Bauchspeicheldrüsenkrebs

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs oder auch Pankreaskarzinom genannt ist eine bösartige Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Der Tumor auf der Bauchspeicheldrüse betrifft zumeist die Zellen des Bauchspeicheldrüsenganges.
Die Häufigkeit einen Krebs an der Bauchspeicheldrüse zu entwickeln wird mit etwa 10/100 000 Einwohner angegeben. Risikofaktoren zur Entstehung eines Pankreaskarzinoms sind Alkoholkonsum, Rauchen, eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, Vorstufentumore bzw. Bauchspeicheldrüsenzysten sowie eine erbliche Veranlagung.

Wo ist die Bauchspeicheldrüse?

Diese befindet sich zentral im Oberbauch. Sie ist von wichtigen Organen wie Magen, Milz und Zwölffingerdarm umgeben und liegt vor großen Blutgefäßen des Verdauungstraktes. Gemeinsam mit dem Gallengang mündet der Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm, um hier seiner Funktion, der Aufspaltung von Speisen durch Enzyme in die einzelnen Nährstoffe nachzukommen. Weiters wird der Blutzuckerspiegel von der Bauchspeicheldrüse durch die Abgabe des Hormons Insulin reguliert.

Symptome des Bauchspeicheldrüsenkrebses


Bei einem Bauchspeicheldrüsenkrebs treten Symptome meist erst sehr spät auf und präsentieren sich oft uncharakteristisch. Erste Beschwerden können Appetitlosigkeit, Oberbauchschmerzen, Gewichtsverlust oder einen Leistungsknick umfassen. Eine schmerzlose Gelbsucht ist der entscheidenste Hinweis auf einen Bauchspeicheldrüsentumor.
Neben dem Pankreaskarzinom, der schlimmsten und aggressivsten Form, konnten durch modernste Diagnostik auch verschiedene Arten von Zysten der Bauchspeicheldrüse nachgewiesen werden. Abhängig von Größe, Lokalisation und Zusammensetzung der Zysten können diese ebenfalls entarten. Eine exakte Beurteilung entscheidet über die Notwendigkeit einer Operation.

Diagnose des Bauchspeicheldrüsenkrebses


Wenn der Verdacht auf einen Krebs der Bauchspeicheldrüse besteht kommen modernste Verfahren zum Einsatz. Bildgebende Untersuchungen umfassen dabei den hochauflösenden Ultraschall, die Spiral – Computertomographie und die Dünnschicht – Magnetresonanztomographie. Durch den Einsatz von Kontrastmittel kann der Bezug zum Gefäßsystem dargestellt werden und eine bessere Abgrenzung zu anderen Organen erfolgen. Vorhandene Tochtergeschwulste (Metastasen) können ebenso detektiert werden.
Die Endosonographie hat mittlerweile ebenfalls einen festen Stellenwert in der Diagnostik von Bauchspeicheldrüsentumoren. Hierbei wird, wie bei einer Magenspiegelung von innen mit einem hochtechnologischen Mini – Ultraschallkopf untersucht. Die Untersuchung wird unter einer Analgosedierung durch ausgewiesene Experten an unserer Abteilung durchgeführt. Eine hochauflösende, exakte Beurteilung aber auch eine Punktion und die Gewinnung von Gewebsflüssigkeit sind durch dieses Verfahren möglich. Insbesondere in der Diagnostik von Pankreaszysten hat die Analyse der Zystenflüssigkeit einen hohen Stellenwert erworben. Sogenannte Tumormarker können aus der Flüssigkeit bestimmt werden und helfen eine gutartige (beingne) von einer bösartigen (malignen) Erkrankung zu unterscheiden.

Therapie des Bauchspeicheldrüsenkrebses


Nach erfolgter Diagnostik wird für den Patienten ein individuelles Behandlungskonzept erarbeitet. Im Zweifelsfall ist dabei der internationale Standard, die operative Entfernung des Tumors/des betroffenen Teils der Bauchspeicheldrüse durch einen erfahrenen Experten.
Dies ist vor allem dann der Fall wenn keine Tochtergeschwulste (Metastasen) vorliegen. 
Bei weiter fortgeschrittenen Befunden, in denen eine operative Entfernung technisch nicht möglich ist kann in Einzelfällen der Bauchspeicheldrüsenkrebs „vorbehandelt“ werden. In diesem sogenannten neoadjuvanten Therapieansatz kommen zunächst Strahlen- und Chemotherapie zum Einsatz, bevor dann, nach einer entsprechenden Reduktion des Tumors, der Pankreaskrebs in weiterer Folge operativ entfernt werden kann.
Das neueste und innovativste Verfahren, das an der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg angeboten wird, ist das sogennante NanoKnife, oder auch Irreversible Elektroporation (IRE) genannt. Hierbei werden elektrische Impulse und mehrere Tausend Volt zu einer selektiven Zerstörung der Tumorzellen herangezogen. Dabei kann gesundes Gewebe und Gefäße durch die korrekte Platzierung der Elektroden geschont werden und auch Tumorgewebe, das ansonsten schlecht erreichbar ist, behandelt werden.
Liegt ein weit fortgeschrittenes Pankreaskarzinom mit Metastasen vor, so ist eine Heilung meist nicht mehr möglich. Mit einer zielgerichteten Chemotherapie kann die Lebenserwartung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs beeinflusst werden und das Fortschreiten verlangsamt werden. 
Blockiert der Tumor auf der Bauchspeicheldrüse den Galleabfluss und es kommt so zu Problemen für den Patienten, kann die Engstelle mittels Gallengangsspiegelung (ERCP) und Einlage eines Platzhalters (Stent) behandelt werden.

Vorsorge und Früherkennung des Bauchspeicheldrüsenkrebses

Eine gesunde fett- und zuckerarme Ernährung sowie körperliche Aktivität sind wichtig für eine gesunde Bauchspeicheldrüse. Durch die Vermeidung von Giftstoffen, wie Alkohol und Rauchen wird die Bauchspeicheldrüse zusätzlich unterstützt.
Regelmäßige Gesundenuntersuchungen inklusive Ultraschall können im Verlauf Veränderungen der Bauchspeicheldrüse feststellen. Da das Pankreaskarzinom häufig keine Frühsymptome verursacht kommt diesen Vorsorgeuntersuchungen, speziell im Alter zwischen 50 und 60 Jahren eine wichtige Bedeutung zu.

 

Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH | Müllner Hauptstraße 48 | A-5020 Salzburg
Telefon: +43 (0)5 7255-0 | Fax: +43 (0)5 7255-20199 | © 2013-2017
Letzte Änderung: 03.08.2017 Impressum Datenschutz AGB
x schließen