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Paradigmenwechsel bei der Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms
Paradigmenwechsel bei der Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms

Universitätsklinik für Urologie und Andrologie und Universitätsinstitut für Radiologie: Paradigmenwechsel bei der Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms

Die Urologie steht bei der Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms, des häufigsten Tumors des Mannes, vor einem Paradigmenwechsel. Bisher musste man den Urologen den Vorwurf machen, dass dieses Karzinom zu häufig behandelt wird - aber auch die Effizienz der Diagnostik wurde kritisiert. Jetzt ist alles anders. Die Kombination von multiparametrischem MRI und der Fusionstechnologie eröffnet eine ganz neue Option – die gezielte fokale Therapie des Prostatakarzinoms, ohne das gesamte Organ zu entfernen. An der Universitätsklinik für Urologie und Andrologie wird diese Therapieform nun eingeführt. Wir haben deshalb die weltweit renommiertesten Experten dieser fokalen Therapie – Prof. Emberton/London, und Prof. Ghai/Toronto – zu einem Symposium eingeladen.

Multiparametrisches MRI
Mit Hilfe eines speziellen Programmes bei der Magnetresonanztomographie (multiparametrisches MRI) wird das bisher in der Bildgebung nur ausnahmsweise darstellbare Prostatakarzinom nun plötzlich sichtbar. Das trifft vor allem für die aggressiven Karzinome zu, die unbedingt behandelt werden sollen. Die Pionierarbeit für dieses Verfahren, dass das Universitätsinstitut für Radiologie seit längerem routinemäßig und in hoher Qualität anbietet, wurde in Holland geleistet.

Die Bildfusion ermöglicht jetzt die direkte Visualisierung
Univ.-Prof. Dr. Günther Janetschek erklärt: „Die einzige Möglichkeit, ein Prostatakarzinom definitiv zu diagnostizieren, ist die Biopsie der Prostata. Bisher musste diese Biopsie wegen der beschränkten Möglichkeiten der Bildgebung blind, das heißt letztlich zufällig erfolgen. Deshalb konnte durch eine negative Biopsie ein Karzinom nicht endgültig ausgeschlossen werden, was zu einer hohen Rebiopsierate und deshalb zu einem hohen Leidensdruck der Patienten führte.  Eine spezielle Technologie, die Bildfusion, ermöglicht jetzt die direkte Visualisierung der Information des multiparametrischen MRI bei der ultraschallgesteuerten Biopsie, die dadurch nicht mehr blind, sondern gezielt erfolgt. Die Salzburger Universitätsklinik für Urologie und Andrologie ist die erste und derzeit noch einzige Urologie, die diese Technologie der Zukunft in Österreich anbietet. Deshalb startet heute ein 2 tägiges Symposium mit den international renommiertesten Urologen.“

Lymphknoten sichtbar mit fluoreszierender Farbstoff
Bei der operativen Entfernung des Prostatakarzinoms werden auch die Lymphknoten entfernt, da hier das Risiko einer Metastasierung am größten ist. Auch diese Entfernung der Lymphnoten erfolgt blind. Der Salzburger Urologe Prof. Janetschek betont dazu: „Wir haben hier in Salzburg eine spezielle Technik entwickelt, um die Lymphknoten der Prostata während der Operation für die gezielte Entfernung sichtbar zu machen. Dafür wird direkt vor der OP ein fluoreszierender Farbstoff in die Prostata eingebracht. Mit Hilfe der Fusionstechnik konnten wir dieses Verfahren noch weiter verfeinern. Jetzt sehen wir ganz spezifisch die Lymphknoten des Karzinoms.“

Kombination eröffnet neue Optionen
Die Kombination von multiparametrischem MRI und der Fusionstechnologie eröffnet eine ganz neue Option – die gezielte fokale Therapie des Prostatakarzinoms, ohne das gesamte Organ zu entfernen. Univ.-Prof. Dr. Günther Janetschek erklärt: „Wir sind dabei, diese Therapieform bei uns einzuführen, und haben deshalb die weltweit renommiertesten Experten dieser fokalen Therapie – Prof. Emberton/London, und Prof. Ghai/Toronto – zu unserem Symposium eingeladen, das heute und morgen in den Räumlichkeiten der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität stattfindet.“


Teilnehmer:

  • Prim. Univ.-Prof. Dr. Günther Janetschek, Vorstand  der Universitätsklinik für Urologie und Andrologie, PMU
  • Univ.-Prof. Dr. Rosemarie Forstner, Universitätsinstitut für Radiologie, PMU
  • Univ.-Prof. Dr. Sangeet Ghai, Department of Medical Imaging, University of Toronto, Kanada
  • Dr. Stephan Hruby, Oberarzt Universitätsklinik für Urologie und Andrologie, PMU


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