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50 Jahre Kinder- und Jugendchirurgie in Salzburg:Wichtige Notfallversorgung und Spitzenmedizin für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
50 Jahre Kinder- und Jugendchirurgie in Salzburg:Wichtige Notfallversorgung und Spitzenmedizin für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

50 Jahre Kinder- und Jugendchirurgie in Salzburg: Wichtige Notfallversorgung und Spitzenmedizin für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

An der Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie wird das gesamte Spektrum von kinderchirurgischen, unfallchirurgischen und urologischen Operationen vom Neugeborenen bis zum Adoleszenten durchgeführt.

Bis vor 50 Jahren wurden Kinder in Salzburg von der chirurgischen Abteilung behandelt - dann wurde eine Kinderchirurgie als vierter Standort in Österreich - mit zunächst 25 Betten geschaffen.
Die Salzburger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie betreut heute ein überregionales Einzugsgebiet und beherrscht alle Schwerpunkte und Subspezialisierungen der Kinderchirurgie. Die Klinik arbeitet eng verzahnt mit der Pränatalmedizin, der Geburtshilfe, der Neonatologie, der Pädiatrie, der Kinderanästhesie und der Kinderradiologie. Das operative Spektrum ist breit gefächert und reicht vom Neugeborenen bis zum Adoleszenten.

Die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie versorgt jährlich über 19.000 Patienten ambulant, über 3000 Patienten stationär und führt merh als 2500 Operationen durch. Einen großen Anteil am Gesamtvolumen haben hier Verletungen im Kindesalter. Kindertraumatologisch werden jährlich ca. 6000 Patienten ambulant und 1000 Patienten ambulant betreut. Trotz vieler Bemühungen im Bereich der Unfallverhütung sind Verletzungen somit noch immer der häufigste Grund für eine stationäre Behandlung bei Kindern und Jugendlichen bis zum 16. Lebensjahr.

Teilnehmer:

  • Univ.-Prof. Dr. Roman Metzger, Vorstand Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie
  • Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Rektor Paracelsus Medizinische Universität
  • Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg, Ärztlicher Direktor Uniklinkum – LKH
  • Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Vorstand Uniklinik f. Kinder und Jugendheilkunde 

50 Jahre Kinder- und Jugendchirurgie in Salzburg: Wichtige Notfallversorgung und Spitzenmedizin für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

Univ.-Prof. Dr. Roman Metzger, Vorstand der Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie fasst anlässlich des 50.-jährigen Bestehens der Salzburger Kinder- und Jugendchirurgie die geschichtliche Entwicklung zusammen: „Das 50-jährige Jubiläum der Kinder- und Jugendchirurgie Salzburg gibt Anlass aus der täglichen Routine aufzuschauen, der Geschichte der Klinik zu gedenken und die Gegenwart und Zukunftsperspektiven der Klinik und der Kinder- und Jugendmedizin im Allgemeinen zu reflektieren.“ SALK Geschäftsführer Dozent Dr. Paul Sunger lobt die Entwicklung: „Geprägt durch einen Generationswandel besteht die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Salzburg heute aus einem hochmotivierten Team mit einem großen Erfahrungsschatz gepaart mit zahlreichen technischen Innovationen.“ Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Rektor der Paracelsus Medizinischen Universität betont die Wichtigkeit der Kinderchirurgie im Uniklinikum Salzburg: „In den letzten 50 Jahren wurde eine kontinuierliche Aufbauarbeit geleistet, sodass wir heute gemeinsam mit der Pädiatrie ein hoch anerkanntes Kinderzentrum vorfinden, in welchem Forschung, Lehre und Patientenversorgung auf hohem Niveau stattfindet. Es stellt einen wesentlichen Bestandteil des Universitätsklinikums dar auf das wir stolz sein können.“

1965 - 2015

  • 1964 wurde der vorausschauende Beschluss zur Gründung eines Primariats für Kinderchirurgie gefasst und Herr Hofrat Dr. Hans Henkel wurde zum 01.01.1965 als erster Primararzt für Kinderchirurgie bestellt. Unter seiner umsichtigen Leitung kam es zu einem deutlichen Aufschwung der Kinderchirurgie. Nach mehrjähriger Planung wurde am 04.02.1989 das neue Gebäude der Kinderchirurgie eröffnet in dem sich noch heute die Kinderchirurgie befindet und welches im neuen Kinderzentrum integriert ist. Am 31.12.1989 trat Prim. Dr. Henkel in den Ruhestand.

  • Am 01.05.1990 wurde Univ.-Doz. Irene Oesch-Hayward als Primarärztin bestellt. Unter Ihrer Leitung wurde eine Kinderintensivstation eingerichtet und damit eröffnete sich die Möglichkeit zur Durchführung komplexer rekonstruktiver Eingriffe. Im Folgejahr entstand der Sonderauftrag für Pädiatrische Radiologie. Nachfolgend entwickelte sich Salzburg rasch als überregionales Kompetenzzentrum. Am 30.09.2001 trat Univ.-Doz. Irene Oesch-Hayward in den Ruhestand.

  • Vom 01.11.2001 bis zum 31.08.2005 war Priv.-Doz. Dr. Thomas Boemers als Primararzt der Kinderchirurgie tätig. Sein besonderes Interesse galt den urogenitalen und anorektalen Fehlbildungen und er konnte hier die Tradition des Hauses noch um einige Techniken bereichern. Am 30.10.2003 wurde die Klinik von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität zur Universitätsklinik für Kinderchirurgie bestellt. Priv.-Doz. Dr. Thomas Boemers wurde im Anschluss Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie Köln.

  • Vom 01.04.2006 bis zum 31.03.2012 übernahm Univ.-Prof. Dr. Günther Schimpl die Leitung der Klinik. In diesem Zeitraum entstanden die Entwürfe des heutigen Kinderzentrums, welches eine noch engere Verzahnung zwischen Pädiatrie und Kinderchirurgie gewährleistet und am 24.04.2014 offiziell eröffnet wurde.

  • Am 01.01.2014 obliegt Univ.-Prof. Dr. Roman Metzger die Leitung der Klinik. In nahezu allen Bereichen führte er minimalinvasive, kindgerechte Techniken zur diagnostischen und operativen Versorgung unserer kleinen Patienten ein. Es wurden von Univ.-Prof. Dr. Roman Metzger zahlreiche neue minimalinvasive Techniken etabliert und das Spektrum vor allem auf Neugeborene und Säuglinge ausgeweitet. Die Salzburger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie betreut heute ein überregionales Einzugsgebiet und beherrscht alle Schwerpunkte und Subspezialisierungen der Kinderchirurgie. Die Klinik arbeitet eng verzahnt mit der Pränatalmedizin, der Geburtshilfe, der Neonatologie, der Pädiatrie, der Kinderanästhesie und der Kinderradiologie. Das operative Spektrum ist breit gefächert und reicht vom Neugeborenen bis zum Adoleszenten.

  • Detailliertere Einblicke bekommen Sie in den folgenden Beiträgen.

Alles unter einem Dach
Die Salzburger Universitätsklinik (UK) für Kinder- und Jugendchirurgie betreut ein überregionales Einzugsgebiet und beherrscht alle Schwerpunkte und Subspezialisierungen der Kinderchirurgie. Die Klinik arbeitet eng verzahnt mit der Pränatalmedizin, der Geburtshilfe, der Neonatologie, der Pädiatrie, der Kinderanästhesie und der Kinderradiologie. Das operative Spektrum ist breit gefächert  und reicht vom Früh- und Neugeborenen bis zum 18. Lebensjahr.

Leistungsspektrum
In nahezu allen Bereichen werden minimalinvasive, kindgerechte Techniken zur diagnostischen und operativen Versorgung der kleinen Patienten in Salzburg angeboten. Neben den allgemeinen medizinischen und operativen Leistungen hat die UK
für Kinder- und Jugendchirurgie in Salzburg die Funktion eines überregionalen Kompetenzzentrums. Als spezielle Diagnostik werden urodynamische Untersuchungen, die Rektomanometrie, Kolontransitzeitmessungen, die Impedanz-pH-Metrie und sämtliche endoskopischen Untersuchungen (Ösophagogastroskopie, Tracheobronchoskopie, Koloskopie, Zystoskopie) und Therapien (Fremdkörperbergungen, Bougierungen, Dilatationen, Unterspritzungen etc.) durchgeführt. Um das kinderchirurgische Leistungsspektrum am Standort zu optimieren und um eine kindgerechte Versorgung zu gewährleisten, erfolgt bei einigen Krankheitsbildern eine interdisziplinäre Versorgung mit Universitätskliniken aus dem „Erwachsenenbereich”. Hier gilt das Motto: „Der Spezialist kommt zum Kind”. Die interdisziplinäre Vernetzung mit angrenzenden diagnostischen und operativen Fächern und mit den breitgefächerten Disziplinen der Pädiatrie garantiert eine Kindermedizin auf höchstem Niveau.

Die Variabilität der Krankheitsbilder innerhalb der Organsysteme ist jedoch bei Kindern begrenzt. Dafür sind Kenntnisse des Wachstums und der Reifung besonders wichtig. Das Zusammenspiel der verschiedenen im Wachstum befindlichen Organsysteme kann zu komplexen angeborenen Fehlbildungen führen. Erkrankungen im Kindesalter weisen oft eine besondere Dynamik auf was wiederum besondere Kenntnisse erfordert um eine Behandlung durchführen zu können.  All das unterscheidet Kinder sehr von Erwachsenen.
Die universitätsmedizinische  Ausrichtung der Klinik hat sich in den letzten Jahren wiederum sehr verstärkt. Nationale und internationale Forschungsprojekte mit Leipzig, Frankfurt, Nürnberg und Wien wurden ins Leben gerufen, wobei es bei den einzelnen Projekten um die Erforschung der nekrotisierenden Enterokolitis, der Erforschung von Motilitäststörungen im Darmtrakt, um Projekte in der Fehlbildungschirurgie  geht. Ein weiteres Projekt befasst sich mit bioenergetischen Grundlagen der Motilität im Urogenitaltrakt in Zusammmenarbeit  mit Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl von der Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde.“Abschließend betont Prof. Resch: „Auf zwei Dinge ist man hier an der UK für Kinder- und Jugendchirurgie besonders stolz: Zum einen weil man ein sehr breites Spektrum in der Versorgung anbieten kann welches von der Kinderurologie über die Kindertraumatologie bis hin zur Kinderneurochirurgie reicht und zum anderen weil man spitzenmedizinische Leistungen anbieten kann, wofür ja schon aus Zeiten von Univ.- Doz. Dr.  Irene Oesch-Hayward (ehem. Leitung der KC), eine gewisse Tradition besteht. Insbesondere ist es die minimalinvasive Kinderchirurgie die besonders in den letzten Jahren unter Univ.-Prof. Dr. Roman Metzger eingeführt wurde, wie die thorakoskopische Behandlung des Zwerchfellverschlusses, die laparoskopische Pyloromyotomie bei hypertropher Pylorusstenose, der Gallengangsatresie, sowie in der urogenitalen und anorektale Fehlbildungschirurgie, aber minimalinvasive Eingriffe in der Tumorchirurgie.“

Operative, stationäre und tagesklinische Versorgung
Zur operativen Versorgung der ca. 3.000 Operationen stehen dem kinderchirurgischen Team drei kinderchirurgische Säle zur Verfügung, die kindgerecht ausgestattet sind. Die apparative Ausstattung beinhaltet u.a. digitale Laparo- bzw. Thorakoskopieeinheiten mit kindgerechten 2, 3 und 5mm-Instrumentarien, Versiegelungssysteme (MiSealTM, ENSEAL®G2, LigaSureTM), Durchleuchtungseinheiten (C-Bögen), Ultraschallgeräte, Lupenbrillen, Endoskopietürme, LASER-Systeme und Operationsmikroskope.

Die stationäre Basisversorgung erfolgt stets kindgerecht. Derzeit stehen hierfür 30 Betten zur Verfügung. Bei stationären Aufenthalten ist die Mitaufnahme einer Begleitperson möglich. Tagesklinische Operationen in Vollnarkose werden ab dem vollendeten 1. Lebensjahr durchgeführt.

Kindertraumatologie
Unfälle sind noch immer der häufigste Grund für eine stationäre Behandlung bei Kindern und Jugendlichen. In der Kinderchirurgie des UK Salzburg werden jährlich über 6.000 Patienten ambulant und ca. 1.000 Patienten stationär versorgt. Viele Knochenbrüche beim Kind können konservativ behandelt werden. Verletzungen, die eine operative Therapie erfordern, sollten von einem auf Kinder spezialisierten Chirurgen, einem Kinderchirurgen, durchgeführt werden. Besonders die operative Therapie von Verletzungen am wachsenden Skelett bedarf einer besonderen Expertise, um einer eventuell irreversiblen Fehlstellung vorzubeugen. Dem Kinderchirurgen stehen auch für die Osteosynthese zahlreiche „minimalinvasive“ Verfahren zur Verfügung wie Kirschner-Drähte, Markraumschienen, kanülierte Schrauben und Fixateure.

Notfallambulanz – schnell und wirksam
Die allgemeine Notfallambulanz der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie steht rund um die Uhr zur Verfügung und ist stets fachärztlich besetzt. Der Kinderchirurgie stehen hierfür 3 Behandlungsräume, ein Gipsraum mit Durchleuchtungsmöglichkeit und Narkosegeräten, ein Schockraum und Räume für die Röntgendiagnostik zur Verfügung. Schockraumversorgungen, also polytraumatisierte Kinder, erfolgen stets interdisziplinär.

Früh- und Neugeborenenchirurgie
Die chirurgische Behandlung von Früh- und Neugeborenen ist eine wichtige Kernkompetenz der Kinderchirurgie. Die häufigsten chirurgischen Erkrankungen der ersten Lebenstage sind angeborene Fehlbildungen, Infektionen des Bauchraumes sowie gutartige oder bösartige Tumoren. Diese Erkrankungen erfordern häufig ein rasches Vorgehen in einem spezialisierten Zentrum. Nicht selten kommen diese Kinder um die 24. Schwangerschaftswoche zur Welt und haben ein Gewicht unter 500 Gramm. Die Betreuung von Früh- und Neugeborenen erfordert ein hohes Maß an feinfühliger Untersuchung und operativem Geschick.

Kinderurologie
Etwa ein Drittel der kinderchirurgischen Erkrankungen gehören in den Formenkreis der Kinderurologie. Urologische Erkrankungen sind heute die häufigsten, bereits vor der Geburt erkannten Anomalien des Kindes. Wir behandeln Fehlbildungen des oberen und unteren Harntraktes, Hodenfehllagen, Fehlbildungen der Harnröhre, Phimosen sowie Anomalien im Genitalbereich. Das Spektrum der chirurgischen Maßnahmen umfasst diagnostische und rekonstruktive Eingriffe, die minimalinvasiv und offen durchgeführt werden. Etwa 30% der vorschul- und schulpflichtigen Kinder leiden unter einer Enuresis. In über 90% liegt eine Unreife der regulativen Systeme oder eine funktionelle Entleerungs-störung vor, die urotherapeutisch, psychotherapeutisch durch Biofeedbacktherapie behandelt werden können. Für die übrigen Kinder mit organischer Ursache der Enuresis bieten wir ein breites Spektrum an konservativen und operativen Maßnahmen an.

Minimalinvasive Kinderchirurgie
In den letzten Jahren wurden in der minimalinvasiven Chirurgie (MIC) große Fortschritte erzielt. In zahlreichen Studien wurde die sichere Durchführbarkeit für ein breites Spektrum laparoskopischer und thorakoskopischer Eingriffe im Kindesalter belegt. Zudem konnte gezeigt werden, dass minimal-invasive Operationen auch bei Kindern im Vergleich mit der konventionellen Chirurgie mit einer verminderten Morbidität, einer kürzeren Krankenhausverweildauer, besseren Kosmetik, geringeren Kosten und mit vergleichbaren Resultaten verbunden sind. Weitere Vorteile sind seltenere Wundheilungsstörungen, weniger postoperative Verwachsungen, ein deutlich reduzierter postoperativer Schmerzmittelbedarf und ein frühzeitiger Nahrungsaufbau. Komplikations- und Konversionsraten sind nicht altersabhängig, so dass Neugeborene und Säuglinge genauso sicher minimal-invasiv operiert werden können wie Jugendliche oder Erwachsene. Die minimalinvasive Chirurgie ist als Standardverfahren für zahlreiche Erkrankungen im Kindesalter international etabliert. Zudem wurden mehr als 50 Operationsverfahren eigens für Neugeborene und Kinder entwickelt.

Nachbetreuung und Spezialambulanzen
Der Nachbetreuung von Patienten mit komplexen Fehlbildungen und nach schweren
Unfällen wird eine große Bedeutung beigemessen. Hier wird neben der medizinischen Behandlung auch eine gezielte psychologische und psychotherapeutische Betreuung des Patienten und der betroffenen Familien gewährleistet. Die regelmäßigen ambulanten Kontrollen dieser Patienten erfolgen in den Spezialambulanzen. Für Patienten mit Urostomien und Enterostomien ist eine eigene Stomaambulanz eingerichtet, in der die Eltern geschult werden können.

Epidermolysis bullosa dystrophicans
Bei der Epidermolysis bullosa (EB) bilden sich bei der dystrophen Form in 98% der Fälle Pseudosyndaktylien und Fingerkontrakturen aus und beeinträchtigen die Greiffunktion erheblich. Neben Verengungen der Speiseröhre mit Schluckstörungen kommt es zur langsamen Verkleinerung des Mundes und zur Einsteifung des Kiefergelenkes. Dies führt zu einer zunehmenden Ernährungsproblematik bis hin zur Mangelernährung. Seit 1998 werden an der UK für Kinder- und Jugendchirurgie Kinder mit dieser Erkrankung chirurgisch behandelt. Primär werden die Finger operativ aufwändig gelöst und dann mit speziellen Verbänden separiert. Seit 2000 werden wiederholte endoskopische Dehnungen vorgenommen und in fortgeschrittenen ausgewählten Fällen müssen auch PEG-Sonden angelegt werden.

Der Spezialist kommt zum Kind – Interdisziplinarität und Spezialbereiche
Ziel ist die interdisziplinäre Versorgung aller Kinder im Kinderzentrum. Zu diesem Zweck haben wir regelmäßige Besprechungen und Konferenzen eingerichtet. Beispiele interdisziplinärer Besprechungen und Konferenzen sind die täglichen Röntgenbesprechungen, die wöchentlichen ‚Grand Rounds‘ und die in monatlichen Abständen stattfindenden Pränatalbesprechungen, kinderurologischen Besprechungen, kinderonkologischen Besprechungen, gastroenterologischen Besprechungen, `Neuro-Besprechungen‘, das Board für vaskuläre Malformationen, die Kinderschutzgruppe und die M&M-Konferenzen.

Gefäßchirurgen, Augenärzte, Mund-Kiefer- Gesichts-Chirurgen, Orthopäden, Neurochirurgen etc. kommen ins Kinderzentrum und versorgen die Kinder im Operationstrakt der Kinderchirurgie. Um die Expertise am Standort zu erhöhen sind seit 2015 Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen als assoziierte Mitarbeiter der Kinderchirurgie angestellt. Beispiele hierfür sind die Adipositaschirurgie die Schilddrüsenchirurgie und die Kinderherzchirurgie.

Adipositaschirurgie
Die Adipositas ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als chronische Krankheit anerkannt. 2014 waren weltweit rund 700 Millionen Menschen betroffen, Schätzungen zufolge sind es 2016 bereits 900 Millionen. Im Schnitt verringert sich die Lebenserwartung von adipösen Patienten um sieben bis zehn Jahre. Adipositas betrifft grundsätzlich alle Altersgruppen und vor allem Kindern und Jugendlichen müssen frühzeitig v.a. präventiv behandelt werden. Die Rahmenbedingungen der heutigen Gesellschaft verhindern häufig die Umsetzung präventiver Maßnahmen. Am Kinderzentrum Salzburg stellt sich ein interdisziplinäres Team bestehend aus Kinderärzten, Kinderchirurgen, Chirurgen, Psychologen, Ernährungsberatern und Physiotherapeuten diesem Problem. Gemeinsam mit Univ.- Doz. Dr. Karl Miller führen wir in der Kinderchirurgie bariatrische Operationen (Magenbandund Bypassoperationen) durch.

Schilddrüsenchirurgie
Erkrankungen der Schilddrüsen und diesbezüglich notwendige Operationen sind bei
Kindern selten. Es handelt sich hier meist um familiäre Schilddrüsenkrebserkrankungen (medulläres Karzinom bei MEN 2 Syndrom). Die betroffenen Familien sind im Regelfall bekannt, wobei im 3.–4. Lebensjahr die Schilddrüse prophylaktisch entfernt wird, um eine Krebserkrankung zu verhindern. Primäre Schilddrüsenkarzinome sind im Kindesalter in unserer Region ebenfalls selten und entwickeln sich meist zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr. Die endokrinologische Abklärung der Kinder erfolgt präklinisch und
die operative Versorgung dann gemeinsam mit Dr. Ingrid Häusler.

Kinderherzchirurgie
Die chirurgische Ligatur gilt nach wie vor als erfolgreiche Therapiemöglichkeit bei Frühgeborenen mit einem hämodynamisch signifikanten PDA, wird aber in der Regel nur noch bei erfolglos pharmakotherapiertem Patienten eingesetzt. Die enge Kooperation zwischen Gynäkologie, Neonatologie, Kinderkardiologie, Anästhesie und Kinderchirurgie am Hause ermöglicht nun auch chirurgische Eingriffe bei extrem frühgeborenen Kindern in den Gewichtklassen von 400 bis 800 Gramm. Für so kleine Patienten ist jede Manipulation und vor allem Transporte sehr riskant. Desto wichtiger ist hier unser grundlegendes Konzept: “Der Spezialist kommt zum Kind”. Herr PD Dr. David Vondrys stellt hier seine Expertise zur Verfügung.


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Mag. Mick Weinberger
Leiterin SALK Unternehmenskommunikation & Marketing
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