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„Schmerzarmes Krankenhaus“
„Schmerzarmes Krankenhaus“

„Schmerzarmes Krankenhaus“: Projekt sorgt für Wohlbefinden und Zufriedenheit bei den PatientInnen - den Krankenhäusern spart es Kosten, Zeit und Ärger

Mit einem eigenen Schmerzmanagement stellen die Salzburger Landeskliniken die umfassende Betreuung von ambulanten und stationären Patientinnen und Patienten in Sachen Schmerz sicher.

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:

 Mag. Gabi Burgstaller  Landeshauptfrau von Salzburg
 OÄ Dr. Helga Maria Schuckall  MSc, MBA Leiterin der Interdisziplinären Schmerzambulanz
 Univ.-Doz. Dr. Doris Mack

 Stellvertretende Ärztliche Direktorin LKH,
Vorsitzende Qualitäts-Sicherungskommission LKH

 Univ.-Prof. Dr. Gernot Pauser   Vorstand der Universitätsklinik für Anästhesiologie,
perioperative Medizin und allgemeine Intensivmedizin der PMU
 Gerold Pollheimer  DGKP Pflegemitarbeiter Universitätsklinik für Anästhesie und Intensivmedizin

Schmerzmanagement stellt umfassende Betreuung in Sachen Schmerz sicher

SALZBURG / Über Schmerzen wird viel geredet - häufig jedoch zu wenig getan. Anders an den Salzburger Landeskliniken. Dort sorgen das Projekt „Schmerzarmes Krankenhaus“ und die Einführung eines Schmerzmanagements dafür, dass sowohl stationäre als auch ambulante PatientInnen eine umfassende Betreuung in Sachen Schmerzgeschehen erhalten. Das Recht jeder einzelnen Patientin und jedes einzelnen Patienten auf eine bestmögliche Schmerztherapie ist bereits in der Patientencharta verankert. "Jede Krankheit beeinträchtigt die Lebensqualität. Wenn damit auch noch starke Schmerzen verbunden sind, sinkt diese Qualität noch weiter. Ich freue mich daher über das neue Schmerzmanagement, das es in dieser Form nur an drei Standorten in Österreich gibt", sagt Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Die hohen Standards und die wissenschaftlich fundierte Behandlung garantieren den Patientinnen und Patienten eine deutliche Besserung, im Spital sind zusätzlich positive Kostenwirkungen zu erwarten, sieht Salzburgs Gesundheitsreferentin einen "echten Doppelnutzen" durch das Projekt. Burgstaller dankte Oberärztin Dr. Helga Maria Schuckall für die hervorragende Leistung. Univ.-Doz. Dr. Doris Mack ist die Auftraggeberin des Projektes mit dessen Leitung sie OÄ Dr. Helga Maria Schuckall, MSc, MBA betraute. „Ich bin meiner Kollegin dankbar, dass sie das Projekt ‚schmerzarmes’ und nicht ‚schmerzfreies Krankenhaus’ genannt hat“, sagt Mack. „Denn schaut man sich die Literatur zum Thema ‚schmerzfreies Krankenhaus’ genauer an, merkt man, dass der Anspruch meist größer ist, als die tatsächlichen Ergebnisse.“ Schmerz ist schwer zu fassen. „Schmerz ist das, was der Patient angibt, was er als Schmerz definiert“, ist eine der Aussagen zu diesem Thema. Sie macht deutlich, wie das Thema „Schmerz“ den KrankenhausmitarbeiterInnen begegnet: Mit vielen offenen Fragen. Teilt die Patientin / der Patient seinen Schmerz überhaupt mit? Sollen alle PatientInnen danach gefragt werden? Wie ist die persönliche Situation, das soziale Umfeld, der psychische Zustand bzw. wie alt ist die Patientin / der Patient? Schmerzempfinden kann durch viele Faktoren variieren. „Mit der Umsetzung des Projektes ‚Schmerzarmes Krankenhaus’ erfüllen wir die Erfordernisse der Patientencharta“, sagt Mack. „Mit dem Projektabschluss sind wir für unser Haus um einen entscheidenden Schritt weitergekommen.“

Schmerzen verursachen Leid und Kosten
Schmerzen beeinträchtigen das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Nicht selten kommt es vor, dass schmerzbedingte Komplikationen oder chronische Schmerzen erhebliche Kosten verursachen. „Mit einem effizienten Schmerzmanagement ist es möglich, für Schmerzreduktion bzw. Schmerzfreiheit zu sorgen“, sagt OÄ Schuckall, die Leiterin der Interdisziplinären Schmerzambulanz. „Damit kann man bei den betroffenen Patientinnen und Patienten die Lebensqualität erhalten bzw. verbessern und einen wichtigen Beitrag zur Kostenreduktion leisten.“ Mit der Einführung eines Schmerzmanagements soll an den Salzburger Landeskliniken eine umfassende Betreuung des Schmerzgeschehens bei stationären und ambulanten PatientInnen sichergestellt werden.

Einheitliche Standards zur optimalen Versorgung
Das 1.300 Betten umfassende Landeskrankenhaus ist in einem Pavillionsystem strukturiert. Die Versorgung der PatientInnen mit einer adäquaten Schmerztherapie wird so sehr unterschiedlich gehandhabt. „Uneinheitlichkeit, fehlende Standards und die fehlende Erfassung von Schmerz haben eine optimale Schmerzversorgung bisher verhindert“, sagt die stellvertretende Ärztliche Direktorin. Die Erhöhung des PatientInnenkomforts sowie die rechtliche Absicherung des Trägers waren die Hauptmotivationspunkte für Mack, ein so großes Projekt zu starten.

Ziele des Projektes „schmerzarmes Krankenhaus“:

  • Abgestimmte effiziente Schmerzbehandlung
  • Verbesserter Outcome für die PatientInnen
  • Erhöhter PatientInnenkomfort
  • Kosteneinsparung durch verkürzte Liegedauer und die Erhöhung der Möglichkeiten neuer Operationen
  • Verringerung der Morbidität
  • Verringerung des Risikos von Regressansprüchen durch die Einhaltung von rechtlichen Rahmenbedingungen mit einem guten Risk-Management sowie Qualitätsmanagement

Individuelle Wahrnehmung der Schmerzen
Die Schmerzintensität jeder Patientin und jedes Patienten ist individuell. Sie wird regelmäßig von geschultem Pflegepersonal über eine einheitliche Schmerzskala erfasst. Der Schmerzverlauf wird in der Fieberkurve dokumentiert. Alle Zuständigkeiten und Prozesse sind genau festgelegt. „Damit wird eine genaue Bedarfsermittlung für die notwendige Schmerztherapie und in Bezug auf die Schmerzerfassung und Schmerztherapie eine Erfolgskontrolle sichergestellt“, sagt Univ.-Prof. Dr. Gernot Pauser, Vorstand der Universitätsklinik für Anästhesiologie, perioperative Medizin und allgemeine Intensivmedizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. Eine weitere Verbesserung der Schmerztherapie wird durch die Integration von aktualisierten SOPs – so genannten Standards Operating Procedures – erreicht. Ein einheitliches Management von Schmerzpumpen und fest vorgegebene schmerztherapeutische Abläufe, die standardisiert und optimiert wurden, tragen ebenfalls zu einer optimalen Schmerztherapie bei.

Fünf Pakete für die optimale Umsetzung
Das Projekt „Schmerzmanagement an den Stationen des LKH – das ‚schmerzarme Krankenhaus’“ wurde in fünf Pakete unterteilt und von verschiedenen Projektteams bearbeitet. Kernmitglieder des Teams waren Dr. Andreas Gomahr, DGKS Monika Petschenig, OA Dr. Andreas Bagdahn sowie FA Dr. Christian Merten.

Erfassung, Evaluierung, Dokumentation
Beim ersten dieser Pakete ging es um die Erfassung des Schmerzes (der Prozessfestlegung), die Evaluierung des Schmerzes beim Patienten / bei der Patientin sowie um die Dokumentation in den Fieberkurven (die Struktur). „Bisher gab es keine einheitliche Erfassung und Dokumentation“, sagt Schuckall. „Dadurch war eine optimale Behandlung der Patientinnen und Patienten sowie eine rechtliche Absicherung für Ärztinnen, Ärzte, Schwestern und Pfleger nicht gewährleistet.“

Pumpenmanagement
Beim Management der Schmerzpumpen wurde mit der Erhebung des Ist- und Soll-Bedarfs für Schmerzpumpen begonnen sowie ein Kostenvergleich bei Anschaffung und Unterhalt erstellt. Priorität hatte die Erstellung eines einheitlichen Pumpenregimes. „Auf den verschiedenen Stationen gab es oft die unterschiedlichsten Mischungen für die Schmerzpumpen“, sagt Pauser. „Dies führte häufig zu Unsicherheit bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie zu fehlender Sicherheit für die Patientinnen und Patienten.“ Ziel war eine einheitliche Plattform für Pumpen sowie festgelegte Dosierungen und Konzentrationen, um die höchst mögliche Sicherheit für die Behandelten zu erreichen.

Aktualisierung von Vorhandenem
Das dritte der fünf Pakete beschäftigte sich unter anderem mit dem Standard postoperativer Schmerztherapie, der Festlegung des anzuordnenden Arztes sowie der diversen Formulare als Tools für die Überwachung. Zu diesen so genannten SOPs, die im Rahmen des Projektes aktualisiert wurden, gehören auch Hilfsmittel wie eine hauseigene Äquivalenttabelle für Opiate.

Schulungen und Plan für ambulante PatientInnen
Punkt vier widmete sich den Schulungen der Stationen zur Schmerzerfassung, -dokumentation und dem Pumpenhandling. Im fünften und letzten Paket ging es schließlich um die Erstellung eines hauseigenen oralen Stufenplans für ambulante PatientInnen. „Die Umsetzung und die permanente Wartung des Projektes wird für alle Beteiligten eine große Herausforderung sein“, sagt Univ.-Doz. Dr. Doris Mack, die vom Erfolg des „schmerzarmen Krankenhauses“ überzeugt ist.
 

Bilder

Doz. Dr. Doris Mack Dr. Helga Schuckall LHF Burgstaller Prof. Pauser Schmerzmanagement

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