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Konzept für Karriere in der Pflege
Konzept für Karriere in der Pflege

Karrieremodelle in den SALK

SALK Geschäftsführer Burkhard van der Vorst betont: „Von der Aufnahme bis zur Entlassung sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegeberufen für die Patienten einfühlsame und verantwortungsvolle Ansprechpartner mit großer Handlungskompetenz. Für diese Berufsgruppe besteht aber zunehmend Handlungsbedarf in Richtung Arbeitsplatz, Attraktivität und Transparenz bei den Möglichkeiten der Entwicklung einer beruflichen Laufbahn. Zudem braucht Spitzenmedizin auch Spitzenpflege. Wir setzen darum wie bei den Ärzten auch in der Pflege und bei den weiteren Berufsbildern der Unikliniken Maßnahmen, die den Erwerb von zusätzlichem Wissen erleichtern und zusätzliche Anreize dafür setzen. Darum haben wir für die Pflege ein Karrieremodell entwickelt, das nun zur Umsetzung kommt.“ Beim SALK-Karrieremodell Pflege handelt es sich um ein Stufenmodell zur systematischen Personalentwicklung, das auf den drei Säulen der Fachentwicklung, des Managements und der Lehre in der Pflege aufgebaut wurde. In der Gesamtheit wird eine stufenweise und organisationsbezogene Entwicklungsmöglichkeit von der Pflegehilfe bis zum Doktor der Pflegewissenschaft abgebildet. Vorgesehen ist sowohl eine vertikale, als auch eine horizontale Entwicklungsmöglichkeit. Dabei wird das Karrieremodell der Pflege in den SALK der großen Herausforderung gerecht, Bestehendes unter Berücksichtigung der gegebenen Bildungslandschaft zu integrieren und gleichzeitig attraktive und notwendige Tätigkeitsfelder der Pflege mit der jeweils dafür notwendigen Kompetenz zu erschließen: „Das hält unsere Arbeitsplätze attraktiv und das Know-how unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleibt in den SALK“, sagt van der Vorst.

Insgesamt arbeiten in den SALK rund 2400 MitarbeiterInnen (rund 2100 Stellen VZÄ) in den verschiedenen Bereichen des Pflegeberufes, der damit die größte Berufsgruppe in den SALK darstellt. Pflegedirektorin Magarete Hader vom Landeskrankenhaus (LKH) erklärt, wie sich der Pflegeberuf in den letzten 20 Jahren entwickelt hat: „Das Bild der Pflege hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem Beruf mit Grundausbildung mit lebenslanger Gültigkeit, hin zu einer wissenschaftlichen Disziplin entwickelt. Gleichzeitig geht mit den sich ändernden Bedingungen wie z. B. der Zunahme von medizinischen Interventions-, Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten ein notwendiger Strukturwandel einher. Daher werden Pflegepersonen benötigt, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Expertise in immer komplexer und vielfältiger  werdenden Pflegesettings souverän vermitteln und handeln können.“ Am Arbeitsmarkt gibt es deshalb zunehmend Pflegekräfte mit akademischen Abschlüssen, die sie mitunter auch berufsbegleitend erwerben

Eine Professionalisierung und Spezialisierung des Pflegeberufes wurde letztendlich auch dadurch eingeleitet, dass in Gesundheitseinrichtungen in immer kürzerer Zeit immer komplexere Aufgaben erfüllt werden müssen. Der Pflegedirektor der Christian-Doppler-Klinik (CDK), Gerhard Salzlechner weist darauf hin: „Der Pflegeberuf hat sich zunehmend spezialisiert. Häufig wird für pflegerische Versorgung eine spezielle Fachexpertise benötigt. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Patienten nach Operationen einer besonderen Nachsorge bedürfen oder fachlichen Rat benötigen.“ Beispielsweise sind Stomamanager Experten für die pflegerische Versorgung von Patienten mit „künstlichem Darmausgang“. Wundmanager verfügen über besondere Qualifikationen in den Bereichen Wundanamnese, Wundbehandlung, Schmerzmanagement und Wunddokumentation. Still- und Laktations-beraterinnen haben sich darauf spezialisiert, das Stillen beziehungsweise die Muttermilchernährung auch in Problemsituationen möglich zu machen. In der Psychiatrie arbeiten speziell ausgebildete Pflegeexperten für die Bereiche Allgemeine Psychiatrie, Abhängigkeitserkrankungen und Gerontopsychiatrie. Die Palliativpflege richtet sich an Menschen mit unheilbaren Erkrankungen.

Das Projekt „Karrieremodell für die Pflege“ ist Teilprojekt der Unternehmensstrategie  „Universitätsmedizin Salzburg 2016“ und für alle MitarbeiterInnen der drei Kliniken in den SALK (LKH, CDK und Landesklinik St. Veit) gültig. Ziel des Modells ist es, die Pflegepraxis evidenzbasiert zu unterstützen bzw. weiter zu entwickeln.

SALK-weit sind unter anderem folgende Projekte derzeit in Umsetzung:

  • Karrieremodell Ärzte
  • Karrieremodell Pflege
  • Karrieremodell medizinisch-technische Berufe
  • Karrieremodell Verwaltung
  • Verbesserung der Turnusärzte-Ausbildung
  • Optimierung der ärztlichen und pflegerischen Ausbildung

Wichtige Schritte der Karrieremodelle werden von einem gemeinsam mit der PMU entwickelten Berufsgruppen-übergreifenden Universitätslehrgang begleitet.

Lücke zwischen Theorie und Praxis schließen
Im Mittelpunkt des SALK-Karrieremodells steht die patientenzentrierte Versorgung und damit die uns anvertrauten Patientinnen und Patienten. Letztendlich geht es darum, den Lückenschluss zwischen Theorie und Praxis zu vollziehen. Erst dadurch kann sichergestellt werden, dass die pflegerische Versorgung nicht auf Überlieferung, sondern auf Wissen basiert. Das Bild der Pflege in den SALK hat sich von einer traditionsbewussten Beruf mit lebenslang gültiger Grundausbildung zu einer wissenschaftlichen Disziplin entwickelt. Diese Entwicklung ist nicht nur eine allgemein gültige Ressource, sondern eine längst unabdingbare Notwendigkeit, um den Anforderung von Spitzenmedizin im pflegerischen Kontext gerecht zu werden. Die Leitung der Fachentwicklung an den SALK obliegt künftig einer Pflegeperson mit pflegewissenschaftlichem Doktorrat, die damit für die Lenkung bzw. Weiterentwicklung der Pflege verantwortlich zeichnen wird.

Pflegedirektor Magarete Hader ist sich sicher: „Das SALK-Karrieremodell ist ein originäres und sehr gelungenes Konzept, um die professionelle Pflege, aber vor allem auch die Patientinnen und Patienten auf allen Ebenen individuell zu unterstützen bzw. Hürden zu überwinden. In seiner Komplexität beschreibt es neue Wege im deutschsprachigen Raum, die in anderen Ländern bereits tiefe Pfade hinterlassen haben.“

Wirkt anziehend auf bestehende und künftige MitarbeiterInnen
Mit dem multidimensionalen Ansatz stellt das Karrieremodell nicht nur ein Instrument zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der praktischen Pflege dar. Denn ähnliche Modelle haben bereits gezeigt, dass nachvollziehbare Karrierewege positiv auf bestehende und anziehend auf künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken
„Unsere größte Herausforderung bleibt die Gewinnung von zusätzlichem Personal“, so van der Vorst weiter. Durch zahlreiche Maßnahmen konnte man SALK-weit die offenen Stellen in der Pflege auf 20 Vollzeitstellen verringern (Stand März 2013). Insgesamt sind derzeit rund 2100 Vollzeitstellen in der Pflege besetzt (d.s. rund 2400 MitarbeiterInnen). „Es ist erfreulich, dass unsere Anstrengungen Früchte getragen haben“, sagt van der Vorst. „Weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel die wieder eingeführte Frühjahrsklasse in der Pflegeschule, verbesserten die Situation im laufenden Jahr erneut, und wir können die MitarbeiterInnen weiterhin mehr entlasten.“

Großes Angebot berufsbegleitender Maßnahmen für die PfelgemitarbeiterInnen der SALK
Für diejenigen, die sich bereits für einen Pflegeberuf entschieden haben und ihn aktiv ausüben, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, um die Arbeitsfähigkeit und Zufriedenheit zu erhalten. Im Rahmen der Fort- und Weiterbildung werden daher Seminare zur Burn-Out-Prophylaxe, Arbeitsbewältigungs-Coachings, Schwerpunktseminare für MitarbeiterInnen +44 und vieles mehr angeboten. Seminare, die derzeit aufgrund des Personalmangels nicht die erforderliche Mindesteilnehmerzahl erreichen, werden trotzdem durchgeführt. Im Rahmen
der Umsetzung des Karrieremodells für Pflegende am Universitätsklinikum gibt es auch das klare Bekenntnis zur Förderung der Durchdringung des Pflegedienstes mit Absolventinnen und Absolventen aus dem tertiären Bildungssystem. Daher werden auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefördert, die damit verbundene Kompetenz in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Pflegewissenschaft an der PMU zu erwerben

Die SALK sind aktiv im Kampf gegen den Pflegemangel
Um dem Mangel an Pflegekräften entgegen zu wirken, stellte das Land Salzburg für jährlich zusätzlich 600.000 Euro für die Pflegeausbildung zur Verfügung. „Damit konnten wir nicht nur zahlreiche Verbesserungen, sondern auch neue Ausbildungsplätze schaffen“, berichtet SALK-Geschäftsführer Burkhard van der Vorst. So konnten seit 2011 für die Grundausbildung diplomierter Pflegepersonen 30 neue Ausbildungsplätze zusätzlich angeboten werden. Bei den Sonderausbildungen für Psychiatrische und Kinder- und Jugendlichenpflege stehen seit geraumer Zeit ebenso zusätzlich 25 Ausbildungsplätze mehr zur Verfügung.

Mehr PflegeschülerInnen brauchen mehr LehrerInnen
Ebenso wurde die Anzahl der Lehrer in den Pflegeschulen erhöht. „Wir haben im vergangenen Jahr auch acht weitere PflegemitarbeiterInnen aus LKH und CDK zu LehrerInnen in der Gesundheits- und Krankenpflege ausgebildet. Dabei wurden nicht nur die Kurskosten des Masterstudienganges von uns übernommen, die Studierenden wurden auch während ihrer Ausbildung dienstfrei gestellt“, betont van der Vorst. Gefördert wurden aber auch Teilnehmer von Sonderausbildungen. Denn sie erhalten eine erhöhte Entschädigung von rund 700,– Euro monatlich und eine kostenfreie SALK-Wohnung zur Verfügung gestellt.

BerufsumsteigerInnen und WiedereinsteigerInnen
„Um BerufsumsteigerInnen oder WiedereinsteigerInnen die Qualifizierung zu ermöglichen, erarbeiteten wir ein Modell für eine 4-jährige berufsbegleitende Diplomausbildung“, berichtet der SALK-Geschäftsführer. Aber auch sonst gibt es zahlreiche attraktive Angebote für zukünftige Pflegkräfte:

  • eigener Lehrgang Nostrifikation
  • 40 Studienplätze pro Jahr für Gesundheits- und Krankenpflege an der Fachhochschule Salzburg
  • vielfältige Sonderausbildungen (Intensivpflege, OP-Pflege, Kinder- und Jugendlichenpflege)
  • Studienangebote der PMU: Pflegemanagement, Pflegewissenschaft, Wound Care Management oder Palliativpflege

Kampagne „Pflege deinen Traum“ – aktiv gegen Schüler-BewerberInnen-Mangel
„Trotzdem die Angebote und Möglichkeiten, einen Pflegeberuf zu erlernen, immer vielfältiger werden, war es kaum zu schaffen, die Ausbildungsplätze mit geeigneten BewerberInnen zu füllen“, so van der Vorst. „Aus diesem Grund haben wir auch hier aktiv Maßnahmen gesetzt. Gemeinsam mit den SALK Pflege-Schülern haben wir eine Info-Kampagne („Pflege deinen Traum“) erarbeitet, die über Werbung in Presse und Radiospots, Social Media (Facebook), aber auch als Kinospots ausgestrahlt wurde. Man ging mit den Pflegschülern der dritten Klasse in Salzburger Schulen, präsentierte sich bei der Pflegestraße im Europark oder auf Berufsinformationsmessen.“ Aufgrund der Kampagne haben wir schon vor Bewerbungsfrist-Ende (noch 3 Wochen) und trotz der geburtenschwachen Jahrgänge so viele Anmeldungen wie noch nie zuvor.

Die SALK betreibt aber auch gemeinsame Image-Aktivitäten mit den Seniorenheimen Salzburg und der Austrian Nurse Directors Association (ANDA) und sind Mitinitiator der österreichweiten Pflegeimagekampagne. Aber auch die SALK-eigenen Seminare im Bildungszentrum „Power für die Pflege“ werden hervorragend angenommen.


Rückfragen an:
Mag. Mick Weinberger
Leiterin SALK Unternehmenskommunikation & Marketing
SALK Pressesprecherin

SALK - Salzburger Landeskliniken Betriebsgmbh.
Müllner Hauptstraße 48
5020 Salzburg
Tel: +43 (0)5 7255-20012
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Pflegekräften Pflegehilfe DGKS Magarete Hader, Pflegedirektorin, Landeskrankenhaus Salzburg Pflege Von Stufe zu Stufe zu mehr Kompetenz Pflegeausbildung DGKP Gerhard Salzlechner, Pflegedirektor, Christian-Doppler-Klinik Salzburg v.l.n.r. DGKP Gerhard Salzlechner, Burkhard van der Vorst - SALK Geschäftsführer, DGKS Magarete Hader, DGKP Herbert Herbst Burkhard van der Vorst	- SALK Geschäftsführer, DGKS Magarete Hader - Pflegedirektorin, Landeskrankenhaus Salzburg
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