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100 Jahre Universitäts-Augenklinik Salzburg:  Laser nimmt „Grauer Star“ den Schrecken
100 Jahre Universitäts-Augenklinik Salzburg:  Laser nimmt „Grauer Star“ den Schrecken

100 Jahre Universitäts-Augenklinik Salzburg: Laser nimmt „Grauer Star“ den Schrecken Weltweit erstmals für Patienten aller Kassen – ohne Zuzahlung

Salzburg. Der Graue Star (Katarakt) ist die häufigste Augenerkrankung und beeinträchtigt gerade ältere Menschen in ihrer Lebensqualität – ein Großteil der über 65-jährigen ist bereits betroffen.

An der Universitäts-Augenklinik werden seit kurzem „Grauer Star“-Patientinnen und -Patienten mit dem Femto-Sekunden (fs)-Laser behandelt – und zwar ALLE versicherten Patienten, OHNE Aufzahlung ganz gleich bei welcher Krankenkasse man versichert ist. LH Stv. und Gesundheitslandesrat Walter Steidl: „Die neue Laserbehandlung des Grauen Stars an der Universitätsaugenklinik beweist auch im 100sten Jahr ihres Bestehens, dass diese Einrichtung mit dem Stand der Technik Schritt hält. Selbstverständlich, und umso erfreulicher ist, dass neue, präzise und schonende OP-Methoden in Salzburg jeder Patientin und jedem Patienten angeboten werden. Ohne Aufzahlung und egal welche Krankenversicherung zuständig ist.“

Die Universitäts-Augenklinik in Salzburg feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen im selben Gebäude, welches über die letzten zwei Jahrzehnte auf den modernsten Stand adaptiert wurde. Univ.-Prof. Dr. Günther Grabner betont: „Mit viel Erfahrung aus den über 3000 Katarakt-Operationen jährlich, sind wir zudem eines der wenigen Zentren weltweit, das mit einem der modernsten Laser ausgerüstet ist – dem CATALYS Laser (Optimedica,CA.).“ Die hohe Präzision der Laserbehandlung ist eines der wesentlichen Vorteile und wurde in internationalen Studien nachgewiesen.
Bei der „klassischen“ Star-Operation werden die Kapsulorhexis (Eröffnung der Linsenkapsel) und die Hornhaut-Inzisionen mit der Hand geschnitten, wesentliche Teile der Kernzertrümmerung mit dem Ultraschall. Bei der fs-Laser-Cataract-Operation werden diese ersten Schritte mit dem Laser ausgeführt, zusätzlich kann bei Vorliegen einer Hornhautverkrümmung diese in derselben Operation (diese jedoch kostenpflichtig) reduziert werden. Die Investitionskosten beliefen sich auf 650.000 Euro. Der Laser mit 525.000 Euro und zusätzlichen 125.000 Euro für bauliche Adaptionen. SALK Geschäftsführer Burkhard van der Vorst erklärt: „Das sind relativ geringe Kosten für ein solches Gerät, gerade weil unser Augenklinik Expertenteam, rund um Univ.-Prof. Günther Grabner, seit Jahrzehnten entscheidend bei der Entwicklung und Forschung dieser neuen Lasergeneration mitgewirkt hat.“

Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg betont die wissenschaftliche Reputation der Salzburger Universitätsaugenklinik: „Die Universitäts-Augenklinik Salzburg ist hochaktiv an der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Cataract – und Refraktiven Chirurgie beteiligt und hat sich seit Jahren einen Spitzenplatz unter den universitären Einrichtungen Österreichs erarbeitet. Darüber hinaus stehen die Experten der Salzburger Universitäts-Augenklinik im intensiven Austausch mit internationalen Forschungszentren in Deutschland, Europa und den USA.“ Dieses laufend aktualisierte Wissen wird für die stetige Optimierung der Behandlung genutzt. Das neue Laserzentrum optimiert diese Anstrengungen zum Wohle aller Patienten und Patientinnen des Landes Salzburg und der umgebenden Bundesländer.

Hohe Präzision
Die hohe Präzision eines medizinischen Femtosekunden-Lasers ermöglicht feinste Korrekturen an der Hornhaut und der Augenlinse, wie mit einem hochpräzisen Miniskalpell, um ihr die ideale Form für eine scharfe Abbildung eines Gegenstandes auf der Netzhaut zu geben.

Der Graue Star bezeichnet eine Trübung der Augenlinse, die einer Mattglasscheibe in der Wirkung ähnlich ist. Das Sehen mit dem „grauem Star“ ähnelt deshalb einem Blick wie durch einen - mit der Zeit immer dichter werdenden - Schleier. Diese Trübung lässt die Farben zu „grau“ verschwimmen und der Blick der Patienten bei final vollständiger Erblindung, ist „starr“ - deshalb der Name „Grauer Star“.
Durch die Eintrübung der Linse des Auges kommt es dabei neben einer Abnahme der Sehschärfe auch zu verstärktem Blendungsempfinden sowie zu einer Abnahme der Kontrastsehschärfe. Eine Verbesserung der Sehschärfe kann lediglich durch eine Operation erfolgen, da keinerlei medikamentöse Therapie die entstandene Trübung wieder rückbilden kann.

Dieses modernste Verfahren der Operation des Grauen Stars mit dem fs-Laser steht nun allen Patienten und Patientinnen des Klinik kostenlos zur Verfügung.

Multifokallinsen: Ferne und Nähe scharf auch nach der Grauen Star Operation
Die Alterssichtigkeit ist eine Veränderung des Auges, die dazu führt, dass ab dem ca. 45. Lebensjahr die Sehschärfe die Nähe verschwimmt und damit zum Lesen eine Lesebrille verwendet werden muss. Da der Graue Star meist im höheren Alter auftritt, sind die Patienten, die sich einer Operation unterziehen lassen, meist auch schon alterssichtig.

Die bisher verwendeten Intraokularen Kunstlinsen (IOL) sind so geschliffen, dass sie nur auf eine Distanz (entweder nur die Ferne, oder in manchen Fällen nur die Nähe) scharfstellen können, und somit wieder eine Brille nach der Grauen Star Operation notwendig wird. Bei manchen Patienten besteht aber der Wunsch nach Unabhängigkeit von einer Sehhilfe auch im höheren Alter. Abhilfe schaffen können hier die sog. „Multifokallinsen“, das sind spezielle IOLs, die bei einer Grauen Star Operation eingesetzt werden können. Durch ihren speziellen Schliff erlauben diese Linsen (bei geringen Nachteilen in der Nacht) eine gute Fern- und Nahsicht und damit auch den weitestgehenden Verzicht auf eine Lesebrille.

An der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie der PMU Salzburg werden diese neuen IOLs bereits seit Jahren auf Wunsch erfolgreich implantiert. Es wurde zur genaueren Erforschung eigens ein Leselabor, wo die final erreichte Lesefähigkeit unter genau kontrollierten Bedingungen getestet werden können, eingerichtet.

Die Ursachen des „Grauen Stars“
„Grauer Star“ ist keine Krankheit, sondern meist eine altersbedingte Veränderung der Augenlinse. Als mögliche Ursache wird ein verlangsamter Stoffwechsel und starke UV-Bestrahlung  in Betracht gezogen. Grauer Star kann jedoch auch durch Diabetes, Altersverletzungen und Medikamente ausgelöst werden, wobei die Eintrübung der Augenlinse beim grauen Star zumeist bei beiden Augen auftritt.

LASER für die „Refraktive Chirurgie“: Wieder scharfes Sehen ohne Brille
Das Tragen einer Brille kann mit vielerlei alltäglichen Problemen behaftet sein. Brillenträger sind beispielsweise bei vielen Sportarten in ihrer Beweglichkeit beeinträchtigt - vielfach ist es aber auch ein kosmetisches, ästhetisches Problem, welches das psychische als auch das körperliche Wohlbefinden mindern kann. Viele Menschen weichen so auf Kontaktlinsen aus, die aber mitunter unangenehme Reizungen durch die Kontaktlinsen selbst oder durch Allergien gegenüber bestimmte Pflegemittel hervorgerufen werden. Gerade hier stellt die refraktive Chirurgie eine sehr gute Alternative dar - für ein scharfes Sehen ohne Brille.

Kurze schonende Behandlung mit dem Laser
Der Eingriff dauert nur etwa 15 Minuten und ist praktisch schmerzfrei. Vor einer Laserbehandlung sind sowohl eine biomikroskopische Kontrolle als auch zahlreiche anderer Untersuchungen erforderlich (Hornhauttopographie, Wellenfrontanalyse,Hornhautdicken-messung, Pupillometrie, Endothelspiegelmikroskopie und Biometrie) um festzustellen, dass die Augen für den Eingriff geeignet sind.
Besteht eine höhere Kurz- oder Weitsichtigkeit, dann können implantierbare, künstliche Linsen (zusätzlich zur eigenen Linse) diese Fehlsichtigkeit reduzieren: Diese IOLs wird mittels zweier kleiner Bügel auf der Regenbogenhaut – direkt vor der Pupille – fixiert. INTACS sind hauchdünne, bogenförmige Hornhautimplantate, die sowohl bei der geringen Kurzsichtigkeit, als auch bei frühen Formen des Keratokonus (einer fortschreitenden Hornhauterkrankung), wenn eine Korrektur mit Kontaktlinsen nicht mehr möglich ist, eingesetzt werden.

Laserbehandlung bei Netzhauterkrankungen
Darüber hinaus werden seit kurzem auch Patienten mit Netzhauterkrankungen mit dem neuesten und modernsten Laser, dem sogenannten PASCAL Laser behandelt. Mit diesem neuartigen Laser können mit einem „Schuss“ bis zu 25 Koagulationsherde sehr schonend appliziert werden. Das bedeutet für den Patienten eine deutlich kürzere Behandlungsdauer, eine gleichmäßigere Herdverteilung der Laserherde auf der Netzhaut und insgesamt eine Reduzierung der notwendigen Lasersitzungen. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist noch zusätzlich eine erhebliche Schmerzreduktion beim Patienten während der Laserbehandlung.
Die Haupteinsatzgebiete für diesen neuen Laser sind zurzeit die Lasertherapie bei Patienten mit Diabetes und nach Gefäßverschlüssen am Auge, sowie die Behandlung von Löchern und Rissen in der Netzhaut. Insgesamt werden an der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie in Salzburg pro Jahr bis zu 1000 Patienten mit Netzhauterkrankungen mit diesem Laser der neuesten Generation behandelt.


Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:

LR Walter Steidl, Landesrat für Gesundheit und Soziales
Burkhard van der Vorst, SALK Geschäftsführer
Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg, Ärztlicher Direktor LKH-Universitätsklinikum Salzburg
Primar Univ.-Prof. Dr. Günther Grabner, Vorstand Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie

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Rückfragen an:
Mag. Mick Weinberger
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