häufig durch Sodbrennen ausgelöste  Gewebsveränderungen des Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen. Hier handelt es sich um die sogenannte Barrett – Schleimhaut, welche als Krebsvorstufe (Präkanzerose) einer weiteren Abklärung und gegebenfalls Therapie durch einen Spezialisten bedarf. Zusätzlich gibt es auch gastrointestinale Stromatumore (GIST – Tumore) der Speiseröhre, die je nach Ausdehnung einer operativen oder medikamentösen Therapie bedürfen.

Symptome bei Speiseröhrenkrebs

Die typischen Symptome sind Schluckbeschwerden (Dyphagie) und das sogenannte Globusgefühl („Kloß im Hals“).  Daneben kann es auch zum Auftreten von Husten, Heiserkeit, Ekel vor Fleisch, Nachtschweiß und Appetitlosigkeit kommen.
Generell ist es ratsam etwaige Beschwerden zeitnahe abklären zu lassen, da besonders Speiseröhrenkarzinome dazu neigen relativ schnell Tochtergeschwulste (Metastasen) zu bilden und es gilt dies zu vehindern. 

Diagnostik bei Speiseröhrenkrebs

Eines der wichtigsten Tools in der Diagnostik einer Speiseröhrenerkrankung ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Im Zuge dessen kann mit Hilfe einer Mikrozange eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden, welche im Anschluss auf ihre Gut – oder Bösartigkeit untersucht wird. Ergänzend wird normalerweise eine spezielle Ultraschalluntersuchung endoskopisch („von innen“) durchgeführt, um die Speiseröhrenwand noch genauer beurteilen zu können. Hier handelt es sich um die sogenannte Endosonographie.
Zur Komplettierung dient in der Regel eine Computertomographie der Bauch- und Brusthöhle und gegebenfalls auch  eine PET – CT – Untersuchung (Positronen-Emissions-Tomographie), um eine adäquate Abklärung zu gewährleisten.
Spezielle Tumormarker im Blut werden in weiterer Folge häufig zur Verlaufskontrolle nach erfolgter Therapie herangezogen.

Therapie bei Speiseröhrenkrebs


Nach der Diagnosestellung ist in weiterer Folge vor allem die Ausdehnung des Tumors entscheidend. Sofern keine Tochtergeschwulste (Metastasen) vorliegen, ist die Operation die Therapie der Wahl. Hier wird in der Regel ein Teil, oder auch die ganze Speiseröhre inklusive des bösartigen Tumors entfernt und der verbliebene Rest, teilweise auch durch Interponate ( z.B. körpereigene Darmteilstücke), direkt mit dem Magen verbunden. Somit kann der Patient danach wieder normal Essen und Trinken, wenn die Nahrung in kleinere Portionen aufgeteilt wird.
Diese operative Therapie wird ergänzt durch eine Chemotherapie, oder auch Radiochemotherapie (Bestrahlung und Chemotherapie). Je nach Notwendigkeit werden diese Therapien vor und/oder nach der Operation durchgeführt.       
Kann bei dem Patienten aufgrund des Allgemeinzustandes und der vorliegenden Tochtergeschwulste (Metastasen) keine Operation erfolgen, ist auch eine alleinige Chemo- oder Radiochemotherapie eine Option, ergänzt durch eine endoskopische Therapie (Stenteinlage etc.) um die weitere Nahrungspassage zu gewährleisten.
Diese Therapieentscheidungen werden an der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg gemeinsam mit Spezialisten anderer Fachgruppen im sogenannten Tumorboard getroffen, um eine optimale Behandlung der Patienten zu gewährleisten.

Vorsorge und Früherkennung bei Speiseröhrenkrebs

Ausreichende Bewegung, Meidung von schädlichen Noxen (Alkohol und Rauchen), sowie eine ausgewogene, vitaminreiche, fett- und zuckerreduzierte Ernährung sind die Schlüssel in der Vorbeugung des Speiseröhrenkrebses. Bei anhaltenden Schluckbeschwerden und Bolusgefühl, aber auch bei starkem Sodbrennen sollte auf jeden Fall eine zeitnahe Abklärung durch einen Spezialisten erfolgen. Die Chancen für einen adäquaten Heilungsprozess stehen günstiger, je früher eine Diagnosestellung und Therapie erfolgt.

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