Ein unerfüllter Kinderwunsch liegt bei etwa 20 Prozent aller Paare vor – Tendenz steigend. Die Zahl der unfreiwillig kinderlosen Paare im reproduktiven Alter ist seit Jahren steigend. Nahezu jedes achte Paar ist bereits davon betroffen. Der Wunsch nach einem Kind kann in gewissen Phasen zur seelischen Belastung werden.
„Fortpflanzung“ betrifft ein komplexes von Hormonen und Emotionen gesteuertes organisches System. 420 Wunschbabys wurden seit 1992 in der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe geboren. Die in-vitro-Fertilisation ist eine spitzenmedizinische Leistung und gehört fix zum Leistungsspektrum der Universitätsklinik.Dadurch wird häufig die aktuelle Lebenssituation beruflich, finanziell und seelisch beeinträchtigt. Auch die Partnerbeziehung kann darunter leiden.
Die Abteilung hat nicht den Charakter eines großen Klinikbetriebes, sondern vielmehr jenen, der von persönlicher Zuwendung und Hilfestellung geprägt ist. Es wird versucht, einen individuellen Weg zur Erfüllung des Kinderwunsches zu beschreiten. Auf ein stufenweises, dem jeweiligen Paar genau angepasstes und zumutbares Vorgehen wird besonderer Wert gelegt. Die Kinderwunsch-Ambulanz bietet eine ganzheitliche Betreuung und Behandlung vom Kinderwunsch bis zur Geburt.
Medizinische Aspekte gehen vor ökonomischen
Die Methode der IVF (Kosten für die Patientin ca. 800-1.000 Euro unter IVF-Fonds-Kriterien) wird am Salzburger Universitätsklinikum nur eingesetzt, wenn andere Methoden wie z.B. die Insemination (Kosten für die Patientin ca. 200 Euro) versagen. Univ.-Doz. Dr. Barbara Maier, die Leiterin in der Ambulanz für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktion / IVF Labor in der Salzburger Universitäts-frauenklinik erklärt die Behandlungs-Philosophie so: „Wir versuchen bei den Frauen möglichst wenig invasive und möglichst nebenwirkungsarme Therapien einzusetzen. Gesundheitsgefährdende Überstimulationssyndrome sowie höhergradige Mehrlingsschwangerschaften sind unter medizin-ethischen Gesichtspunkten keineswegs als Erfolge zu bewerten.“ Erfolg ist in den Salzburger Landeskliniken eine adäquate Behandlung von Paaren mit Kinderwunsch mit dem Blick auf ein entsprechendes Outcome der so entstehenden Kinder.
Die meisten Paare gehen davon aus, dass sie wie alle anderen auch Kinder bekommen können. Durch die modernen Verhütungsmethoden ist vor allem das Verhindern von Schwangerschaften gut zu steuern. Durch das Absetzen der Verhütung fällt die Entscheidung für Kinder heute meist viel bewusster als in früheren Zeiten. Stellt ein Paar fest, dass die gewünschte Schwangerschaft nicht eintritt, führt dies in vielen Fällen zunächst zu einer großen Verunsicherung.
Durch ärztliche Untersuchungen können mögliche körperliche Ursachen beim Mann oder der Frau gefunden werden. Daran schließen sich in einigen Fällen erste Behandlungsmaßnahmen an. Werden keine Ursachen gefunden, führt dieses Ergebnis zwar auf der einen Seite zu einer Erleichterung (es liegt nichts „Ernstes“ vor), auf der anderen Seite zu einem wahren Ratespiel („woran liegt es nun?“).
Laut Statistik bleiben etwa 20% aller Ehen ungewollt kinderlos. Die Ursachen hierfür liegen lt. ÖBIG (2004) zu 60% beim Mann, zu 28% bei der Frau und zu 12% bei beiden. Die in-vitro-Fertilisation (IVF) bietet diesen Paaren die Möglichkeit, Eltern zu werden. Ein auf diesem Weg entstandenes Kind unterscheidet sich von anderen Kindern nur darin, daß es die ersten Tage seines Werdens außerhalb (extrakorporal) des Mutterleibes in einer Kulturschale verbracht hat. Das erste auf diese Weise gezeugte (in-vitro-fertilisierte) Kind wurde 1978 geboren. Inzwischen ist diese Methode zur medizinischen Routine geworden. Um die Wahrscheinlichkeit für eine mögliche Schwangerschaft zu erhöhen, werden bis zu 3 Embryonen in die Gebärmutter übertragen, idealerweise aber nur ein Embryo, um Mehrlingsschwangerschaften zu verhindern (Single Embryo-Transfer).








